Im MOUNTAINBIKE-Test: 10 E-All Mountains/Enduros

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Foto: Benjamin Hahn Mountainbike E-Allmountain/Enduro Test

Im Test: Bulls E-Stream EVO AM 4 27,5+

Bulls-E-Bike-Flotte wächst zunehmend. Gerade erst hat die Marke, die der Einkaufsgenossenschaft ZEG gehört, ein E-Fully mit nur 16 kg vorgestellt. Von diesem Gewicht ist das E-Stream EVO weit entfernt. Mit satten 24,8 kg ist es eines der schwersten Bikes im Test – gut 3 Kilo mehr als das leichte Conway. Das spürt man, von Agilität kann hier nicht wirklich die Rede sein. Aber: Ruhig und sachte rollt das 150-mm-Fully durchs Gelände.
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Im Test: Bulls E-Stream EVO AM 4 27,5+

Dank kompakter Sitz- und Standposition, flachem Lenkwinkel und langem Radstand bietet das E-Stream ein äußerst sicheres Fahrverhalten. Auch die wuchtigen, gripstarken Schwalbe-Plus-Reifen erhöhen das Sicherheitsgefühl, die Magura- Bremsanlage mit großen Discs ist klug gewählt und verzögert das schwere Bulls anstandslos. Auf kurvigen Trails lässt sich der Bulle aber von den verspielten Bikes von Canyon & Co. ziemlich abhängen. Auch das leicht überdämpfte Rock-Shox-Fahrwerk hat uns da weniger gefallen.
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Im Test: Bulls E-Stream EVO AM 4 27,5+

Beim Antrieb setzt Bulls auf den leisen Motor von Bro- se (mit dickem 650-Wh-Akku), der in Sachen Kraft den Bosch- und Shimano-Motoren kaum nachsteht. Die vielen wohldurchdachten Details am Bulls machen es zu einem E-MTB, an dem man viel Freude haben kann, wenn maximaler Kurvenspaß nicht im Vordergrund steht.
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Im Test: Canyon Spectral:On 8.0

Auf den ersten Blick sieht Canyons lang erwartetes E- Bike-Debüt aus wie viele E-MTBs mit Shimano-Motor und semi-integriertem Akku – wenig spannend. Doch schaut man genauer hin, fällt auf: Das Bike ist von vorne bis hinten bewusst auf Trail-Spaß getrimmt. Form follows function also. Der Aufsetz-Akku ist, im Vergleich zum integrierten Akku, leichter und lässt sich tiefer am Rahmen platzieren.
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Im Test: Canyon Spectral:On 8.0

Außerdem verbaut Canyon ein großes 29"-Vorderrad für Fahrsicherheit und ein breites 27,5+-Hinterrad für Traktion. Flaschenhalter, spezieller E-Bike-Sattel sowie kurze Kurbeln unterstreichen die Liebe zum Detail der Canyon-Entwickler. Auch die Wahl des kompakten Shimano-Motors mit seinem dynamischen Trail-Modus passt ins Bild. Doch der eigentliche Höhepunkt am Canyon ist die kurz geschnittene, agile Geometrie, die das Spectral:On in Kombination mit dem satten, effizienten 150-mm-Fahrwerk zum Testsieger macht.
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Im Test: Canyon Spectral:On 8.0

Nur bei ganz steilen Kletterpartien kosten die kurzen Kettenstreben etwas Balance: Wer aber über eine gute Fahrtechnik verfügt, kann das leicht steigende Vorderrad nutzen, um es in Spitzkehren zu versetzen. Und bergab? Da gefällt das Spectral:On – trotz relativ hohem Schwerpunkt – so sehr, dass man fast nicht mehr ohne Motor fahren möchte.
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Im Test: Centurion No Pogo E R3500

Centurion setzt auf Bosch als Antrieb. Damit verbauen in diesem Test nur zwei Hersteller den bewährten, starken Schwaben-Antrieb. Centurion verbaut zudem das Purion-Display, das links am Lenkergriff sitzt, die nötigsten Infos liefert und zugleich als Bedienteil dient. Der Akku ist auf das Unterrohr aufgesetzt und fügt sich formschön in den wuchtigen Motorbereich ein.
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Im Test: Centurion No Pogo E R3500

