Santa Cruz präsentiert neues Edel-Cross-Country-Fully Blur

Foto: Forrest Arakawa Santa Cruz Blur CC
Santa Cruz stellt das neue Cross-Country-Racebike Blur vor. Mit 100 mm Federweg, leichtem und zugleich stabilem Carbon-Rahmen und einer agilen Geometrie soll es nicht nur Racer begeistern. Wir haben alle Infos und sind den Edel-Racer aus Kalifornien bereits gefahren.

Kurz & knapp

  • Neues Racefully Santa Cruz Blur
  • 100 mm Federweg
  • Leichter und zugleich steifer Carbon-Rahmen
  • Preise für das Blur CC zwischen 4299 Euro und 9399 Euro
  • Erster überzeugender Fahreindruck

Die kalifornische Kultmarke Santa Cruz präsentierte stilecht in Kalifornien - genauer gesagt in der Heimatstadt Santa Cruz - das neue Racefully Blur, außerdem kommt das Race-Hardtail Highball komplett neu (mehr zum neuen Highball findest du hier).

Foto: Santa Cruz Santa Cruz Blur 2002

2002 kam das Blur mit 115 mm Federweg am VPP-Hinterbau und wahlweise 80 bis 100 mm Federgabel auf den Markt.

Santa Cruz Blur CC und Blur C

Der Name Blur ist kein ganz unbekannter in der Santa Cruz Historie. Schon 2002 kam das erste Blur auf den Markt und begeisterte als filigranes und sehr wendiges Trail- und Cross-Country-Bike. Das letzte Blur erschien als TR-Version 2011, dessen Produktion 2014 eingestellt wurde. Im Laufe der Jahre wurde das Blur ein Bike großer Beliebtheit. Nun ist es zurück und soll Cross-Country-Fans begeistern.

Das neue Santa Cruz Blur ist zwar mit 100 mm Federweg vorne wie hinten ausgestatten wie ein Race-Bike, doch ganz kompromisslos auf Cross-Country wollten die Kalifornier ihr neues Baby dann doch nicht auslegen. Santa Cruz verspricht eine ordentliche Portion Bergabspaß mit dem neuen Blur.

Zwei Carbon-Rahmen mit unterschiedlichem Gewicht

Santa Cruz-Ingenieur Eamon Briggs designte den Rahmen und bringt die Ziele auf den Punkt: "Wir wollten einen Rahmen der steif ist, sich vom Gewicht her mit den Wettbewerbern am Markt messen kann, aber zugleich keine Fahrergewichtslimitierung hat". Der Carbon Rahmen soll lediglich 2060 g (Größe M mit Dämpfer) wiegen und ist somit durchaus Wettbewerbsfähig (zum Vergleich: ein Scott Spark Rahmen wiegt um die 1800 g mit Dämpfer).

Der hochwertige Carbon-Rahmen wurde in enger Zusammenarbeit mit der hauseigenen Carbon-Entwicklung in Santa Cruz entwickelt. Die Serienrahmen kommen aus der eigenen Produktionsstätte in China.

Den leichten, hochwertigen Rahmen werden jedoch nur die drei hochpreisigen Blur CC bekommen. Die drei darunter liegenden Bikes heißen Blur C und erhalten einen ca. 150 bis 200 g schwereren Carbon-Rahmen. "Rein von der Funktion, Steifigkeit und Stabilität sollen sich die Rahmen gleich anfühlen", erklärt Santa-Cruz-Marketing-Mann Sebastian Tegtmeier.

Wie schon erwähnt, kommt das neue Blur mit 100 mm Federweg. Race-typisch: Über einen Lenker-Remote können Heck und Gabel straff geschaltet werden. Dass Santa Cruz Wert auf Haltbarkeit und Stabilität legt, zeigen Details, wie das bewährte BSA-Tretlager mit Gewinde, die Hinterbau-Wippen aus Alu, deren untere Lager über spezielle Abschmiernippel von Jedermann gewartet werden können, und: das Unterrohr wird über einen verschraubten Gummischutz vor Schlägen geschützt. Wer eine innenverlegte Vario-Sattelstütze verbauen möchte, hat auch dazu die Möglichkeit.

29er Wheels aus eigenem Haus

Klar dürfte sein, dass das neue Blur auf Race-üblichen 29er-Wheels daher rollt. An den beiden Top-Modellen verbaut Santa Cruz die neuen eigenen Carbon-Laufräder, die in Santa Cruz von Hand eingespeicht werden. Die Konfiguration lautet: DT Swiss Naben (DT Swiss 350 oder 240) und Santa Cruz Reserve 25 mm Carbon Felgen mit 28 DT-Swiss-Speichen (Competition Race und Competition).

Foto: Forrest Arakawa Santa Cruz Blur CC Hinterbau

Die Laufräder an den beiden Top-Varianten baut Santa Cruz selbst. Aufgrund des Wetters montierte Santa Cruz den griffigeren Reifen Maxxis Forekaster. In Serie kommen alle Modelle mit dem Maxxis Aspen TR.

Foto: Santa Cruz Santa Cruz Blur Ausstattung

Hier findest du die Ausstattung der sechs Modelle im Detail.

Ausstattung und Preise der sechs Blur-Modelle

Santa Cruz bietet sechs Ausstattungsvarianten an. An allen Bikes kommen Federelemente von Fox zum Einsatz. Bei den Schaltungen verzichtet Santa Cruz vollständig auf einen Umwerfer und setzt 11-fach- und 12-fach-Schaltungen von Sram und Shimano ein. Alle Ausstattungsdetails findest du rechts in den Tabellen.

