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Alles, was Sie über Sram Eagle Schaltungen wissen müssen

Marktübersicht: Sram Eagle Schaltungen

Sram Eagle-Schaltungen sind heiß begehrt. Doch welche Schaltung ist ideal für Ihren Einsatzzweck geeignet? Wir zeigen, welche Eagle sich für wen eignet.

Der Adler ist gelandet! Mit dieser zugegeben wenig kreativen Überschrift zeigten wir vor über drei Jahren die damals neue Eagle-Schaltgruppe von Sram. Und wir waren uns sicher: Den US-Amerikanern mit findiger Entwicklungsabteilung in Schweinfurt ist ein großer Wurf gelungen. Tatsächlich, die erste 1 x 12-Schaltung der Bergradgeschichte wurde ein Mega-Erfolg, kaum ein Bike gehobener Preisklasse rollt heute ohne Eagle-Gruppe in den Laden. Mehr noch: Neu entwickelte Bikes sind fast alle auf die Eagle-Schaltung hin optimiert, Möglichkeiten zur Umwerfermontage bieten solche Räder nicht mehr. Klar, dass der einstige Platzhirsch Shimano enorm unter Druck geraten ist. Doch zurück zu Sram: Schon vor den Eagle-Gruppen versuchten die Amis, ihre „Einfach-Philosophie“ in den Markt zu drücken, proklamierten bereits früh den Tod des Umwerfers.

Doch die ersten 1 x 11-Schaltungen boten den meisten Bikern klar zu wenig Bandbreite. Passé, denn mit ihrer 10–50er-Kassette und damit 500 Prozent Bandbreite ist die Eagle auch für hochalpine Touren absolut tauglich, je nach Wadenkraft und Laufradgröße kombiniert mit 30er- oder 32er-Kettenblatt. Begann die Eagle-Story mit den Highend-Gruppen X01 und XX1, ist die Auswahl inzwischen groß. Zunächst kamen die preiswerteren Gruppen GX und NX dazu, in diesem Jahr nun die sensationelle Funkschaltung AXS. Welche Gruppe sich für welchen Biker am besten eignet, klären wir auf den kommenden Seiten. Und wer sich dann doch nicht festlegen möchte, der mischt einfach! Denn im von Sram „Eagle-Ökosystem“ genannten Gruppenverbund sind fast alle Parts untereinander kombiniert einfach.

Die Gewichte der Eagle Gruppen in der Übersicht:

Die Gewichte der SRAM Eagle Gruppen in der Übersicht:

Gruppe Gewicht
SRAM XX1 Eagle AXS 1495g
SRAM XX1 Eagle 1448g
SRAM X01 Eagle AXS 1547g
SRAM X01 Eagle 1509g
SRAM GX Eagle 1767g
SRAM NX Eagle 2043g
SRAM
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SRAM X01/ XX1 AXS

Tick, ssssummm, Tick, ssssummm. Alleine dieses Geräusch von „Schalthebel“ und Schaltwerk bei der Arbeit! Und dann diese herrlich aufgeräumte Optik! So ganz ohne an Cockpit und Rahmen rumbaumelndem Schaltzug. Auch wenn man kein Technik-Aficionado ist, wird man sich der Faszination der Eagle-AXSSchaltung kaum entziehen können. Zwar ist die AXS nicht die erste elektronische Schaltung der Welt am MTB – hier war Konkurrent Shimano mit der inzwischen wieder in der Versenkung verschwundenen XTR Di2 schneller –, aber die erste mit Funkübertragung. Die erfolgt verschlüsselt nach einem eigenen Standard, dazu kann der Controller mit Bluetooth (etwa zur Smartphone-App) und ANT+ (zu Garmin & Co.) kommunizieren. Apropos App: Mit dieser lassen sich diverse Funktionen der Schaltung programmieren. Etwa ob sie mit gedrücktem Taster die ganze Kassette hoch-/runterschaltet, oder nur zwei oder drei Ritzel. Wem das zu viel Hokuspokus ist, belässt es einfach bei den Werkseinstellungen. Rein mechanisch basieren Teile der AXS fast unspektakulär auf den normalen X01- und XX1-Gruppen. Zwar leuchten Kette und Kassette nun auch optional regenbogenfarben, sonst bleibt es beim Bewährten, sprich bei 500 Prozent Bandbreite. Was auch heißt, dass Kette, Kassette und Kurbel zu allen anderen Eagle-Gruppen kompatibel sind. Das Schaltwerk ist hingegen eine Neuentwicklung, es ist kompakter, kürzer und steifer geworden, bietet zudem einen cleveren Schutz: Bekommt das Schaltwerk einen Schlag ab, zieht der Motor den Käfig quasi reflexartig zum Bike hin – um kurz später wieder in die Ausgangsposition zu gleiten. Am Schaltwerk unterscheiden sich XX1 AXS (für CC, Marathon, Tour) und X01 AXS (für Trail, AM, Enduro) übrigens. Der leichtere XX1-Werfer kommt mit Carbon-Käfig und Titanhardware. Ebenso ist die XX1- Kurbel etwas leichter, da buchstäblich hohler gebaut als das X01-Pendant.

