Neun Protektor Rucksäcke im Test

Test: Protektor-Rucksäcke

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

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Rückenprotektoren sind nur was für Downhill-Freaks? Weit gefehlt! Diese Protektor-Rucksäcke schlucken deine komplette Tourenausrüstung und bieten Schutz bei schweren Stürzen.

Wenn die Gabel wegsackt, der Reifen im Steilstück plötzlich rutscht oder die Schwerkraf schlicht verrückt spielt, ist so mancher Biker schon unfreiwillig auf dem Rücken gelandet. Harte Gegenstände im Rucksack oder der Aufprall auf einen Stein können ernsthafe Verletzungen der Wirbelsäule hervorrufen. Protektor-Rucksäcke schützen davor. Aber welche sind die besten? In Anlehnung an die aktuell gültigen Normen prüfen wir neun Protektor-Rucksäcke sowohl im Schlagtest im Labor als auch auf den Trails in der Praxis.

Am weitesten verbreitet als Protektormaterial sind weiche Schäume, die aufgrund ihres Komforts in vielen Knieprotektoren zum Einsatz kommen. Aber auch im Tragesystem von Rucksäcken passen sich die Protektorpads der Rückenform des Trägers an. Diese sogenannten Sofprotektoren aus PU-Schaum wirken Wunder, reduzieren und verzögern die Schlagenergie eines Sturzes, wodurch der Körper vor abrupten Schlägen geschützt wird. Ihre Funktionsweise wird of mit „verhärtet sich bei einem Schlag“ beschrieben, was genau genommen aber falsch ist. Betrachtet man die Struktur des Schaums unter dem Mikroskop, wird dessen untereinander offene, nach außen geschlossene Bläschenstruktur erkennbar. Die Bläschen sind mit Luft gefüllt und besitzen eine Öffnung, die bei mechanischer Belastung einen Lufaustausch zwischen den Bläschen erlaubt. Bei langsamer Krafeinwirkung auf die Schaumstruktur, etwa durch eine veränderte Körperhaltung, passt sich der Schaum durch Verformung an. Erfolgt aber eine schnelle Krafeinwirkung auf den Protektor durch einen Schlag, gibt der Protektor nur wenig nach, da die Luft nur langsam aus den Bläschen in andere strömen kann – der Protektor erscheint hart.

Das Ergebnis des Labortests: Alle Rucksäcke erfüllen die Vorgaben der Level-1-Zertifzierung und bieten dieses SicherheitsPlus zum „Preis“ von gerade mal 200 bis 300 Gramm Mehrgewicht. Inklusive Rucksack verfehlen nur Dakine und Leatt die strengen Vorgaben der Level-2-Schutzklasse. Biker, die gerne neue Trails erkunden, unterwegs an ihrer Fahrtechnik feilen oder den Kauf eines neuen Rucksacks erwägen, sollten die cleveren Huckepacker unbedingt ins Visier nehmen. Denn seinen Sturz kann man sich nicht aussuchen, den Rucksack schon.
Kurz & Knapp:
Rucksäcke mit integriertem Protektor schützen die Wirbelsäule bei einem Sturz vor Verletzungen. Modelle mit Top-Schutz und Stauraum für eine komplette Tourenausrüstung sind bereits für knapp 140 Euro zu haben.

Alle getesteten Produkte in der Fotostrecke

Tagesaktueller Preisvergleich zu den getesteten Protektor-Rucksäcken (sofern Angebote bei unseren Partnershops vorhanden sind)




22.02.2017
Autor: Christian Zimek
© MOUNTAINBIKE