Dennis Stratmann
Günstig vs. teuer
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Wie unterscheiden sich günstige und teure MTB-Parts?

Günstig vs. teuer: MTB-Parts und Anbauteile

Reicht das Basismodell oder sollte es die High-End-Variante sein? Bei Federgabel, Schaltung & Co. gibt es die Qual der Wahl – wir zeigen, wo Sie sparen können!

Oh ja, so eine güldene Fox-Factory-Gabel ist der Traum. Oder eine Shimano-XTR-Schaltung. Von sündhaft teuren, leichten, schönen Carbon-Laufrädern ganz zu schweigen ... Hand aufs Kettenblatt: Wollen Sie nicht auch für Ihr liebstes Hobby nur das Beste? Dumm nur, dass sich die Hersteller ihre Technologieträger nur zu gerne sehr teuer bezahlen lassen. Das gilt natürlich vor allem für alles, was sich dreht, bewegt, federt, dämpft, schaltet und waltet – also für die Anbauteile eines Bikes.

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Auch preiswerte Stopper bieten aktuell seriöse Bremskraft.

In Teil II unseres "Günstig-gegen-teuer"-Ratgebers haben wir uns diese sogenannten Hardparts genauer angesehen. Wo lohnt es sich, viel Geld zu investieren? Wo kann man sparen? Anders als bei MTB-Bekleidung und -Zubehör in Teil I haben wir diesmal innerhalb des Portfolios der jeweiligen Herstellers verglichen. Denn die meisten Biker stehen genau vor dieser Wahl-Qual: "Ich will diese geile Magura-Bremse, aber nehme ich die MT5 oder die doppelt so teure MT7? Reicht mir die Shimano-SLX-Schaltung oder muss es die XTR sein? Wichtig: In der "Günstig-Kategorie" stellen wir keinen Schrott vor, sondern jeweils Produkte, die nahezu alle bar jeder Kritik sind. Mehr braucht eigentlich keiner. Oder doch? Lesen Sie sich durch!

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An Fullys der 3000-EuroKlasse kommen in der Regel nicht die High-EndParts von Fox, Sram oder Shimano zum Einsatz – aber dennoch sehr gute.

Reifen:

Gib Gummi! Bei Reifen macht die Mischung den Erfolg aus – buchstäblich.

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Achten Sie beim Reifenkauf genau auf die Beschriftungen der Pneus.

Unterschiedliche Breiten und Größen, diverse Karkassen und Gummimischungen – Schwalbes Kassenschlager Nobby Nic gibt es (kein Scherz) in 38 Ausführungen! Bei anderen Erfolgsmodellen wie dem Maxxis Minion sieht es nicht anders aus. Und die Preise schwanken dabei von 15 bis 65 Euro das Stück! Das Profil und damit das Äußere ist jedoch nahezu immer gleich, es geht um den Aufbau. Preiswerte Reifen haben oft nur eine, in der Regel eher harte Gummimischung, bei teureren Modellen sind es bis zu vier: soft an den Stollen, hart auf der Lauffläche, flexibel an den Seiten usw. Auch ist die Karkasse bei teureren Modellen feiner gewebt und/ oder speziell verstärkt – das eine schützt vor Durchstichen, das andere vor Durchschlägen. Und da der Reifen der einzige Kontaktpunkt zwischen Bike und Boden ist, sollten Sie hier wirklich nur im Notfall sparen.

Schwalbe Nobby Nic Performance

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Schwalbe
  • Preis: 33 € (UVP)
  • erstaunlich leichter Aufbau
  • rollfreudiges, hartes Gummi
  • sehr geringer Verschleiß
  • Grip-Level nicht optimal

Schwalbes Performance-Line-Reifen sind die günstigeren Varianten im Portfolio. Es gibt sie als Draht- oder Faltreifen, wobei für den MTB-Allround-Einsatz nur Letztere sinnvoll sind. Die Modelle sind fraglos gut, da leicht, sehr schnell rollend und mit tollen Profilen ausgestattet. So wiegt der Nobby in 29 x 2,35" nur 820 g. Jedoch kommt nur eine eher simplere und härtere Gummimischung zum Einsatz. Die hält lange, bietet aber nicht den ultimativen Grip.

