MB 0613 Radhosen bei Ökotest Teaserbild Fotolia

Gefährliche Radhosen? Stellungnahme des Bundesinstituts für Risikobewertung und von Radhosen-Herstellern zum Radhosentest in Ökotest 04/13

Die Zeitschrift Ökotest hat in der Ausgabe 4/2013 17 Radhosen untersucht – und in vielen Produkten Schadstoffe gefunden, darunter ein krebserregendes aromatisches Amin (MDA). Auch am Einsatz von Bakterienkillern wie Triclosan oder Silber nimmt Ökotest Anstoß. MountainBIKE hat beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) nachgefragt, wie der Test einzuordnen ist. Auch wurden die betroffenen Hersteller um Stellungnahme gebeten.

Das sagen die Experten vom BfR

Vorbemerkung

Zu den in den Radhosen gefundenen problematischen Substanzen ist vorab zu sagen, dass diese mit einer beabsichtigten Verwendung als Hilfs- und Ausrüstungsmittel im Textilherstellungsprozess im Zusammenhang stehen oder als Verunreinigung auftreten können. Während ein Teil der im Herstellungsprozess eingesetzten Mittel nicht auf dem Endprodukt verbleiben soll (z.B. Färbehilfsmittel), verbleibt der andere Teil bestimmungsgemäß auf dem Textil (z.B. Farbstoffe). Für einige dieser Substanzen gibt es gesetzliche Regelungen, die deren Verwendung für Textilien einschränken oder ganz verbieten.

Zu den Fragen der MountainBIKE-Redaktion

Geht von den im Ökotest gefundenen Substanzen generell in irgendeiner Weise eine Gefahr für den Menschen aus? Falls ja, unter welchen Bedingungen kann dies der Fall sein?

Um ein mögliches gesundheitliches Risiko des Verbrauchers festzustellen, reicht die intrinsische Gefährlichkeit einer Substanz und ihr Vorkommen im Produkt allein nicht aus. Wichtig ist darüber hinaus, ob die Substanz unter Tragebedingungen aus dem Textil freigesetzt werden kann ("Migration") und welcher Anteil der freigesetzten Substanz in den Körper gelangt, z.B. bei Hautkontakt bei Textilien.

Da bei einer Radhose ein direkter Hautkontakt besteht, der durch Schweiß, Reibung und Hitze noch intensiviert wird, besteht die Möglichkeit einer äußeren (dermalen) Exposition des Verbrauchers, sofern es zu einer Substanzfreisetzung aus dem Textil kommt. Eine Bewertung, ob ein gesundheitliches Risiko für den Verbraucher besteht, kann aber nur getroffen werden, wenn man die unter üblichen Tragebedingungen über die Haut in den Körper gelangte Stoffmenge bestimmt und mit toxikologischen Richtwerten (i.d.R. aus dem Tierversuch) vergleicht. Vor diesem Hintergrund ist eine Überschreitung eines gesetzlichen Gehaltsgrenzwerts nicht zwangsläufig mit einem gesundheitlichen Risiko für den Verbraucher verbunden.

Der Ausschuss „Textilien und Leder“ am BfR, in dem Experten aus der Textilwissenschaft, Dermatologie, Toxikologie, aus Verbraucherschutzorganisationen, Industrie & Handel sowie Behörden und Prüfinstituten mitarbeiten, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der gesundheitlichen Bewertung von Bekleidungstextilien.

Generell sind beim Tragen von Bekleidungstextilien keine systemisch-toxischen Wirkungen durch chemische Substanzen zu erwarten. Gesundheitliche Risiken durch Farbstoffe sind nur bei mangelhaft gefärbten, nicht farbechten Produkten (die nicht dem Stand der Technik entsprechen) bekannt.

Können die Stoffe ansonsten Probleme machen, etwa wenn sie sich in der Natur anreichern?

Organozinnverbindungen und Nonylphenolethoxylate können durch das Waschen von Textilien in das Abwasser und damit in die Umwelt gelangen. Substanzen beider Gruppen bzw. deren Abbauprodukte persistieren in der Umwelt, sind also schwer abbaubar. Sie können sich in Wasserorganismen und damit in der Nahrungskette anreichern und z.B. durch den Verzehr von belastetem Fisch wieder in den menschlichen Körper gelangen.

