Innovatives All-Mountain aus der Schweiz
Test: Bold Linkin 150 LT

Wir haben das Bold Linkin 150 LT über den Trail gescheucht. Unsere Ergebnisse dazu gibt es hier.

Bold Linkin 150 LT
Foto: Christian Kohlhausen

Das hat uns gefallen:

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 hochwertiger Rahmen mit teils genialen Details

 gelungene Geo, top ausbalancierte Position

 Fahrwerk sportlich, sehr hohe Reserven

Das hat uns nicht gefallen:

 /  zig Tools im Bike, die das hohe Gewicht bedingen

Die kleine Edelmarke Bold aus der Schweiz sorgte bereits vor Jahren für Furore. Grund dafür war (und ist) der im Rahmen versteckte Dämpfer, der Bold-Bikes eine zunächst einzigartige Optik bescherte. Doch so viel Innovationskraft blieb in der Bike-Industrie nicht unbeachtet. 2019 kaufte der ebenfalls in der Schweiz ansässige Radgigant Scott die innovative Boutique- Marke und übernahm das Rahmendesign für sein eigenes Erfolgsmodell Spark.

Bold bleibt eigenständig

Doch Bold bleibt im Scott-Kosmos als eigenständige Marke bestehen und entwickelte jüngst das coole Trail-/All-Mountain-Bike Linkin von Grund auf neu. Statt des stehend platzierten Dämpfers, wie er im Scott Spark und in den Vorgängermodellen des Linkin zu finden ist, stellte Bold für 2022 das neue Linkin mit VPP-artiger Kinematik und liegend im Rahmen verstecktem Dämpfer vor. Dadurch fällt die Silhouette vor allem im Bereich des Sitzrohrs deutlich schlanker aus. Weiterhin erreicht man den Dämpfer über eine Klappe am Tretlager, um das Setup zu erledigen.

Bold Linkin 150 LT
Christian Kohlhausen
Fazit von Testfahrer Jens Kraft: „Die harte Gangart, die das Bold Linkin LT fordert, liegt mir. Cool ist die Detailverliebtheit, mit der die Bold-Ingenieure dem Linkin das gewisse Etwas verleihen.“

Neu ist auch das "Safe-the-day"-Kit. Dabei handelt es sich um eine Ansammlung von Tools und Co., die im Unterrohr und Tretlagerbereich sowie in der Hinterradachse zu finden ist. Das Kit besteht aus Multitool mit Kettennieter, Ersatzschlauch, Minipumpe, Reifenheber, Stauraum für Kettenschlösser und einem gut in der Hand liegenden Werkzeug mit 6-mm-Inbus, Torx T25 und T30. Alles zusammen wiegt stolze 520 g, macht einen aber auch für fast jede Panne gerüstet. Damit das Setup am Linkin leicht fällt, ist am Tretlager ein "Sag"-Indikator angebracht. Und auch auf eine Verstellung der Geometrie via Flip-Chip und variablen Steuerrohrwinkel wurde nicht verzichtet. Neu für Bold ist schlussendlich das vom Lenker aus verstellbare Fahrwerk. Wie von Scott bekannt, sitzt ein Remote-Hebel auf der linken Seite des Lenkers, über den "on the fly" der Dämpfer gestrafft und blockiert werden kann. Auch die mit üppigem Hub versehene Vario-Sattelstütze wird von dort gesteuert. Das alles kombiniert Bold mit einem formschönen, raffiniert verarbeiteten Carbon-Rahmen, der auf 29"-Rädern die Trails unsicher machen soll.

Bold Linkin 150 LT
Christian Kohlhausen

Auf der Eurobike 2022 stellten die Schweizer nun gleich die nächste Ausbaustufe vor. Die Linkin- LT-Version kommt hinten weiterhin mit 150 mm Federweg, bekommt vorne aber mit der neuen Rock Shox Lyrik Ultimate 10 mm mehr an Hub spendiert – perfekt für anspruchsvolle All-Mountain- Einsätze. Abgerundet wird das Ganze mit Anbauteilen aus dem Scott-Sortiment wie dem einteiligen Syncros-Carbon-Cockpit, das Vorbau und Lenker verschmelzen lässt. Als Schaltung fungiert die elektronische Sram GX AXS, dazu gibt es Shimano- XT-Stopper sowie DT-Swiss-Alu-Laufräder, auf denen Maxxis-Minion-DHF-Reifen sitzen. Das ist alles bar jeder Kritik.

Bold Linkin 150 LT
Christian Kohlhausen

Doch überzeugt das schicke Bold auch auf dem Trail? Ja! Mit moderner, progressiver Geometrie – 63,8°-Lenkwinkel (in flacher Position), kurzerHinterbau, moderat-langer Reach von 483 mm bei Größe L – rockt das Linkin LT vom ersten Meter an. Die Fahrerin oder den Fahrer platziert es mittig auf sich, sodass sich sofort ein wohliges Gefühl einstellt. Dass man auf einem mit viel Federweg versehenen, eher aggressiven All-Mountain Platz nimmt, spürt man dabei zunächst gar nicht, das hohe Gewicht von über 15 Kilo aber schon, etwas zäh rollt es voran. Gut hingegen: Im Anstieg hilft das Vario-Fahrwerk enorm. Schon in der mittleren Stufe des Trac-Loc-Hebels hebt sich das Hec leicht an, und man tritt in effektiver Sitzposition in die Pedale. Neigt sich der Trail gen Tal, ist es mit der Zurückhaltung dann eh vorbei, mutig wirft sich das Bold hinab. Das Fahrwerk arbeitet aufmerksam, wenn auch sportlich-straff. Das Bold will hart gefahren werden, dann gibt der Hinterbau den Federweg gönnerhaft frei. Die höchst stabil im Hub stehende Lyrik-Gabel passt bestens dazu, ebenso die griffigen Reifen.

Preis

9299 €/Fachhandel

Gewicht

15,2 kg

Rahmenmaterial

Carbon

Rahmengröße

S, M, L, XL

Federweg

Gabel 160 mm, Rahmen 150 mm

Schaltung

1 x 12 Gänge, 32 : 10–52 Zähne, Sram-GX-Eagle-AXS-Schaltwerk, -Controller, GX-Eagle-Kassette, -Kurbel

Bremsen

Shimano XT (M8120) 203/180 mm

Federgabel

Rock Shox Lyrik Ultimate

Federbein

Rock Shox Nude 5 RLC3 Trac-Loc

Laufräder

DT Swiss XM 1850

Reifen (v/h)

Maxxis Minion DHF Maxx Terra Exo 29 x 2,5" WT

Vario-Stütze

Syncros Duncan (200 mm)

Bold Linkin Geometrie
MOUNTAINBIKE

Testfazit:

Bold toppt mit dem Linkin LT sein Erstlingswerk noch einmal und gehört auch unter dem Scott-Dach zu den spannendsten Marken. Das All-Mountain begeistert mit extrem detailreichem Rahmen, exzellentem Handling und hohen Nehmerqualitäten.

Hier finden Sie alle von uns getesteten Bikes:

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12 / 2022

Erscheinungsdatum 06.12.2022

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