Schwalbe Nobby Nic Evolution

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Schwalbe
  • Preis: 60 € (UVP)
  • in zwei Gummimischungen ...
  • ... sowie zwei Karkassen erhältlich
  • exzellente Allround-Eigenschaften
  • Verschleiß im normalen Bereich

Die teuren Performance-Pneus von Schwalbe gibt es für 2021 in zig Ausführungen. So kommt der Nobby Nic etwa in "Super Ground"- oder sehr stabiler "Super Trail"-Karkasse und mit schneller "Speedgrip"- oder griffigerer "Soft"-Gummimischung. Selbst in leichtester Ausführung wiegt er rund 50–70 g mehr als das preiswertere Performance-Pendant, kostet dafür fast das Doppelte. Dennoch: Die bessere Gummimischung rockt und lohnt den Aufpreis!

Schaltgruppe

Die Schaltgruppe und speziell das Schaltwerk sind Prestigeobjekte schlechthin am Bike. Zu Recht? Ja und nein, denn ein Upgrade auf teurere Parts lohnt sich eher an versteckter Stelle.

Ein Bike mit einem Shimano-XTR-Schaltwerk ist besser als jedes andere. Stimmt’s? Stimmt nicht. Auch wenn die Radhersteller stark mit dem Schaltwerk werben, ist kaum ein Teil am Bike so unwichtig. Nicht weil man es nicht bräuchte, sondern weil das Niveau heute so hoch ist, dass auch ein preiswertes Schaltwerk ideal arbeitet. Was ein zigmal so teures XTR-Schaltwerk besser macht als ein preiswertes Pendant aus der Deore-Gruppe? Es ist dank erlesener Materialien und aufwendigerer Lager leichter sowie einen Hauch präziser und langlebiger.

Bei der kompletten Schaltgruppe hingegen lohnt der Blick zu den teureren Modellen. So bieten die Top-Schalthebel im Portfolio von Shimano (ab XT) und Sram (ab X01) ein besseres, knackigeres Schaltgefühl sowie mehr Features. Teurere Kassetten und Kurbeln verbessern die Performance hingegen kaum, sie sparen aber in Relation zum Preis viel Gewicht ein. Die teuersten Ketten wiederum wiegen kaum weniger als die günstigeren Modelle, halten aber dank besserem Finish sowie hochwertigeren Stählen gerne mal doppelt so lange. Was den Preis relativiert. Kurzum: Sparen Sie am Schaltwerk! Investieren Sie in Kurbel, Kassette, Kette und vor allem Hebel!

Shimano SLX (M7100)

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Shimano
  • Preis: ca. 230 € (Upgrade-Kit)
  • gleiche Bandbreite wie XTR
  • Gewicht noch okay
  • sehr gute Schalt-Performance
  • Preis/Leistung sensationell

Die SLX ist Shimanos Preisschlager. Das Upgrade-Kit inkl. "Microspline"- Freilauf gibt es online schon für rund 225 Euro! In Sachen Schalt-Performance arbeitet die SLX kaum spürbar schlechter als XT und XTR, die GangBandbreite ist dank 10–51er-Kassette gleich. Einzig der Hebel bietet weniger Features, das Kit-Gewicht liegt rund 250 g über dem der XTR.

Shimano XTR (M9100)

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Shimano
  • Preis: ca. 630 € (Upgrade-Kit)
  • Edel-Gruppe mit Traum-Finish
  • Shimanos Technologie-Träger Nr. 1
  • sehr leicht (ca. 1030 g Kit-Gewicht)
  • vergleichsweise hoher Preis

Einmal die XTR besitzen! Für viele Biker ist Shimanos Top-Gruppe Traum und Statussymbol. Durchaus zu Recht, denn das Gewicht ist sehr niedrig, die Schaltqualität top, das Finish sensationell. Zudem sind alle Techniken an Bord, am Hebel lassen sich etwa drei Gänge auf einmal hoch- und zwei Gänge auf einmal runterschalten – Letzteres sogar in zwei Richtungen.

Cockpit

Leicht oder schwer? Bei Lenker und Vorbau regelt der Preis in erster Linie "nur" das Gewicht.

