Test: 16 Bike-Schuhe (2019)

16 Bike-Schuhe im Test

Foto: Benjamin Hahn Bike-Schuhe im Test:

Fotostrecke

Hochsportliche Klickschuhe kosten kein Vermögen mehr! Wir haben 16 Modelle getestet, die mit verlustfreier Kraftübertragung und hohem Komfort glänzen.
Zu den getesteten Produkten

Wer vor wenigen Jahren einen leichten Bike-Schuh mit steifer Sohle, handlichem Drehverschluss und sportlicher Passform suchte, knackte meist die 200-Euro-Grenze. Heute sind diese „Haben-will-Features“ erschwinglicher denn je geworden und finden sich an nahezu jedem Schuh der Mittelklasse – speziell Drehverschlüsse haben sich durchgesetzt.

Doch welcher Hersteller erfüllt die Race-Tugenden Leichtigkeit, Effizienz und simple Handhabung am besten, ohne dabei den „Normal-Biker“ in Sachen Komfort zu vergrätzen? Denn wer einen sportiven, bezahlbaren Klickschuh sucht, will Steifigkeit ohne Fußschmerzen, Vortrieb ohne Druckstellen und muss am Berg auch mal auf den letzten Metern absteigen und schieben.

Um herauszufinden, wer den besten bezahlbaren Rennschuh baut, haben wir 16 Modelle der Preisklasse zwischen 120 und 160 Euro für Männer und Frauen zum ausführlichen Praxistest geladen. Mit dabei: zwei reine Frauenmodelle von Fizik und Scott. Nur Hersteller Northwave reagierte auf unsere Testanfrage leider nicht.

2018 haben wir Schuhe aus allen Einsatzkategorien getestet. Von Enduro-Schuh, über Tourenstiefel bis hin zum ultraleichten Raceschuh haben wir alle spannende Modelle getestet. Hier gehts direkt zum Link.

Loading  

Flächendeckend hohes Niveau

Aufgrund der winterlichen Temperaturbedingungen zum Zeitpunkt des Tests mussten unsere Tester Überschuhe tragen, wodurch der Test zwangsläufig zum „Blindtest“ wurde. Denn zum direkten Vergleich trugen wir je unterschiedliche Modelle an linkem und rechtem Fuß.

Das Fazit: Fast alle Hersteller stellen in der mittleren Preisklasse einen wirklich effizienten Race-Schuh auf die Stollen, die Unterschiede zwischen den Modellen sind gering. Gut für den Käufer, denn der muss nur noch „Aschenputtel spielen“ und kann den Tragekomfort entscheiden lassen.

Denn in Passform und Komfort treten die deutlichsten Unterschiede zwischen den im technischen Aufbau sehr ähnlichen Modellen zutage. Zur Orientierung finden Sie eine Passformbeschreibung in den Testbriefen. Modelle mit viel Volumen eignen sich für Biker mit hohem Spann und sind auch für das Tragen dickerer Socken im Herbst ideal. Ein flacher Fuß wird aber oft nicht genug fixiert.

Eine starke Fersenkrümmung verhindert ein Herausrutschen beim Gehen, Biker mit empfindlicher Achillessehne sollten jedoch zu weniger gekrümmten Modellen greifen. Die Sohlenkrümmung wiederum ist entscheidend für das Abrollverhalten.

Aktueller Preisvergleich zu den getesteten Bike-Schuhen (soweit verfügbar)




Im Würgegriff der Boa

Apropos empfindlich: Der Oberschuh eines Klickschuhs wird meist an drei Angriffspunkten fixiert. Klassische MTB-Schuhe besitzen hier zwei Kletts und einen Ratschenverschluss. Schuhe, die auf einen Drehverschluss setzen, sparen oft einen Klett ein. Biker mit druckempfindlichem Fußrücken/ Spann sollten jedoch einen Schuh wählen, der mindestens zwei Kletts besitzt.

Zwar ist das Boa-System während der Fahrt sehr schnell auf die „Tagesform“ des Fußes anpassbar und hält auch in Kombination mit nur einem Klett jeder Belastung stand. Ist jedoch starke Fixierung gewünscht, zieht sich das Boa-Seil zuerst von oben zusammen und kann unangenehmen Druck aufbauen, während der Mittelfuß angenehm fixiert ist. Dieser ungleichmäßige Zug tritt bei Modellen, die zwei Kletts mit einem Drehrad kombinieren, nicht auf.

Tipp: Prüfen Sie beim Kauf, ob der favorisierte Schuh auch mit fest fixierten Verschlüssen druckstellenfrei sitzt. Besonders der Spann und der Bereich um den kleinen Zeh sind beliebte Reib- und Druckstellen. Im gedehnten Ausfallschritt können Sie leicht den Fersenhalt überprüfen und ebenfalls Scheuerstellen aufspüren. Tragen Sie bei der Anprobe eine dünnere Socke als gewöhnlich, um den Komfort ohne lange Tragezeit zu beurteilen.

Den besten Mix aus Sportlichkeit und Komfort bietet der Unisex-Schuh Specialized Comp MTB. Die Giro-Modelle Cylinder/Cylinder W punkten mit hoher Kraftübertragung und geringem Gewicht zum attraktiven Preis. Hier ist aufgrund der recht schmal geschnittenen Vorfußpartie aber ein Passformcheck umso wichtiger.

Fazit

Sportive Klickschuhe um 150 Euro bieten erstaunlich effiziente Kraftübertragung gepaart mit langstreckentauglichem Tragekomfort. Manches Modell ist zudem sehr leicht. Um den passenden Schuh im Angebot zu identifizieren, ist eine Anprobe essenziell.

Foto: Redaktion Bike-Schuhe im Test: Wertung

Punktverteilung und Wertung

Anhand einer Auswertungstabelle wird die Punktezahl errechnet und so die Endnote bestimmt. Die Punkte erlauben etwa eine feinere Unterscheidung in der Beurteilung von Produkten, die im Bereich „sehr gut“ liegen, aber dennoch nicht auf demselben Niveau abschneiden. Der Notenschlüssel zeigt, wie weit entfernt oder nah das Produkt an der nächsten Note liegt.

Kommentar des Autors Christian Zimek

„Wer flott unterwegs ist und kaum Schiebepassagen zu bewältigen hat, findet im Preisbereich zwischen 120 und 160 Euro den perfekten Schuh. Erstaunlich, wie nah die Mittelklasse manchen Highend-Modellen kommt.“

Tipps zu Cleats und Pedalen:

01.03.2019
Autor: Christian Zimek
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 03/2019