Dauertest 2018: Bekleidung

MTB-Bekleidung im Dauereinsatz

Foto: Benjamin Hahn Fotografie
Regen, Matsch und Schnee - im Alltag warten Widrigkeiten auf die Bike-Bekleidung. Wie sich die Produkte im Dauertest geschlagen haben, lest ihr hier.
Foto: Benjamin Hahn Fotografie

45North Japanther

Im Winter gilt: warme + trockene Füße = lange Touren. Sind die 45North ein treuer Partner fürs Schmuddelwetter?

Beim Japanther haben mich die inneren Werte überzeugt: Dank Wollfilz und kältereflektierendem Aluminium bleiben Füße auch bei Außentemperaturen unter 0° Celsius warm. Problemzone ist lei- der der Knöchelschaft: Der enge Schnitt und das starre Schnellzugsystem sind nichts für stramme Sportlerwaden, sodass sich der Reißverschluss bei mir nicht mal komplett schließen lässt. Die Folge: Druckstellen und Wassereinbruch bei starkem Regen oder Laufpassagen durch Pfützen. Klasse hingegen: Die Sohle des solide gemachten, teuren Japanther bietet sowohl gute Kraftübertragung wie massig Grip. Ebenfalls lobenswert sind die zahlreichen Reflektoren – sinnvoll für die dunkle Jahreszeit.

Kurz und Knapp: Relativ sportiver Winterschuh, Sohle mit viel Grip, Druckstellen am Knöchel/Schaft, Reißverschluss zu straff und nicht komplett dicht.

Preis: 250€/ Gewicht: 1080g

„Ein sportlicher, warmer Winterschuh, der mir leider aber nicht ideal passt.“ Lukas Hoffmann, Redakteur

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Gonso Bog

An kalten Herbst- und Wintertagen wird dieser Alleskönner aus dem Schrank geholt: winddicht, wasserabweisend, angenehm zu tragen.

Bei Minustemperaturen radeln? Mit dem entsprechenden Fell kein Problem: Komm nur, Gevatter Frost! Mir macht Biken sogar richtig Spaß, wenn die Schneeflocken auf der Oberfläche der Jacke abperlen. Zusammen mit einem dickeren Winterunterhemd hält die Gonso-Softshell auch im tiefen Winter zuverlässig warm, der Stehkragen schützt den Hals vor Wind, und die Armabschlüsse haben ein Innenfutter, das sich unter die Handschuhe ziehen lässt. Dass der Rücken aus winddurchlässigem Stretch gefertigt ist, fällt erst bei Minusgraden durch einen leichten Luftzug auf. Die Passform bietet trotz des sportlichen Schnitts genug Bewegungsfreiheit. Apropos Komfort: In den drei geräumigen Rückentaschen lassen sich Mobiltelefon, Schlüssel, Ersatzschlauch und mehr verstauen. Ein Gummisaum schließt den Hüftbereich rutschfest ab. Nach mehr als einem Jahr im Dauertest ist die sehr preiswerte Bog schadlos und zeigt keine Abreibungen. Die Nähte sind tadellos, die Reißverschlüsse laufen einwandfrei.

Kurz und Knapp: Saubere, robuste Verarbeitung, Äußerst attraktiver Preis, Sehr guter Schutz vor Kälte, zudem wasserabweisend, aber am Rücken etwas zugig

Preis: 99€/ Gewicht: 455g

"Bequem und mit solidem Wetterschutz, macht die preiswerte Bog das Winterbiken zum großen Spaß." Gustavo Enzler, Grafiker

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Vaude Wintry Pants III

Die lässige Softshellhose schützt mit dichter Front vor Winterwind und Schneematsch, zeigt jedoch Schwächen auf der Rückseite.