Ein High-End-Carbon-Lenker wiegt schon mal die Hälfte eines einfachen Alu-Pendants. In Sachen Geometrie hingegen, also wie und wo der Lenker etwa hoch- oder zurückgebogen ist, machen die Hersteller in aller Regel keine Unterschiede zwischen günstig und teuer. Aber: Verfallen Sie nicht in Leichtbauwahn! Ein 100-Gramm-Carbon-Lenkerchen hat an einem Enduro nix zu suchen. Vorbauten sind, egal ob teuer oder günstig, nahezu alle aus Alu. Hier haben die teureren Modelle meist mehr Ausfräsungen oder Titan- statt Stahlschrauben – was ein paar Gramm einspart. So oder so: Vertrauen Sie am Cockpit nur auf Markenprodukte, Finger weg von No-Name-Teilen aus dubiosen eBayShops. Ist ein Lenker gleichzeitig sauleicht und saubillig, kann etwas nicht stimmen!

Race Face Aeffect R 35

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Race Face
  • Preis: 145 € (Lenker & Vorbau, UVP)
  • exzellente Geometrie
  • steif und maximal robust
  • im Set über 500 g schwer
  • kein edles, aber sauberes Finish

780 mm breit, mit ergonomisch sinnvollen 5° Hoch- und 9° Rückbiegung sowie mit 20 mm Rise – der preiswerte (45 Euro) Aeffect-R-Lenker aus Aluminium dürfte nahezu jedem Trail-, All-Mountain- oder EnduroBiker perfekt passen. Nur leicht ist er nicht: 350 g spricht die Waage. Der passende, gleichnamige Vorbau Aeffect R 35 ist ebenfalls eher auf der robusten Seite und wiegt in 50 mm Länge und mit 35-mm-Klemmung rund 160 g.

Race Face Next R 35 + Turbine R 35

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Race Face
  • Preis: 260 € (Lenker & Vorbau, UVP)
  • sehr edles Set aus Carbon-Lenkerund Aluminium-Vorbau
  • kein riskanter Leichtbau, sehr stabil
  • rund 150 g leichter als Aeffect-Set

Rund 215 g wiegt der Next-R-35- Lenker aus Carbon. Kein Rekordgewicht, dafür ist der 800 mm breite "Prügel" aber auch für härtere Gangart voll geeignet. Die Geo unterscheidet sich nur minimal vom preiswerten Aeffect-Pendant: 8° statt 9° Rückbiegung sind es. In neun Farben und fünf Längen (30–70 mm) ist der edle Turbine-R-35-Vorbau erhältlich und die ideale Ergänzung zum NextLenker. Bei 50 mm Länge wiegt das Alu-Modell rund 140 g.

Bremse

Klar, die Bremse ist das sicherheitsrelevanteste Teil am Bike. Also sind Billigprodukte verboten? Nein, nicht unbedingt.

So sind Shimanos preiswerte MT520-Vierkolbenbremsen (ab 145 Euro/Paar) seriöse und sichere Stopper. High-End-Modelle bieten erst mal "nur" erlesenere Materialien, die das Gewicht senken: Bremskörper aus Magnesium und/oder Hebel aus Carbon. Oft ist zudem eine Druckpunktverstellung mit an Bord: nett, aber nicht zwingend. Wichtiger ist, dass die Hebelreichweite verstellbar ist – und das bieten auch Einsteiger-Bremsen. Woran preiswerte Bremsen kranken können, ist ein oft weniger definierter Druckpunkt. Wobei auch das ein Stück weit Geschmackssache ist. Sollte Ihnen Ihre aktuelle Bremse zu wenig Power oder Standfestigkeit bieten, klingt das Upgrade auf ein teureres Modell verlockend. Preiswerter und oft sinnvoller ist erst mal Tuning: Eine größere Disc und bissigere Beläge bringen richtig viel!

Magura MT5

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Magura
  • Preis: 214 € (UVP)
  • extrem hohe Bremskraft
  • Preis/Leistung genial
  • genauso schwer wie die MT7
  • ergonomisch nicht idealer Hebel

Maguras MT5 gehört zu den stärksten und standfesten Bremsen – und ist dabei erstaunlich preiswert, im Online-Shop gibt es das Set (ohne Discs) schon für etwas mehr als 150 Euro. Mehr Bremse fürs Geld bietet keiner! Der supersteife, aus einem Stück geschmiedete Vierkolben-Sattel ist dabei stark genug, um selbst im Bikepark oder bei Downhill-Rennen zu glänzen. Der lange Bremshebel ist Geschmackssache, kürzere Hebel lassen sich aber nachrüsten.