Federelemente von Rock Shox, Laufräder von DT Swiss, EX1-Schaltung von Sram, fette Plus-Reifen von Maxxis sowie brachiale Downhill-Bremsanlage von Shimano – am 5900-Euro-Centurion kommen nur E-MTB-erprobte Teile zum Einsatz! Doch auf ganzer Linie kann das No Pogo dann doch nicht überzeugen. Geometrie und 150-mm-Fahrwerk lassen, zumindest für Trail-Enthusiasten, Wünsche offen.
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Im Test: Centurion No Pogo E R3500

Die Kombination aus langem Heck und eher kurzem Vorderteil des Rades machen das No Pogo drehfreudig – über die Front. Das liegt manchen Fahrern und ist bergauf – gerade wegen des langen Hecks – auch von Vorteil. Doch im Vergleich zu den modernen Geometrien von Merida, Canyon oder Conway fühlt es sich nicht ideal ausbalanciert an. Hinzu kommt, dass der Hinterbau bei schnellen oder harten Schlägen weniger lebendig und nicht so potent agiert.
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Im Test: Conway eWME 727

Conway-Bikes werden vornehmlich im Trail-Paradies Pfälzer Wald entwickelt. Und das merkt man, denn in diesem Test besitzt das eWME 727 eine der modernsten Geometrien: Mit kurzen 436-mm-Kettenstreben, langem 473-mm-Reach (Größe L) und flachem 66,5°-Lenkwinkel spielt das Conway in der Liga von Canyon und Merida, generiert einen top Mix aus Agilität und Drehfreude, bei idealer Balance. Auch das Rock-Shox-Fahrwerk mit 160 mm zeigt viel Schluckfreude. Wenngleich die „Fox-betriebenen“ Fahrwerke von Canyon oder Focus noch einen Tick besser funktionieren.
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Im Test: Conway eWME 727

Für stolze 6000 Euro bekommt man Shimano-Saint-Bremsen, Rock-Shox-Reverb-Sattelstütze, DT-Swiss-Laufräder und die elektronische Schaltung Shimano XT Di2. Passend, weil auch der Motor von Shimano stammt und sich so linker wie rechter Schalthebel gleichen. Toller Nebeneffekt dieser Parts: Conway ist mit 21,5 kg das leichteste Rad im Test gelungen.
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Im Test: Conway eWME 727

Kleinere Mankos sind uns dennoch aufgefallen: Die dicken Plus-Reifen von Schwalbe kommen in der weniger griffigen „Speedgrip“-Gummimischung und limitieren das eigentlich enorme Trail-Potenzial. Und auch Kontaktpunkte wie Sattel und Griffe sind dem üblichen, hochwertigen Partsmix nicht ganz gewachsen.
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Im Test: Focus Sam2

21,7 kg Gewicht ist eine Ansage. Leichter als das Sam2 ist in diesem Testfeld nur das Conway. Verglichen mit dem, wirkt das Focus in Bewegung aber noch flinker – und das bei satten 170 mm Federweg! Der Grund dürften die vergleichsweise schlanken 2,5"-Reifen von Maxxis sein, die auf dem Trail weniger schwammig wirken als 2,8-Zöller, bereitwilliger auf die Lenkimpulse des Fahrers reagieren. Das heißt: Das Sam2 liegt präzise in den Schwüngen, zieht spurtreu seine Bahnen, ist aber kein Kurvenflitzer.
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Im Test: Focus Sam2

Das Bike insgesamt und vor allem die 452-mm-Kettenstreben zeigen nämlich eher für E-MTBs typische, lange Ausmaße. Der Fahrer muss das Heck immer ein bisschen nachziehen. Dafür liegt das Bike bergauf und in ruppigen Highspeed-Passagen umso sicherer auf dem Trail, kommt dank des feinfühligen Hinterbaus vor allem mit kleineren Schlägen super zurecht.
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Im Test: Focus Sam2

Die Fold-Kinematik mit zwei ineinander verschachtelten Wippen spricht super an, ist im Mittelbereich angenehm linear, wird erst spät progressiv. Zurück zum Gewicht: Das Sam2 ist auch deshalb so leicht, weil Focus einen sehr kleinen Akku mit nur 374 Wh Kapazität fest einbaut. Das geht zu Lasten der Reichweite. Ein Zusatzakku lässt sich zwar auf dem Unterrohr montieren, das macht das Bike aber dann etwas unhandlicher.
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Im Test: Giant Full-E+ 0 SX Pro

