mb-0117-cube-stereo-160-c-doppelpunkt-62-sl-27-punkt-5-benjamin-hahn (jpg) Benjamin Hahn

Testbericht: Cube Stereo 160 C:62 SL 27.5 (Modelljahr 2016)

Mit wunderbar verspieltem Handling, spritzigem Charakter und relativ geringem Verschleiß bereitete das Cube Stereo 160 C:62 SL 27.5 unserem Tester Sascha Weber Fahrspaß satt. Der superleichte Carbon-Rahmen zeigte aber in Sachen Belast- und Haltbarkeit Schwächen.

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 Äußerst leichtes, in Folge leichtfüßiges Enduro mit agilem, verspieltem Handling

 Wertige Parts, kaum Teiletausch notwendig

 Angesichts der hohen (Enduro-)Belastung relativ geringer Verschleiß der Parts

 Fox-Federelemente völlig problemlos im Dauertest, auch am Ende noch tadellos in Form

 Sehr guter Zustand von Antrieb/Schaltung

Was uns nicht gefällt:

 In der Praxis Probleme mit knarzendem, sich häufig lockerndem Hinterbau, generell Hinterbaulager unterdimensioniert

 Nur knapp ausreichende Steifigkeit, in der Praxis am Hinterbau „zu weich“

 Rock-Shox-Vario-Stütze zog Luft

 Sram-Guide-Bremse mit kleinem Defekt

Tester Sascha Weber gehört zu den Enduro-Verstehern in unserem Team. Die Liste seiner letzten Dauertest-Bikes liest sich wie ein kleines „Who‘s who“ der 160-mm-Bergräder: Conway WME, Focus Sam und nun bereits zum zweiten Mal ein Cube Stereo 160. In diesem Jahr das Cube Stereo 160 C:62 SL 27.5 mit extrem leichtem C:62-Rahmen in Voll-Carbon-Bauweise (2450 g mit Federbein!).

Ein 160-mm-Geschoss mit Vorschusslorbeeren: In unserem Enduro-Test in MOUNTAINBIKE 3/16 errang das 4199 Euro teure, dafür hochwertig bestückte Cube Stereo 160 C:62 SL 27.5 den „Kauftipp“ (Zum Testbericht).

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Benjamin Hahn
Verdreckt, hakelig, knarzend, schlecht verschraubt, unterdimensioniert: Die kleinen Lager des Carbon-Rahmens sparen Gewicht, waren aber den Belastungen nicht gewachsen.

Zwar kamen für Sascha in diesem Jahr nur etwas mehr als 2000 km zusammen, die hatten es aber in sich. „Touren auf der Suche nach Trails, Trails, Trails“, beschreibt es unser Tester selbst. Dabei waren etwa ein Vogesen-Cross, unzählige abfahrtsorientierte Touren auf der Schwäbischen Alb oder im Schönbuch sowie sporadische Bikepark-Besuche.

Und? „Ich würde das Cube Stereo 160 C:62 SL 27.5 eher als ‚Enduro light‘ bezeichnen, aber genau das liegt mir. Ich liebe eine verspielte und wendige Geometrie, wie sie mir das Cube Stereo 160 C:62 SL 27.5 bietet. Ich brauche nicht die letzten Highspeed-Reserven, will dafür gut gelaunt und nicht schon erschöpft hoch zum Trail-Einstieg kommen.“ Speziell für Letzteres erwies sich das nur 12,3 Kilo schwere Cube Stereo 160 C:62 SL 27.5 als Traumpartner mit antriebsneutralem Heck – ohne dass es bergab auch nur ansatzweise enttäuscht hätte.

In Anbetracht des Trail-lastigen Einsatzes hielt sich der Verschleiß in angenehmen Grenzen. So musste Sascha nur einmal die Bremsbeläge tauschen. Aus Performance- und Komfortgründen wechselte er zudem die Griffe, verbaute vorne eine 200-mm-Bremsscheibe und ersetzte den Hans-Dampf-Vorderreifen durch den bissigeren Magic Mary von Schwalbe.

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Benjamin Hahn
An der Sram-Guide-Bremse ging ein Verstellrädchen verloren, zudem schaut eine Feder heraus. Generell hätte sich Tester Sascha auch mehr Bremskraft gewünscht.

Ein Nerver zog sich jedoch durch das ganze Jahr: Ständig lockerte sich die Verschraubung der Hinterbaulager, später fing das Heck bedrohlich an zu knarzen, und es fühlte sich im Gelände „schwammig“ an. Halbwegs Ruhe war erst nach einer kompletten Demontage aller Lager mit anschließender Reinigung und penibler Neumontage. Das nicht ganz präzise Fahrgefühl jedoch blieb, was auch durch den von uns gemessenen, nur knapp ausreichenden Steifigkeitswert von 60 Nm/° bestätigt wird.

Beim großen Abschluss-Check durch Werkstattleiter Haider Knall zeigten sich dann Licht und Schatten. So erfreuen der (leicht angerostete) FSA-Steuersatz, das Innenlager sowie beide Fox-Federelemente mit sauberem Lauf und tadelloser Funktion. Auch der Antriebsmix mit Sram-X01/X1-Parts und E‘thirteen-Kurbel ist in sehr gutem Zustand.