Mountainbike-Hosen: 9 Baggys und 9 Bibshorts im Test

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Wie kommt etwa MDA überhaupt in eine Radhose?

Das Vorkommen des aromatischen Amins MDA könnte mit der Textilfärbung oder mit der Herstellung des Kunststoffgewebes bzw. auch von Polstermaterialien im Zusammenhang stehen. Allerdings ist für Textilien der Einsatz von Farbstoffen, die in MDA oder in andere als krebserregend eingestufte aromatische Amine abgebaut werden können, verboten.

Waschen sich diese Schadstoffe beziehungsweise auch bewusst eingesetzte Stoffe mit der Zeit aus den Hosen aus? Nimmt die Belastung für den Sportler also ab?

Nicht fest mit der Textilfaser verbundene oder in sie eingebettete Substanzen werden mit der Zeit durch das Waschen aus dem Textil entfernt. Damit nimmt die äußere (dermale) Exposition für den Sportler im Falle einer Substanzfreisetzung ab. Das BfR rät grundsätzlich, Textilien - auch Sportbekleidung - vor dem ersten Tragen zu waschen.

Werden die besagten Zusatzstoffe denn in den Radhosen überhaupt benötigt?

Im Falle von gezielt eingesetzten Substanzen wie Silber oder Triclosan soll mit der Funktionalisierung eine bestimmte Gebrauchseigenschaft (Vorbeugen einer Geruchsbildung, farblicher Chic, Lichtbeständigkeit von Farbaufdrucken, Weißtönung, Flammschutz, Weichmachung gummierter Bestandteile) erreicht werden. Der Einsatz von Triclosan bei antibakteriell ausgerüsteten Textilien soll der Geruchsbildung entgegenwirken, indem die Zersetzung von Schweiß durch Bakterien verhindern wird. Gleiches gilt für den Einsatz von Silber oder Nanosilber.

Allerdings stellt neben möglichen allergischen Reaktionen und einer möglichen Beeinträchtigung der hauteigenen Bakterienpopulation die Resistenzbildung ein Problem dar. Die steigende Verwendung biozider Stoffe im Haushaltsbereich lässt die Selektion resistenter Keime befürchten. Bei den nachgewiesenen Flammschutzmitteln stellt sich allerdings die Frage, ob eine Flammschutzausrüstung (sofern dies überhaupt intendiert ist und keine Verunreinigung darstellt) nötig ist. Gleiches das Vorbeugen einer Geruchsbildung durch antimikrobielle Ausrüstung im konkreten Fall, waschen nach jedem schweißtreibendem Tragen ist hier sicher eine Alternative.

Wie können Radsportler sich schützen? Woran erkennen sie zum Beispiel, was in der Hose drin ist und was nicht?

Die EU-Textilkennzeichnungsverordnung Nr. 1007/2011 fordert nur Angaben über die Art der Textilfasern, nicht jedoch über Ausrüstungs- & Farbstoffe. Der Verbraucher hat aber die Möglichkeit, auf geprüfte Produkte (Öko-Label, Textil-Standards) zurückzugreifen. Beispiele für solche Standards sind der Öko-Tex Standard 100, das TOXPROOF-Gütesiegel des TÜV Rheinland, oder der bluesign-Standard.

Beim Kauf kann man Produkte, die mit einer Silberausrüstung werben, meiden. Weiterhin ist bei direkt auf der Haut getragenen Textilien zu empfehlen, diese vor dem ersten Tragen zu waschen. Wichtig ist auch die Echtheit der Färbung, denn insbesondere bei mangelnder Schweißechtheit kann es beim Tragen solcher Textilien zum Ausbluten des Farbstoffes und, im Falle allergieauslösender Farbstoffe, zu Kontaktdermatitiden kommen. Es ist also darauf zu achten, dass die erworbene Sportbekleidung farbecht ist. Darauf sollte man beim Kauf die Händler ansprechen.

Wenn ich eine Hose besitze, die im Test mit mangelhaft oder ungenügend beurteilt wurde… soll ich die dann jetzt wegwerfen oder einfach weiter tragen?