Endlich eine Winterhose, die auch bei meiner Größe von 180 cm bis zum Knöchel reicht! Die Vaude Women’s Wintry Pants III ist lang geschnitten, schließt am Knöchel mit einem Reißverschluss ab. Die gesamte Vorderseite der sehr angenehm zu tragenden Winterhose (ohne Polster) ist aus winddichtem, wasserabweisendem Softshell-Material gearbeitet, die Rückseite aus bewegungsfreundlichem Stretch. Die Flexibilität dieses Stoffes – bzw. seine fehlenden Schlechtwettereigenschaften – engt jedoch den Einsatzbereich der Hose ein: An der Front ist es warm, am Gesäß und den Bein-Rückseiten kann es ziehen und bei Regen- und Matschfahrten feucht werden. Großer Pluspunkt ist die gute Verarbeitung. Nach einem Jahr im Gebrauch zeigt die Vaude nur wenig Pilling und keine defekte Naht.

Kurz und Knapp: Top Schnitt: körpernah am Oberschenkel, weiter an Wade und Fuß, Sehr gute Verarbeitung, Winddichte, wärmende Frontpartie, Stretch-Material (hinten) wird schnell durchfeuchtet

Preis: 110€/ Gewicht: 360g

„Die Wintry Pants ist bei trockener Kälte meine absolute Lieblingshose.“ Maike Hohlbaum, Redakteurin

Foto: Björn Hänssler

Chiba Express Plus

Ein Handschuh für alle Wetter? Der Chiba kombiniert Softshell und Regenüberzug auf clevere Art und Weise.

Kalt und trocken, kalt und nass, kalt und windig: Der Winter bietet die abwechslungsreichsten Wetterlagen. Schön, dass ich mit dem Chiba Express Plus in den letzten Monaten gut gewappnet war. Der Softshell-Handschuh ist winddicht und warm (aber nicht schwitzig), die Handfläche gut gepolstert, und man rutscht dank griffigem Material auch bei Nässe nicht vom Lenker ab. Der Clou: Ein zusätzlicher, dichter Regenüberzug ist schnell aus der Neopren-Aufbewahrung am Handgelenk gerollt und übergezogen. In diesem „Regen-Fäustling“ ist der Zeigefinger unabhängig beweglich – ein Konzept, das durchgängig gut funktionierte. Einziger Nachteil: Ist der Regenüberzug verstaut, baut er hoch und passt nicht unter enge Jacken- Bündchen. Auch Verarbeitung und Haltbarkeit wissen zu überzeugen.

Kurz und Knapp: Recht warmer Softshell-Handschuh, Pfiffiger Regenüberzug, Saubere Verarbeitung, robust, Verstauung des Überzugs sperrig

Preis: 40€/ Gewicht: 115g

„In Kombination mit dem Überzug bietet der Express Plus perfekten Schutz vor Wind, Wetter und Minustemperaturen." Maike Hohlbaum, Redakteurin

Foto: Björn Hänssler

Fizik M4B Uomo

Matschbeschuss und lange Tragepassagen: Im rennsportlichen Dauertest mussten die Italo-Treter einiges aushalten.

Ich kann es nicht lassen: Als CC- und Marathon-Fahrer geht der Blick sofort aufs Gewicht. Da hat mich Fizik mit dem M4B erstaunt: Nur 667 g bringt das drittteuerste Modell der XC-Serie auf die Waage. Bedeutet das Performance-Einbußen? Nein! Die Carbon-Sohle ist steif und bringt die Kraft top aufs Pedal. Trotz weniger Lüftungsschlitze wird es im Inneren nicht schwitzig. Die Passform taugt mir mit schmalen Füßen recht gut, nur die gummierte Fersenpartie ist zu hoch gezogen und scheuert etwas. Im Winter mussten sich die Uomo sogar bei matschigen Cyclocross-Rennen beweisen, wo mich der gute Halt bei Laufpassagen positiv überrascht hat. Generell hat der Fizik den Dauertest bislang fast schadlos überstanden, nur die Boa-Drehverschlüsse haben über die Zeit im Dreck gelitten, laufen nun rau.