Magura MT7 Pro

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Magura
  • Preis: 430 € (UVP)
  • bessere Hebelergonomie als MT5
  • ebenso brachiale Bremskraft
  • etwas besser dosierbar als MT5
  • mit Druckpunktverstellung

Nicht nur DH-Weltmeister Loic Bruni schwört auf sie: Die MT7 ist der Bremsanker schlechthin! Im Vergleich zur etwa halb so teuren MT5 gibt es geteilte Bremsbeläge (pro Kolben einer) für bessere Modulation sowie serienmäßig den Einfinger-"HC"- Bremshebel der Schwaben. Zudem ist der Hebel aus "Carbotecture", einem Verbundmaterial aus Carbon und Polymeren, und bietet eine Druckpunktverstellung. Gewicht? 255 g pro Bremse – wie die MT5.

Federgabeln

Federgabeln gibt es nicht nur in verschiedenen Federwegs- und Einsatzkategorien, sondern auch in unterschiedlichen Güteklassen.

US-Gigant Fox gibt seinen Forken beispielsweise die Namenszusätze Rhythm, Performance, Performance Elite und Factory – von "billig" nach teuer, wobei Rhythm eigentlich dem OEM-Markt vorbehalten ist. Bei Konkurrent Rock Shox haben wir Select, Select+ und Ultimate. Die Unterschiede am Chassis sind dabei gering oder gar nicht vorhanden, das Innenleben ist das Entscheidende. So kommen bei den preiswerteren Modellen simplere Dämpfungskartuschen oder Luftfedereinheiten zum Einsatz.

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Häufig unterscheiden sich günstige und teure Modelle eines Herstellers weniger in der Funktion als im Gewicht.

Merkt man das? Ja und nein. Eine Top-Gabel spricht einen Hauch feiner an, steht minimal souveräner im Hub, geleitet ein bisschen sanfter in die Endprogression und reagiert ein Jota flinker auf schnelle Stöße. Kurzum: Die Unterschiede sind da, aber so gering, dass nur sehr erfahrene, "aggressive" Biker sie wirklich merken. Wichtiger ist für viele, dass teurere Gabeln mehr Einstellmöglichkeiten bieten. Hat ein simpleres Modell etwa nur einen zuschaltbaren Lockout, besitzen High-End-Modelle mehrstufige Hebel für die Dämpfungseinstellung am Gabelholm. Teils sind sogar Druckstufe und Zugstufe in High- und Low-Speed komplett getrennt voneinander einstellbar. Das meiste davon braucht der 08/15-Biker zwar nicht – zumal viele Möglichkeiten oft viele Fehler nach sich ziehen –, es fühlt sich aber gut an, die Option(en) zu besitzen …

Fox 34 Performance Grip

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Fox
  • Preis: 989 € (UVP)
  • einfache, aber tolle Dämpfung
  • Gewicht wie beim Top-Modell
  • höchst solide Fahrleistung
  • immer noch hoher Preis

Nein, ein Schnäppchen sind die preisgünstigeren Fox-AftermarketGabeln mit dem Zusatz "Performance" nicht. Deren "Grip"-Dämpfungskartusche verdient sich aber das Prädikat "einfach gut"! Die Dämpfung ist via Hebel nur in drei Schritten regulierbar, das reicht aber quasi immer. Zudem spricht die Gabel fein an und steht stabil im Hub. Alles, was die Factory-Modelle obendrauf bieten, ist insofern Luxus, der Aufpreis dafür aber auch nicht extrem.

Fox 34 Factory Grip2

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Fox
  • Preis: 1299 € (UVP)
  • "Kashima"-Beschichtung
  • mannigfaltiges Set-up
  • auch mit etwas preiswerterer, "simplerer" FIT4-Kartusche erhältlich.

