Whyte S-120 C-Works Bjoern Haenssler

MTB-Highlights 2020 im Test – Whyte S-120 C-Works

Whyte S-120 C-Works (Modelljahr 2020) im Test

Jon Whyte war in den 90er-Jahren Suspension-Ingenieur von Formel- 1-Legende Michael Schumacher. Seit 1999 baut der Engländer Mountainbikes – und hat sich nicht nur auf der Insel einen exzellenten Ruf erworben.

Jon Whyte war in den 90er-Jahren Suspension-Ingenieur von Formel- 1-Legende Michael Schumacher. Seit 1999 baut der Engländer Mountainbikes – und hat sich nicht nur auf der Insel einen exzellenten Ruf erworben. Neu im Angebot ist das S-120 C-Works. Wie der Name verrät, bietet das Bike einen Carbon-Rahmen mit 120 mm Federweg vorne und hinten. Womit es sich eigentlich für die Marathon/Touren-Kategorie empfiehlt. Doch ein Blick auf die Geometrie lässt anderes vermuten. 65°-Lenkwinkel, 480 mm Reach und für ein 29er sehr kurze 430-mm-Kettenstreben sprechen eine fast „endurige“ Sprache. Mit diesem Bike muss mehr gehen, als lediglich Schotterpisten auf und ab zu rollen!

Whyte S-120 C-Works
Bjoern Haenssler
Der Carbon-Rahmen ist sauber verarbeitet. Sogar die Klemmschraube der Sattelstütze ist im Rahmen integriert und funktionierte in unserem Test tadellos.

Ausgestattet ist das Whyte dann aber wieder mit den üblichen Parts eines Highend-Tourers: leichte Fox-SC-Gabel, Shimano-XTR-Gruppe, Carbon- Felgen, gutmütig rollende Maxxis-Reifen sowie XTR-Bremsen mit 180/160-mm-Scheiben. Was will das Whyte also nun sein? Cross-Country- Bike, Tourenfully, Trailbike?

Die Geometrie lügt nicht: Das S-120 fühlt sich auf Trails mit Wellen, Kurven und Sprüngen pudelwohl. Der lange Reach gibt viel Raum für kontrollierte Manöver, das kurze Heck sorgt für ein agiles, verspieltes Fahrverhalten, und die flache Front bringt die nötige Ruhe und Sicherheit fürs Grobe. Dazu passt das äußerst feinfühlige Fahrwerk, das sich nach mehr als nur 120 mm anfühlt, aber dennoch eine angenehme Progression zeigt. Schweren Fahrern fehlt vielleicht etwas die Steifigkeit an Gabel und Hauptrahmen. Dank des relativ geringen Gewichts klettert das Whyte auch zügig voran, man sollte allerdings die Dämpferplattform einlegen, da das Heck sonst stark wippt.

Charakter: gute Mischung aus Laufruhe und Wendigkeit

Fazit

„Wow, das Whyte ist auf dem Trail eine Wucht. Wendig, sicher und leicht fliegt das S-120 durchs Gelände. Doch Vorsicht: Nicht vom Federweg in die Irre führen lassen! Ein klassisches Tourenfully ist es nicht.“

CHRIS PAULS, Redakteur

Zur Startseite
MTB Fully-Tests Rocky Mountain Element Carbon 90 (2020) Rocky Mountain Element (Modelljahr 2020) im Test

Es galt einst als „schönstes Fully aller Zeiten“ und betört mit seinem...