MB 0813 Tourenfullys im Test Daniel Geiger
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Mountainbikes im Test: Zwölf Touren-Fullys um 2.000 Euro

Zwölf Touren-Fullys um 2.000 Euro im Test

Egal ob 26" oder 29" – Tourenfullys sollen mit rund 120 mm Federweg viel Komfort für lange Ausritte bieten und leichtfüßig die Berge erobern. MountainBIKE hat je sechs bezahlbare "Volks"-Tourer um 2.000 Euro getestet.

Die Vorteile der "klassischen" Touren-Fullys in 26" kennen die meisten Biker aus eigener Erfahrung: agiles Handling, geringes Gewicht und hohe Beschleunigungswerte sowie eine zuverlässige Ersatzteilversorgung, selbst in abgelegenen Landstrichen.

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Bedeutendster Vorteil der 29er-Mountainbikes: Das hohe Drehmoment der großen Laufräder stabilisiert das Bike in der Abfahrt, das bringt Fahrkomfort und Sicherheit. Zudem liefern diese Bikes hervorragende Traktion. Weitere Vorteile beziehungsweise eine Gegenüberstellung mit 26 Zoll finden Sie im Kasten unten.

MountainBIKE wählte sechs 26-Zoll-Tourenfullys und sechs 29er-Fullys in der Preisklasse von 1900 bis 2300 Euro für den Test aus. Und weil die Frage, ob 29er oder 26 Zoll, eine sehr persönliche ist, testet und bewertet MountainBIKE die beiden Gruppen getrennt voneinander.

Um 2000 Euro gibt es viel Mountainbike fürs Geld

Wie nicht anders zu erwarten punkten die Direktvertriebsmarken in Sachen Ausstattung. Der Grund: Mountainbike-Hersteller wie Canyon, Radon und Co. sparen sich die Händlermarge und stecken das Geld zumindest zum Teil in höherwertige Parts, etwa in Schaltkomponenten auf Shimano-XT/SLX-Niveau oder Sram X9 (Canyon).

Lediglich die Traditionsmarke Centurion kann mit einem kompletten XT-Antrieb Paroli bieten. An Giant und Ghost finden sich hingegen Kurbeln der Shimano-Deore- oder Sram-X5-Gruppe, die durch ihr hohes Gewicht negativ auffallen.

Besonders wichtig an einem Kaufklasse-Fully sind hochwertige Federungskomponenten. Denn ein späterer Austausch minderwertiger Parts ist sehr kostspielig – oder gar nicht durchführbar. Viele Bikes kommen mit bewährten Federelementen von Fox, die ähnlich wie Schaltgruppen in unterschiedlichen Preisklassen verbaut sind.

Die günstige Evolution-Serie ist an sieben der zwölf Bikes zu finden. Bergamont, Radon, Votec, Canyon und Giant setzen die Mittelklasse-Produkte der Performance-Serie ein. Einzig Radon und Rose kommen mit der teuren Factory-Serie von Fox, die mit goldener Kashima-Beschichtung mehr Sensibilität bieten soll.

Die Praxis zeigt jedoch, dass die günstigen Evolution-Modelle mit den teuren Federelementen beim Ansprechverhalten Schritt halten. Bulls und Ghost verbauen sehr gut funktionierende Gabeln von Rock Shox. Die teure Lefty am Cannondale sticht nicht nur optisch hervor, sondern punktet auch durch geringes Gewicht und hohe Steifigkeit.

Während die 26-Zoll-Fullys fast durchweg 120 mm Hub an Front und Heck bieten, kommen die Twentyniner mit unterschiedlichen Konzepten. Ghost spendiert dem AMR lediglich 100 mm am Heck, Canyon schwört auf 110 mm Federweg, Giant klassisch auf 120 mm an Front und Heck.

160-mm-Bremsscheiben am Heck, wie Cannondale und Votec sie verbauen, reichen für Mittelgebirgstouren oder leichte Fahrer meist aus. Besser für lange Abfahrten oder schwere Fahrer (mit Rucksack!) sind 180-mm-Scheiben an Front und Heck – wie vom Gros der Hersteller verbaut.

Die Laufrad-Reifen-Kombis entscheiden, gerade bei den 29ern, über Lust und Frust im Anstieg. Sechs Hersteller rüsten ihre Tourer mit leichten Race-Reifen wie dem Schwalbe Rocket Ron aus, die zwar für gute Beschleunigung sorgen, aber nur wenig Pannenschutz und Grip bieten. Super Toureneigenschaften besitzt der Klassiker Nobby Nic von Schwalbe: Er rollt prima, ist sehr griffig und zudem robust.

Vorbildlich: Votec verwendet den „Nobby“ mit pannensicherer Snake-Skin-Karkasse. Die günstigen Performance-Reifen von Schwalbe an BMC, Centurion und Giant bieten im Vergleich zur hochwertigen Evo-Version etwas weniger Grip.

Wichtig für guten Vortrieb: Leichte MTB-Laufräder

Mitentscheidend für guten Vortrieb sind leichte Laufräder. Radon (26er) und Canyon (29er) verbauen Mavic-Wheels und setzen die Benchmark in der Laufrad-Reifen-Gewichtswertung. Auch Votec montiert drehfreudige Laufräder von Sun Ringlé. Schwer fällt indes die „dicke“ Pneu-Laufrad-Kombination von Bulls aus.

Bei Tourenfullys dieser Preisklasse bestehen die Rahmen durchweg aus Aluminium, weisen aber dennoch große Unterschiede bei den Gewichten auf. Das 26er-Chassis von Votec ist mit 3580 g sehr schwer. Bei den 29ern liegen Rose und Bulls mit weit über drei Kilo im Gewichtsranking hinten. Leicht hingegen: Das neue Giant Trance X 29er unterbietet als einziges Rad in seiner Testgruppe mit 2850 g die Drei-Kilo-Marke.