Giant setzt bei seinen E-Bikes konsequent auf eigene Motoren, die von Yamaha stammen. In den teuren Modellen kommt der drehmomentstarke Giant SyncDrive Pro zum Einsatz, die günstigeren kommen mit dem schwächeren SyncDrive Sport. Da unser Testbike mit 6000 Euro in der Oberklasse spielt, darf es sich über vollen Schub freuen.
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Im Test: Giant Full-E+ 0 SX Pro

Satte 80 Nm sollen freigesetzt werden, und das bis zu einer Trittfrequenz von 120 U/min. In der Realität ist diese Kadenz kaum schaffbar, der Giant/Yamaha-Motor ist gefühlt dennoch der stärkste in diesem Test und liefert schon bei niedrigen Frequenzen viel Kraft. Schub ist aber nicht alles. Fahrwerk und Geometrie sind an E-Enduros entscheidend. Und da enttäuscht das Giant: Ein sehr langes Heck kombiniert mit einem extrem kurzen Reach ist alles andere als ein moderner Schnitt, und auch durch die sehr aufrechte Standposition im Downhill wirkt das Full- E+ auf dem Trail ungelenk.
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Im Test: Giant Full-E+ 0 SX Pro

Die 160 mm Federweg vorne und 140 mm hinten arbeiten sensibel, das Heck schlägt aber schneller durch, auch die schwach profilierten Maxxis-Rekon-Reifen sind bergab nicht ideal. Und im Uphill? Erneut stört die aufrechte, hecklastige Sitzposition – erst mit abgesenkter Gabel ist die Front niedrig genug, sodass das Giant dann allerdings hervorragend klettert.
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Im Test: Haibike XDuro AllMtn 9.0

Haibike ist einer der ganz großen E-Bike-Pioniere und zündete auf der Eurobike die nächste Evolutionsstufe – das Flyon-Konzept (siehe MOUNTAINBIKE 09/18) . Doch auch die bestehenden Bikes mit Bosch- oder Yamaha- Motor werden ständig weiterentwickelt. So bekam das Bosch-Bike Xduro AllMtn für dieses Jahr den integrierten, sogenannten Intube-Akku, der dem Bike eine schlanke Silhouette verleiht.
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Im Test: Haibike XDuro AllMtn 9.0

Doch mit Blick auf die Waage kann man nicht von schlank sprechen: Hier bringt das Haibike satte 24,8 kg auf die Waage. Der Schwerpunkt ist zum Glück so tief platziert, dass das hohe Gewicht auf dem Trail nicht allzu negativ auffällt.
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Im Test: Haibike XDuro AllMtn 9.0

Agil fährt sich das Xduro dennoch kaum, Radstand und Kettenstreben fallen sehr lang aus, entsprechend stoisch, wenig drehfreudig zieht das Haibike voran. Das 150-mm-Fox-Fahrwerk arbeitet dabei angenehm feinfühlig, statt der dünneren Fox-34-Gabel wäre aber eine Forke mit 35- bis 36-mm-Standrohren angemessener – speziell mit Blick auf das hohe Eigengewicht. Für guten Grip sorgen dafür die wuchtigen Schwalbe-Reifen mit weicher Gummimi- schung. Zwei Dinge sind etwas in die Jahre gekommen: die laute Umlenkrolle am Bosch-Motor und der außenverlegte Zug zur Vario-Sattelstütze.
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Im Test: Merida eOne-Sixty 900

Vergangenes Jahr noch gewann das eOne-Sixty unseren E-Endurotest. Ganz für die Spitze reicht es 2018 nicht mehr, die Konkurrenz hat nachgelegt. Das ändert aber nichts daran, dass das Merida-Enduro in Sachen Fahrspaß und Handling immer noch formidabel unterwegs ist und weiterhin zu den besten Bikes dieser Kategorie zählt.
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Im Test: Merida eOne-Sixty 900

