Dauertest 2018: Equipment und Zubehör

MTB-Equipment im Dauertest

Foto: Lukas Hoffmann
Regen, Matsch und Schnee - im Alltag warten Widrigkeiten auf das Bike-Equipment. Wie sich die Produkte im Dauertest geschlagen haben, lest ihr hier.
Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Evoc Explorer Pro

Der jüngste Rucksack der Münchener ist zugleich einer der größten, zielt auf Abenteurer und Alpencrosser. Kann es der 30-Liter-Lastesel sogar mit dem Platzhirsch Deuter Trans Alpine aufnehmen?

Neu und anders am Explorer Pro sind zunächst seine großen Reißverschlusstaschen rechts und links im Hüftgurt. Diese fassen zusammen 2,5 Liter und legen sich harmonisch um die Hüfte. Andere Rucksäcke bieten hier maximal einen Liter Stauraum. Evoc bezeichnet diese Bauart als „Körperumarmung“ (Body Hugging), die schnellen Zugriff, hohen Tragekomfort und satten Sitz vereint. Anforderungen, die viele Konkurrenten bislang nur mit „entweder/ oder“ beantworten konnten. Auf Tagestouren mit bis zu acht Stunden Fahrzeit konnte ich den Explorer Pro bereits ordentlich fordern. Doch selbst in anspruchsvollsten Trails, die viel Körpereinsatz verlangen, bringt ihn nichts aus der Ruhe, er sitzt einfach satter als die meist mehr „bergauf-optimierte“ Konkurrenz. Die Rückenauflage aus fünf netzbespannten Strukturpolstern erzeugt weder Druckstellen, noch beult sie bei Verwendung einer Trinkblase aus. Sie ist mit ihrer Grundlänge (Rucksackunterkante bis Trägeransatz) von 53 cm jedoch eher für größere Fahrer geeignet. Kleinere Biker/innen sollten die 26-Liter-Variante wählen. Etwas schwitziger als Deuters Trans Alpine 30 trägt er sich jedoch, da in die Polsterzwischenräume kaum Frischluft gelangt. Und die inneren Werte? Ein Aufsatzfach mit fünf sowie eines mit zwei Innenfächern und Fleece-Besatz stehen zur Organisation des Inhalts zur Verfügung.
Das große Hauptfach besitzt nur eine Netztasche mit Reißverschluss. Cleverer als bei anderen Großvolumern ist es aber per Rollverschluss unterteilbar. So konnte ich das Bodenfach bei Bedarf größer oder kleiner bemessen, den Rucksackinhalt flexibel in leicht/ schwer, sauber/ schmutzig, trocken/ nass trennen. Das Bodenfach ist über einen separaten Reißverschluss zugänglich, welcher keine schützende Abdeckung besitzt. So ist er zwar immer schnell geöffnet, hochgeschleuderter Dreck vom Hinterrad lässt ihn jedoch schnell rau laufen. Netter Gimmick: Für die Körperpflege etwa bei einer Hütten-Tour liegt dem Explorer Pro ein kleiner Waschbeutel bei. Mit insgesamt 27,5 Litern Fassungsvermögen (Labormessung) und 1286 Gramm Leergewicht liegt er in nackten Zahlen zwar knapp hinter Konkurrent Deuter (29 l/1261 g), ist 40 Euro teurer. Sein satter Sitz setzt in dieser Rucksackgrößenordnung jedoch einen neuen Maßstab. Die Verarbeitung ist zudem exzellent, verspricht maximale Langlebigkeit.

Kurz und Knapp: Satter, voll Trail-tauglicher Sitz, Hauptfach per Rollverschluss flexibel unterteilbar, Hochwertige Verarbeitung, Trägt sich am Rücken schwitzig

Preis: 180€/ Gewicht: 1286g (inklusive Regenhülle)

„Der Explorer ist perfekt für ausgedehnte Bike-Abenteuer mit hohem Trail-Anteil.“ Christian Zimek, Redakteur

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Riesel Koloss

Leise rieselt der Schnee? Schön wär’s, die Realität im Winterwald sind Schlamm und Matsch. Da ist Schutz(blech) gefragt!

