Im Test: Corratec Revolution 29 XT

Fahrbericht: Corratec Revolution 29 XT

Foto: Christian Lampe
Hardtails sind einfach nicht totzukriegen. Gut so! Denn die zeitlosen Klassiker stehen auch für mich immer noch für „pures“ Mountainbike – wie das neue Corratec.

Wobei die Spezialisierung auch vor Hardtails keinen Halt macht. Was gibt es jetzt nicht alles? Hochgezüchtete Rennhobel, All-Mountain-Hardtails, Hardtails mit breiter Plus-Bereifung, das Ganze mal in 27,5", mal in 29". Puh. Die meisten Hardliner aber werden nach wie vor „nur“ ein leichtes, gleichzeitig zuverlässiges und in der Summe schnelles Hardtail suchen.

Womit wir beim neuen Revolution von Corratec wären. Dessen schicken, gut gemachten Carbon-Rahmen gibt es in zwei Varianten: als gewichtsoptimiertes SL- Modell oder als rund 1150 Gramm leichte Basisversion – wie in diesem Fahrbericht. Garniert ist der Kohlefaserrahmen mit solider Kost: lupenreine Shimano- XT-Schaltung (2 x 11) mit Deore-Bremsen, bewährte 100-mm-Reba-Federgabel von Rock Shox, steife Alu-Laufräder der Eigenmarke mit dem komischen Namen (Zzyzx ...). Das alles gibt es für 2999 Euro – nicht unschlagbar günstig, aber fair.

Und irgendwie passt diese unspektakuläre, aber sehr zuverlässige, stimmige Ausstattung klasse zum Rad. Denn das fährt sich exakt so: kaum aufregend, aber ausgewogen, nie überfordernd. Das beginnt bei der trotz längerem Oberrohr (600 mm bei Rahmenhöhe 44) kommoden, nicht zu gestreckten, leicht aufrechten Sitzposition und setzt sich im gefälligen Handling fort: wendig, ohne nervös zu sein, laufruhig, ohne träge zu wirken – voll okay! Das Gewicht des Bayern- Bikes von 10,9 Kilo passt ebenfalls, es zieht effizient voran, ohne vor Elan zu sprühen. Nur in steilen Stichen missfiel mir die Sitzposition: Durch den flacheren Sitzwinkel (72,5°) tritt man leicht von hinten statt von oben ins Pedal. Runterzu wird wieder alles gut, das Revolution liegt auch bei Highspeed ruhig dank flachem 69,5°-Lenkwinkel, bietet sogar einen Hauch Rahmenkomfort.

Fazit:

Technik-Nerds wird das Revolution eher nicht hinterm Ofen hervorlocken. Doch ein solides, schnelles und im positiven Sinne genügsames Hardtail ist es allemal. Sowohl für Einsteiger wie für Hobby-Marathonisti eine sehr gute Wahl.

10.04.2016
Autor: Thomas Schmitt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016