Test: Unno Burn Race
Darfs etwas exotischer sein?

Wie sich das Enduro Burn Race von Unno auf den Schweizer Trails geschlagen hat, verraten wir euch hier.

Unno Burn Race
Foto: Dennis Stratmann

Das hat uns gefallen:

 extravagantes Rahmen-Design

 sehr gute Ausstattung bei fairem Preis

 clevere Features wie ein Rahmenfach

Das hat uns nicht gefallen:

 Hinterbau geht früh in die Progression

Der Ex-Worldcup-Downhiller und heutige Chef des Design-Studios Cero, Cesar Rojo, baut seit 2016 unter dem Label Unno extravagante Bikes. Jüngst stellte der Spanier die nächste Generation seiner meist auf Abfahrt getrimmten Bikes vor. Mit dabei das Enduro Burn, das am Bug 170 mm Hub und am Bürzel 160 mm Federweg bietet und auf einen "Mullet"-Laufrad-Mix setzt. Vorne rotiert also ein 29"-, hinten ein 27,5"-Laufrad. Der extravagante Rahmen mit extrem tiefgezogenem Oberrohr ist aus Carbon gefertigt. Gewisse Harzanteile sollen sogar aus recyceltem Ozean-Plastik bestehen – als kleiner Beitrag zum Umweltschutz. Zurzeit ist das Burn lediglich in einer Ausstattungsvariante erhältlich, und die in den Größen S1 (M), S2 (L) und S3 (XL). 7795 Euro kostet das Modell Race. Das klingt viel, angesichts der Ausstattung mit Fox-38-Gabel, Fox-X2-Dämpfer und -Transfer-Sattelstütze, Sram-GX-AXS-Schaltung, Crankbrothers-Laufrädern sowie Maxxis- Reifen ist das Preis-Leistungs-Verhältnis aber eher sehr gut. Das Gewicht des Burn liegt bei 14,8 Kilo – mehr als vermutet.

Unsere Highlights
Unno Burn Race
Dennis Stratmann

Unser Testbike entsprach noch nicht ganz der Serie, weswegen wir bei der Beurteilung hier und da ein Auge zudrückten. So klapperten die innenverlegten Züge hörbar, sie sollen in Zukunft gepolstert sein. Auch die Abdeckung des Steuersatzes, durch den die Leitungen und Züge verlaufen, war noch nicht final – sondern aus dem 3D-Drucker. Nicht mehr geändert wird leider der fummelige Zugang zum Dämpfer, der penibel auf 35 Prozent Sag abgestimmt werden muss, damit der Hinterbau mit virtuellem Drehpunkt optimal arbeiten kann.

Trotz mühsamer Abstimmarbeiten konnte uns der Hinterbau sowohl bei den Testfahrten in Davos als auch auf unseren Hometrails nicht ganz überzeugen. Schon früh geht das Heck in die Endprogression. Probeweise verbauten wir einen Stahlfederdämpfer, der uns deutlich besser im Heck des Neulings gefiel. In der Abfahrt vermittelt das Unno generell aber viel Sicherheit, auch der hohen Front sei Dank. Gewöhnungsbedürftig ist der ultrakurze Vorbau. Zwar ist die Lenker-Vorbau-Einheit schick, doch das Vorderrad reagiert auch auf jede noch so kleine Lenkbewegung. Die Geometrie ist aber generell auf der modernen, laufruhigen Seite, der Rahmen fühlt sich zudem hochsteif an. Auch bergauf setzt das Unno die Kraft aufs Pedal gut um, zudem zeigt sich der Hinterbau angenehm antriebsneutral, die Sitzposition gefällt ebenso.

Preis

7795 €/Direktvertrieb

Gewicht

14,8 kg

Rahmengröße

S1, S2, S3

Rahmenmaterial

Carbon

Federweg

Gabel 170 mm, Rahmen 160 mm

Schaltung

1 x 12 Gänge, 3x : 10–52 Zähne, Sram-GX-Eagle-AXS-Schaltwerk, -hebel, GX-Kurbel

Bremsen

Formula Cura 4 200/200 mm

Federgabel

Fox 38 Factory Grip2

Federbein

Fox X2 Factory

Laufräder

Crankbrothers Synthesis

Reifen (v/h)

Maxxis Assegai/Minion DHR2 Exo+/DD; Maxx Grip/Terra 29 x 2,5"/27,5 x 2,4"

Vario-Stütze

Fox Transfer Factory (150 mm)

Unno Burn Race
MOUNTAINBIKE

Testfazit:

Unno baut mit dem neuen Burn ein echtes Hingucker-Enduro – mit Ecken und Kanten. Es gefällt mit vielen Details, moderner Geo und tollen Parts. Tipp: mit Stahlfederbein ordern.

Das Unno Burn und der Gotschna-Freeride-Trail

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Länge4,38 km
Dauer0:14 Std
SchwierigkeitsgradMittelschwer
Höhenunterschied2 Meter
Höhenmeter absteigend564 Meter
Tiefster Punkt1756 m ü. M.
Höchster Punkt m ü. M.
GPS-Daten
KML-Daten

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Alle sechs getesteten Bikes finden Sie hier:

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