Kurz und Knapp: Steif, hohe Kraftübertragung; Oberfläche kratzresistent; Sportlich-enger Schnitt; Boa-Verschluss läuft rau

Preis: 200€/ Gewicht: 667g

„Robust und leicht: Das erwarte ich von Race-Schuhen wie dem M4B Uomo.“ Lukas Hoffmann, Redakteur

Foto: Björn Hänssler

Dirtlej Dirtsuit Classic Edition

Biker lieben es: Spielen in Matsch und Modder. Ist der Dirtlej Dirtsuit der perfekte Schutz für den ganz großen Pfützenspaß?

„Strampelanzug“, „Ganzkörper-Kondom“, „Müllsack“ – beim Tragen des Dirtsuits musste ich mir den Spott der Kollegen anhören. Nach einigen Regen-Rides im Kalten liebe ich den Einteiler aber: Nur bei sehr starkem Platzregen lässt der Stretcheinsatz im Gesäßbereich Wasser durch, ansonsten bleibt man im Dirtsuit dank Material mit 10 0000er-Wassersäule trocken und warm. Geht es steil bergauf, wird es trotz Lüftungsschlitzen aber zu schwitzig. Zumindest wenn das Thermometer deutliche Plusgrade anzeigt. Der Schnitt fällt eher eng aus: Für eine gestreckte Sitzposition ist der Rücken zu kurz, die Hüftpartie eng. Lob gibt es für die Verstau- und Verstellmöglichkeiten sowie die weiten Hosenbeine.

Kurz und Knapp: Robustes Material, top Verarbeitung, Generell guter Wetterschutz, Am Gesäß aber leicht undicht, Eher schlechtes Klima-Management

Preis: 199€/ Gewicht: 886g

„Trocken, robust und bequem: bei Mistwetter meine erste Wahl.“ Lukas Hoffmann, Redakteur

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Gaerne G.Sincro +

Teure Italo-Raceschuhe sind superleicht, bretthart und hundsgemein eng? Viele schon, der elegante Gaerne- Klicker bildet jedoch eine (lobenswerte) Ausnahme.

Eigentlich bin ich bei Bike-Schuhen aus Italien stets ein wenig skeptisch. Was Sidi & Co. an den Fuß zaubern, ist meist kompromisslos sportlich, geizt dafür mit Komfort beim Pedalieren und Gehen. Der feurig rote, teure Gaerne-Schuh aber ist eine freudige Überraschung! Er trägt sich dank des flexiblen, luftigen Mikrofaser-Obermaterials anschmiegsam, der Schnitt ist sportlich-schmal, aber nicht zu extrem, und die Anpassung mittels zweier Boa- Drehräder exzellent. Dazu kommt eine Nylon-Sohle, die zwar mehr wiegt als die optional erhältliche Carbon-Sohle, dafür aber einen feinen Mix aus Steifigkeit und dezentem Abrollkomfort bietet – was den tadellos verarbeiteten G.Sincro + für mich mehr zum sportlichen Alltags-Klicker als zum dezidierten Racer macht.

Kurz und Knapp: Hoher Tragekomfort, top Anpassung, Dennoch sportlich, Genug steif, Ausgezeichnet verarbeitet, Gemessen am Preis hohes Gewicht

Preis: 319€/ Gewicht: 735g

„Der G.Sincro + ist nach erster Skepsis einer meiner Lieblingsschuhe.“ Andre Schmidt, Redaktionsleiter

Foto: Björn Hänssler

7mesh Synergy Jersey LS Women’s

Als Midlayer im Winter oder Trikot im Frühjahr: Der Windstopper überzeugt durch Verarbeitung und Vielseitigkeit.

Nach sechs Monaten im Einsatz sieht das Windstopper-Trikot noch aus wie am ersten Tag. Das liegt an dem hochwertigen Material und der tollen Verarbeitung: Kein Fädchen ist lose am Langarmtrikot aus Kanada. Die Front und Arme sind wind- und wasserabweisend, der Rücken aus einem leichten, atmungsaktiven Stoff. So staut sich die Hitze nicht. Die drei Rückentaschen (plus RV-Tasche) sind flach gearbeitet und stören unter dem Rucksack nicht. Ist man „ohne“ unterwegs, bieten sie Platz für Pannenkit, Schaltuch und Notfall- Riegel. Besonders gefällt mir die langgezogene Rückenpartie, die auch bei gefüllten Taschen nicht absteht. Auch die eng anliegenden, aber flexiblen Ärmelbündchen sind klasse.