Durch Tragen und Waschen der Radhose reduzieren sich die Gehalte von nicht fest gebundenen Substanzen. Eine solche durch Gebrauchseffekte gealterte Radhose sollte man daher weitertragen. Neu erworbene Produkte sollten vor dem ersten Gebrauch auf jeden Fall gewaschen werden. Desweiteren kann sich der Verbraucher als Käufer eines als mangelhaft/ungenügend beurteilten Produkts beim Hersteller Informationen einholen.

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Sonstiges

Stellungnahme von Craft

"Die Testergebnisse der Zeitschrift Ökotest kommen für uns überraschend, aber wir nehmen sie sehr ernst. Die Verwendung von Inhaltsstoffen, die zur Schädigung von Umwelt oder der Gesundheit der Nutzer führen können, ist für uns grundsätzlich unakzeptabel. Sie stehen in starkem Widerspruch zu den Vorgaben unseres SER Dokuments (Social and Environmental Responsibility). Zusätzlich zu den Vorgaben lassen wir unsere Produkte von neutralen Stellen testen.

Im konkreten Fall sind alle Materialien der betroffenen Bike-Unterhose, die mit der menschlichen Haut in Berührung kommen, nach Ökotex-Standard zertifiziert (www.oeko-tex.com). Zur Zeit überprüfen wir mit höchster Priorität nochmals alle Materialien und Produktionsabläufe sowie die Frage, wie Ökotest zu diesem Ergebnis kommen konnte. Eine Verletzung von gesetzlichen Vorschriften oder gar eine Gefährdung durch den Gebrauch der Produkte wollen wir unter allen Umständen ausschließen."

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Stellungnahme von Gonso

Das Magazin ÖKO-TEST hat in seiner Ausgabe 4/2013 Fahrradhosen und Fahrradunterhosen getestet. Auch die GONSO Fahrradhose „RONJA“ wurde dabei einer Prüfung unterzogen. ÖKO-TEST als unabhängiges Magazin ist berechtigt nach eigenen Maßstäben zu bewerten. Da diese Bewertungskriterien jedoch weder identisch sind mit den rechtlichen Bestimmungen, noch einheitlich mit anderen Organisationen wie Ökotex oder bluesign, möchten wir nachstehend Stellung beziehen.

Zu den von ÖKO-TEST gefundenen Werten im Einzelnen:

Optische Aufheller:
Nach den uns vorliegenden Informationen gibt es kein Anwendungsverbot für optische Aufheller. Laut ÖKO-TEST wurden optische Aufheller im Einfassband sowie im Etikett gefunden. Eine Aufklärung welcher Mangel hierdurch auf unser Produkt abzuleiten wäre, bleibt uns ÖKO-TEST in dem Artikel schuldig. Jegliche Form der Gesundheitsgefährdung ist nach unserem Kenntnisstand auszuschließen.

Zinnorganische Verbindungen:
ÖKO-TEST hat Spuren von Monobutylzinn (MTB) und Dibutylzinn (DBT) gefunden. Alle gesetzlichen Grenzwerte werden jedoch eingehalten bzw. unterschritten. Zum Vergleich: der Wert in der GONSO Radhose „RONJA“ liegt bei ca. einem Drittel der Grenzwerte vom Ökotex Standard 100. Das Risiko einer negativen gesundheitlichen Beeinträchtigung des Verbrauchers kann nach unserem Kenntnisstand ausgeschlossen werden. Sollten ÖKO-TEST fundierte und wissenschaftlich belegbare Informationen vorliegen, ab denen eine toxikologische Bedenklichkeit vorliegt, bitten wir um die Übermittlung dieser Informationen.

Halogenorganische Verbindungen:
Regelungen hinsichtlich Bedarfsgegenstände sind uns hier nicht bekannt. Neue Informationen zu einem Gefährdungsrisiko oder zur Humantoxizität bleibt uns ÖKO-TEST in seinem Bericht leider schuldig.

