Sram Eagle AXS - die erste elektronische MTB-Schaltung von Sram

Foto: SRAM Sram Eagle AXS - Erster exklusiver Test

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Mit der neuen Sram Eagle AXS betreten die Amerikaner erstmals die Bühne der elektronischen MTB-Schaltungen. Das jüngste Meisterwerk der Technik arbeitet kabellos. Wir zeigen in einem ersten ausführlichen Test, wie gut die neue Sram Eagle AXS wirklich ist.

Kurz und Knapp: Alle Infos zur neuen Sram Eagle AXS:

  • Bedienung per kabellosen Controller mit neuer Schaltlogik
  • kabellose Kommunikation von Controller und Schaltwerk
  • technisch auf bekannten Eagle-Standard
  • Schaltmodi und Hebelbelegung über App veränderbar
  • mit allen Bauteilen der Sram-Eagle-Serie kompatibel
  • ab April an ausgewählten Komplettbikes und im Handel erhältlich
  • Preise: 2000 Euro (X01 Eagle AXS), 2100 Euro (XX1 Eagle AXS) 800 Euro (Reverb AXS+ Controller links)

Sram Eagle AXS: die Schaltungs-Revolution bei Mountainbikes

Revolutioniert die neue elektronische Sram Eagle AXS den Schaltungsmarkt? Ein technisches Meisterwerk ist sie nach fünfjähriger Entwicklungszeit allemal. Denn anders als bei der bereits bekannten Shimano-Di2-Elektronikschaltung sorgt nicht nur ein Stellmotor am Schaltwerk für präzises Schaltvorgänge, die Übertragung des Signals vom Schalthebel (der bei Sram nun Controller heißt) zum Schaltwerk erfolgt zudem per Funk. Die komplette Schaltung kommt also ohne Kabel, ohne Züge aus – was den Ein- und Ausbau extrem vereinfacht und wunderbar clean aussieht.

Video: Alle Details zur neuen AXS-Schaltung

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Sram Eagle: Nun auch elektronisch schaltbar

Aber der Reihe nach: Grundsätzlich basiert die Sram Eagle AXS auf den mechanischen Eagle-Topgruppen X01 und XX1. Das heißt es gibt wie gehabt 1 x 12 Gänge, die dank der enorm großen 10-50-Zähne Kassette eine Bandbreite von 500 Prozent bieten – genug auch für den Alpencross. An der Kurbel können Kettenblätter mit 28, 30, 32, 34, 36 oder 38 Zähnen montiert werden. Auch die Haifisch-artigen X-Sync2-Zähne, welche die 12-fach-Kette extrem sicher und klapperfrei aufnehmen, bleibt wie gehabt. Neu ist lediglich, dass es Kette und (XX1-)Kassette nun auch in Regenbogenfarben gibt!

Foto: SRAM

An dem Controller werden die Gänge gewechselt. Per App lässt sich die Tasterbelegung nach persönlichen Vorlieben anpassen, ebenso die Schaltmodi.

Eagle AXS: Aus Shiftern werden Controller

Einzig der neue Controller der MTB-Schaltung Sram Eagle AXS benötigt anfänglich etwas Umgewöhnung. Statt zweier Hebel dient eine Schaltwippe dazu, die Gänge hoch oder runter zu schalten. Zur Schaltwippe des Controllers, gibt es noch eine „Secret-Sprint“-Schaltwippe auf der Vorderseite, ungefähr da, wo die Zeigefingerbeuge liegt. Damit kann man blitzschnell schalten, und zwar ohne den Griff am Lenker lockern oder ändern zu müssen. Wie und was geschaltet wird, das lässt sich zudem via App programmieren. Auf Wunsch schaltet die nach oben gedrückte Wippe also das Schaltwerk hoch – oder runter. Dasselbe mit dem Druck nach unten.