Kurz und Knapp: Sehr gute Passform, Angenehmes Klima, Vielseitig als Außen- oder Mittelschicht nutzbar, Gehobenes Preisniveau

Preis: 160€

„Etwas teuer, aber seinen Preis wert. Das Synergy Jersey hält Wind ab, ist dabei warm und wird dank atmungsaktivem Rückenteil nie schwitzig.“ Maike Hohlbaum, Redakteurin

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Giro Alpineduro

Wind und Wetter können Giros edlem Enduro- Stiefel wenig anhaben. Er gefällt zudem mit Komfort und sehr guter Kraftübertragung.

Ein knöchelhoher Schuh zum Biken? Wäre mir bis vor kurzem nicht an den Fuß gekommen. Zu klobig und schwer. Erst der Giro mit seinem fast urbanen Look und wenig Extras erfüllte meine Wünsche. Für die Herbstsaison und die trüben Tage mit Matsch und Niesel war der Schuh hervorragend: Auch nach nassen Ausfahrten hatte ich stets trockene Socken, warm hielt die Primaloft- Isolierung. Die Sohle und der schmale Schnitt mit sehr gutem Sitz sorgen für direkte Kraftübertragung aufs (Klick-)Pedal, bringen dabei aber genug Komfort. Allein beim Gehen stört, dass die Ferse im Schuh leicht rutscht. Generell bietet die Vibram-Sohle aber hohen Grip. Nach mehr als einem Jahr zeigt sich am Test-Exemplar nur an den Schnürsenkeln Verschleiß.

Kurz und Knapp: Sicherer, stabiler Halt beim Treten, Wetterfest und unkompliziert, Sehr robustes Material, Fersenschlupf beim Gehen

Preis: 180€ Gewicht: 872g

„Ein robuster Allround- Schuh für Winter und schlechtes Wetter. Für die Füße bietet er super sicheren Halt.“ Christiane Rauscher, Redakteurin

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Vaude Yaras Jacket II

Legerer Look, 2,5 Lagen und Öko-Standard – das bietet Vaudes Regenjacke. Zudem gefällt sie seit über einem Jahr mit guter Performance.

So sauber wie die Yaras oben in der Sonne strahlt, ist sie selten geblieben. Vor allem bei Schmuddelwetter in Kombi mit einer Regenhose musste sie sich im Dauertest beweisen. Und sie schaffte den Sprung zu meinem ständigen Begleiter. Zwar hält sie bei Dauerregen oder starken Gewittergüssen nicht ganz dicht, trägt sich dafür aber umso angenehmer. Besonders das softe Obermaterial ohne „Plastik-Feeling“ und der lässige Schnitt gefallen mir sehr gut. Deshalb gehört sie jetzt immer in den Rucksack wie Pumpe und Tool. Die 2,5-Lagen- Konstruktion schützt nicht nur vor Regen, sondern hält Wind ab und damit den Körper warm. Erst wenn es im Uphill richtig zur Sache geht, wird es schwitzig unter dem grünen Jäckchen, generell ist das Klima aber angenehm, zudem gibt es Belüftungsöffnungen. Und: sehr gut verarbeitet!

Kurz und Knapp: Sehr angenehmes Material, Sehr gute Verarbeitung, Lässiger Schnitt, Bei starkem Regen nicht ganz dicht

Preis: 160€/ Gewicht: 345g

„Fahrtwind und Regen schrecken die Vaude- Jacke nicht, und außerdem sieht sie auch lässig aus.“ Christiane Rauscher, Redakteurin

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Ziener Enali Lady Windjacket

Lässt sich klein zusammenknüllen, passt noch überall rein und hält gut warm: ein halbes Jahr mit der Ziener Enali.