Unser Fazit:
Wir unterstützen ÖKO-TEST in seinem Bestreben den Verbraucher zu schützen und aufzuklären. Die eigene Deutung von Messwerten durch ÖKO-Test - unabhängig von gesetzlichen Richtwerten oder der Zugrundelegung neuer Informationen – soll hier nicht Gegenstand der Diskussion sein. Die Ergebnisformel, mit der ÖKO-TEST zu dem veröffentlichten Gesamturteil kommt, entspricht keinem sonst üblichen Modus, sondern ist die individuelle Entscheidung von ÖKO-TEST. Daher steht es uns fern sie zu kommentieren. Unser ständiges Bestreben Produkte zu verbessern und nachhaltig in Bezug auf Mensch und Umwelt zu handeln, sehen wir durch den Test von ÖKO-TEST bestätigt. Wir gehen davon aus, dass keine Gefahr für den Verbraucher vorliegt und die GONSO Fahrradhose „RONJA“ als hochwertiges und funktionelles Produkt bedenkenlos gekauft und benutzt werden kann.

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Stellungnahme von Gore Bike-Wear

Produktsicherheit von GORE BIKE-WEAR Produkten

Die Produktsicherheit ist ein wesentlicher Bestandteil des Qualitätssicherungssystems von GORE BIKE-WEAR und GORE RUNNING-WEAR. Wir setzen daher seit Jahren zur Vermeidung möglicher kritischer Inhaltsstoffe in Textilien und Zubehör den international anerkannten Öko-Tex Standard 100 Klasse II ein. Folgerichtig akzeptieren wir nur Lieferanten, also Bekleidungsfabrikanten, deren Qualitätsmanagement eine Konformität mit den Kriterien des Öko-Tex Standard 100 sicherstellen kann.

Bei der Auswahl von Textilien und Zubehörteilen verwenden wir so weit wie möglich zertifizierte Waren. Für alle anderen Materialien verlangen wir Prüfberichte, die ein mindestens dem Öko-Tex Standard 100 gleichwertiges Sicherheitsniveau belegen müssen. So stellen wir die Nachverfolgbarkeit über alle verwendeten Materialien und deren Inhaltstoffe über die Fertigungskette unserer Produkte her.

Außerdem überprüfen wir stichprobenartig die fertigen Bekleidungsteile in unserem Auslieferungslager, um spätestens hier eine unerwünschte Abweichung von unserem Produktsicherheitsstandard zu erkennen und abstellen zu können.

Öko-Test Analysenwerte

Alle gemessenen Spuren liegen deutlich unterhalb der Grenzwerte, die der Öko-Tex Standard 100 und der noch strengere bluesign standard als sicher definieren. Somit bestätigen die vorliegenden Messwerte, dass die überprüften GORE BIKE-WEAR Produkte für Mensch und Umwelt sicher sind.

Im Detail:

Silber
Der Oberstoff des Sitzpolsters wird vom Hersteller mit einer bakteriostatischen Funktion versehen. Diese Ausrüstung dient Hygiene und Haltbarkeit, indem sie Wachstum und Ausbreitung von Bakterien auf dem Textil hemmt, ohne aber die Hautflora durch eine keimtötende Wirkung zu beeinträchtigen. Die aufgefundenen Spuren von Silber sind auf diese Ausrüstung zurückzuführen. Sicherheit und Umweltverträglichkeit dieses Materials sind durch Öko-Tex Standard 100/II und bluesign Zertifizierung dieses Textils umfassend gewährleistet.

Optische Aufheller
Die von uns verwendeten industrieüblichen Etiketten sind ebenfalls nach Öko-Tex Standard 100 Klasse II zertifiziert und damit für den Nutzer sicher. Die Verwendung optischer Aufheller in den
Etiketten wird von Gore nicht gefordert. Zusammen mit unseren Lieferanten werden wir prüfen, ob in Zukunft auf optische Aufheller in den Etiketten verzichtet werden kann.

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Stellungnahme von Löffler

Grundsätzlich befürwortet LÖFFLER solche Tests, da diese doch immer Inhalte thematisieren, die dem Konsumenten Information und Aufklärung bieten. In diesem Fall sind wir über die Ergebnisse, die Berichterstattung und vor allem die Art der Ergebnisdarstellung regelrecht enttäuscht.