Waren Schutzbleche einst ein No-Go am MTB, sind die kleinen, per Kabelbinder an der Gabel montierten Fender der letzte Schrei. Und sie schützen auch durchaus seriös vor Schlammspritzern im Gesicht. Ein besonders üppiger Vertreter dieser Gattung ist der Koloss von Riesel Design. Der schaut zwar plumper aus als etwa sein bekanntes kleines Schwesterlein namens Schlamm:PE (ja, die heißt wirklich so), bietet dafür aber deutlich mehr Abdeckungsfläche und damit Schutz. Im Vergleich zu den allerersten Riesel-Fendern ist das Material nun zudem stabiler, was die per se immer noch schnelle Montage zwar minimal störriger macht, dafür noch mehr Dauerhaltbarkeit verspricht.

Kurz und Knapp: Zeigt nahezu den Schutz eines vollwertigen Schutzbleches, Relativ schnelle Montage, Stabil und solide, Angemessener Preis

Preis: 15€/ Gewicht: 46g

„Keine Schönheit, aber dafür bietet der Koloss mehr Schutz als die Konkurrenz.“ Andre Schmidt, Redaktionsleiter

Foto: Björn Hänssler

Camelbak Palos LR 4

Hip Bags sind wieder hip. Wir haben das Camelbak Palos LR 4 sechs Monate im Dauereinsatz gehabt – und geben es so schnell nicht mehr her!

Biker schnallen sich heute wieder Hip Bags um. Wieder? Ja, denn um die Jahrtausendwende war es für viele Mountainbiker schon mal en vogue, sich mit Gürteltasche zu zeigen. Mittlerweile gibt es (wieder) unzählige Marken, wie Bontrager, Evoc, Osprey, Source oder auch Camelbak, die diese leichten Taschen für die kleine Trail-Runde anbieten.
Das Palos Low Rider 4 kommt standesgemäß mit einer Camelbak-Trinkblase, die 1,5 Liter fasst. Diese setzte ich aber nur ein, wenn mein Testbike keine Flaschenhalter-Option bot. Denn trotz des sehr geringen Gewichts des Palos LR 4 von 316 g (ohne Trinkblase) ist man schnell dazu geneigt, das große Packvolumen voll auszunutzen. Auch wenn der Paleo nominell nur 2,5 Liter Fassungsvermögen hat, in den fünf Taschen lässt sich so einiges verstauen: Schlauch, Minipumpe, Minitool, Riegel, Geldbeutel, Handy und der Schlüsselbund verschwinden in einer gut erreichbaren Reißverschlusstasche. Ohnehin hat man das Hip Bag flott nach vorne gedreht und auch aus dem Hauptfach etwas rausgeholt. Das dauert mit Rucksack länger. Nachteil: Reizt man die Zuladung in Kombination mit dem Wasser-Reservoir voll aus, drückt der schmale Gurt am Bauch. Gut gefallen mir die Verarbeitung und die Wahl der Materialien. Bleibt zu hoffen, dass der Trend diesmal länger anhält.

Kurz und Knapp: Leicht, sehr gut verarbeitet, Sehr schnell erreichbarer Inhalt, Top Organisation, Trinkblase im Lieferumfang, Vollbeladen kann der Gurt am Bauch drücken

Preis: 80€/ Gewicht 316g

„Ein Hip Bag ist für mich perfekt. Ich nehme zum Biken immer nur das Nötigste mit.“ Chris Pauls, Redakteur

Foto: Björn Hänssler

Deuter Attack 18 SL

Tourenbegleiter Nummer 1: der Rucksack. Doch passt in einen Protektorrucksack wie den Attack genug rein?