Wer kennt es nicht: Man hat sich den Berg hochgekämpft und will sich mit einer langen Abfahrt belohnen, doch leider wird es durch das verschwitzte Trikot im Fahrtwind empfindlich kalt. Eine dünne Windjacke muss her! Diese Aufgabe hat die Enali Lady Windjacket (auch als Herrenversion Efen Man erhältlich) im letzten halben Jahr sehr gut erfüllt. Ob als Zusatzschicht bei Abfahrten oder als leichte Jacke für kühle Morgenfahrten, die sehr gut verarbeitete Hybridjacke mit winddichten und atmungsaktiven Partien bietet Schutz und Wärme, wo man sie braucht: an der Front, dem Brust- und Oberarmbereich. An Rücken, Bauch und den Unterarmen wird atmungsaktiver und robuster Stoff verwendet, der für eine angemessene Temperaturregulierung sorgt. Auch einen leichten Sommerregen hält die Enali aus (und ab). Einziges Manko: Benötigt man die unter einem Helm gut sitzende Kapuze nicht, kann sie nicht verstaut werden. In Abfahrten füllt sie sich mit Wind und trudelt wie ein Ballon im Nacken herum. Das stört.

Kurz und Knapp: Leichte Windjacke, Gut verarbeitet: keine Defekte, Verstärkte Partien für mehr Wärme, Kapuze nicht verstaubar, flattert

Preis: 99€/ Gewicht: 160g

„Dank ihres kleinen Packmaßes habe ich die Enali Lady immer mit auf Tour. Super für Abfahrten und Pausen.“ Maike Hohlbaum, Redakteurin

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Zanier Downhill

Trotz Beanspruchung hielten die Zanier-Handschuhe viele Monate, glänzten mit super Tragekomfort.

Normalerweise sterben bei mir Handschuhe wie die sprichwörtlichen Fliegen. Dicke später, dünne früher. Umso erstaunter bin ich, dass die extrem komfortablen Zanier Downhill nach zehn Monaten Dauereinsatz noch immer keine Abnutzungsspuren zeigen. Das Kunstleder der Innenhand erwies sich dabei nicht nur als widerstandsfähig, es bietet in jeder Situation auch sehr feinfühlige Lenkerkontrolle, da es ohne Verstärkungen auskommt. Das elastische Obermaterial überzeugt zudem mit druckstellenfreiem Sitz, bei sommerlichen Temperaturen wird der Zanier-Handschuh jedoch leicht schwitzig.

Kurz und Knapp: Feinfühliger Grip, fester Halt, Dehnfähiges Obermaterial bietet komfortablen Sitz, Sehr robust und haltbar, Leicht schwitziges Material an der Innenhand

Preis: 35€/ Größen: XS-XXL

„Viele Handschuhe sind ent­weder langlebig oder komfortabel. Der Downhill ist beides zugleich.“ Christian Zimek, Redakteur

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Giro Privateer R

Von wegen ausgelatscht. Der Giro-Klick-Schuh zeigt nach über 3000 km kaum Verschleiß – und er überzeugt mit bester Performance.

Für Touren im eher anspruchslosen Gelände und mit langer Strecke wechsle ich von Flat- zu Klickpedalen. Und zu steifen, aber komfortablen Klick-Schuhen mit sehr guter Tretunterstützung. Den Privateer-R-Schuh nutze ich nun seit etwas mehr als einem Jahr klaglos und finde den Mix aus Steifigkeit, Tragekomfort und Geh- Performance klasse. Zudem ist der Giro einfach ein klagloser Begleiter – und das, obwohl ich die guten Treter in der Pflege sehr vernachlässigt und insgesamt nur ein Mal einer Komplettreinigung unterzogen habe. Nach über 3000 km läuft der Ratschenverschluss immer noch leicht und einwandfrei, sind die Sohlen immer noch steif wie am ersten Tag. Keine offenen Nähte, kein Abrieb am Leder, keine sich lösenden Klettverschlüsse, lediglich eine Schraube der Stollen im Vorfußbereich hat sich gelockert. Auch die Fersenkappe ist nicht ausgeleiert, sondern verhindert weiterhin das Herausrutschen in steilen Gehpassagen. Ok, die Cleats müsste ich wechseln – dafür kann der Schuh aber nichts.

