Schaltungsspecial André Schmidt
Schaltungsspecial
Schaltungsspecial
Schaltungsspecial 4 Bilder

1x12-Schaltung aus Taiwan getestet

TRP TR12 im Test

Was kann die erste 1x12-Schaltung von Tektro-Tochter TRP auf den Trails? Wir haben Sie bereits getestet!

TRP? Das ist eine Eigenmarke des größten Bremsenherstellers der Welt: Tektro. Die Taiwaner sind aber auch im Downhill-Weltcup dick im Geschäft, wo sie etwa Superstar Aaron Gwin sponsern. Für den "Gwinner" hat TRP eigens eine 1 x 7-Schaltung entwickelt, der mit der TR12 nun eine 1 x 12- Schaltung "für alle" folgt. Die besteht nur aus Hebel und Schaltwerk, Kassette & Co. müssen andere liefern, wobei das größte Ritzel der Kassette maximal 50 Zähne betragen darf. TRP empfiehlt, Sram-Parts zu nutzen. Wir sind die TR12 daher mit einem Sram-Eagle-Mix aus XX1-Kassette, X01-Kurbel und GX-Kette gefahren.

Die klobige, etwas "plastiklastige" Hebelage ist funktionell klassisch gestaltet: mit einem großen Hebel zum Hoch- und einem kleinen zum Runterschalten. Beide sind angenehm gummiert. Zudem ist der große Hebel in seiner Position justierbar, und er kann bis zu vier Ritzel in einem Rutsch schalten – wobei "Nr. 4" Fingerakrobatik verlangt. Der untere Hebel schaltet nur einen Gang pro Druck, und er ist ergonomisch gewöhnungsbedürftig, weil sehr eng und parallel zum Lenkergriff positioniert.

Buchstäblich spannend wird’s am Schaltwerk, wo es neben einer zuschaltbaren Käfigdämpfung à la Shimano noch den "HallLock" gibt. Dieser ist benannt nach John Hall, Gwins Mechaniker, und dämpft die Rotation das Schaltwerks um das Schaltauge herum. Effekt: Es kann sich im Hardcore-Gelände nicht um dieses "wickeln". Hebel und Schaltwerk wiegen übrigens ungefähr so viel wie Srams GX- oder Shimanos XT-Pendants.

In der Praxis sind die beiden Reibungsdämpfer enorm spürbar! Das TR12-Schaltwerk steht selbst im härtesten Downhill wie eine Eins, Kettenschlagen ist hier ein Fremdwort – sehr geil! Dafür sind mit beiden eingeschalteten Dämpfern die Fingerkräfte spürbar höher als bei Shimano/Sram. Die Gänge wechseln akkurat, präzise, ultra knackig – man muss sie aber wie bei einem älteren Formel-1-Boliden "reindonnern". Auch das eine klare, durchaus coole Reminiszenz an den Rennsport. Prima: einfache, schnelle Montage.

Preis 299 Euro (UVP)
Gänge 1 x 12 Gänge: 32 Zähne vorne, 10–50 hinten
Übersetzung Kleinster Gang: 0,64 :1 Größter Gang: 3,20 :1
Gewichte e 295g Schaltwerk, 125g Hebel mit Innenzug

Gewicht:

Bandbreite:

Montage/Einstellung:

Ergonomie:

Schaltperformance:

Verarbeitung:

Fazit: Die TR12 bringt frischen Wind in die Szene. Wer statt auf maximalen Schaltkomfort auf extrem knackige Gangwechsel und ein Minimum an Kettenschlagen schwört, wird die TRP lieben.

Testergebnis: Sehr gut (76 Punkte)

Zur Startseite