Im Test: Rocky Specialized Stumpjumper Expert 29

Einzeltest Specialized Stumpjumper Expert 29

Foto: Specialized/Harookz
Die Fully-Legende schlechthin erhält einen faszinierenden Rahmen, der seinen Vorgänger an Bergabperformance überbieten soll. Wir sind die 29"-Version mit 150/140 mm Federweg gefahren.

Der Unterschied zum Vorgänger ist offensichtlich: Eine massive Strebe verbindet beim neuen Stumpjumper Oberrohr und Sitzrohr, abgeguckt wurde die Konstruktion beim hauseigenen Downhill-Bike Demo. Sie verdeckt den Dämpfer einseitig und erzeugt eine asymmetrische Rahmenform. Unter anderem soll dies dem Stumpi mehr Steifigkeit bescheren. Auch die Geometrie haben die Kalifornier überarbeitet. Oberrohr und Reach sind leicht gewachsen, der Lenkwinkel steht ein halbes Grad flacher als bisher, am Heck ändert sich nichts. In Summe zeigt sich die Geo nun moderner, ist aber angesichts des „Immer- länger-immer- flacher“-Trends eher als moderat zu bezeichnen. Wem sie dennoch zu progressiv ist, kann die Geo per „Flipchip“ an der Dämpferaufnahme um 0,5° steiler stellen, das Tretlager wandert dann 6 mm hoch.

Foto: Harookz/Specialized

Zum ersten Test stand uns rund um das spanische Örtchen Aínsa am Fuße der Pyrenäen das 5499 Euro teure Expert 29 zur Verfügung: mit 29 x 2,6"-Bereifung, 150/140 mm Federweg sowie detailreichem, liebevoll gemachtem Voll-Carbon-Rahmen. Und? Keine Spur von übertriebener Spurtreue oder gar Trägheit! Das Stumpi lässt sich mühelos um Kurven ziehen, auch blitzschnelle Lenkmanöver setzt es für ein 29er sehr willig um, ist jederzeit perfekt beherrschbar, ohne nervös zu wirken. Das Fahrwerk gibt sich dabei Specialized-typisch nicht hypersensibel, aber stets aktiv, hoch im Federweg stehend und mit viel Reserven – klasse!

Foto: Redaktion

Beim Klettern zeigt sich: Antriebsneutralität ist kein Fremdwort fürs Stumpi-Heck. Mit dennoch starker Traktion und perfekt ins Bike integriert, kurbelt man zügig bergan, wobei die Front immer schön am Boden bleibt. Ausgesprochen spritzig fährt sich das 13,2-Kilo-Bike trotz Carbon-Laufrädern jedoch nicht. Die breiten, gripstarken 2,6"-Pneus leisten ihren Beitrag weniger zum flotten Antritt, mehr zum komfortablen Fahrverhalten des Bikes, das jederzeit hohe Sicherheit vermittelt und durchaus zum Verschieben der eigenen Grenzen einlädt.

Die Ausstattung ist angesichts des Preises nicht spektakulär, aber wohldurchdacht, und der Sram-Eagle-Antrieb bietet bei 1 x 12 Gängen genug Bandbreite fürs ausgedehnte All-Mountain-Abenteuer oder den Alpencross.

Foto: Redaktion

Fazit:

Das neue Stumpjumper lässt es bergab besser krachen denn je, klettert zudem behände, gefällt mit tollem Rahmen und Fahrwerk. Das perfekt kontrollierbare Bike ist wie gemacht für flotte Trail-Runden, bietet aber auch für entspannte Touren genug Komfort. Gewicht und Parts sind gemessen am Preis eher (guter) Durchschnitt.

Die ersten Highlights für 2019 im Video

Video: MOUNTAINBIKE
16.06.2018
Autor: Andre Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 06/2018