Zurück zur Sache und den Tatsachen:

  • Die LÖFFLER -Radhose und alle damit verbundenen Materialien, inkl. Sitzpolster, tragen die ÖKO-TEX Standard 100 Zertifizierung. Damit ist für den Konsumenten gewährleistet, dass keine Gefahr für Haut und Körper gegeben ist!
  • Die ÖKO-TEX Standard 100 Richtlinien legen extrem niedrige Grenzwerte fest, bis zu welchem Minimalanteil Substanzen nachweisbar sein dürfen; so wie eben die beim LÖFFLER-Produkt erwähnten „zinnorganischen Verbindungen“ oder „Silber“.
  • Alle festgestellten Werte – liegen LÖFFLER vor! - liegen weit unter den Grenzwerten von ÖKO-TEX Standard 100 und auch unter den von ÖKOTEST selbst genannten. LÖFFLER unterschreitet sogar die sogenannte „Babyklasse 1“, die bei Kleinkindern die strengsten Richtlinien vorgibt.
  • Geringste Mengen an Silberionen konnte man beim Sitzpolster feststellen. LÖFFLER betont ausdrücklich, dass niemals mit „bakterienhemmend“ oder „geruchsmindernd“ in diesem Zusammenhang argumentiert wurde. Ganz im Gegenteil: LÖFFLER verlangt auch von den (europäischen!) Sitzpolster-Lieferanten den ÖKO-TEX Standard 100 Nachweis mit absoluter Freiheit von Silber-Ionen. Woher trotzdem Silberspuren kommen, dem wird jetzt nachgegangen und umgehend abgestellt.
  • Das LÖFFLER-Produkt wird NICHT bei den „krebserregenden“ Substanzen erwähnt!
  • Nachdem uns das überprüfte Produkt nicht mehr zugänglich ist, haben wir beim unabhängigen Textilinstitut Hohenstein eine Überprüfung der gleichen Hose beauftragt. Diese wurde auf Empfehlung vom Textilinstitut aber nicht umgesetzt, da die angegebenen Werte so gering sind, dass man dafür nicht mal ein Messergebnis bekommen würde.

Zusammenfassend:

Als österreichischer Hersteller (Stoffproduzent und Konfektionär!) muss man sich auf anerkannte EU-Standards, Garn- und Stofflieferanten sowie auch Ausrüster bzw. Färber verlassen können. Dennoch sind 99% der LÖFFLER-Produkte zusätzlich mit dem ÖKO-TEX Standard 100 ausgezeichnet. Der beim Testartikel eingesetzte Elastic-Stoff ist darüber hinaus auch mit dem BLUE-SIGN-Label klassifiziert. Wer sucht, der findet. Spurenelemente kann man überall nachweisen.

In einem Testbericht die konkreten Messwerte nicht zu nennen und auch nicht zu erklären, ab wann wirklich Gefahr in Verzug ist, beurteilen wir als unverantwortlich gegenüber Herstellern und Konsumenten. Das ist pure Panikmache! Alles was dazu beiträgt, dass gefährliche Stoffe aus der textilen Produktionskette verschwinden, ist von den Herstellern umzusetzen. LÖFFLER gehört hier sicher zu den ersten, da europäische Standards wesentlich schärfer sind als die in den Dritte-Welt-Ländern!

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Stellungnahme von Vaude

Das Magazin ÖKO-TEST hat in seinem Magazin 04/2013 einen Test unserer Fahrradhose VAUDE BIRCH SHORTS durchgeführt und dabei Schadstoffbelastungen festgestellt. Dazu möchten wir Stellung nehmen.

Als verantwortungsvolles Unternehmen legt VAUDE höchste Maßstäbe an Funktionalität und ökologische Herstellung seiner Produkte an. Insbesondere für die Schadstoffvermeidung arbeiten wir seit 10 Jahren mit bluesign Technologies zusammen. Bluesign ist der strengste Produktionsstandard in der Textilindustrie, der Schadstoffe entlang der gesamten Produktionskette nach jeweils bestmöglicher Technologie konsequent vermeidet. Die bluesign-Grenzwerte sind zum Teil strenger als die gesetzlichen Grenzwerte. Unser Ziel ist, die gesamte VAUDE-Kollektion Schritt für Schritt gemäß bluesign herzustellen.

Die vorliegenden Testergebnisse unserer BIRCH SHORTS nehmen wir sehr ernst. Wir arbeiten permanent daran, unserer Verantwortung für sichere, möglichst umweltfreundliche und hochfunktionelle Produkte gerecht zu werden.

