Reifendruck während der Fahrt ändern? Kein Problem mit Wexelbar!

Foto: Lukas Hoffmann Wexelbar Reifendruck System Mountainbike

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Eine Panne wegen zu niedigem Luftdruck riskieren oder lieber keinen Grip haben, weil die Pneu zu prall ist? Beim Reifendruck haben viele Biker Fragenzeichen im Gesicht. Das neue Wexelbar-System soll nun den Reifendruck in wenigen Sekunden änderbar machen.

Mit dem neuen Wexelbar-System soll der Reifendruck in wenigen Sekunden auch während der Fahrt geändert werden können. Alle Infos zu der Weltneuheit findest du hier.

Kurz & Knapp Wexelbar-Reifendrucksystem:

  • mit einem im Rahmen ingegriertem Kompressor auch während der Fahrt Reifendruck wechseln
  • derzeit noch im Prototypen-Status, Serienfertigung geplant
  • Preis ca. 1000 Euro
  • System ist nicht nachrüstbar

Was bringt die schnelle Einstellmöglichkeit von Reifendruck?

Über den richtigen Reifendruck hat wahrscheinlich jeder Biker schon mal philosophiert: Ist er zu gering riskiert man Durchschläge und der Rollwiderstand erhöht sich, wenn man mal auf Schotterstraßen oder Asphalt unterwegs ist. Ist er allerdings zu hoch gewählt, um pralle Reifen auf festem Untergrund zu haben, passt sich der Reifen weniger dem Untergrund an. Die Folgen: Das Gripniveau wird auf Schotter oder schmierigen Waldboden deutlich schlechter. Bei dieser Ausgangslage setzt Wexelbar an: In nur wenigen Sekunden soll man Vorder- und/oder Hinterreifen befüllen oder Luft ablassen können - auch wärhend der Fahrt.

Besonders an fetten Plussize-Reifen oder am Fatbike ist so ein System sinnvoll. Auf Asphalt sind die dicken Reifen oft sehr behäbig und schwer zu beschleunigen. Viele E-Mountainbikes setzen auf die Breitreifen, weswegen das Wexelbar-System besonders für die Strom-Bikes interessant ist, zumal der Bord-Akku auch den kleinen Kompressor mit versorgen kann.

Wie das Wexelbar-System funktioniert.

Die Funktionsweise des Wexelbar-Systems ist ausgeklügelt: Im Rahmendreieck werkelt ein kleiner Kompressor, der von einem Akku angetrieben wird. Vom Kompressor aus gehen Leitungen zum Vorderrad und Hinterrad, bis sie schließlich am Ventilkopf enden. Damit alle Leitungen im Rahmen verlegt werden können muss dieser angebohrt werden - deswegen funktioniert das Wexelbar-System derzeit nicht mit Carbonrahmen. Besonders schwierig war die Leitungs-Integration an der Nabe - immerhin dreht sich dieses Bauteil permanent. Am Nabenkörper werkelt ein Drehventil, durch das die Luft beim Befüllen oder Ablassen strömt. Die Leitung selbst führt dann von der Nabe, ähnlich wie eine Speiche, direkt zum Ventilkopf. Die Drehdruchführung koppelt das Ventil bei Bedarf ein, sodass der Einstellvorgang beginnen kann. Mehrere Sensoren messen den Reifendruck.

Biker können mit einer App verschiedene Reifendrücke vorprogrammieren und dann per Lenkerfernbedienung einstellen. Das ganze System soll 500g ohne Akku wiegen, für verschiedene Einsatzzwecke sind verschiedene Akkus verfügbar. Je nachdem wie viele Befüll-Vorgänge man umsetzen will, lässt sich so der richtig Akku wählen. Bis zu 10 Bar Luftdruck soll der kleine Kompressor aufbauen können.

Preis und Verfügbarkeit

Derzeit befindet sich Wexelbar noch im Prototypen-Status. Schon nächstes Jahr aber sollen die ersten Bikes mit dem System ausgerüstet werden. Dabei sieht sich die junge Firma nicht als Nachrüstprodukt-Anbieter: Das Remscheider Unternehmen will mit den Bikeherstellern ins Gespräch kommen und das System serienmäßig an Neurädern anbieten. Der Kompressor könnte dann direkt im Rahmen verbaut sein. Bei E-Mountainbikes könnte der Strom außerdem aus dem Bord-Akku gezogen werden um das Gewicht niedrig zu halten. Der Aufpreis für das System soll bei saftigen 1000 Euro liegen.

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25.10.2017
Autor: Lukas Hoffmann
© MOUNTAINBIKE