Teil des
mb-0117-stevens-whaka-plus-es-benjamin-hahn (jpg) Benjamin Hahn

Mountainbikes im Test

Testbericht: Stevens Whaka+ ES (Modelljahr 2016)

Das Stevens Whaka+ ES belegt die Stärken des Formats 27,5 Plus. Traktion, sicheres Fahrgefühl – beides gibt es zuhauf. Dank besserer Reifen dürfte 27,5+ in 2017 noch attraktiver werden. Der Verschleiß am Stevens Whaka+ ES wies keine Besonderheiten auf – weder im Positiven noch im Negativen.

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 Komfortables, erstaunlich agiles 27,5-Plus-Fully als Grenzgänger von AM zu Enduro

 Bis auf einen Kettenriss keine Defekte

 Solide Ausstattung mit kleinen Schwächen (Vario-Stütze)

 Fox-Federelemente trotz langer Laufleistung und wenig Wartung gut in Schuss

 Sauberer Lauf von Innenlager und Steuersatz

 Sehr robuster Aluminium-Rahmen

Was uns nicht gefällt:

 Etwa die Hälfte der Hinterbaulager mit rauem Lauf, Horst-Link-Lager verdreckt/stockend

 Eher hoher Antriebsverschleiß (Shimano XT)

 Reifenwahl für 27,5+ war 2016 noch sehr eingeschränkt. Besserung ist in Sicht!

 Sehr hohes Gesamtgewicht kostet Körner

Von wegen, alle Biker sind furchtlos! Als wir Ende 2015 unseren Dauertestfuhrpark bestückten, traute sich kein altgedienter Tester und kein Redakteur ans neue 27,5-Plus-Format heran. Skepsis schlug Neugier. Nur einer hatte Mut: Unser Neu-Redakteur Benjamin Büchner sattelte bereitwillig so ein Schlachtross.

Schlachtross? 27,5 Plus, kurz erklärt: Der Laufraddurchmesser entspricht 27,5", jedoch sind Felgen und Reifen breiter. Letztere messen 2,8"–3,0" – kleiner als Fatbike-Pneus, aber deutlich mächtiger als normale Reifen. Durch das große Luftvolumen können die Breitreifen mit sehr wenig Luftdruck von rund 1,0 Bar gefahren werden, wodurch wiederum Grip, Komfort und Fahrsicherheit gerade in brenzligen Momenten (nasse Steine, schräge Wurzeln) steigen.

Zumindest in der Theorie. Nachteilig ist vor allem das hohe Gewicht und der somit weniger spritzige Charakter.

Was das von Benjamin auserwählte Stevens Whaka+ ES belegt: 15,6 Kilo sind gewaltig für ein Radl mit „nur“ 140 mm Federweg. Dennoch, das Handling passt: „Ich mag’s, mein Rad mit Nachdruck in die Kurve zu legen. Und einmal in ‚Wallung‘, räubert das Stevens Whaka+ ES sogar wendig und agil über den Trail, satt liegt es durch das Plus-Format ja eh.“

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Benjamin Hahn
Die nicht optimal gedichteten Hinterbaulager zeigen sich teils stark verdreckt und rau laufend. Beide Horst-Link-Lager rasten zudem ein, müssten getauscht werden.

Ein Thema zog sich durch den Dauertest und das erste Plus-Jahr in der Szene: die Reifen.

Zunächst probierte es unser Tester mit den original verbauten Nobby Nics: „In 3,0" schon fast zu wuchtig, mit wenig Grip auf weichen Böden, sehr pannenanfällig, unter 1,5 Bar kaum fahrbar.“ Dann kamen Vee Bulldozer 2,8": „Flotter rollend, agiler im Kurveneinschlag, guter Grip, aber hoher Verschleiß.“ Schließlich folgten die brandneuen Maxxis High Roller und Minion DHR in 2,8": „Mega-Dinger, superber Grip, robuste Karkasse, mit 1,0 Bar fahrbar, aber zäh, sehr schwer, machen das Bike zum Vollwert-Enduro.“

Abgesehen von den Reifen tauschte Benjamin die Vario-Stütze, da die verbaute KS Cruxi nur 100 mm Hub besitzt. Neu kam eine 150-mm-Rock-Shox-Reverb ins Rad. Und er wechselte die für sein Gewicht etwas schwachbrüstige Shimano- XT-Bremse zugunsten des „Wurfankers“ Trickstuff Diretissima.

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Benjamin Hahn
Auch am Innenlager hat sich viel Dreck gesammelt. Die ordentlichen Shimano-Dichtungen haben das Lager aber geschützt, der Lauf ist noch immer ruhig und leichtgängig.

Verschleiß? Defekte? Bei km 1650 riss die erste Kette, bei km 2500 mussten Kette Nr. 2, Kettenblätter und Kassette unisono zum Altmetall - etwas früh, aber mehr gab es trotz hoher Laufleistung von rund 3500 km und 84 000(!) Hm sowie teils knackigem Einsatz etwa in Brixen oder Latsch (beides Südtirol) nicht zu beanstanden.

Zum Werkstattbericht: Der robustschwere Alu-Rahmen hat kaum einen Kratzer abbekommen, um die Hinterbaulager könnte es dafür ein wenig besser bestellt sein. Im Bereich der Wippe laufen sie nur leicht rau, am Horst-Link beidseitig jedoch spürbar hakelig. Auf kurz oder lang wäre hier ein aufwendiger Tausch angesagt.

Ansonsten würde das Stevens Whaka+ ES nach einem Putzgang und anschließender Pflege wieder ordentlich aus der Wäsche schauen. So bräuchte der Stevens-Steuersatz neues Fett, das Shimano-Innenlager ist verdreckt, läuft aber ruhig. Auch die Fox-Federelemente würde sich über gereinigte Dichtringe freuen, sollten trotz ihres eigentlich guten Zustands aber bald zum Service, um eine maximale Lebensdauer zu gewährleisten.
Mit neuen Zügen und neu eingestellt würde es auch die Shimano-XTSchaltung (2 x 11) wieder „tun“ wie am ersten Tag.

Mehr Hingabe verlangt das Hinterrad, wo ein strammer Achter aus der Sun-Ringlé-Felge herauszentriert werden müsste.

Stevens Whaka+ ES: Getestet von Benjamin Büchner

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Benjamin Hahn
Im Dauertest: Stevens Whaka+ ES
  • Preis des Bikes: 3399 Euro
  • Testumfang: 3521 km / 83960 Hm
  • Alter/Beruf: 33 Jahre, Redakteur MOUNTAINBIKE
  • Größe, Gewicht: 1,90 m, 102 kg
  • Bevorzugte MTB-Kategorie: All-Mountain
  • Fahrstil: bergauf gemütlich, bergab gerne mit anspruchsvolleren Abschnitten. „Ich mag Bodenkontakt. Springen muss nur, wer keine saubere Linie findet.“

Stevens Whaka+ ES (Modelljahr 2016) im Vergleichstest

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