Centurion, Cannondale und BMC führen die 26-Zoll-Gruppe an. Im Steifigkeitsvergleich fallen die Leichtgewichte von Cannondale und Giant etwas ab. Und auch das schwere Bulls erreicht hier nur knapp ein ausreichendes Ergebnis. Top: die Werte von Cube, Ghost und Votec.

Die Gesamtgewichte der 26er liegen zwischen leichten 11,9 Kilo (Cannondale und Radon) und 12,9 Kilo am Votec. Schwer geht es bei den 29ern zu. Die meisten Bikes liegen oberhalb der 13-Kilo-Marke, das Bulls wiegt sogar satte 13,8 Kilo. Leicht hingegen: das Canyon mit 12,7 Kilo.

MB Laufradgrößen 26" und 29"
Sonstiges

Riesige Unterschiede zwischen 29" und 26"

Vergleichbar sind die beiden Testfelder in der Praxis kaum. Alle 29er übertreffen bergab mit hoher Sicherheit die Fahreigenschaften der 26-Zoll-Brüder und bieten teils sogar All-Mountain-Performance. So sind die Bikes von Ghost und Giant zwar keine Leichtgewichte, liefern bergab aber dank moderner, agiler Geometrien Fahrspaß pur.

Zudem sorgen die Fahrwerke an Canyon, Cube, Giant und Ghost, wenn auch teils mit etwas weniger Hub, für satten Komfort. Aber auch in der Auffahrt zeigen die mit langen Kettenstreben versehenen 29er-Fullys Stärken, wie das leichte Canyon Nerve AL 29 mit ordentlicher Traktion und geringem Gewicht beweist. Mit seinen schweren Laufrädern ist das 29er-Bulls jedoch bergan spürbar zu träge.

Ein leichter 26-Zoll-Tourer kann hingegen sogar bei Marathon-Rennen an den Start gehen. Vor allem die Flitzer von Cannondale und Radon untermauern diese Ambitionen. Ein weiterer Vorteil der 26er: Wieselflink rocken diese Bikes dank kurzer Radstände den Trail, vor allem das Cannondale tut sich in dieser Disziplin eindrucksvoll hervor. Stark in der Abfahrt ist das Bergamont mit seiner hohen Front, dennoch bieten die Twentyniner mehr Sicherheit als 26“-Tourenfullys.

Den Testsieg bei den 26-Zoll-Fullys schnappt sich das leichte, rennorientierte Radon Skeen. Canyon holt mit dem Nerve AL 29 den 29er-Sieg.

Die Mountainbikes im Test:

MB Bergamont Contrail 8.3
Fully-Tests
MB BMC Speedfox SF01 SLX-XT
Fully-Tests
MB Bulls Wild Rush 1
Fully-Tests
MB Cannondale RZ 120 XLR 3
Fully-Tests
MB Canyon Nerve AL 29 8.9
Fully-Tests
MB Centurion Numinis Ultimate 2
Fully-Tests
MB Cube AMS 120 Pro 29
Fully-Tests
MB Giant Trance X 29er 1
Fully-Tests
MB Ghost AMR 2955
Fully-Tests
MB Radon Skeen 8.0
Fully-Tests
MB Rose Root Miller 2
Fully-Tests
MB Votec VX 120 Comp
Fully-Tests

Gewichte und Steifigkeiten der Test-Bikes im Überblick

Zwölf Touren-Fullys um 2.000 Euro im Test (Modelljahr 2013)

MB Bergamont Contrail 8.3
MB Bergamont Contrail 8.3 MB BMC Speedfox SF01 SLX-XT MB Cannondale RZ 120 XLR 3 MB Cannondale RZ 120 XLR 3 - Detail 20 Bilder

Gewichte:

Alle zwölf Bikes wurden im MountainBIKE-Labor von erfahrenen Mechanikern bis ins kleinste Detail zerlegt und geprüft. Den Rahmen wiegt MountainBIKE inklusive Dämpfer sowie mit Steckachse und Remote-Hebel – sofern vorhanden.

Auch die Federgabeln werden mit Remote-Hebel angegeben. Die Laufradgewichte beinhalten Reifen, Schläuche, Felgenband und Discs inklusive Schrauben sowie gegebenenfalls die Schnellspanner. Das Gewicht der Laufräder ist entscheidend für den Vortrieb und die Beschleunigung.

In den folgenden Tabelle finden Sie alle Gewichte der 12 getesteten Touren-Fullys:

MB 0813 Tourenfullys Gewichte 26 Zoll
MB 0813 Tourenfullys Gewichte 29 Zoll

Lenkkopfsteifigkeiten:

Eine hohe Lenkkopfsteifigkeit wirkt sich positiv auf die Präzision des Handlings und die Spurtreue aus. Werte über 80 Nm/° sind top, unter 60 Nm/° wird es kritisch. Die Steifigkeiten werden mittels genormter Prüfverfahren nach EFBe ermittelt und spiegeln die Verwindung des Rahmens wider.

Bei den 26-Zoll-Fullys liegt der Alu-Rahmen von Cannondale knapp über den Mindestanforderungen. Bei den 29er-Fullys erreicht das Bulls Wild Rush nur knapp den „grünen“ Bereich.

MB 0813 Tourenfullys Lenkkopfsteifigkeit 26 Zoll
MB 0813 Tourenfullys Lenkkopfsteifigkeit 29 Zoll
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