Acht Bike-Computer mit Pulsfunktion im Test

Das leisten die acht Bike-Computer

Besonders gut löst Testsieger Polar seine Aufgaben.
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Das Display des CS 100 arbeitet zwar nicht grundsätzlich besser als die LCDs der Mitbewerber, bietet aber Highlights wie eine grafische Verlaufskurve der Geschwindigkeit relativ zur Herzfrequenz. Auch ist das dreizeilige Display gut strukturiert: Alle gelieferten Informationen passen sinnvoll zueinander.

Am anderen Ende der Skala findet sich der BB 3500 von Tre­lock, der zeigt, auf welche Schwierigkeiten Biker bei einem Puls­tacho stoßen können. Die Tasten wirken schwammig, die Menüführung ist kompliziert bis irreführend, und das animierte Display reagiert verzögert. Auf dem Trail muss es aber schnell gehen, mehr Zeit bleibt höchstens beim grundlegenden Setup zu Hause.

Apropos zu Hause: Dort sollten Sie zuallererst einen Blick in die Bedienungsanleitung werfen – bei der Vielzahl der Funktio­nen dieser Kombigeräte nicht zu unterschätzen! Gut, wenn diese so gelungen ist wie bei Polar: Übersichtlich, verständlich bebildert und ganz offensichtlich nicht mittels Übersetzungsmaschine aus dem Japanischen ins Englische und schließlich ins Deutsche gebracht. Einen Tadel kassiert Ciclo, die nur eine CD im Scheckkartenformat liefern.

Klar, das spart Papier und ist umweltfreundlich, doch wer hat schon einen PC im Bike-Keller stehen? Besitzer eines Computers mit Slot-In-Laufwerk sehen sogar komplett schwarz: Für sie ist dieses CD-Format gänzlich ungeeignet.

Für beinahe alle Hersteller gilt, dass sie nicht dem Umstand Rechnung tragen, dass immer breitere Reifen gefahren werden. Die Angaben zur Bestimmung des Radumfangs enden meist bei 2,1“ – und somit deutlich unter den heute üblichen 2,25“ oder gar 2,4“. Wer seinen Computer also mit dem korrekten Wert füttern will, kann nicht in der Tabelle nachsehen, sondern muss umständlich von Hand messen.

Erfreulicherweise kann die MB-Testcrew allen Herstellern attestieren, dass die Montage gut oder sogar sehr gut gelingt. Ganz besonders entgegenkommend verhält sich Blackburn: Selbst der Magnet lässt sich ohne Werkzeug am Rad befestigen. Alle Modelle können übrigens nach der Montage jederzeit mit einem Handgriff aus ihrer Halterung herausgedreht werden. So haben Langfinger etwa beim Biergarten-Aufenthalt das Nachsehen.

Die digitale Übertragung der Daten ist heutzutage Pflicht, denn nur dies unterbindet Störungen wirkungsvoll. Wer erinnert sich schon gerne an die Zeit zurück, als jede Hochspannungsleitung einen Puls von 220 verursachte oder man ständig mit den Daten des Nebenmanns unterwegs war? Bis auf den PRO Scio W-4.1 erfüllen alle Kandidaten dieses Kriterium.

Zwar bedienen sich die Hersteller zum Teil unterschiedlicher Technologien, jedoch zählt am Ende nur das Ergebnis – und das überzeugt. Dieser Übertragungsstandard gilt für Geschwindigkeitssensor und Pulsgurt gleichermaßen, wobei MB sich die Brustgurte ganz genau angesehen hat. Lässt sich der Gurt einfach anlegen, trägt er sich angenehm, verrutscht er leicht, sendet er verzögerungsfrei, wie oft aktualisiert er die Herz­frequenzdaten im Zusammenspiel mit dem Tachometer?

Klar: Jeder Biker empfindet einen Brustgurt als mehr oder weniger störend. Beim Textilgurt von Trelock jedoch war die Anzahl der Kritiker entsprechend gering, da solche Gurte sich angenehm anschmiegen – und vor allem prima in der Waschmaschine zu reinigen sind. Schade, dass beispielsweise Polar seinen Textilgurt erst bei teureren Modellen dazulegt. Doch auch Polars filigraner Kunststoffgurt trägt sich ausgesprochen komfortabel.

Fazit: Zwei getrennte Geräte für Puls- und Tachometerfunktion müssen Biker sich heute nicht mehr ans Cockpit schrauben. Bereits für deutlich unter 100 Euro bekommen Biker Tachometer mit Pulsfunktion, die zuverlässig digital arbeiten und alle wichtigen Informationen liefern. Überraschenderweise kommt der Testsieger aus der Kategorie unter 100 Euro: Der Polar CS 100 kann nicht alles, macht aber all das richtig.

Den Kauftipp sichert sich der simpel bedienbare Blackburn Delphi 6.0. für 125 Euro. Seine Trittfrequenzfunktion rundet freut vor allem ambitionierte Biker, die exakt nach Plan trainieren.

09.05.2008
Autor: Thorsten Lewandowski
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 04/2008