Teil des
MB 0413 Reifentest AM Freeride Teaser Manfred Stromberg
MB 0413 Bontrager XR4 Team Issue 2,35" - AM/Enduro
MB 0413 Bontrager XR4 Team Issue 2,35" - AM/Enduro - Labor
MB 0413 Continental Rubber Queen Protection 2,4" AM/Enduro
MB 0413 Continental Rubber Queen Protection 2,4" AM/Enduro - Labor
MB 0413 Maxxis Minion DHF EXO 2,5" - AM/Enduro 14 Bilder

Test: 7 MTB-Reifen für den Allmountain-, Enduro- und Freeride-Einsatz

Sieben Reifen für grobe Einsätze im MountainBIKE-Test

Anspruchsvolles Gelände verlangt nach grobstolligem Profil mit extra Grip und einer pannensicheren Karkasse. Sieben MTB-Reifen für Allmountain- bis Freeride-Einsätze im Test.

Gehören Sie zu jener Sorte Mountainbiker, die Forstautobahnen bergab nur zähneknirschend in Kauf nimmt und selbst nasse Felssektionen oder verschlammte Trails dem „Chickenway“ vorzieht? Dann Finger weg von extraleichter, pannenanfälliger Bereifung. Sie brauchen die „fetten“ MTB-Reifen mit grobem, griffigem Profil und stabiler Karkasse.

In diesem MountainBIKE-Reifentest finden Sie sieben MTB-Reifen für die härtere Gangart. Bontrager XR4, Continental Rubber Queen, Maxxis Minion F sowie Schwalbe Hans Dampf kämpfen um die Gunst von Allmountain- und Enduro-Fahrern.

Für Freerider, Vertrider, Downhill-Marathonisti und all jene, die sich großteils nur abwärts bewegen, wanderten folgende drei Modelle in den Vergleichstest: Michelin Wildgrip‘r mit verstärk­ter „reinforced“-Karkasse, Maxxis Highroller II als Falt-Version sowie Schwalbes Hans Dampf in neuer „Super Gravity“-Bauart.

Doch wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen den Reifentypen, und woran lässt er sich erkennen?

Darin unterscheiden sich die Reifen

Einen schmalen Race-MTB-Reifen von einem breiten Freeride-Modell zu unterscheiden stellt keine große Her­ausforderung dar. Touren- und Enduro-Reifen sehen hingegen trotz unterschiedlicher Eigenschaften auf den ersten Blick oft sehr ähnlich aus. Hinweise etwa auf eine extra verstärkte Karkasse oder superweiche Gummimischung finden sich meist im Hersteller-Latein an den Seitenwänden der Reifen. Continental verwendet etwa für seine besonders pannensicheren Modelle die Zusatzbezeichnung Protection, Schwalbe nennt es Snake­skin, Michelin Reinforced. Und auch bei den Gummimischungen gibt es weitere Begrifflichkeiten.

In den Kategorien Allmountain und Enduro liegt der Fokus auf technisch sehr anspruchsvollen Trails. Verblockte Felspassagen sowie nasse Wurzelteppiche verlangen neben guter Fahrtechnik von den Reifen hohen Pannenschutz und top Grip. Ein ausgeprägtes Profil in Kombination mit der richtigen Gummimischung muss vor allem in nassen Kurven und beim Bremsen für sicheren Bodenkontakt sorgen. Das Volumen des Reifens beeinflusst zudem den Pannenschutz, die Mountainbike-Reifen sollten deshalb möglichst breit ausfallen – etwa 58 Millimeter an den Stollen gemessen oder 2,35 Zoll und mehr. Die Zoll-Werte sind Herstellerangaben, allerdings oft sehr ungenau und lassen sich deshalb nicht immer mit anderen Modellen vergleichen. Sie dienen in erster Linie als grober Richtwert.

Das Thema Gewicht und Rollwiderstand nimmt, anders als beim klassischen Tourenfahrer, der sich überwiegend auf Forststraßen aufhält, keine übergeordnete Rolle ein. Ein gewisser Restanspruch bleibt aber nach wie vor bestehen, schließlich erklimmen auch bergaborientierte Enduristen häufig aus eigener Kraft den Berg.

MB 0413 Reifentest AM Freeride Tipps Teaser
Sonstiges

Schwalbe bietet den besten Allrounder

Der kraftsparendste unter den vier Testreifen der Kategorien Allmountain und Enduro ist der rollschnelle und leichte Bontrager XR4. Der im Vergleich geringere Pannenschutz und Grip beschränkt das Einsatzgebiet jedoch auf einfachere Allmountain-Touren. Überragenden Pannenschutz und guten Grip bietet hingegen der Rubber Queen Protection von Continental. Und auch Schwalbes Hans Dampf weiß sich gegen Platten effizient zu wehren. Die Gummimischung „Trailstar-Compound“ erweist sich zudem als optimaler Kompromiss aus super Grip und gutem Rollwiderstand und verhilft dem Reifen zum Testsieg. Noch etwas besser rollt der Minion von Maxxis, kommt aber bei Pannenschutz und Nassgrip nicht an Schwalbe heran.