Dass Deuter weiß, worauf es ankommt, ist schon beim ersten Öffnen des Attack 18 SL zu sehen. Wohldurchdachte Fächer für Werkzeug, Trinkblase, Brille sowie ein großes Abteil für Bekleidung und Ausrüstung lassen bei mir keine Wünsche offen. Dazu bietet der Protektorrucksack Befestigungsriemen für Schoner, Helm und eine fest integrierte Regenhülle. Durch den Protektor wirkt das Rückenteil zunächst etwas steif, die angenehm strukturierte Polsterung mit generell sehr guter Belüftung macht das beim Tragen aber locker wett. Dank dieser Kombi aus Schutz und Komfort ist er für mich ein super Begleiter für längere Touren in anspruchsvollem Gelände. Mit der leichtgängigen Justage der Schulterriemen und des Bauchgurts findet man auch schnell den idealen Sitz. Kleiner Kritikpunkt: Wenn der Rucksack prall gefüllt ist, verschiebt sich der Schwerpunkt etwas zu weit vom Rücken weg. Richtig gut dagegen: die Fächer an den Seitenflossen, in denen Riegel oder Minitool jederzeit griffbereit sind.

Kurz und Knapp: Strukturierte Fächeraufteilung, Stabiler Protektor, der nicht stört, Angenehmes belüftetes Rückenteil, Recht schwer und etwas teuer

Preis: 190€/ Gewicht: 1448g

„Ein angenehmer Rucksack mit vielen Verstaumöglichkeiten." Christiane Rauscher, Redakteurin

Foto: Björn Hänssler

Burgfyr Slotbag

Beim Bikepacking wird das MTB durch anklettbare Taschen zum Reiserad. Die Burgfyr-Rahmentasche passt garantiert.

„Made in Germany“ und „maßgeschneidert“ klingt nach Qualität und gesalzenem Preis. Doch Überraschung: Für eine wirklich maßgefertigte Rahmentasche der hamburgischen Manufaktur werden nur schlappe 14 Euro Aufpreis gegenüber dem 85 Euro teuren Serienmodell fällig! Ähnliche Taschen von Großserienherstellern kosten leicht das Doppelte. Die Schnittvorlage kann als Pappvorlage per Post eingeschickt werden. Das Ergebnis war bei mir eine perfekt eingepasste und per Klettstreifen wackelfrei montierbare 4-L-Rahmentasche mit drei großen Fächern. Der oben liegende Kratzschutz kostet nochmals 8 Euro Aufpreis, besitzt ein Kleingeldfach. Nach vielen Regenfahrten laufen die Reißverschlüsse immer noch hakelfrei. Beim Befüllen ist Augenmaß gefragt, sonst kann die Tasche ausbeulen.

Kurz und Knapp: Individuelle Maßanfertigung möglich, Haltbare Verarbeitung, Flexible Befestigungsoptionen, Leichtes Ausbeulen möglich

Preis: 85-99€/ Gewicht: 330g

"Das robuste Slotbag kommt per Maßanfertigung zum günstigen Preis – super!“ Christian Zimek, Redakteur

Foto: Lukas Hoffmann

Garmin Edge 1030

Der teure High-End-Radcomputer von Garmin bietet so viele Funktionen wie noch nie. Wie schlägt sich das Genie im Dauertest?

WLAN, Strava-Live-Kompatibilität, Wettervorhersagen, eigener Webstore für Apps: Die Funktionen des Edge 1030 lassen eher ein Smartphone anstelle eines Radcomputers erahnen. Und Tatsache, der 1030 ist clever: Biker können sich intelligent navigieren lassen. Die aus Nutzerdaten generierte Route führt dabei über viel befahrende Waldwege, manchmal sogar kleine Trails. Typische Tacho-Funktionen wie Geschwindigkeit, Durchschnittsgeschwindigkeit, Temperatur, barometrische Höhenangabe, GPX-Routing und viele mehr beherrscht der 1030 natürlich eh in perfekter Manier. Besonders begeistert hat mich das brillante, fast schon zu große Display. Etwas nervig: Bei iOS- und Android-Smartphones ließ sich das Gerät öfter nicht mehr per Bluetooth mit der Garmin-App synchronisieren. Die Verbindung musste erneut aufgebaut werden. Der Preis liegt auf höchstem Niveau: Mit Sensoren für Trittfrequenz & Co. sind 680 Euro fällig.

