Fahrrad-Helmlampen im Test

Helmlampen für Fahrradfahrer - Die besten Modelle im Test

Video: MOUNTAINBIKE
Die Tage werden kürzer, die Uhren haben wir auch schon(vielleicht zum letzten Mal) auf Winterzeit umgestellt. Wer jetzt weiter biken will, der braucht Licht am Helm oder Lenker. Wir haben fünf Bike-Lampen in Labor und Praxis getestet.
Zu den getesteten Produkten

Fußballer kennen das: Die Tage werden wieder kürzer und zum Training wird das Flutlicht eingeschaltet. Doch was tun Biker? Klar, sie montieren sich eine Flutlichtanlage auf den Kopf. Denn das, was die Lampenhersteller heute aus ein paar LEDs herauszaubern, kann man getrost als Flutlicht bezeichnen. Aber: StVZO-zugelassene Lampen eignen sich leider kaum für den Trail-Einsatz. Zu schwach und zu eingeschränkt ist deren Leuchtkegel (siehe unten). Wer seinen Sport auch bei Dunkelheit sicher ausüben möchte, braucht mehr Licht.

Wir haben zum Herbstbeginn die wichtigsten aktuellen Lampen zum Test geladen. Lupine zeigte die vielseitige Outdoor-Lampe Lupine Blika R4 SC schon letztes Jahr, auch Sigma stellte bereits 2017 die Buster 2000 HL vor. Hinter dem Namen Acid verbirgt sich die ehemalige Cube HPA 2000, die der Radhersteller unter ein neues Label packt, um so auch Biker anderer Radmarken anzusprechen. Zu diesen drei Kandidaten aus unserem letztjährigen Test gesellen sich zwei Modelle, die sogar mit vier oder gar fünf LEDs (Hope R4+ und Magicshine MJ-906B) bestückt sind.

Die Theorie: mehr LEDs, mehr Helligkeit. Unterschiede weisen die Testlampen auch bei der Akku- Kapazität auf. Leistungsstarke 4-Cell-Akkus sind jedoch schwerer und eignen sich aufgrund der Baugröße nicht für die Helmmontage. Neben dem reinen Leuchtstrom (also dem Lumenwert) ist jedoch auch die Ausleuchtung in der Praxis ein wichtiges Kriterium. Diese sollte weit, breit und vor allem homogen sein, damit sie nicht einzelne oder mehrere helle oder dunkle Flecken aufweist.

Das Testfeld im Überblick

Hersteller und Modell / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Acid HPA 2000 230 Euro Sehr gut
Hope R4+ 285 Euro Sehr gut
Lupine Blika R4 SC 399 Euro Sehr gut
Magicshine MJ-906B 140 Euro Sehr gut
Sigma Buster 2000 HL 200 Euro Gut




So testen wir Bikelampen

Nicht nur der Praxistest, sondern auch ein fundierter Labortest ist wichtig, um Lampen zu bewerten. In Zusammenarbeit mit Professor Peter Ott und seinem Labor für technische Optik an der Hochschule Heilbronn testeten wir die fünf Lampen in der sogenannten Ulbrichtkugel. Darin wurde die gesamte Lichtmenge in Lumen gemessen, welche die Lampe in der höchsten Stufe leisten kann. Die Lampen wurden mit einem Luftstrom gekühlt und 10 Minuten lang gemessen. Der Wert, den du in den Testbriefen fndest, ist der höchstgemessene Wert, der innerhalb der ersten Sekunden entsteht. Alle Lampen regeln jedoch über ein Hitzemanagement nach wenigen Minuten einen Großteil der Leuchtkraft ab. Deswegen haben wir auch beim Praxistest auf die Helligkeit und Ausleuchtung geachtet – sowie die Handhabung, Montage und Bedienung bewertet. Außerdem ermittelten wir die Systemgewichte der Lampen.

