Konzeptstudie: CeramicSpeed DrivEn Rennradantrieb ohne Kette

Foto: CeramicSpeed CeramicSpeed Drive Antrieb

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Auf der Eurobike 2018 stellt CeramicSpeed ein neues Antriebskonzept vor: Das DrivEN-System soll eine Kette ersetzen und 99 Prozent effektiv sein.

kurz und knapp

  • CeramicSpeed gewinnt einen Eurobike-Award für das Antriebskonzept "DrivEn"
  • Das Antriebskonzept CeramicSpeed DrivEn kommt ohne Kette aus
  • Die Kette wird durch eine Karbon-Lagerwelle (Antriebswelle) ersetzt, die mithilfe von Keramik-Kugellagern angetrieben wird.

Die wichtigsten Infos zum CeramicSpeed DrivEn Konzept

Die dänische Firma CeramicSpeed ist dafür bekannt, Reibungsverluste am Antrieb reduzieren zu wollen. Mit einer neuen Antriebsstudie haben sie auf der Eurobike 2018 das ganze auf die Spitze getrieben: Die Kette ist weg. Stattdessen wird über insgesamt 21 Keramik-Kugellager eine Antriebswelle aus Carbon angetrieben. Reibungsverluste im Antriebsstrang sollen dadurch radikal sinken, das Konzept 49 Prozent effizienter sein als ein handelsüblicher Shimano-Dura-Ace-Antrieb.

Das 99-Prozent-Projekt

Die Entwicklung des DrivEn-Konzepts startete vor mehr als 18 Monaten, als CeramicSpeed die amerikanische Firma Friction Facts aufkaufte. Das Ziel: Ein zu 99 Prozent effektiver Antrieb. Bei der Entwicklung beteiligt war unter anderem die Maschinenbau-Abteilung der University of Colorado (USA). Das Ergebnis knapp eineinhalb Jahre später: Insgesamt 21 Keramiklager leiten mit extrem niedriger Reibung Drehmoment von der Kurbel über die Antriebswelle auf das Ritzel (13-fach).

Foto: CermaicSpeed CeramicSpeed DrivEN Antreib Konzept ohne Kette

Das System ist nicht mit herkömmlichen Rahmen kompatibel, da an diesen die Kettenstrebe der Antriebswelle im Weg ist.

Was CeramicSpeed DrivEN (noch) nicht kann

CeramicSpeeds DrivEn ist eine Studie und kein fertig ausgereiftes Produkt. Von der Marktreife ist diese Innovation noch weit entfernt. Schaltvorgänge sind aktuell nicht möglich. Das 13-fach Ritzel verfügt aber schon über "Schaltkanäle" in der Kassette. Hier kann der hintere Kugellagerring zwischen den Ritzeln wechsel, ohne sich zu verhaken. Für die Schaltung würde in der Antriebswelle ein Elektromotor eingebaut, der per Funk gesteuert wird. Dieser verschiebt den hinteren Kugellagerring an der Welle entlang, um die Gänge zu wechseln.

Neben dem auf der Eurobike ausgestellten Prototypen gibt es auch keine kompatiblen Räder für das System. Das Problem: Die Antriebswelle läuft genau an der Stelle, an der bei anderen Rennrädern die Kettenstrebe sitzt. Um ein Rad mit dem neuen DrivEN-Antriebssystem auszustatten, müsste der Rahmen anders konzipiert werden.

Noch ist der Antrieb von CeramicSpeed also ein Zukunftskonzept. Ob, wann und in welcher Form er erhältlich sein wird, muss die Zukunft zeigen.

10.07.2018
Autor: Maike Hohlbaum
© MOUNTAINBIKE