Santa Cruz unterscheidet, wie oben erwähnt zwischen dem Blur CC und dem Blur C, das auf die Verarbeitungsqualität des Carbon-Rahmens hinweist. Die Gewichtsangabe von 2060 g mit Dämpfer bezieht sich auf das teure Blur-CC-Modell.

Die Preisstaffelung lautet wie folgt:

Blur C R 29 4299 Euro

Blur C S 29 4999 Euro

Blur C XE 29 5499 Euro

Blur CC XO1 29 6799 Euro

Blur CC XO1 Reserve 29 7999 Euro

Blur CC XX1 Reserve 29 9399 Euro

Foto: Forrest Arakawa Santa Cruz Blur

Testredakteur Chris Pauls reiste nach Kalifornien, um das neue Santa Cruz Blur CC zu testen.

So fährt sich das neue Santa Cruz Blur CC

Wir fuhren das Blur CC im verregneten Kalifornien Test. Zur Verfügung stand ein Blur CC XX1 Reserve 29 in Rahmengröße L. Mit einem kleinen Spacer-Turm unter dem Vorbau sitzt man auf dem Bike erstaunlich komfortabel. Testfahrer Chris Pauls hätte sich bei Körpergröße 188 cm jedoch lieber einen Rahmen der Größe XL gewünscht. Zwar beziffert Santa Cruz den Reach beim L mit 460 mm Reach und einer Oberrohrlänge von 621 mm. Ganz so lang fühlte sich das Bike aber nicht an. Nach kurzem Probesitzen auf einem Blur CC der Größe XL mit 490 mm Reach und 656 mm langem Oberrohr wurde klar, dass man das Bike, je nach Vorliebe, eine Nummer größer wählen sollte. Auch anderen Testfahrern fiel dies vor Ort auf und sie wählten lieber eine Nummer größer. Man sollte also unbedingt Probefahren, bevor man den Kauf tätigt. Die Geometrie-Daten des Blur findest du ganz unten.

Hervorragend funktionierte beim Test auf den schnellen Abfahrten das Fahrwerk. Die 100 mm Federweg vorne und hinten harmonieren perfekt. Im Gegensatz zu anderen Race-Fullys wirkt das Heck potent und bietet gefühlt hohe Reserven. Zeitweise hat man eher das Gefühl auf einem Mini-All-Mountain zu sitzen, als auf einem Racebike. Bergauf nutzt man, bei weich abgestimmten Setup, den Lenker-Remote für den Gabel- und Dämpfer-Lockout gerne. Dank des steifen Rahmens und des geringen Gewichts schießt das Blur CC gierig voran. Wer selbst an steilen Rampen keine Schwierigkeiten mit einer steigenden Front bekommen möchte, sollte die Spacer unter dem Vorbau entfernen. Das kurze Steuerrohr erlaubt nämlich auch eine sportliche Sitzposition. Doch dann dürfte die Sicherheit bergab, vor allem für ungeübte CC-Racer, etwas leiden.

Überzeugend am neuen Blur CC ist auch, dass es sich in grobem Terrain oder auf schnellen Abfahrten super sicher verhält. Hier sind die durchaus gelungene Geometrie und die hohe Steifigkeit spürbar. Dadurch dürfte das neue Blur CC nicht nur Hardcore-Racern gefallen, sondern auch Bikern, die ihren Fokus auf schnelles Bergauf- und Bergab-Ballern legen. Der Fahrer hat sogar die Möglichkeit, den Rahmen auch mit bis zu 120 mm Federgabel zu fahren. Santa Cruz bietet eine solche Modellvariante aber nicht an.

Unser erstes Fazit lautet: Santa Cruz ist mit der Neuauflage des Blur ein exzellentes Leichtbau-Trailbike und ein super modernes Race-Bike zugleich gelungen. Gerade für die technisch immer schwierigeren Cross-Country-Rennstrecken ist das Santa Cruz Blur mit seinem agilen, sicheren Handling und potentem, antriebsneutralem Fahrwerk ideal.

Das neue Blur weckt in jedem eingefleischtem Trail-Biker die Lust auf Cross-Country - und lässt Cross-Country-Racer darüber nachdenken, ob man nicht doch die Bestzeit einen Moment vergessen sollte, um seinem Spieltrieb zu folgen.

Santa Cruz Blur - die Geometrie

Die Geometrie-Daten des neuen Santa Cruz Blur fallen wie die eines Trail-Flitzers aus. Kurze 432 mm Kettenstreben, 69° Lenkwinkel und ein eher moderater Reach mit 460 mm Länge bei Größe L.

Hier alle Geometriedaten der vier Rahmengrößen:

Geometrie Santa Cruz Blur 2018SMLXL
Reach420mm440mm460mm490mm
Stack579mm588mm598mm612mm
Lenkwinkel69°69°69°69°
Steuerrohrlänge90mm100mm110mm125mm
Sitzwinkel74°74°74°74°
Sitzrohrlänge405mm430mm470mm520mm
Kettenstrebenlänge432mm432mm432mm432mm
Innenlagerhöhe328mm328mm328mm328mm
Radstand1113mm1136mm1160mm1195mm
Oberrohrlänge575mm597mm621mm656mm

23.03.2018
Autor: Chris Pauls
© MOUNTAINBIKE