Im Test: Ibis Ripmo X01

Einzeltest Ibis Ripmo X01

Foto: Björn Hänssler
Ibis zeigt mit dem Ripmo wieder Rahmen-Design erster Güte. Das neue 29er soll aber nicht nur optisch überzeugen, sondern auch jegliche Erwartungen an ein modernes Enduro erfüllen.

Ibis ist eine der Kultmarken aus Santa Cruz, Kalifornien. Unverwechselbare Silhouetten mit organischen Formen – so sorgen die US-Carbon-Bikes von Ibis seit jeher für Aufmerksamkeit auf den Trails. Nun zeigt Ibis ein neues Werk: das 29"-Enduro Ripmo, das wie fast alle Ibis-Bikes auf einen bekannten DW-Link-Hinterbau aus der Feder von Dave Weagle setzt. 145 mm Federweg hinten, 160 mm Hub an der Front und eine moderne Enduro-Geometrie mit recht flachem 66°-Lenkwinkel, langem Reach und einem (für ein 29er dieses Kalibers) schön kurzen Heck sorgen für Haben-will-Re exe. Für das Ripmo ist jedoch viel Geld fällig, stolze 8598 Euro kostet das Edel-Ross in der X01-Variante mit namensgleicher Sram-Eagle-Schaltung (1 x 12 Gänge), Carbon- Laufrädern und High-End-Federelementen von Fox. Dass es dafür „nur“ Shimano-XT-Bremsen gibt, verwundert.

Foto: Björn Hänssler

Doch verlagern wir nun den Fokus auf den Trail. Wer die Möglichkeit hat, das Ripmo zu fahren, dem wird schnell klar, dass es sich um ein waschechtes Enduro handelt. Massiv und stabil wirkt das Rad unter einem und vermittelt Selbstvertrauen für jegliche Schandtaten. Doch zunächst will auch ein Enduro erst einmal den Berg hinaufgetreten werden. Hier überzeugen die ausgewogene Sitzposition und das effiziente, nahezu wippfreie Heck, auch das Gewicht von 13,2 Kilo ist für ein 29"-Enduro absolute Spitzenklasse.

Foto: Redaktion

Lediglich die Maxxis-Breitreifen kosten ein paar Körner. Sobald man in den ersten Downhill abbiegt, ist das eh schnell vergessen. Das Ripmo liegt satt und sorgt mit einer perfekten Kombi aus lang-flacher Frontpartie und kurzem „Hintern“ für viel Fahrspaß und zugleich Sicherheit. Der Hinterbau selbst zeigt sich schluckfreudig und dennoch stabil bei Antritten aus Kurven heraus. Hier profitiert der Fahrer vom etwas knapperen Hub am Heck, das mit dem großvolumigen Fox-X2- Dämpfer dennoch potent arbeitet und viel Reserven bietet. Zumindest wenn man die vielseitigen Einstellungen am Dämpfer gemeistert hat, wird man mit einem absoluten Sahne-Fahrwerk belohnt.
Den leichten, superschönen Carbon-Rahmen gibt es übrigens ab 3398 Euro auch „solo“ zu kaufen, für alle, die gerne selbst ihr Traumbike aufbauen.

Foto: Redaktion

Fazit:

Die kleine, aber feine Kultmarke Ibis aus Santa Cruz hat wieder ein Design-Meisterwerk entworfen. Das neue Ripmo ist aber nicht nur schön, es ist vor allem ein wahrer Meister aller Enduro-Disziplinen: leicht und agil bergauf, höchst potent bergab. Für so viel Exklusivität muss der Endurist jedoch tief in die Tasche greifen.

Die ersten Highlights für 2019 im Video

Video: MOUNTAINBIKE
16.06.2018
Autor: Andre Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 06/2018