Ein Goldstück! Das Top-Modell der Fox 34 glänzt buchstäblich mit goldener "Kashima"-Beschichtung, die für ein besonders geschmeidiges Ansprechverhalten sorgt. Beeindruckend ist die Einstellungsvielfalt der "Grip2"-Kartusche: Low- und HighSpeed sind in Druck- und Zugstufe regulierbar. Im Labor und auf dem Trail lässt die US-Premium-Forke keine Fragen offen: Gewicht, Steifigkeit und Fahr-Performance sind für eine Trailbike-Gabel unschlagbar gut.

Laufrad

Zeit, dass sich was dreht? Mit einem Laufrad-Upgrade lässt sich Ihr Bike in ein besseres verwandeln. ... Aber das hat seinen Preis! Dazu muss immer wieder Laufrad-Papst Keith Bontrager zitiert werden: "Strong. Light. Cheap. Pick two." Auf deutsch: Ein Laufrad kann nie gleichzeitig leicht, stabil und billig sein, es gehen immer nur zwei dieser Attribute. Wer das Geld hat, kann mit einem HighEnd-Laufradsatz sein Bike aber zur Rakete machen, denn es lassen sich bis zu 500 g einsparen. Und das an "rotierender Masse" – das zählt quasi doppelt. Denn das Bike beschleunigt dann besser, wird sogar im Handling agiler. Um das zu erreichen, verbauen DT Swiss & Co. bei ihren TopModellen superleichte, dennoch breite und stabile Carbon-Felgen. Die sind in der Regel sogar schlagzäher als AluminiumPendants, können aber bei einem Schadensfall nicht mehr gerichtet werden.

DT Swiss XM 1700 Spline

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DT Swiss
  • Preis: ab 699 € (UVP)
  • breite und robuste Alu-Felge
  • mit ca. 1840 g nicht zu schwer (29")
  • top Technologien an Bord
  • prima Preis-Leistungs-Verhältnis

Mit der 1700er-Serie richten sich die Schweizer an preisbewusste Biker, die an Qualität dennoch nicht sparen wollen. Die gerade frisch aufgelegten Rundlinge kommen in der XM-Version (für Trail, Tour, AM) mit hochwertigen DT-350-Naben, breiten Felgen (30 mm Maulweite) und bewährtem "Ratchet"-Freilauf-System. Die Alu-Laufräder sind bis zu einem Systemgewicht von 120 Kilo freigegeben. Das Gewicht liegt in 29" bei rund 1840 g.

DT Swiss XMC 1200 Spline

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DT Swiss
  • Preis: ab 2198 € (UVP)
  • leichter, edler Carbon-LRS
  • breite Felge (30 mm innen)
  • bis 120 Kilo Systemgewicht
  • extrem hoher Preis

Nein, ein Schnäppchen sind die 1200er-Räder von DT nicht. Dafür fahren die Schweizer das Beste auf, was sie zu bieten haben, etwa die noble DT-180-Nabe und natürlich CarbonFelgen, die satte 30 mm Maulweite haben – und auch eine Freigabe bis 120 Kilo Systemgewicht. Apropos: Ein Satz in 29" wiegt circa 1530 g. Tipp: Die neuen 1501-Spline-Räder bieten ebenfalls Carbon-Felgen, wiegen nur rund 100 g mehr, kosten aber 700 Euro weniger.

Dämpfer

Für das Federbein gilt dasselbe wie für die Federgabel: Fox und Rock Shox bieten verschiedene Güteklassen an.

Aber: Anders als die Gabel lässt sich der Stoßdämpfer im Heck nicht so einfach austauschen. Nicht nur, weil es unzählige Einbau- und Hublängen gibt, sondern vor allem, weil jedes Federbein speziell auf den Hinterbau des Bikes abgestimmt ist. Dieser Tune betrifft das interne "Shim Stack", eine Ansammlung kleiner Lochplättchen, die den Ölfluss regulieren – und die eben bei jedem Bike anders ist. Ein Tausch lohnt sich also nur im Notfall: Wenn der Dämpfer defekt ist oder wirklich partout nicht zum Riding-Style passen will. Aber auch dann sollten Sie den Kundendienst von Rock Shox oder Fox kontaktieren, um wirklich ein passendes Modell zu bekommen.