In der Kategorie Freeride liegt das Durchschnittsgewicht um 950 Gramm pro Reifen, etwa 150 Gramm mehr als bei den Enduro-Reifen. Dieses Mehrgewicht ergibt sich in erster Linie durch die stabilere Karkasse. Freeride-Reifen legen nämlich in Sachen Pannenschutz noch einen drauf. So lassen sich auch Highspeed-Abfahrten in verblockten Passagen ohne Zwangspausen durch Luftverlust bewältigen. Und: Besserer Pannenschutz ermöglicht es auch, mit Luftdrücken von deutlich unter zwei Bar zu fahren, was vor allem bei der Traktion Vorteile bringt. Hinweis: Wer zu viel Luft ablässt, riskiert genau den gegenteiligen Effekt – durch wegknickende Stollen Grip einzubüßen.

150 Gramm mehr pro Reifen ergeben 300 Gramm rotierende Masse mehr am Mountainbike als mit Enduro-Reifen. Ein Ballast, den Biker vor allem an Steigungen deutlich spüren. Ausfahrten mit reichlich Höhenmeter machen deshalb mit diesen Reifen nur bedingt Spaß. Die zusätzlichen Gewebeeinlagen zur Verstärkung der Karkasse machen den Reifen nicht nur schwerer und pannensicherer, sondern die Flanke auch dicker und weniger flexibel. Abhängig von Reifentyp und Laufradmodell kann es deshalb bei der Montage zu Problemen kommen. Verwenden Sie bei Freeride-Reifen nur Felgen mit einer Maulweite (Innenbreite) von mindestens 19 Millimetern, mehr ist besser. Stabile Reifenheber sollten für schwere Fälle stets bereitliegen.

In Sachen Abfahrtsperformance und Sicherheit setzen sich die Freeride-MTB-Reifen aber mit klarem Abstand an die Spitze. Der Hans Dampf von Schwalbe holt sich als bester Allrounder auch in dieser Kategorie den Testsieg, allerdings mit Verstärkung an den Flanken. „Super Gravity“ nennt der Hersteller das System mit steifer Downhill-Karkasse, aber flexi­bler Lauffläche. Ergebnis: extrem hoher Pannenschutz. Ganze 100 Gramm weniger bringt der rollschnelle Highroller II von Maxxis auf die Waage. Auf trockenem Terrain bietet er Bombengrip, auf nassem Gestein verblüfft er buchstäblich mit kleinen Ausrutschern. Auch der günstige Wildgrip‘r von Michelin mit relativ weicher Gummimischung (55a) lässt in Sachen Trockengrip keine Wünsche offen. Er leistet sich von den drei Testmodellen allerdings auch den größten Rollwiderstand.

Doch bei allem Kraftaufwand bei Montage und Vortrieb steht fest: Mehr Fahrspaß bergab als mit den „fetten“ Freeride-Reifen geht nicht.

Kurz und Knapp

Schwieriges Terrain stellt hohe Ansprüche an die Mountainbike-Reifen. Für Allmountain- und Endurofahrer bietet Hans Dampf von Schwalbe optimalen Grip, Continental Rubber Queen den höchsten Pannenschutz. Auch Freerider greifen am besten zum Hans Dampf, aber mit „SG“-Karkasse.

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Diese Produkte haben wir getestet:

Das Testverfahren im Detail

Die Reifenmodelle wanderten in die Speziallabore von Continental und Schwalbe, um Rollwiderstandsmessung, Durchschlag- und Durchstichtest zu absolvieren. Der Mittelwert aus beiden Laborprüfungen floss schließlich in die Bewertung ein.

Zur Ermittlung des Rollwiderstands treibt eine Metallrolle den Reifen mit konstanter Geschwindigkeit an und misst die dafür benötigte Leistung. Beim Durchschlagtest schlägt ein Fallbeil aus stetig zunehmender Höhe auf den Reifen – so lange, bis der Schlauch dabei platzt. Je höher, umso besser.

Beim Durchstichtest misst ein Gerät die benötigte Energie, ab der sich ein spezieller Dorn durch die jeweilige Lauffläche bohrt. Durchschlag- und Durchstichtest ­ergeben gemeinsam den Pannenschutz.

Parallel zur Laborprüfung ­mussten die MTB-Reifen auch zum Praxistest, um auf selektiven Teststrecken Kurven-, Brems- und Vortriebsgrip sowie ihre Fähigkeiten zur Selbstreinigung unter Beweis zu stellen. Die Testfahrten erfolgten auf drei gleichen Bikes des Modells Liteville 301. Die Praxisergebnisse flossen in die Bewertungspunkte „Grip trocken“ und „Grip nass“ ein.

Allmountain, Enduro, Freeride: 7 MTB-Reifen im MountainBIKE-Test - die Ergebnisse im Detail

MB 0413 Bontrager XR4 Team Issue 2,35" - AM/Enduro
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