Kurz und Knapp: Stabiler Ratschenverschluss, Relativ steife Sohle, Tadellose Verarbeitung, Top Geh-Performance

Preis: 150€/ Gewicht: 752g

„Äußerst robuster, steifer, aber komfor­ tabler Schuh für lange Touren.“ Gustavo Enzler, Grafiker

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

Specialized Sport MTB

Die Sport-MTB-Schuhe waren täglicher Begleiter bei Pendel- und Trailfahrten, mussten sich aber auch im Rennen beweisen.

Bequeme Passform, eine griffige, gummierte Kunststoffsohle und drei Klettverschlüsse zum sicheren Verschließen – was braucht es eigentlich mehr? Die günstigen Specialized-Schuhe überzeugten jedenfalls im täglichen Einsatz ohne nennenswerte Schwachpunkte: Die Kunststoffsohle ist selbst für Marathon-Rennen steif genug, die Passform für mittlere bis breite Füße komfortabel. Nur in Extremsituationen zeigten sich Schwächen: Beim Bergaufgehen im steilen Gelände gab die Fersenkappe nicht genug Halt. In gemäßigtem Gelände dagegen läuft es sich mit der abgerundeten Gummisohle sehr angenehm. In sehr schlammigen Passagen fehlte manchmal der Halt. Abhilfe könnten Stollen schaffen, wenn es ein Gewinde dafür gäbe. Trotzdem konnte mich der Schuh absolut überzeugen – vor allem für seinen fairen Preis!

Kurz und Knapp: Gute Passform, Sehr guter Preis, Überwiegend gutes Gehverhalten, Wenig Fersenhalt, Rutschig im Matsch

Preis: 89€/ Gewicht: 834g

„Nur in Extremsituationen zeigte der Schuh ein paar Schwächen. Ansonsten ein tolles Gesamtpaket.“ Sebastian Hohlbaum, Redakteur

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

IXS Flow Zip

Der Knieprotektor mit Reißverschluss ist auf Touren schnell ausgezogen, das Anziehen ist leider etwas komplizierter.

Nie wieder Schuhe ausziehen, um die Knieschoner anzuziehen! Das hoffte ich, als ich den Ixs Flow Zip in den Dauertest nahm. Der flexible Reißverschluss macht nach fast einem Jahr Gebrauch noch einen guten Eindruck, passt sich der Bein- und Knieform sehr gut an. Dank Unterlegung aus Stoff reibt er auch nicht. Ausziehen kann man den Flow Zip super, ohne sich vorher der Schuhe entledigen zu müssen: Reißverschlusssicherung und Gurtverschluss lösen, Reißverschluss öffnen: fertig! Will man ihn jedoch genauso wieder anziehen, ist Fingerspitzengefühl gefragt: Unter Zug ist der Reißverschluss etwas widerspenstig. Man muss gut aufpassen, dass alle Zähne sauber ineinandergreifen, was nicht immer einwandfrei klappt. Was am Flow Zip trotzdem gut gefällt: Er ist für den Allroundeinsatz top. Nicht zu schwer, nicht zu leicht, die Polster sind leicht entnehmbar, und der Rest wandert in die Waschmaschine.

Kurz und Knapp: Gute Passform: schneidet nicht ein, Schnell auszuziehen, Gut für den Alltag: Allrounder, Reißverschluss schließt nicht sauber

Preis: 100€/ Gewicht: 339g

„Top für mittlere Touren, nicht zu leicht oder schwer. Schade, dass der Reißverschluss beim Schließen hakt.“ Maike Hohlbaum, Redakteurin

30.10.2018
Autor: Lukas Hoffmann
© MOUNTAINBIKE