Zu den von ÖKO-TEST gefundenen Werten im Einzelnen:

Azofarbstoffe:
Die Grenzwerte für 4,4-Diaminodiphenylmethan liegen laut REACH Anhang XVII bei 30 mg/kg, bei Ökotex Standard 100 und bluesign bei 20 mg/kg. Die gefundenen Werte liegen also noch unterhalb der genannten Grenzwerte. Wir haben weitere Analysen in Auftrag gegeben, um ein falsch positives Ergebnis auszuschließen. Die GC/MS und TLC Analysemethoden zeigen nach Erfahrung unserer Experten leider immer wieder sogenannte „falsch positive“ Ergebnisse. Das bedeutet es werden Werte angezeigt, die in Wirklichkeit nicht vorhanden sind. Eine Gegenanalyse (aus derselben Charge) in einem unabhängigen Labor liegt uns vor und hier konnten keine Azofarbstoffe nachgewiesen werden.

Optische Aufheller:
Hier möchten wir auf die Veröffentlichung des Bundesinstituts für Risikobewertung hinweisen. Nach den uns vorliegenden Informationen ist ein Anwendungsverbot für optische Aufheller nicht angezeigt. Die Argumentationskette, dass Stilbenderivat östrogen ähnlich und damit hormonaktiv ist, ist nach unserem Kenntnisstand nicht gegeben. Sollten Sie anderweitige Informationen haben, sind wir für Hinweise dankbar.

Zinnorganische Verbindungen:
Öko-Test hat Spuren von Monobutylzinn (MBT) und Dibutylzinn (DBT) gefunden. Gesetzliche Grenzwerte werden jedoch eingehalten, sowie die Ökotex Standard 100 - Grenzwerte und auch die wesentlich strengeren bluesign-Grenzwerte werden deutlich eingehalten.
Wir arbeiten derzeit mit unseren Herstellern an einer weiteren Reduktion der zinnorganischen Verbindungen. Ein Risiko einer negativen Beeinträchtigung des Verbrauchers schließen wir nach unserer Kenntnis aus. Sollten Ihnen Informationen über Grenzkonzentrationen vorliegen, ab denen eine toxikologische Bedenklichkeit vorliegt so bitten wir um Übermittlung dieser Informationen.

Halogenorganische Verbindungen (AOX):
Dieser Parameter unterliegt keinerlei gesetzlicher Regelung bei Bedarfsgegenständen. Halogenorganische Verbindungen (AOX) sind im Abwasser geregelt, da AOX gewässertoxisch sein kann. Im produktbezogenen Verbraucherschutz ist die Sinnhaftigkeit dieses Parameters jedoch in Frage zu stellen: Da für solch einen Summenparameter keine Risikoanalyse durchgeführt werden kann, kann mit diesem Summenparameter auch kein Gefährdungsrisiko ermittelt werden und schlussendlich auch kein Grenzwert definiert werden. Auch ein Verwendungsverbot macht wenig Sinn, da für einen Summenparameter keine Daten zur Humantoxizität vorliegen können. Wir lassen in unserer textilen Zulieferkette nach dem bluesign-Standard arbeiten, hier sind eine Vielzahl von Einzelstoffen geregelt – auf wenig aussagekräftige Summenparameter kann verzichtet werden.

Antimon:
Ca. 99% der derzeitigen PES-Fasern werden mit Antimonkatalysatoren hergestellt. Zieht man die sehr strengen Grenzwerte des Blauen Engels für Textil heran, so ist dort ein Grenzwert von 30 mg/kg genannt. Der bluesign-Standard schreibt sogar einen Grenzwert von 5 mg/kg für die Risikoklasse A (direkter Hautkontakt) vor. Der von ÖKO-TEST gefundene Wert in unserem Produkt liegt bei 0,2 mg/kg und ist somit weit unter diesen strengen Grenzwerten.

Unser Fazit:
Den Ansatz von ÖKO-TEST, den Verbraucher über mögliche Gefahren aufzuklären, unterstützen wir sehr. Das Testergebnis der VAUDE BIRCH SHORTS ist in Bezug zu gesetzlich vorgeschriebenen oder freiwillig vereinbarten Grenzwerten zu sehen. Die Testergebnisse liegen weit unterhalb dieser Grenzwerte. Wir gehen deshalb davon aus, dass keine Gefahr für den Endverbraucher vorliegt und die hochwertige, funktionelle VAUDE BIRCH SHORTS bedenkenlos empfohlen, gekauft und benutzt werden kann.