Und wie fährt sich das Funk-Wunderwerk? Mit einem Wort: oberfantastisch. Die Schaltvorgänge sind blitzschnell, sitzen alle perfekt. Verschalter sind endgültig vorbei, zum einen durch die Simplizität einer 1 x 12-Gruppe, zum anderen durch die „unbestechliche“ Präzision eines Schaltwerks mit E-Stellmotor. Und diese hält auch lange an. Erst nach grob 20–45 Betriebsstunden muss der am Schaltwerk sitzende, unscheinbare, nur 25 g leichte Akku ins Ladegerät. Über haupt gab es in unseren bisherigen Tests über viele Hunderte von Kilometern und Höhenmetern nicht ein Problem – weder mechanisch, noch elektronisch. Sodass aktuell „lediglich“ der hohe Preis der AXS gegen den Ausflug ins elektronische Adlerreich spricht.

SRAM XX1 Eagle AXS Gewichte

SRAM XX1 Eagle AXS Gewichte  
Schaltwerk 376g
Schalthebel mit Zug 70g
Kassette 359g
Kette (126 Glieder) 264g
Kurbel (175mm, 34t Kettenblatt, ohne Innenlager) 426g
Komplettgruppe  1495g

SRAM X01 Eagle AXS Gewichte

SRAM X01 Eagle AXS Gewichte  
Schaltwerk 388g
Schalthebel 70g
Kassette 358g
Kette (126 Glieder) 264g
Kurbel (175mm, 32t Kettenblatt, ohne Innenlager) 467g
Komplettgruppe  1547g

Fazit zur XX1/X01 AXS:

Die AXS stellt die Speerspitze der Eagle-Entwicklung dar, ist die aktuell faszinierendste und unserer Meinung nach beste Möglichkeit, an einem Mountainbike die Gänge zu wechseln. Aber selbst wer online kauft, muss rund 1500 Euro ansparen.

Lukas Hoffmann

AXS-Upgrade Kit

Biker, die bereits eine mechanische Eagle-Schaltung besitzen oder Kurbel von Fremdanbietern fahren, haben eine neue und günstigere Möglichkeit in Genuss der Sram AXS-Gruppe zu kommen. Ab sofort bieten die Amis ein Upgrade Kit, bestehend aus AXS-Schaltwerk und Controller an. Preislich liegt es deutlich unter der 800 Euro Grenze – weiterhin viel Geld für eine Schaltung, dennoch aber eine sinnvolle Ergänzung im Portfolio für Biker die keine Komplettgruppe anschaffen wollen. Die Upgrade-Kits sind als X0 und XX1-Varianten erhältlich, Controller und Schaltwerk der beiden Baugruppen sind in technischen Details und in Sachen Gewicht baugleich. Die Upgrade-Kits sind eine Möglichkeit für technikbegeisterte Biker und E-Mountainbiker die neueste Technik ans Bike zu verbauen.

SRAM
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Sram X01/XX1 Eagle

Mit diesen beiden Gruppen begann 2016 der Höhenflug des Adlers. Und auch heute noch sind die beiden Top-Gruppen X01 und XX1 State of the Art. Auf den ersten Blick unterbieten die für CC, Marathon und Tour optimierte XX1 Eagle sowie die etwas robustere X01 Eagle ihre funkenden Schwestern sogar um 40–50 g – jedoch ohne Schaltzugaußenhülle und Endkappen. Je nach Rahmengröße dürfte es auf ein Unentschieden hinauslaufen. Der Preis spricht aber natürlich für die mechanischen Gruppen, für die es inzwischen auch Upgrade-Kits von Fremdherstellern gibt, um noch einmal ein paar Gramm rauszuschwitzen.

In Sachen Performance sind XX1 und X01 Eagle ebenfalls nach wie vor allererste Sahne. Die Gangwechsel erfolgen mit Sram-typisch knackigem, maschinengewehrartigem Drücken der Hebel, sie sind in höchstem Maß präzise und so schnell, dass gar nicht auffällt, dass man nicht ganz so viele Gänge in einem Rutsch schalten kann wie bei Shimano. Bei der Bandbreite gilt dasselbe wie für (fast) alle Eagle-Gruppen: 500 Prozent sind mehr als ausreichend.

