Im Test: Centurion Backfire Carbon Team.29

Fahrbericht: Centurion Backfire Carbon Team.29

Foto: Christian Lampe
Mit Nachdruck nach vorne: Centurion hat das Race-Hardtail Backfire aufgefrischt und ordentlich abgespeckt – so stand einem Renneinsatz nichts mehr im Wege.

Münsingen auf der Schwäbischen Alb im Oktober, Start zur Alb-Gold-Trophy, Kurzdistanz über 38 Kilometer und 850 Höhenmeter. Unter mir: Centurions neues 29"-Race-Hardtail Backfire Carbon. Die perfekte Waffe für einen schnellen Marathon? Auf dem Papier auf jeden Fall. Das Entwickler-Team um Ex-Profi Hannes Genze hat das Backfire auf Diät gesetzt, der Rahmen soll nur noch rund 950 Gramm wiegen. Mein Testrad, die 6300 Euro teure Team-Version, brachte 8,6 Kilo Komplettgewicht auf die Waage – ein Topwert. Kein Wunder angesichts der fürstlichen Ausstattung mit Sram-XX1-Antrieb/-Schaltung, Rock-Shox-SID-Gabel (100 mm), leichten Fulcrum- Alu/Carbon-Laufrädern und bewährter Shimano-XTR-Bremse.

Auch die Sitzposition passt für mich ideal zu einem Langstreckenrenner: sportlich-gestreckt durch das recht lange Oberrohr (605 mm bei Rahmenhöhe 43), aber dennoch leicht aufrecht und komfortabel dank der höheren Front. Obwohl der Sitzwinkel mit 73,5° nicht besonders steil ist, tritt man zudem perfekt von oben ins Pedal. Vom Rennstart weg ging es mit dem Backfire dann auch zielstrebig nach vorne, die Laufräder beschleunigen flink, die hohe Steifigkeit im Tretlagerbereich ist spürbar. Steilpassagen hochwärts ließen sich dank der Leichtfüßigkeit buchstäblich im Nu passieren, das Bike klettert prima. Im Downhill hat mich das generell sehr drehfreudig-agile Handling überzeugt – ohne dass das Centurion je zu nervös wirkte. Aggressiv und giftig ist’s schon, aber eben so, wie es sich für ein Racebike geziemt. Lediglich den Lenker würde ich mir breiter als 700 mm wünschen. Wunschlos glücklich macht einen dafür der spürbare Sitzkomfort, der aus den filigranen, dezent flexenden Sitzstreben und der dünnen 27,2-mm- Sattelstütze resultiert.

Fazit:

Mit dem neuen Backfire ist Centurion eine federleichte, im Handling famose, „speedsüchtige“ Rennfeile mit top Ausstattung geglückt. Sehr attraktiv: das 1000 Euro günstigere Jubiläumsmodell mit elektronischer XTR-Di2-Schaltung.

10.04.2016
Autor: Lukas Hoffmann
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe /2016