Das mit 441 mm kurze Heck liefert Spieltrieb in Kurven, über die hohe, drehfreudige Front kann der Fahrer das One-Sixty spielend und präzise über Steinfelder und Wurzelteppiche steuern, fühlt sich dabei sicher in den langen Hauptrahmen integriert. Ebenfalls sehr beruhigend wirken die 2,8" breiten, extrem gripstarken Minion- Reifen von Maxxis, die dem Bike aber auch Leichtfüßigkeit nehmen. Dadurch fährt sich das One-Sixty einen Schuss indirekter als etwa das Canyon.
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Im Test: Merida eOne-Sixty 900

Bergab arbeitet das 160-mm-Fahrwerk mit wuchtigen Rock-Shox-Federelementen höchst sensibel und schluckfreudig, fühlt sich sehr „soft“ an. Da das Federbein über keine Anti-Wipp-Funktion verfügt, pumpt das Heck bergauf jedoch spürbar. Und so versenkt das Merida trotz des niedrigen Ge- samtgewichts eine Portion des Schubs, den der angenehm einsetzende, dynamische und kraftvolle Shimano-Motor Bike und Biker mitgibt.
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Im Test: Scott E-Genius 710

Das E-Genius verschleiert seinen Charakter zunächst etwas und fühlt sich beim ersten Aufsitzen kompakt an. Tatsächlich liegt der Hauptrahmen in Sachen Reach mit 468 mm im Mittelfeld, und er paart sich mit einem langen Heck: 462-mm-Kettenstreben. Dadurch steht der Biker bei tiefem Tretlager sehr zentral im Rad.
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Im Test: Scott E-Genius 710

Ein Segen für die Trail-Performance und das Handling, das im besten Sinne sicher ist. Das Genius wedelt auch durch den flachen 65°-Lenkwinkel nicht um die Kurven und braucht in Schräglage ein bisschen Nachdruck, zieht aber ansonsten wie auf Schienen voran. Sobald es geradeaus geht, bügelt der Dampfhammer den Trail glatt und lässt das Bike bergauf wie bergab förmlich auf dem Boden „kleben“. Wer das nur auf die Länge des Bikes schiebt, übergeht den Einfluss des sehr satten 150-mm-Fox-Performance-Fahrwerks.
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Im Test: Scott E-Genius 710

Apropos: Scott verzichtet trotz Unterstützung durch den dynamischen Shimano-Steps-E8000-Motor nicht auf das von den analogen Fullys bekannte „Twinloc“- Feature, mit dem sich die Gabel straffen und der Hub am Heck auf 100 mm kürzen lässt – bzw. beides gesperrt werden kann. Ein Feature, das dem eh schon guten Kletterer bergauf nochmals Verve verleiht, auch wenn es mit 23,2 Kilo kein wirkliches Leichtgewicht ist.
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Im Test: Thok MIG-R

Die junge Marke Thok kommt aus Italien und ist hierzulande noch eher unbekannt. Dahinter steckt der ehemalige MTB-Profi Stefano Migliorini, der zu Zeiten von John Tomac und Jürgen Beneke im Downhill-Weltcup aktiv war. Nach Jahrzehnten in der italienischen Bike-Industrie bringt Migliorini nun seine eigenen E-Bikes.
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Im Test: Thok MIG-R

Wie das Thok MIG-R, das sich mit 140 mm Federweg am Heck und 150 mm an der Front als E-All-Mountain klassifiziert. Am 5250 Euro teuren Bike kommt ein Rock- Shox-Fahrwerk zum Einsatz, eine Shimano XT/SLX- Schaltung, Sun-Ringlé-Laufräder sowie Maxxis-Reifen mit dem griffigen DHR 2 vorne und dem flotten Rekon+ hinten. BR* Zum Testbericht: Thok MIG-R

Im Test: Thok MIG-R

Das macht alles Sinn, einzig die Shimano-XT- Bremse könnte mehr Power bieten. Den Akku des Shimano-Motors setzt Thok, ähnlich wie Cannondale am Moterra (nicht in diesem Test) von unten ein. In der Praxis fährt sich das MIG-R dank der modernen Geometrie angenehm ausgewogen. Es klettert dank längerer 450-mm-Kettenstreben sehr gut, fühlt sich bergab aber auch wendig genug an. Vor allem das Fahrwerk überrascht und zeigt sich auch im Groben richtig potent: Die 140 mm Federweg am Heck fühlen sich nach mehr an. Top: Ein Flaschenhalter hat im Rahmen Platz. BR* Zum Testbericht: Thok MIG-R
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