Einen Service würde dafür die Vario-Sattelstütze (Rock Shox Reverb Stealth) benötigen, die sich im belasteten Zustand um gut 10 mm absenkt. Die leichten Achter in beiden DT-Swiss-Laufrädern wären schnell rauszentriert, der recht schwere Lauf der Hinterradnabe gibt mehr Anlass zur Sorge. Hier wäre vermutlich bald ein kostspieliger Lagertausch fällig.

Apropos: „Zwar rotieren am Hinterbau die Horst-Link-Lager noch sanft, die Lager an Wippe und Hauptlager rasten aber deutlich ein, laufen dadurch sehr hakelig. Überhaupt wären deutlich größer dimensionierte Lager an einem Enduro eigentlich Pflicht – auch wenn der Rahmen dann ein paar Gramm mehr wiegen würde“, so Haider.

Cube Stereo 160 C:62 SL 27.5: Getestet von Sascha Weber

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Benjamin Hahn
Im Dauertest: Cube Stereo 160 C:62 (C:62) SL 27.5
  • Preis des Bikes: 4199 Euro
  • Testumfang: 2176 km / 41524 Hm
  • Alter/Beruf: 41 Jahre, Sportlehrer
  • Größe, Gewicht: 1,70 m, 65 kg
  • Bevorzugte MTB-Kategorie: Enduro
  • Fahrstil: abfahrtsorientiert, verspielt. „Trage und fahre überall hin für eine tolle Abfahrt.“

Zwischenbericht: 09 2016 (1114 km)

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Sascha Weber
Sascha Weber, Testfahrer: „Wendig und schluckfreudig, so muss ein Enduro sein. Im feuchten Sommer braucht es aber geeignete Reifen.“

Das Enduro macht auf langen technischen Touren vor allem wegen seines geringen Gewichts eine gute Figur. Kleinigkeiten nerven aber.

Es ist schon merkwürdig, mitten im Sommer auf eine Bereifung umzurüsten, die ich sonst im feuchten Herbst fahre. Doch durch den vielen Regen sind die Mittelgebirgstrails so aufgeweicht, dass die neue Kombi aus Schwalbes Magic Mary vorne und Hans Dampf hinten deutlich besser performt als die werkseitig aufgezogenen Reifen – Hans Dampf vorne, Rock Razor hinten. Die Spurtreue ist vor allem am Vorderrad durch das gröbere Stollenprofil deutlich besser. Dass sich der Hinterbau bisweilen schwammig und indirekt anfühlt, verstärkt meinen Eindruck, dass dem sehr leichten Carbon-Rahmen ein wenig Steifigkeit fehlt. Sonst ist das Cube Stereo aber genau nach meinem Gusto: Es ist leicht, wendig und verspielt und schluckt Wurzeln, Steine, Stufen ordentlich weg. Das Ganze, ohne im Uphill zu wippen. Erst im Wiegetritt gibt der Hinterbau nach, was sich bekanntlich durch Schließen (Lockout) des Dämpfers ändern lässt.

Kurzum: Auf langen und technischen anspruchsvollen Touren habe ich als Enduro-Biker mit dem Stereo richtig Spaß. Der wird durch ein kleines Bremsentuning noch erhöht. Mit den neuen organischen Sram-Belägen packt die Guide R noch bissiger zu. Leider wandert der Hebel zur Druckstufenverstellung am Dämpfer immer wieder aus der offenen Position in die halboffene Stellung, wenn es auf den Trails rappelt und Schläge dicht aufeinander folgen. Das nervt mich genauso wie die Knarzgeräusche, die sich im Hinterbau eingestellt haben und bis ins Oberrohr vibrieren. Lose Schrauben oder Risse im Rahmen habe ich aber nicht gefunden, die Suche nach der Ursache hält an.

Zwischenbericht: 06 2016 (614 km)

Erst war der Preis-Leistungs-Tipp im Vergleichstest – und jetzt im Dauerstress.

Nach Focus Sam (2014) und Conway WME (2015) ist auch 2016 wieder ein 160-mm-Fully bei mir Dauertest, aber diesmal eines von Cube, und zwar das Stereo, das in unserem Enduro-Test (Ausgabe 03/16) den Preis-Leistungs-Tipp einsackte. Mein Eindruck: Fahrwerk und Geometrie passen ideal in die Kategorie und zu meinem bevorzugten Einsatzbereich mit langen, technisch anspruchsvollen Enduro-Touren im Mittelgebirge und den Alpen. Abgesehen davon, dass sich im Enduro-Test ein paar Schrauben, etwa am Schaltauge, lösten, gab es bislang keine Defekte. Das superniedrige Gewicht von 12,3 Kilo ist sensationell. Kehrseite der Medaille: Für meinen Geschmack könnte der Carbon-Rahmen bzw. das ganze Bike steifer sein. Als erste Gegenmaßnahme werde ich die Schwalbe-Reifen mit weicherem TLE-Mantel gegen Reifen mit steifer Super-Gravity- Karkasse tauschen.

Cube Stereo 160 C:62 SL 27.5 (Modelljahr 2016) im Vergleichstest

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