16 Bikeschuhe um 100 Euro im Test

Test: 16 MTB-Schuhe (2017)

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

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Bike-Schuhe der Kaufklasse zielen auf Otto Normal-Biker, sollen zum kleinen Preis starke Krafübertragung mit höchstem Tragekomfort vereinen. Welches Modell erfüllt diese „Mission Impossible“?
Zu den getesteten Produkten

Von uns getestet: 16 Bikeschuhe. Davon 6 Damenmodelle und 10 Herrenmodelle.

  • Bikeschuhe können vielseitig sein: Neben speziellen Schuhen für Endurobiker, gibt es auch leichte Race-Schuhe oder - wie von uns getestet - Allrounder, die sich für Tour und vielseitige Einsätze eignen.
  • Bike-Schuhe um 100 Euro bieten den besten Mix aus geringem Gewicht, Efzienz, Komfort und Geh-Performance, sind ideal für den alltäglichen Einsatz.
  • Große Unterschiede zeigen die Testmodelle vor allem bei der Passform und bei der Qualität des Verschlusssystems
  • Einen tagesaktuellen Preisvergleich findest Du unten auf dieser Seite sowie in der Fotostrecke und bei den Produktdaten.

Das Testfeld im Überblick

Hersteller und Modell / Link zum Testbericht Preis Testurteil
Giant Transmit (Herrenschuh) 120 Euro Sehr gut
Giro Carbride R (Herrenschuh) 120 Euro Sehr gut
Lake MX 161 (Herrenschuh) 109 Euro Überragend/Testsieger
Mavic Crossmax (Herrenschuh) 110 Euro Gut
Northwave Scream SRS (Herrenschuh) 119 Euro Sehr gut
Rose RMS 09 (Herrenschuh) 100 Euro Gut
Scott MTB Comp Boa (Herrenschuh) 120 Euro Überragend/Testsieger
Shimano SH-M089 (Herrenschuh) 100 Euro Sehr gut
Shimano SH-XC31 (Herrenschuh) 95 Euro Sehr gut
Specialized Sport MTB Shoes (Herrenschuh) 90 Euro Sehr gut
Giro Riela R (Damenschuh) 120 Euro Sehr gut
Northwave Sparkle SRS (Damenschuh) 119 Euro Gut
Rose RMS 09 (Damenschuh) 100 Euro Gut
Scott MTB Comp Boa (Damenschuh) 120 Euro Überragend/Testsieger
Shimano SH-Wm 64 Woman (Damenschuh) 110 Euro Sehr gut
Specialized Women's Riata (Damenschuh) 90 Euro Sehr gut/ Preis-Leistung-Tipp

Ob Marathonrennen, gemütliches Bike-Wochenende oder Erkundungstour mit Schiebepassagen: Wenn der beste Kompromiss aus Trittefzienz, Tragekomfort und Laufqualitäten gefragt ist, spielen Bike-Schuhe der Preisklasse zwischen 90 und 120 Euro ihre Trümpfe aus. Dank teils sehr steifer Sohlen bringen sie die Beinkraf ausreichend direkt aufs Pedal, sitzen aufgrund etwas weicherer Oberschuh-Konstruktionen jedoch komfortabler am Fuß als die meist schmalen, steifen Bike-Schuhe der High-End-Liga. So eignen sie sich perfekt für ausgedehnte Touren von mehreren Stunden, ohne groß mit Sportlichkeit zu geizen. Und wenn aufgrund zu steiler oder verblockter Streckenführung Ausklicken, Absteigen und Schieben geboten ist, sind die günstigen Allrounder ebenfalls in ihrem Element. Wo die Carbon-Sohlen von 300-Euro-Race-Schuhen nach wenigen Metern ruiniert wären, brillieren die Kaufklasse-Klicker mit einem extra „Geländegang“, rollen mit grifg gummierten Sohlen beim Gehen geschmeidig ab. Obwohl die Testkandidaten maximal 30 Euro trennen, sind sie doch grundverschieden. Um herauszufnden, welcher Schuh die besten Allround-Qualitäten bietet, nahm die MOUNTAINBIKE-Testcrew 16 Modelle für Männer und Frauen in unzähligen Testrunden ordentlich ran.