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Stellungnahme von Decathlon

Wir sind erfreut über das Ökotest-Ergebnis. Es beweißt, dass Qualität nicht immer teuer sein muss. Marken wie Gonso, Pearl Izumi, Scott, Cube Bikes und Vaude hinter sich zu lassen, zeugt von einem Qualitätsgewinn. Wir sind mindestens ca. 30 € günstiger als das nächstteurere Produkt von Mitbewerbern.

Radsport soll jedem zugänglich gemacht werden. Wir möchten mit vergleichbarer Qualität (oder besserer im Gegensatz zu Produkten anderer Anbieter mit Stoffen, die im Verdacht stehen Krebs zu erregen) weit aus preisgünstiger sein, um den Sport für alle zu ermöglichen.

Leider fiel das Gesamtergebnis nur befriedigend aus. Die Bemängelung bezieht sich auf den Inhaltsstoff Silber als Verwendung und als fehlende Kennzeichnung. Darüber ist die Eigenmarke BTWIN informiert und wir arbeiten an der Verpackung, damit dies gekennzeichnet wird.

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Stellungnahme von Trigema

Das ÖKO-TEST-Magazin hat in seiner oben genannten Ausgabe Fahrradhosen und Fahrradunterhosen getestet, darunter war auch eine Fahrradunterhose von Trigema. ÖKO-TEST ist ein unabhängiges Magazin und kann deshalb nach eigenen Maßstäben bewerten. In ihren Bewertungskriterien hält sich ÖKO-TEST weder an die rechtlichen Bestimmungen der Bedarfsgegenständeverordnung noch an die Grenzwerte anderer Organisationen, wie Öko-Tex, bluesign und GOTS.

Die von ÖKO-TEST gefundenen Werte wie 4,4-Diaminodiphenylmethan liegen deutlich unter den gesetzlichen Anforderungen und Richtlinien lt. 76/69/EWG, sowie den Grenzwerten nach Öko-Tex-Standard 100. Das Risiko einer negativen gesundheitlichen Beeinträchtigung des Verbrauchers kann nach unserem und dem heutigen Kenntnisstand des Forschungsinstituts in Hohenstein ausgeschlossen werden.

Eine Abwertung um 4 Noten können wir nach Einhaltung und sogar deutlicher Unterschreitung der gesetzlichen Grenzwerte nicht nachvollziehen.
Optische Aufheller befinden sich laut Öko-Test im Weichbund und im Etikett, eine Gesundheitsgefährdung ist nach unserem Kenntnisstand in jeder Form auszuschließen. Nach unseren Informationen gibt es kein Anwendungsverbot, wodurch eine Abwertung unseres Produktes durch optische Aufheller nicht nachvollziehbar ist.

Bei dem Inhaltsstoff Silber handelt es sich um keine Nanopartikel bzw. Nanoausrüstung, der Wirkstoff ist fest und unveränderbar in der Faser eingebunden. Dieses Additiv wirkt permanent und wird weder durch Waschen noch durch Gebrauch beeinträchtigt bzw. gelöst, dadurch können auch keine Hautreizungen entstehen. Die natürliche Flora der Haut bleibt intakt.

Bei der Herstellung unserer Radler-Unterhose im eigenen Werk in Baden-Württemberg werden nur zertifizierte Materialien eingesetzt. Das Grundmaterial Garn (Polyester u. Elastan) und der Weichbund sind Öko-Tex-Standard 100 Produktklasse 1 (Baby-Standard), der eingesetzte Farbstoff GOTS zertifiziert.

Durch den Einsatz dieser Grundmaterialien und unserer vollstufigen Produktion in Burladingen, sowie einer ständigen Kontrolle unserer Produkte im Hause und das Forschungsinstitut in Hohenstein nach dem Öko-Tex-Standard100 sind wir überzeugt ein hochwertiges Produkt für Mensch und Umwelt herzustellen, das bedenkenlos getragen werden kann.

Mountainbike-Hosen: 9 Baggys und 9 Bibshorts im Test

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