Rock Shox Deluxe Select+

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Rock Shox
  • Preis: – € (siehe Text)
  • eigentlich nur für den OEM-Markt
  • in sehr vielen Bikes verbaut
  • Plattform-Dämpfung zuschaltbar
  • Zugstufe einstellbar

Rock Shox’ Deluxe-Dämpfer richtet sich vornehmlich an XC- und TourenBiker, ist meist in Bikes bis 130 mm Federweg zu finden. Es gibt sie in drei Varianten: Select, Select+ und Ultimate, wobei die Select-Modelle für den Erstausrüstermarkt sind. Heißt: Den oben gezeigten "Select+"-Dämpfer kann man offiziell nicht kaufen, er steckt aber in unzähligen Bikes.

Rock Shox Deluxe Ultimate

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Rock Shox
  • Preis: 399 € (UVP)
  • neben Zugstufe und Plattform Low-Speed-Druckstufe einstellbar
  • auch für Nachrüster erhältlich
  • Chassis etc. zum Select+ identisch

Der auch im Aftermarkt erhältliche Deluxe-Ultimate-Dämpfer unterscheidet sich innen wie außen kaum vom einfacheren Select+ -Pendant. Wie bei diesem lässt sich eine Wippunterdrückung ("Plattform") zuschalten, zudem ist dieLow-SpeedDruckstufe über das blaue Drehrad fein regulierbar, was eine perfekte Anpassung der Dämpfung erlaubt.

Sattel

Egal ob günstig oder teuer, der Sattel muss zum Hintern passen – Punkt. Alles andere ist Gewichtstuning.

Es gibt eine Handvoll Bikerinnen und Biker, die könnten selbst auf einem Frühstücksbrettchen sitzend völlig problemlos und vor allem schmerzfrei einen Alpencross fahren. Die meisten von uns haben aber genau hier ihre "P(r)oblemzone". In der Ergonomie-Sprache wird dabei unterschieden in Sitz- oder Schambeinbelaster. Erstere thronen eher mit aufrechtem Becken auf ihren Sitzhöckern (was tendenziell gut ist!), Letztere kippen ihr Becken unbewusst ab und nerven dabei Ihren Schambereich – buchstäblich. Die beruhigende Nachricht: Für quasi jeden Sitztypen gibt es inzwischen den ideal passenden Sattel. Die Suche danach ist jedoch eher eine Gedulds- als eine Geldfrage. Günstige und teure Varianten eines Sattels unterscheiden sich nämlich nur höchst selten in der Geometrie. Stattdessen sind es die Materialien, die den Preis regeln. Speziell in Sachen Sattelschale und Sattelstreben. Diese sind bei sündteuren High-End-Modellen jeweils aus Carbon, bei den preiswerteren Varianten sind sie aus Nylon (Schale) bzw. Stahl (Streben). Wo Sie den Unterschied spüren? Auf der Waage, nicht am Allerwertesten!

Selle Italia Flite Boost TM

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Selle Italia
  • Preis: 130 € (UVP)
  • Neuauflage einer Legende
  • sportlich, aber nicht unbequem
  • in Basisausführung recht schwer
  • zwei Breiten, zwei Shapes verfügbar

Der "Ur-Flite" war vor 30 Jahren der erste echte Sportsattel. Unzählige Rennradler und Biker liebten ihn. Anderen hassten ihn, weil schmal, hart, flach – ein echtes Italo-Brett! 2020 kommt die neuste Auflage: der Flite Boost. Der ist ergonomisch gut, aber immer noch ein echter Sportskamerad. Die günstigste Ausführung mit "Manganese"-Gestell wiegt 245 g.

Selle Italia Flite Boost Kit Carbonio

Günstig vs. teuer
Selle Italia
  • Preis: 285 € (UVP)
  • Geo, Shapes etc. wie bei TM
  • leichte Carbon-Streben/-Schale
  • top gemacht, Made in Italy
  • gesalzener Preis

Dank Carbon-Einsatz wiegt das teuerste Flite-Boost-Modell in Größe L (145 x 248 mm) und ohne Aussparung nur 180 g. Der Shape ist gleich dem der TM-Variante, auch die Auswahl ist es: Beide gibt es in S (135 x 248 mm) und L, beide ohne oder mit Loch ("Superflow"). Die Gewichtsersparnis ist indes teuer erkauft: Das High-EndModell kostet mehr als das Doppelte.

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