Kurz und Knapp: Extrem großer Funktionsumfang, Akkulaufzeit über 17 Stunden, Brillantes 3,5“-Display, Probleme mit Verbindung zur App

Preis: 680€ (Sensoren Bundle)/ Gewicht: 124g

„Der teure und große Edge hinterlässt einen top Eindruck, auch wenn die Garmin-App manchmal streikt.“ Lukas Hoffmann, Redakteur

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Source Hipster

Source hat mit dem Hipster eine hippe Gürteltasche mit Trinkreservoir im Programm. Wir hatten den Trinkgürtel acht Monate im Test.

Wer gerne kurze und knackige Touren fährt, muss nicht zwingend einen Rucksack mitschleppen. Das dachte sich wohl auch Source und stellte 2016 den Hipster vor. Die Gürteltasche besitzt eine Trinkblase mit 1,5 Litern Volumen und ein Hauptfach für Regenjacke, Pumpe, Schlauch und Proviant. Kleinere Taschen bieten ein Zuhause für Handy, Werkzeug und Schlüssel. Der Platz ist zwar ausreichend, die Aufteilung gefiel mir jedoch weniger. Die Seitentaschen sind dafür gut erreichbar. Der Trinkschlauch ist steif, damit er nicht herunterhängt, das Mundstück wird mittels Magnet gehalten. Je nach Packvolumen ist der Tragekomfort gut bis sehr gut, wer den Hipster zusätzlich fixieren möchte, kann die beiliegenden Schultergurte anlegen. Klasse: robust und sauber verarbeitet!

Kurz und Knapp: Überzeugender Tragekomfort, Ausreichend Platz für das Nötigste, Ausgezeichnete Verarbeitung, Aufteilung der Fächer nicht optimal

Preis: 79€/ Gewicht: 506g

„Der gute Tragekomfort des Hipster überzeugt. Top: Werkzeug, Proviant, Schlauch und Pumpe passen auch rein.“ Chris Pauls, Redakteur

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Swiss Eye Iconic 1.0

Mit der Iconic folgt Swiss Eye dem Kurs vieler High-End-Marken: viel Style, wenig Einstelloptionen, hoher Preis. Geht das Konzept auf?

Anders als Oakley und Co. besitzt die Iconic zwar eine verformbare Nasenauflage, die flexiblen Bügelenden sind jedoch „nur“ selbstanpassend und nicht im Winkel verstellbar. Trotzdem sitzt sie auch bei ruppigen Abfahrten immer rutschfest, die deutlich geneigte Scheibe schließt mit der Augen-/Wangenpartie perfekt ab, lässt weder Fahrtwind noch hochgeschleuderten Dreck ans Auge gelangen. Schon bei leichter Verschmutzung ist jedoch Vorsicht geboten: Die Scheiben verkratzten sehr schnell, bekamen im Test auch bei vorsichtiger Handhabung rasch leichte Blessuren. Auch die Fertigungsqualität der Scheibe dürfte besser sein. Ab Werk hatte eine Scheibe eine „Welle“ im Sichtfeld, was zu verzerrter Wahrnehmung führte und für mich beim Fahren störend wirkte.

Kurz und Knapp: Perfekter Schutz vor Wind und Dreck, Super Sitz dank perfekter Passform, Kratzanfällige Scheibe, Fertigungsmängel an der Scheibe

Preis: 180€/ Gewicht: 28g

„Die Iconic sitzt perfekt und schützt die Augen zuverlässig. Die Scheibenqualität lässt aber zu wünschen übrig.“ Christian Zimek, Redakteur

Foto: Björn Hänssler

Rudy Project Syntrix

Eine gute Brille kostet zwar, aber unsere Augen sollten uns das wert sein. Und gute Sichtverhältnisse erhöhen den Bikespaß enorm.