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Große Unterschiede in der Passform bei MTB-Schuhen

Die tollsten Schuh-Features nützen nichts, wenn der Schuh nicht richtig am Fuß sitzt. Und die Leisten der Hersteller fallen sehr unterschiedlich aus! Um deine Suche nach dem passenden Modell abzukürzen, haben wir alle Schuhe direkt verglichen. Eine Beschreibung zu Passform und Innendimensionen jedes Schuhs fndest du in den Testbriefen. Ein offensichtliches Unterscheidungsmerkmal der Testkandidaten sind die Verschlusssysteme. Besitzen die günstigsten Modelle bis 95 Euro (Specialized, Shimano SH-XC31) noch drei Klettstreifen, trumpf Scott als einziger Hersteller für 120 Euro bereits mit dem komfortablen Boa-Drehverschluss auf – ein Feature, das viele Jahre nur High-End-Schuhe zierte.

Zwar lässt sich auch mit Klettverschlüssen ein fester Sitz und hoher Kraftschluss erzielen, wie der Shimano beweist. Zudem halten Klettverschlüsse das Gewicht des Schuhs gering. Das fein gerasterte Boa-System erlaubt jedoch eine penible Anpassung des Schuhs und schnelle Korrektur für höchsten Tragekomfort, punktet zudem mit geringem Gewicht. Die Kombination aus Ratschenverschluss für starken Halt und Krafschluss sowie zwei Klettstreifen zur Anpassung des Vorfußes gibt es ab 100 Euro, sie erlaubt ?exibelste Anpassung, wiegt jedoch geringfügig mehr. Einen Sonderweg geht der ultraleichte Mavic mit seinem Schnürzugsystem, das jedoch Druckstellen erzeugen kann, wenn stärkere Fixierung gewünscht ist.

Scott und Shimano bieten den besten Mix bei Bikeschuhen

Wer um 100 Euro nach einem reinrassigen RaceSchuh sucht, wird enttäuscht, doch die Herrenmodelle von Shimano sowie die Schuhe von Scott für Herren und Damen kommen dem Ideal verlustfreier Krafübertragung sehr nah, rollen beim Gehen dennoch hervorragend ab und beweisen dadurch beste Allround-Eigenschafen. Bei den harten Modellen von Giro sind hingegen deutliche Race-Gene mit Abstrichen beim Tragekomfort spürbar.

Eher „tourig“ geht es mit den Schuhen von Mavic und Rose zu, da Passform und Obermaterial für höchste Krafübertragung zu weich, geradezu kuschelig ausfallen. Tipp: Prüfe beim Kauf, ob dein favorisierter Schuh auch bei fest fxierten Verschlüssen ohne Druckstellen sitzt. Trage zur Anprobe zunächst eine normal dicke, anschließend eine dünnere Socke als gewöhnlich. So werden eventuelle Reibpunkte und Druckstellen ohne lange Tragezeit spürbar. Die edel ausgestatteten Modelle von Scott ernten je Testsiege für ihre perfekte Kombination von Sportlichkeit und Komfort. Shimanos Herrenmodelle zeigen, wie viel Leistung Schuhe für 100 Euro bieten können, und ernten die Kaufipps. Ladys sind zudem mit dem Specialized-Schuh äußerst günstig und komfortabel unterwegs.

MTB-Schuhe im Test - hier die besten Preise finden (sofern Angebote bei unseren Partnershops vorhanden sind)




So stellst du Cleats richtig ein:

Punkteverteilung und Wertung

Anhand einer Auswertungstabelle wird die Punktezahl für jeden Schuh errechnet und somit die Endnote bestimmt. Die Punkte erlauben eine feine Unterscheidung in der Beurteilung etwa zwischen zwei Produkten, die beide im „sehr gut“ liegen, aber dennoch nicht auf demselben Niveau abschneiden. Der Notenschlüssel zeigt, wie weit entfernt oder nah das Produkt an der nächsten Note liegt.

Foto: MOUNTAINBIKE Magazin
08.10.2017
Autor: Christian Zimek
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 08/2017