Im Test: Rocket Comet Enduro Pro

Fahrbericht: Rocket Comet Enduro Pro

Foto: Christian Lampe
Rocket? Okay, da musste ich auch erst mal im Internet nachschauen. Also: junge Fachhandelsmarke, aus Weilheim in Oberbayern, mit noch kleinem, aber sinnvollem Sortiment.

Dickstes Ding im Portfolio ist dabei das Comet Enduro – ein, logo, Enduro mit 160-mm-Fahrwerk und 27,5"-Rädern, das es in zwei Ausstattungsvarianten gibt. Zu uns kam das mit 2799 Euro überraschend günstige Basismodell mit etwas bieder wirkendem Alu-Rahmen, dem es „Parts-technisch“ an wenig fehlt. So gibt es eine komplette Shimano-XT-Gruppe (allerdings noch die alte 2 x 10) inklusive Bremse, stabile und breite DT-Swiss-Laufräder (E1900 Spline) und hochwertige Rock-Shox- Federelemente: Pike-Gabel und Monarch-Plus-Federbein. Vermisst habe ich nur eine Vario-Sattelstütze, und die Mountain-King-Reifen von Conti mit dünner Karkasse wären an einem All- Mountain besser aufgehoben. In Serie sollen passendere Hans-Dampf-Pneus von Schwalbe rotieren. Sehr leicht ist das Ganze nicht: 13,7 Kilo meldete die geeichte MountainBIKE-Waage.

Besonders feurig prescht das Comet folglich nicht nach vorn, wirkt eher schwer und zäh, aber mit kompakter Sitzposition. Dennoch lassen sich gut Meter machen, der viergelenkige Hinterbau agiert erfreulich antriebsneutral, der Tritt ins Pedal erfolgt ergonomisch sinnvoll von oben – gut! Auch klettert das Rocket trotz eher hoher Front traktionsstark mit viel Dampf. Weitaus mehr zählt an einem Enduro aber die Downhill-Performance. Und auch da zeigte das Comet im Test auf mal sanften, mal ruppigen Trails überraschend viel Potenz. Zwar ist das Handling mit 66°-Lenkwinkel deutlich auf der drehfreudigen Seite, dennoch kommt kaum Unruhe auf. Die Hinterradfederung verrichtet ihren Job recht unauffällig, komfortabel, mit etwas zu flach-linearer Kennlinie. Bei harten Stößen rauscht das Heck schnell durch. Das können aktuelle Hardcore-Enduros besser, die auch erheblich satter liegen.

Fazit:

Auch wenn es auf den ersten Blick wenig Sex versprüht, mit dem preiswerten, sehr wendigen Rocket Comet hatte ich richtig Spaß on Tour. Dabei richtet es sich eher an den Enduro- Einsteiger als an versierte Künstler auf dem Bike.

10.04.2018
Autor: Thomas Schmitt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016