Foto: Redaktion Testergebnis Helmlampen

Punktverteilung und Wertung

Anhand einer Auswertungstabelle wird die Punktezahl für jede Lampe errechnet und somit die Endnote bestimmt. Die Punkte erlauben eine feine Unterscheidung in der Beurteilung etwa zwischen zwei Produkten, die beide im „Sehr gut“ liegen, aber dennoch nicht auf demselben Niveau abschneiden. Der Notenschlüssel zeigt, wie weit entfernt oder nah das Produkt an der nächsten Note liegt.

Foto: Benjamin Hahn Helmlampen im Test 2018

Die Ausleuchtung der Bike-Lampen

Unsere Ausleuchtungsbilder zeigen, wie sich Helligkeit, Leuchtweite und Ausleuchtung der neun Testlampen in der Praxis darstellen. Nuancen sind dabei in der Realität sogar noch besser erkennbar als auf unseren Fotos.

Foto: Chris Pauls Helmlampen im Test 2018: Lichtkegel

Lampen & StVZO

Um im Straßenverkehr regelkonform unterwegs zu sein, benötigst du eine Lampe, die der Straßenverkehrs-Zulassungs- Ordnung (StVZO) entspricht. Diese schreibt einen nach oben hin abgeschnittenen Lichtkegel vor (unteres Bild), damit andere Verkehrsteilnehmer nicht geblendet werden. Alle Lampen im Test sind nicht StVZO-zugelassen. Anhand des Beispiels oben ist jedoch gut zu erkennen, dass StVZO-Leuchten auf Schotterpisten und Trails wenig Sinn machen, da herabhängende Äste oder Hindernisse bei hohen Geschwindigkeiten nicht erkannt werden können.




Bikelampentest 2017 - das waren die Ergebnisse:

Rückblick 2017:

Wir haben neun der neuesten und besten Helmlampen am Markt bestellt, um sie nach MOUNTAINBIKE-Kriterien zu testen. Obligatorisch: der Labortest mit der Hochschule Heilbronn – siehe rechts. Neben dem reinen Leuchtstrom ist die Ausleuchtung in der Praxis ein wichtiges Kriterium. Sie sollte weit, breit und vor allem homogen sein, dabei nicht einzelne oder mehrere helle oder dunkle Flecken aufweisen. Und es gilt auch bei Lampen: Viel (Licht) hilft viel – wie Sigma, Radon, Lupine und Cube beweisen. Die Ausleuchtungsbeispiele der Lampen fndest du auf Seite 37. Das Testfeld zeigt, dass sich die Lampenhersteller nicht einig sind, ob auch der Akku auf dem Helm getragen werden sollte. Schwere oder klobige Akkus wie von Hope, Ledlenser, Magicshine und Sigma sind defnitiv nicht dafür geeignet. Einige dieser Akkus halten durch ihre Größe zwar deutlich länger,unsere Erfahrungen zeigen jedoch, dass ein kleiner 2-Zellen-Akku – der die Lampe drei Stunden bei voller Leistung plus Notlaufeigenschafen speist – ideal ist, um ihn am Helm zu tragen. Was dann wiederum das „Kabel-Gefummel“ zum Rucksack spart. Gute Beispiele sind die Neuentwicklungen von Cube und Lupine. Garmin und Juvelo gehen einen Schritt weiter und integrieren den Akku in die Lampe bzw. Lampenhalterung. Überlege also genau, welche Montageart du bevorzugst.

Helmlampentest 2017: Das Testfeld

Hersteller und Modell / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Garmin Varia UT 800 170 Euro Gut
Hope R2 LED 250 Euro Sehr gut
Juvelo Saphir One Quattro 229 Euro Gut
Ledlenser Xeo19R 299 Euro Gut
Lupine Blika R 4 SC 399 Euro Überragend
Magicshine MJ 902 B 109 Euro Sehr gut
Radon High Power LED 3800 90 Euro Gut

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11.11.2018
Autor: Lukas Hoffmann
© MOUNTAINBIKE