Wer zudem die neue elektronische Funk-Vario-Stütze Rock Shox Reverb AXS verbaut, kann auch deren Controller mit einem Schaltvorgang belegen (siehe unten). Zudem lässt sich via App die Multishift-Funktion anpassen. „Out oft he box“ schaltet die Sram Eagle AXS die komplette Kassette rauf oder runter, wenn man die Schaltwippe gedrückt hält. Dies lässt sich via App auf zwei oder drei Schaltvorgänge begrenzen. Viel mehr Funktionen bietet die Smartphone-App noch nicht, Sram stellte aber in Aussicht, nach und nach Updates zu bringen. Wem das Ganze zu viel Technik-Hokuspokus ist, kann aber auch komplett auf die App verzichten. Interessant: Die Sram Eagle AXS nutzt drei Funkstandards. Einen eigenen für die Funkübertragung des Signals vom Controller, Bluetooth für die Kommunikation mit dem Smartphone und ANT+, um Daten an Garmin & Co. zu übertragen. Für den nötigen Strom im Controller sorgt eine handelsüblich CR2032-Knopzelle, die laut Sram jahrelang durchhält.

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Der Akku soll laut Sram leichte 26g wiegen und das Schaltwerk bis zu 40 Fahrstunden mit Energie versorgen.

Der eigentliche Clou ist aber natürlich die Schaltung der Sram X01 und XX1 Eagle AXS an sich. Das Schaltwerk selber wurde etwas kürzer und breiter für mehr Bodenfreiheit, heckwärts sitzt der Stellmotor, den kleinen Akku trägt es quasi huckepack. Apropos: Der Akku ist derselbe, wie ihn Sram bereits bei der eTap-Rennradschaltung einsetzt, auch an der neuen Vario-Sattelstütze Rock Shox Reverb AXS kommt er zum Einsatz. Er wiegt nur 25 Gramm und wird via Ladestation und USB blitzschnell aufgeladen. Laut Sram soll er mindestens 40 Betriebsstunden durchhalten. Wobei damit auch wirklich Schaltvorgänge gemeint sind, sobald das Bike beispielsweise steht, wechselst das komplette System nach einer Minute in einen Sleep-Modus. Bewegungssensoren erkennen, wenn es wieder los geht und wecken das Schaltwerk dann buchstäblich auf. In der Praxis funktioniert das übrigens so schnell, dass man es nicht mal merkt.

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Ab April zu Preisen ab 2.000 Euro verfügbar: Die Sram X01 Eagle AXS

Verfügbarkeit: Sram AXS-Serie

Ab April wird die Sram Eagle AXS an ausgewählten Bikes zum Einsatz kommen und in den Handel kommen. Zur Wahl stehen zwei Komplettgruppe, die Sram X01 Eagle AXS und die Sram XX1 Eagle AXS. Während sich die XX1 vornehmlich an Cross-Country. Marathon- und leichten Trailbikes zum Einsatz kommen soll, ist die X01 eher für All-Mountain und Enduro konzipiert. Unter anderem besitzt deren Kurbel keine hohlen Carbon-Arme und der Schaltkäfig ist aus geschmiedeten Alu statt aus Carbon.

In Sachen Gewicht sollen sich die beiden AXS-Gruppen laut Sram übrigens nicht von den mechanischen Gruppen unterscheiden, eher ein paar Gramm weniger auf die Waage bringen. Ein paar Euro mehr kosten sie jedoch: Für die Sram X01 Eagle AXS verlangt Sram 2000 Euro, für die Sram XX1 Eagle AXS 2100 Euro. Jeweils als unverbindliche Preisempfehlung und jeweils für die komplette Gruppe inklusive Schaltwerk, Controller, Kurbel, Innenlager, Kassette, Kette, Akku und Ladestation. Gut dabei zu wissen: Alle Gruppen des Eagle-„Ecosystems“ sind auf- und abwärtskompatibel. Es ließe sich also auch eine preiswertere Kurbel oder Kassette der Sram-GX- oder NX-Gruppe verwenden.

