16 Bikes bis 2.000 Euro im MTB-Familienduell

Fully vs. Hardtail: Die Vor- und Nachteile

Fully oder besser Hardtail, für viele eine Glaubensfrage. Dabei sind die jeweiligen Stärken der Systeme wissenschaftlich beleg- und messbar.
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Damit punktet das Fully:

Komfort: Der gefederte Hinterbau dämpft Schläge vom Untergrund. Das schont die Haltemuskulatur des Bikers, da die zu absorbierenden Kräfte geringer ausfallen. Zudem sind Passagen mit kleinen Hindernissen (Wurzeln etc.) länger im Sitzen fahrbar.

Traktion: Am Fully hält das Hinterrad länger Bodenkontakt, der Grip steigt. Zudem puffert das Fully Lastspitzen ab: Das Hinterrad dreht seltener durch.

Hubarbeit: Beim Hardtail müssen Bike und Fahrer über jedes Hindernis „gehoben“ werden. Am Fully schluckt das Einfedern zwar einen Teil der Vortriebsenergie, dafür ist der Energiebedarf zum Heben des gesamten Systems viel geringer.

Sicherheit: Während beim Hardtail das Hinterrad schon bei kleinen Schlägen „hüpft“, klebt es beim Fully förmlich am Trail – das fördert die Fahrsicherheit.

So trumpft das Hardtail auf:

Ausstattung/Preis: Die geringeren Material- und meist auch Entwicklungskosten ermöglichen einen niedrigeren Preis und/oder eine bessere Ausstattung.

Gewicht: Das Hardtail spart Lager, Federbein und Wippe(n) bzw. Umlenkhebel – am Rahmen macht das bis zu etwa 1500 Gramm aus.

Steifigkeit: Der „simple“, gelenkfreie, dreieckige Hardtail-Hinterbau verwindet sich in der Regel weniger als der komplexe, oft mehrfach gelagerte Fully-Hinterbau.

Wartungsarmut: Mit Lagerung und Federbein entfallen beim HT wartungsintensive Bauteile.

Defektanfälligkeit: Auch wenn die aktuellen Fullys immer robuster werden, gilt: Was nicht dran ist, kann nicht kaputt gehen ...

Kraftfluss: Selbst der straffste Fully-Hinterbau schluckt Kraft, die der Biker aufs Pedal bringt. Der Kraftfluss beim Hardtail ist direkter. Kraft spart dies aber nur auf glatter Piste!

24.05.2011
Autor: André Schmidt
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 05/2011