Endlich Frühling, Kaiserwetter, alles grünt und blüht! Die letzten Wochen waren zwar Hochgenuss, aber recht schnell ist mir wieder eingefallen, was ich im Herbst und Winter überhaupt nicht vermisst habe: Mücken im Auge. Und, da ich auch eine Pollenallergie habe, lohnt sich ein ordentlicher Augenschutz umso mehr. Bisher hatte ich zwei Brillen, eine klare und eine verdunkelte, die schicke und recht leichte Syntrix besitzt aber photochromatische Gläser die sich, je nach Lichteinfall, selbst abdunkeln und aufhellen. Das funktioniert wunderbar, im Vergleich zu anderen photochromatischen Brillen sogar ausgesprochen schnell. Und da man bei warmem Wetter in der Regel ordentlich schwitzt und die (bruchsicheren!) Gläser schnell beschlagen, sind bei der Syntrix in der Front Belüftungsspalten eingebracht die für einen kühlenden Luftstrom sorgen. Das Sichtfeld ist angenehm groß, und der Rahmen stört absolut nicht. Cleveres Detail: Per Druck aufs Logo lassen sich die Gläser austauschen. Auch sehr geschickt sind die weichen, formbaren Bügelenden und Nasenstege, mit denen sich die Brille eigentlich perfekt anpassen lässt. Wenn man bei schneller Fahrt über groben Untergrund ordentlich durchgeschüttelt wird, verrutscht sie dennoch ein bisschen.

Kurz und Knapp: Schnelle, sehr gut funktionierende Photochromatik, Einfacher Tausch der Gläser, Sehr gute Belüftung, Verrutscht, wenn es sehr grob wird

Preis: 189€/ Gewicht: 28g

„Schicke Brille mit komfortablen Details. Auf photochroma­tische Gläser will ich persönlich nicht mehr verzichten.“ Gustavo Enzler, Grafiker

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Komoot Navigations-App

Touren planen, neue Trails entdecken, navigieren – mit der Smartphone-App Komoot ist das wirklich kinderleicht.

„Hausrunde“ ist für mich ein Fremdwort. Zu schnell bin ich gelangweilt von immer gleichen Touren. Zugleich bin ich genervt, wenn die Routenplanung länger als das Umziehen für meine Tour dauert. In Komoot habe ich nun das perfekte Touren- Planungstool gefunden. Radtyp auswählen, Rundkurs oder Einweg-Strecke auswählen, und in wenigen Minuten ist eine Tour aus bekannten und neuen Trailsegmenten an Computer oder Handy zusammengeklickt und auf Smartphone, Navi oder Smart-Display exportiert. Die Tour kann danach privat gehalten, mit Freunden oder der ganzen Welt geteilt werden. Einzelne Bereiche (Start/Ziel) sind aber nicht ausblendbar.

Kurz und Knapp: Sehr intuitiv bedienbare Oberfläche, Günstiger Preis, Überwiegend genaue Vorab-Analyse der Untergrundbeschaffenheit, Geringe Privatsphäre-Einstellungen

Preis: 4-30€ (für iOS und Android)

„Die Tourenplanung mit Komoot funktioniert intuitiv und gelingt einfach schnell.“ Christian Zimek, Redakteur

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Amplifi Trail 12

Der kleine Lastenträger musste sich vor allem bei Pendelfahrten ins Büro bewähren. Das machte er zum allergrößten Teil sehr gut.

Eines der größten Komplimente an einen Rucksack ist, wenn man ihm bescheinigt, dass man ihn beim Tragen gar nicht bemerkt hat. Dieses Lob kann ich an den Amplifi Trail 12 fast ausnahmslos weitergeben. Mit seiner schmalen Passform sitzt er absolut bequem – ein Gefühl fast wie „hinten ohne“. Und auch wenn er mal schwerer beladen ist, hat man nie das Gefühl, dass etwas drückt. Apropos schwerer beladen: Im Trail 12 hat auf meinen Pendelfahrten ein 15"-Laptop und die Wechselwäsche fürs Büro Platz. Einen nassen Rücken oder Schweißflecken unter den Schulterriemen gibt es dabei fast nie – dank zweier vertikaler Rückenpolster und Schulterriemen mit Netzstruktur. Dass es nach einem Jahr Dauertestzeit doch nicht zu einem überragenden Urteil reicht, liegt an kleinen Mängeln, die erst mit der Zeit aufgetreten sind. So begann der Reißverschluss des Hauptfachs zu haken. Außerdem riss die Befestigungsschlaufe für den Kompressionsriemen.

