Stellungnahme von Vaude

Die Zeitschrift Ökotest hat in der Ausgabe 4/2013 17 Radhosen untersucht – und in vielen Produkten Schadstoffe gefunden, darunter ein krebserregendes aromatisches Amin (MDA). Auch am Einsatz von Bakterienkillern wie Triclosan oder Silber nimmt Ökotest Anstoß. MountainBIKE hat die betroffenen Hersteller um Stellungnahme gebeten. Hier die Antwort von Vaude:

Das Magazin ÖKO-TEST hat in seinem Magazin 04/2013 einen Test unserer Fahrradhose VAUDE BIRCH SHORTS durchgeführt und dabei Schadstoffbelastungen festgestellt. Dazu möchten wir Stellung nehmen.

Als verantwortungsvolles Unternehmen legt VAUDE höchste Maßstäbe an Funktionalität und ökologische Herstellung seiner Produkte an. Insbesondere für die Schadstoffvermeidung arbeiten wir seit 10 Jahren mit bluesign Technologies zusammen. Bluesign ist der strengste Produktionsstandard in der Textilindustrie, der Schadstoffe entlang der gesamten Produktionskette nach jeweils bestmöglicher Technologie konsequent vermeidet. Die bluesign-Grenzwerte sind zum Teil strenger als die gesetzlichen Grenzwerte. Unser Ziel ist, die gesamte VAUDE-Kollektion Schritt für Schritt gemäß bluesign herzustellen.

Die vorliegenden Testergebnisse unserer BIRCH SHORTS nehmen wir sehr ernst. Wir arbeiten permanent daran, unserer Verantwortung für sichere, möglichst umweltfreundliche und hochfunktionelle Produkte gerecht zu werden.

Zu den von ÖKO-TEST gefundenen Werten im Einzelnen:

Azofarbstoffe:
Die Grenzwerte für 4,4-Diaminodiphenylmethan liegen laut REACH Anhang XVII bei 30 mg/kg, bei Ökotex Standard 100 und bluesign bei 20 mg/kg. Die gefundenen Werte liegen also noch unterhalb der genannten Grenzwerte. Wir haben weitere Analysen in Auftrag gegeben, um ein falsch positives Ergebnis auszuschließen. Die GC/MS und TLC Analysemethoden zeigen nach Erfahrung unserer Experten leider immer wieder sogenannte „falsch positive“ Ergebnisse. Das bedeutet es werden Werte angezeigt, die in Wirklichkeit nicht vorhanden sind. Eine Gegenanalyse (aus derselben Charge) in einem unabhängigen Labor liegt uns vor und hier konnten keine Azofarbstoffe nachgewiesen werden.

Optische Aufheller:
Hier möchten wir auf die Veröffentlichung des Bundesinstituts für Risikobewertung hinweisen. Nach den uns vorliegenden Informationen ist ein Anwendungsverbot für optische Aufheller nicht angezeigt. Die Argumentationskette, dass Stilbenderivat östrogen ähnlich und damit hormonaktiv ist, ist nach unserem Kenntnisstand nicht gegeben. Sollten Sie anderweitige Informationen haben, sind wir für Hinweise dankbar.

Zinnorganische Verbindungen:
Öko-Test hat Spuren von Monobutylzinn (MBT) und Dibutylzinn (DBT) gefunden. Gesetzliche Grenzwerte werden jedoch eingehalten, sowie die Ökotex Standard 100 - Grenzwerte und auch die wesentlich strengeren bluesign-Grenzwerte werden deutlich eingehalten.
Wir arbeiten derzeit mit unseren Herstellern an einer weiteren Reduktion der zinnorganischen Verbindungen. Ein Risiko einer negativen Beeinträchtigung des Verbrauchers schließen wir nach unserer Kenntnis aus. Sollten Ihnen Informationen über Grenzkonzentrationen vorliegen, ab denen eine toxikologische Bedenklichkeit vorliegt so bitten wir um Übermittlung dieser Informationen.

Halogenorganische Verbindungen (AOX):
Dieser Parameter unterliegt keinerlei gesetzlicher Regelung bei Bedarfsgegenständen. Halogenorganische Verbindungen (AOX) sind im Abwasser geregelt, da AOX gewässertoxisch sein kann. Im produktbezogenen Verbraucherschutz ist die Sinnhaftigkeit dieses Parameters jedoch in Frage zu stellen: Da für solch einen Summenparameter keine Risikoanalyse durchgeführt werden kann, kann mit diesem Summenparameter auch kein Gefährdungsrisiko ermittelt werden und schlussendlich auch kein Grenzwert definiert werden. Auch ein Verwendungsverbot macht wenig Sinn, da für einen Summenparameter keine Daten zur Humantoxizität vorliegen können. Wir lassen in unserer textilen Zulieferkette nach dem bluesign-Standard arbeiten, hier sind eine Vielzahl von Einzelstoffen geregelt – auf wenig aussagekräftige Summenparameter kann verzichtet werden.

Antimon:
Ca. 99% der derzeitigen PES-Fasern werden mit Antimonkatalysatoren hergestellt. Zieht man die sehr strengen Grenzwerte des Blauen Engels für Textil heran, so ist dort ein Grenzwert von 30 mg/kg genannt. Der bluesign-Standard schreibt sogar einen Grenzwert von 5 mg/kg für die Risikoklasse A (direkter Hautkontakt) vor. Der von ÖKO-TEST gefundene Wert in unserem Produkt liegt bei 0,2 mg/kg und ist somit weit unter diesen strengen Grenzwerten.

Unser Fazit:
Den Ansatz von ÖKO-TEST, den Verbraucher über mögliche Gefahren aufzuklären, unterstützen wir sehr. Das Testergebnis der VAUDE BIRCH SHORTS ist in Bezug zu gesetzlich vorgeschriebenen oder freiwillig vereinbarten Grenzwerten zu sehen. Die Testergebnisse liegen weit unterhalb dieser Grenzwerte. Wir gehen deshalb davon aus, dass keine Gefahr für den Endverbraucher vorliegt und die hochwertige, funktionelle VAUDE BIRCH SHORTS bedenkenlos empfohlen, gekauft und benutzt werden kann.

03.05.2013
Autor: Felix Krakow
© MOUNTAINBIKE