Radhelme im Test: 20 MTB-Helme für Mountainbiker (2015)

So testet MountainBIKE die MTB-Helme

20 Helme durchliefen den Praxis- und Komfort-Test sowie das von MountainBIKE entwickelte Thermoscan-Verfahren. Es dokumentiert anschaulich, wie warm es unter den Helmen wird. Hier erklären wir das Test-Prozedere.
Zu den getesteten Produkten
Foto: Bernhard Bossert MountainBIKE 0515 Helme Thermoscan eines Testhelms

Der Luftstrom trifft den Testkopf mit Helm.

Labormessung: Um den kühlenden Effekt des Fahrtwinds für jeden der getesteten Helme darzustellen, setzte MountainBIKE erneut auf die Technik der Thermografie.

Jeder Helm wurde auf einem Glaskopf mit spezieller Beschichtung so eng wie möglich in einem definierten Abstand zur Augenbrauenpartie fixiert. Den Neigungswinkel des Oberkörpers passten die Tester der Sitzposition eines durchschnittlichen Tourenfahrers an (ca. 45–50°).

Anschließend wurde der Testdummy mit einem warmen Luftstrom mit stets gleicher Temperatur und Dauer aufgeheizt. Nach Abschluss der Erwärmungsphase erfolgte die Thermografie-Aufnahme des erhitzten Kopfes ohne Helm.

Foto: Bernhard Bossert MountainBIKE 0515 Helme Thermoscan ohne Helm

Der Thermoscan ohne Helm zeigt, wo die Luft den Kopf „kühlt“.

Zum besseren Verständnis des Belüftungsprofils eines Helms wurden die warmen Farbwerte des Thermoscans in kalte Farbwerte umgerechnet (invertiert). Rote Flächen stehen somit für warme Partien – von gelben über grüne bis zu blauen Feldern zeichnen sich die verschieden starken Kühlungsstufen der Thermografieaufnahme anschaulich ab.

Auf einen Crashtest verzichtete MountainBIKE erneut, da der letzte Test (MountainBIKE-Ausgabe 5/12) in Zusammenarbeit mit dem TÜV Süd zeigte, dass alle Helme die Anforderungen der EN-1078- Norm mit zwei Schlagtests und einem Abstreiftest, trotz unterschiedlicher Schlagabsorptionswerte, problemlos erfüllen.

Praxistest: Tragekomfort, Passform und die Handhabung der Helme standen im Fokus des Praxistests, den MountainBIKE mit acht Probanden der Testcrew durchführte. Dieser Test deckte etwa Druckstellen, fummelige Verstellsysteme und Schwächen in der Anpassung auf. Zudem wurde der rutschfeste Sitz in Rüttelpassagen geprüft.

Bewertungsschema: Vier Kriterien aus Labor und Praxis flossen am Ende des Tests in das Ergebnis ein. Die Belüftung wurde mit 35 Prozent, die Anpassung mit 25 Prozent, der Tragekomfort mit 25 Prozent und das Gewicht mit 15 Prozent an der Endnote gewichtet.

10.08.2015
Autor: Christian Zimek
© MOUNTAINBIKE
Ausgabe 5/2015