Dauertest: BMC Agonist 01 ONE

Das BMC Agonist 01 ONE im Dauertest

Foto: Benjamin Hahn Fotografie
Ob Bike-Packing oder Feierabendrunde, das 110mm Fully der Schweizer muss sich im Alltagseinsatz beweisen.

Sieht grazil aus, macht aber bisher alles mit – sogar den Bikepacking-Einsatz mit schweren Taschen im kalten England. Klar versuchen wir, jedes Bike gemäß seines Einsatzzwecks zu testen, aber einige Modelle überzeugen auch abseits davon. Das 29er von BMC traf im November in unserer Werkstatt ein, wurde bewundert, bestaunt – und dann direkt auf einen harten Einsatz in den kalten Lake District (UK) mitgenommen. Hier musste sich das 110-mm-Fully mit Fox-Factory-Federelementen auf einem mehrtägigen Bikepacking-Trip beweisen. Die schnellen Race-Reifen (Vittoria Barzo) habe ich vorab gegen schwere Geschütze (Conti Mountain King) getauscht, Taschen montiert und die sportliche Geometrie durch Umbau der Spacer unter dem Vorbau gemäßigt. Und siehe da: Trotz Nässe und Hagel zeigte mein Rennpferd echte Ackergaul-Qualitäten, pflügte durch den Matsch, hatte keinerlei Defekte und behielt trotz 10 Kilo Gepäck seine spritzigen Fahreigenschaften.

Foto: Phil Hall

Teil 2:

Das BMC Agonist 01 One muss im Alltag einen Spagat schaffen: Unter der Woche soll das edle 29"-Fully mit seinen 110 mm Federweg für Feierabend- Rides mit den Kollegen und Pendelfahrten zuverlässig und einsatzwillig sein. Am Wochenende stehen bei mir aber längere Trail-Touren und das ein oder andere Rennen im Programm.

Ohne Zicken und Zipperlein hat mein Dauertester nun die ersten tausend Testkilometer vollgemacht: eben mal im Alltagstrimm mit Mini-Mudguard und Klingel auf schlammigen Waldwegen und mal im Race-Setup auf trockenen Marathonstrecken. Sowohl die Hin- terbaulager wie das noble Fox-Factory- Fahrwerk funktionieren nach wie vor einwandfrei.

Ein Paar neue Bremsbeläge für die Sram-Level-Ultimate-Bremse, ein komfortablerer Sattel von Ergon und ein Satz schnelle Reifen waren meine ersten Umbauten, wobei die neuen Reifen eher dem Wetterwechsel und Einsatzbereich als der Notwendigkeit geschuldet sind. Seitdem das Frühjahr mit besser befahrbaren Trails lockt, sorgt zudem die kabellos verlegte und stufenlos verstellbare Vyron-Vario-Stütze (125 mm) von Magura für mehr Trailspaß. Ein- oder Ausbauzeit: etwa 10 Minuten inklusive Umschrauben des Sattels. Nach dem Umbau bringt das BMC Agonist zwar fast 400 Gramm mehr auf die Waage – gleicht das aber mit viel mehr Spaß auf technischen Trails aus. Dennoch: Mit dem neuen Gewicht von 11,2 Kilogramm spielt das Race-Fully immer noch in der oberen Liga für ein Marathon-Tourenfully mit. Beweis? Bei der Schönbuch Trophy schlug sich das Fully stark über steile Schotterpisten bergauf, fuhr sicher die leichten, schnellen Abfahrten bergab. Am Ende stand für mich nicht nur eine Top-10-Platzierung im MTB-Rennen, sondern auch der Altersklassensieg in der Trophy (MTB + Trail-Lauf) fest.
In den nächsten Wochen stehen ausgedehntere Feierabend-Rides, ein weiteres Rennen und ein Ausflug nach Italien an. Ich bin mir sicher: Das Agonist wird für alles gewappnet sein.

23.10.2018
Autor: Maike Hohlbaum
© MOUNTAINBIKE