12 MTB-Protektoren im Test

Test: 12 Knieprotektoren

Foto: Benjamin Hahn Fotografie

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Sie sind leicht, gut verstaubar und stören nicht beim Pedalieren. Softknieprotektoren schützen die Knie vor Verletzungen. Wir haben neue und bewährte Modelle in Labor und Praxis geprüft.

Nicht nur Fußball-Profs wissen, wie zäh die Heilung einer Knieverletzung vorangehen kann. Ein kleiner Ausrutscher, das Vorderrad „versteuert“, und schon heißt es auch für Cross-Country- oder Downhill-Racer: Verletzungspause, Saison im Eimer! Damit du die Tourensaison ohne Blessuren am Vortriebsgenerator Knie voll auskosten kannst, haben wir zwölf Protektoren mit dämpfendem Schaumpad in der Preisklasse von 70 bis 139 Euro im Labor und in der Praxis getestet. Mit dabei zehn neue Modelle sowie der Testsieger (Poc) und Kaufipp (Ion) des letzten Tests aus Ausgabe 11/14. Doch schützen günstige ebenso gut wie teure, und bieten Hartschalenprotektoren nicht mehr Dämpfung als die weichen Schaumschläger?

Die Güte des Schutzes wird bei allen Protektoren von den beteiligten, schlagdämpfenden Materialien und deren Aufbau bestimmt. Sogenannte Hartschalenprotektoren, die meist aus einer außen liegenden Kunststo?-Hartschale sowie einem körpernah sitzenden, extrem weichen Komfortpolster bestehen, erzielen im Schlagtest ebenfalls Werte, die innerhalb der Normanforderungen liegen. Ihr Vermögen, die Schlagenergie zu absorbieren, ist aufgrund der zu harten bzw. zu weichen Komponenten jedoch deutlich schlechter als das der zähen PU-Schaumpads von Sofprotektoren. Kein Wunder, dass mittlerweile selbst Downhill-Profs den weichen Schonern vertrauen. Da sie sich stärker verformen können, absorbieren sie nicht nur mehr Schlagenergie, sie verzögern diese auch stärker. Ein Schlag, der unverzögert einen Knochenbruch hervorriefe, wird durch die langsam ansteigende Krafeinwirkung etwa zu einer Prellung abgebremst. Da Sofprotektoren meist nur aus einem Protektor-Pad plus Textilhülle bestehen, liegt die Schutzaufgabe überwiegend beim verarbeiteten Pad. Dass dieses schützt, überwacht die Norm EN 1621-1, die wir als Orientierung für den Labortest verwendet haben. Resultat: Auch günstige Modelle erzielen sehr guten Schutz und erfüllen die Normen, wenngleich es messbare Unterschiede gibt. Tipp: Große Unterschiede konnten wir beim Tragekomfort und der Passform feststellen. Zwar bieten die Schoner eine gewisse Flexibilität und Spielraum zur Anpassung. Doch ob ein Protektor rutscht, kneift, auf die Kniescheibe drückt oder sich erst gar nicht anziehen lässt, hängt von der individuellen Form der Beine ab. Vor dem Kauf ist ein Anund Ausprobieren daher P?icht, sonst wandern die unbenutzten Knieprotektoren erst in den Rucksack und dann in die nächste dunkle Ecke.

Kurz & Knapp:

Aktuelle Soft-Knieprotektoren mit hohem Schutz sind bereits ab 80 Euro zu haben. Für stressfreien Tragekomfort ist ein ausgiebiger Passform-Check aber unverzichtbar.

Die getesteten Produkte in der Übersicht:

Tagesaktueller Preisvergleich zu den getesteten Knieprotektoren (sofern Angebote bei unseren Partnershops vorhanden sind)




22.12.2017
Autor: Christian Zimek
© MOUNTAINBIKE