Kurz und Knapp: Angenehm schmale Passform, Sehr gute Belüftung, Für 12 Liter ziemlich geräumig, Schlaufe von Kompressionsriemen gerissen, Reißverschluss hakt

Preis: 115€/ Gewicht: 900g

„Trotz kleiner Mängel ein prima Rucksack für Touren mit wenig Gepäck.“ Holger Schwarz, Redakteur

Foto: Andre Schmidt

Silca HX-One

Ein Inbus-Set, das 140 Euro kostet? Ja, auch das gibt es. Und das macht – für absolute Vielschrauber – sogar Sinn.

Nein, mit Vernunft hat das auf den ersten Blick nichts zu tun. Wer 140 Euro für ein achtteiliges Inbus-Set sowie eine Handvoll Bits auf den Tisch legt, muss verrückt sein. Oder eine eigentümliche Liebe zu Werkzeug und zu Bikes hegen. Dabei gibt es durchaus Gründe, sich ein so teures Set zuzulegen. So sind die L-Sechskantschlüssel aus neunfach gehärtetem Werkzeugstahl und weisen laut Silca „haargenaue“ Toleranzen auf. Ergebnis ist wirklich ein extrem passgenauer Sitz in Schrauben, auch das Handling ist dank der zweifach aufgetragenen, rauen Polymer-Beschichtung super. Silca verspricht gar, dass die Lebenszeit der Schrauben um 250 %, die des Werkzeuges um 1000 % verlängert wird. Gut, so viel Zeit wird mir zum Test nicht mehr bleiben, nach rund zwei Jahren sehen alle Werkzeuge aber noch tipptopp aus.

Kurz und Knapp: Höchste Werkzeugqualität, Extrem pass- und maßgenau, Sehr gutes Handling, Extrem hoher Preis

Preis: 140€

„Werkzeug fürs Leben! Vielleicht eine Idee fürs nächste Weihnachtsfest?“ Andre Schmidt, Redaktionsleiter

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Norrøna Fjørå 10

Einen leichten Rucksack mit genug Platz für Trinkblase und Kleinkram hatte ich mir für den Sommer gewünscht. Der Norrøna Fjørå hat geliefert!

Für Sommertouren zu Hause braucht man nicht viel: eine Trinkblase, Pannenset, etwas zu essen und eine Notfall- Jacke. All das findet in dem leichten 10-Liter-Rucksack super Platz. Besonders gut gefielen mir im Test neben der sehr soliden Verarbeitung die gut belüfteten Netzträger und die weiche Rückenpartie. Durch diese drückten sich bei Pendelfahrten mit sehr vollem Rucksack (z. B. mit Lunchbox) allerdings Kanten durch – unbequem! Dafür sind die Reißverschlüsse der zwei Hauptfächer gut positioniert und aufgeteilt, es gibt ein weiches Innenfach für Brillen. Die Trägergurte waren mir aber viel zu lang: So fuhr ich immer mit zwei aufgewickelten Gurtschnecken unter jedem Arm und am Hüftgurt durch den Wald. Top: Trotz der leichten Bauart ist der Rucksack perfekt verarbeitet, und es gab keine Defekte.

Kurz und Knapp: Leicht, aber robust verarbeitet, Gut belüftete Rückenpartie, die aber etwas zu weich ist, Hüftgurt und Träger viel zu lang

Preis: 109€/ Gewicht: 510g

„Leicht, sehr gut belüftet und immer nah am Rücken: Der Fjørå ist ein sehr gut verarbeiteter Schönwetterrucksack.“ Maike Hohlbaum, Redakteurin

10.10.2018
Autor: Lukas Hoffmann
© MOUNTAINBIKE