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Redaktionsleiter André Schmidt konnte die X01 Eagle AXS bereits ausgiebig testen.

Erster Test: So fährt sich die Sram Eagle AXS

In unserem ausführlichen Exklusivtest in der wilden Kakteenlandschaft von Tuscon (Arizona, USA) beeindruckte die an unserem Testrad Mondraker Foxy 29 verbaute MTB-Schaltung Sram X01 Eagle AXS auf ganzer Linie. Die Schaltvorgänge funktionierten mit maximaler Präzision und super schnell.

Auf den ruppigen Trails mit ständigem Auf- und Ab und entsprechenden Non-Stop-Schaltvorgängen verzeichneten wir nicht einen Schaltfehler, nicht eine springende oder rasselnde Kette – jeder Schaltvorgang saß perfekt. Redaktionsleiter André Schmidt: „Eine Funk-Schaltung wird natürlich polarisieren, zumal der Anschaffungspreis viele abschrecken wird. Mit der Sram Eagle AXS zu fahren und vor allem zu schalten ist aber ein echtes Erlebnis. Natürlich ist auch eine mechanische Schaltgruppe schnell und präzise, wenn sie perfekt eingestellt ist, die Eagle AXS hievt den Schaltkomfort aber auf ein neues Level. Dazu begeistert mich der cleane Look einfach ungemein, je weniger Kabelsalat umso besser!“

Sram XX1 Eagle AXS - Für XC-Racer und Grammfeilscher

Etwas leichter, edler und aber auch teuer als die Schwestergruppe X01 kommt die XX1-Eagle-Topgruppe der AXS-Serie von Sram. 2100 Euro soll die Gruppe auf dem Markt mindestens kosten.

Sram X01 AXS - für Trailjunkies und Enduristi

Grundlegend ist die Sram X01 etwas robuster gestaltet als das Leichtbau-Modell der AXS-Serie, der XX1 Eagle AXS. Die Kurbelarme der X01 sind anders als die XX1-Variante für ein robusteres Auftreten nicht hohl gefertigt. Außerdem kommt das Schaltwerk mit geschmiedeten Aluminiumkäfig zum Kunden - die XX1 setzt hier auf Carboncage. Preislich muss man 2000 Euro für die Komplettgruppe einplanen.

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Die Rock Shox Reverb AXS funktioniert komplett elektrisch und kabellos.

Die Rock Shox Reverb AXS

Auch die Rock Shox Reverb, die wohl meistverkaufte Vario-Sattelstütze der Mountainbike-Welt, gehört nun mit zum elektronischen Sram-AXS-Verbund, heißt folgerichtig Rock Shox Reverb AXS. Wie die Sram-Eagle-AXS-Schaltung funktioniert auch sie elektronisch, das heißt, das ein Stellmotor am Stützenkopf das Ventil (der wie gehabt im Inneren hydraulisch arbeitenden) Sattelstütze öffnet. +++ Hier zeigen wir die Rock Shox Reverb AXS im Detail und verraten im ersten Test, wie sie sich auf dem Trail schlägt. +++

Bikecheck: Kate Courtneys Scott Spark mit XX1 Eagle AXS

Schon im letzten Jahr haben wir ausgewählte Sportler wie Malene Degn oder Nino Schuter bereits im XC-Worldcup mit der neuen AXS-Schaltung gesehen. Das Serienmodell wird im Sram-Werksteam Scott Sram bei den beiden Elite-Weltmeistern Kate Courtney und Nino Schurter im harten Renneinsatz gefahren werden. Wir haben uns das neue Arbeitsgerät der jungen US-Amerikanerin Courtney genauer in der Fotostrecke angesehen.

Video: Diese Markennamen sind Aussprache-Fallen

Video: MOUNTAINBIKE

Ebenfalls spannend: Neuheiten für 2019

12.02.2019
Autor: André Schmidt/ Lukas Hoffmann
© MOUNTAINBIKE