SRAM XX1 Eagle Gewichte

SRAM XX1 Eagle Gewichte  
Schaltwerk 265g
Schalthebel mit Zug 133g
Kassette 362g
Kette (126 Glieder) 262g
Kurbel (175mm, 34t Kettenblatt, ohne Innenlager) 426g
Komplettgruppe  1448g

SRAM X01 Eagle Gewichte

SRAM X01 Eagle Gewichte  
Schaltwerk 278g
Schalthebel mit Zug 135g
Kassette 356g
Kette (126 Glieder) 262g
Kurbel (175mm, 32t Kettenblatt, ohne Innenlager) 478g
Komplettgruppe  1509g

Fazit: Sram X01/XX1 Eagle

Wer eine leichte, technisch brillante, sorglose und verschleißarme 1 x 12-Schaltung mit cooler Optik sucht, kommt an den „Eagle-Oldies“ XX1 und X01 noch immer kaum vorbei.

SRAM

Sram GX Eagle

Wer heute ein Fully „mittlerer“ Preisklasse (2000–3000 Euro) kauft, findet fast immer eine GX Eagle am Rad. Oder zumindest Teile davon. Mit gutem Grund: Die GX bietet dieselbe Gang-Bandbreite und Technik wie XX1 und X01, ist aber erheblich preiswerter. Trotz günstigerer Materialien und etwas einfacherer Machart merken jedoch nur absolute Sensibelchen in Sachen Schaltqualität einen Unterschied. Der ist eigentlich nur auf der Waage relevant. Vor allem wegen der schwereren Kassette (genietet) und der Alu-Kurbel wiegt die GX Eagle rund 250 g mehr als die X01 Eagle, kostet dafür aber weniger als die Hälfte.

Fazit SRAM GX Eagle

Online schon für rund 350 Euro als Komplettgruppe erhältlich, bietet die GX die ganze Eagle-Faszination für kleines Geld. Absoluter Kauftipp!

SRAM

Sram NX Eagle

Der Clou an der NX Eagle ist die Kassette. Dabei ist diese auf den ersten Blick keine Schönheit, sie ist bleischwer und hat wegen ihres kleinen 11er-Ritzels auch etwas weniger Bandbreite als die 10–50er-Modelle der teureren Eagle-Gruppen. Aber sie passt auf den Standard-(Shimano-) Freilauf, benötigt also nicht den speziellen Sram-XD-Body. Das macht die NX-Gruppe für Nachrüster zusammen mit dem Low-Budget-Preis spannend. Dafür muss man allerdings ein höheres Gewicht in Kauf nehmen, auch das Finish ist weniger wertig. Auch arbeitet der (Plastik-) Hebel nicht so knackig wie der XX1-, X01- oder GX-Trigger. Dafür ist er sehr leicht und so ein heißer Tipp für Grammjäger.

Fazit: SRAM NX Eagle

Schwer, nicht gerade edel und hübsch, dafür robust, funktionell gut und sehr preiswert – die NX Eagle ist vor allem für Interessenten mit schmalen Budget interessant.

SRAM

SRAM SX Eagle

Die SX ist seit 2019 der neue Einstieg in die Eagle-Familie. Ursprünglich war die Einstiegsgruppe in die Eagle-Famillie nur für den OEM-Markt, also als Erstausrüster-Schaltung an fabrikfertigen Bikes, geplant. Nun bieten aber einige Online-Händler das Modell an. Die NX-Gruppe wird mit einem Kaufpreis von zirka 330 Euro die NX-Gruppe nochmal um knapp 50 Euro unterbieten. Der Trigger ist außerdem auch als E-MTB-Variante (Gänge nur einzelnd schaltbar) erhältlich. Laut verschiedenen Websiten soll die Gesamtgruppe mit NX-Kette und Kassette (anders nicht erhältlich) bei sehr schweren 2328 Gramm liegen. Dafür sind Features wie der arretierbare Schaltkäfig, Cage Lock, und andere Eagle-Technologien an Bord.

Fazit: SRAM SX Eagle

Gut und günstig: Das dürfte die SX-Gruppe allemal sein. Allerdings gibt es für die schwere Gruppe eine kleine Gewichtsstrafe: Über 2kg für eine 1x12-Schaltung ist schwer. Die Schaltperformance vermuten wir etwa auf NX-Niveau, noch konnten wir keine SX-Gruppe fahren.

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