Einzeltest: Liteville 301 MK14

Im Test: Liteville 301 MK14

Foto: Det Göckeritz

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Mit dem MK14 will Liteville den größten Entwicklungssprung seit Bestehen des 301 gemacht haben. Die vollintegrierte Sattelstütze und die „mitwachsende“ Geometrie sind technische Meisterwerke. Wir haben die All-Mountain-Variante des 301 mit 140 mm Federweg und 29"/27,5"-Laufrädern exklusiv getestet.

Puristisch-technisch - fast wie ein Prototyp – sieht das neue, als 140-mm-All-Mountain oder 160-mm-Enduro aufbaubare Liteville 301 MK14 in unlackierter RAW- Variante aus. Aber es ist alles andere als das. Vielmehr ist es die konsequente Weiterentwicklung eines Fullys, das längst Kultstatus hat und seit seiner Einführung mittlerweile 13 Mal modiziert wurde. Manchmal mehr. Wobei der größte Entwicklungssprung beim MK 14 eigentlich von einem Zulieferer ausgeht:

Eightpins’ vollintegrierte Vario- Sattelstütze, um die herum quasi das neue 301 konstruiert wurde. Die Daten der Stütze imponieren: bis zu 220 mm Absenkung (anpassbar auf die Fahrergröße) bei maximal 555 g Gewicht. Auffällig ist der starke Rückversatz des Sattelkopfes um 3 cm. Dies ermöglicht Liteville, das Sitzrohr weit vorzurücken, was Platz macht für die massive Anbindung des Hinterbaus. Der wiederum spart den stabilisieren- den Steg zwischen den Kettenstreben, sodass das Hinterrad näher an den Hauptrahmen rückt – für ein agil-wendiges Handling. Wobei die Länge des Hecks mit der Rahmengröße wächst bzw. schrumpft. Bei Größe M etwa messen die Kettenstreben 427 mm, bei XL sind’s 437 mm. „Scaled- Sizing“ nennt die Innovationsschmiede aus dem Allgäu diese Philosophie, die am neuen Modell aber mit weniger Auswahl ausgelebt wird.

Während in den Vorgänger auch 27,5-Plus-Reifen passten, ist der MK14-Hinterbau für 27,5" mit maximal 2,6" Breite ausgelegt. Das XS-Modell fährt mit 26" vor, das XXL mit 29". An der Front kön- nen 27,5"- oder 29"-Räder gefahren werden, der Lenkwinkel wird via Steuersatzschalen (-1,5°, 0°, +1,5°) an die Einbaulängen der Gabel angepasst. Die Variabilität setzt sich an der Heckfederung fort. Die Wippe an größeren Rahmen ist länger, macht Platz für längere Dämpfer. Durch das dadurch idealere Übersetzungsverhältnis der Kinematik können auch schwere Biker den Dämpfer mit wenig Druck fahren.

Für unseren Test haben wir die All- Mountain-Variante mit 140 mm Feder- weg gewählt. Schon beim Anrollen fällt auf, dass man perfekt ausbalanciert im 301 sitzt und steht. Nichts an diesem Rad wirkt wackelig, alles passt wie angegossen. Das Handling ist trotz des großen 29"-Rades an der Front herrlich direkt, über die kurzen Kettenstreben bringt das 301 ordentlich Hüftschwung mit. Selbst wenn es ruppig wird, droht nicht ansatzweise Kontrollverlust, das Fahrwerk mit Rock- Shox-Federelementen arbeitet fabelhaft.

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Ein Leichtgewicht ist das 301 mit 13,5 Kilo auch aufgrund des detailreichen Alu-Rahmens zwar nicht, die Rolleigenschaften haben uns dennoch positiv überrascht. So ist die recht leichte Laufrad-Reifen-Kombi rasch auf Tempo gebracht, das 301 klettert selbst an steilen Rampen mit ruhiger Front und traktionsstarkem Heck. In Sachen Ausstattung präsentiert das 301 – typisch Liteville/Syntace – robust-solide Kost. Ein Schnäppchen ist das MK14 aber nicht gerade, das Komplettrad gibt es erst ab 5640 Euro.

Foto: Redaktion

Kurz und knapp:

Ein Bike für alle Fälle! Fahrwerk und Geometrie des 301 MK14 sind Spitzenklasse, der innovative Rahmen ist eh genial. Zudem passt sich das 301 nahezu optimal auf die Größe des Bikers an.

Infocenter Liteville 301 MK14
Gewicht (komplett/Rahmen inkl. Dämpfer und Sattelstütze/Gabel/Laufräder)13,5 kg/3934 g/1881 g/4540 g
Rahmenhöhe/-materialXS, S, M, L, XL, XXL/Aluminium
Federgabel/FederwegRock Shox Pike RCT3/140 mm
Federbein/FederwegRock Shox Deluxe RT3/140 mm
Gänge u. Übersetzung2 x 11: 36/26 Zähne vorne, 11–42 Zähne hinten
Schaltwerk/-hebelShimano XT/Shimano XT
Kurbel/UmwerferShimano XT/Shimano XT
Bremsen v. /h.Sram Guide RSC 200/180 mm
SattelstützeEightpins (Vario, bis 220 mm)
Vorbau/LenkerSyntace Megaforce2 50 mm/Vector Carb. 760 mm
Naben/FelgenSyntace W35 MX
ReifenSchwalbe Nobby Nic TLE 2,35"

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14.04.2018
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 07/2017