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Mountainbikes im Test: 9 All-Mountain-MTBs unter 2.000 Euro (Modelljahr 2015)

Test: 9 All-Mountain-Bikes unter 2.000 Euro

MountainBIKE hat neun vollgefederte MTB-Modelle mit Federwegen zwischen 140 und 150 Millimetern getestet - und ging dabei der Frage nach: Gibt's unter 2.000 Euro schon vollen, oder nur halben Bike-Spaß?

MountainBIKE hat neun All-Mountains getestet. Die neun eingeladenen MTB-Modelle der beliebten All-Mountain-Kategorie mit 140–150 mm Federweg durften die 2000-Euro-Marke nicht überschreiten. Auch die Marken mit Direktvertrieb erhielten die gleiche Preisvorgabe. Denn nur so kann die Frage grundsätzlich beantwortet werden: Wie viel Fully bekomme ich für maximal 2000 Euro?

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Zwei "Grenzwerte" in Sachen Preis haben sich bei Mountainbikes durchgesetzt: Liegt der Preis für ein seriöses, sprich voll geländetaugliches Hardtail-MTB bei rund 1000 Euro, muss für ein Fully, ein Mountainbike mit Vollfederung, eher das Doppelte gerechnet werden. Das ist sehr viel Geld – und doch rechtfertigen aufwendige Kinematiken (der Aufbau der Hinterradfederung) und wertige Federelemente die Investition.

Denn: Ein Fully-MTB macht nur dann Spaß und vor allem Sinn, wenn es auch funktioniert. Minderwertige Hinterradfederungen, die etwa bergauf wippen und bergab bocken, sorgen hingegen nur für Verdruss.

MTB-Kauf: Im Internet oder beim Händler?

Doch was bedeutet Vertriebsweg überhaupt? Canyon, Radon und Rose vertreiben ihre Mountainbikes „direkt“: Der Hersteller versendet das MTB nach der Bestellung an den Kunden, ein Händler ist nicht zwischengeschaltet. Das spart die Händlermarge. Dadurch können „die Versender“ ihre Räder preisaggressiver anbieten respektive besser ausstatten.

So verlockend das klingt, der Online-Kauf birgt auch Nachteile: Eine Probefahrt ist, wenn überhaupt, nur am Firmensitz möglich. Die ist aber – gerade bei einem Erstkauf – sehr empfehlenswert. Setup, persönliche Optimierung und Service muss der Mountainbike-Käufer selbst durchführen. Die Garantieabwicklung bei Defekten funktioniert zwar meist unkompliziert und reibungslos, der Aufwand (Verpacken, Versand, Mailkontakt etc.) ist aber hoch.

Beim kompetenten MTB-Händler nebenan spart man sich in solchen Fällen Zeit und Nerven, womöglich stellt er für die Zeit der Reparatur auch ein Ersatzrad. Auch Lieferprobleme sind leider immer wieder Alltag bei Canyon & Co. – das gilt für viele Fachhandelsmarken aber ebenso. Die Vor- und Nachteile sollten gerade Anfängern, aber auch Fortgeschrittenen bewusst sein und in die Entscheidungsfindung mit einfließen.

Zur Kategorie All-Mountain generell: Unter einem „All-Mountain“ versteht MountainBIKE ein MTB, das sich vor allem durch Allround-Fähigkeiten auszeichnet. Es ist bergauf nicht so schnell wie ein Marathon-Fully (oder Hardtail), aber doch effizient genug, um „über alle Berge“ zu fahren. Alpencross inklusive. Bergab versprechen Fahrwerke mit 140–150 mm Federweg im Verbund mit den angesagten 27,5"-Laufrädern hohen Komfort, viel Fahrspaß und sehr viel Sicherheit. Mehr als bei einem Tourenfully (120 mm), weniger als bei einem dafür auch schwerfälligeren Enduro-Mountainbike (160 mm).

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All-Mountains: Die Testbikes auf dem Prüfstand

Unter der Leitung von MountainBIKE-Werkstatt-Chef Haider Knall wurden alle getesteten MTB-Modelle vermessen, gewogen und auf ihre Lenkkopfsteifigkeit hin überprüft.

Auffälligkeiten zeigten sich schon bei der Demontage: Im Steppenwolf Tycoon AM 50 waren Metallspäne im Tretlager, das Rock Machine Blizzard 70 - 27 missfiel mit verrostetem Steuerlager. Diese beiden bilden auch die Schlusslichter im Gewichtsranking: Während das Steppenwolf Tycoon AM 50 mit einem für diese Preisklasse noch vertretbaren Gewicht von 14 Kilo aufwartet, ist das Rock Machine Blizzard 70 - 27 mit fast 15 Kilo viel zu schwer für ein All-Mountain-MTB. Das leichteste Mountainbike im Test – Giant Trance 2 LTD – wiegt fast zwei Kilo weniger!

Das Canyon Spectral AL 6.0 und das Cube Stereo 140 HPA 27,5 zeigen, dass Spitzengewichte auch inklusive einer sogenannten Vario-Stütze (zum schnellen Auf/Ab des Sattels) möglich sind. Erfreulich: Alle getesteten MTB-Modelle erzielten auf dem MountainBIKE-Prüfstand gute bis sehr gute Lenkkopfsteifigkeiten. Die Basis der meisten Räder scheint also aktuellen Ansprüchen zu genügen. Zeitgemäße Geometrien mit flacherem Lenkwinkel und längerem Oberrohr/Reach sowie solide Verarbeitung zeichnen ebenfalls (fast) alle Räder aus.

Noch mehr 2015er All-Mountains im Test:

14 Allmountain-Bikes um 3.000 Euro im Test

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In Sachen Antrieb und Schaltung findet sich bei den Test-Mountainbikes ein bunter Mix aus Shimano-Anbauteilen. Hier gilt: Alles ab der Güteklasse „Deore“ ist völlig okay, MTB-Parts mit dem Zusatz „SLX“ sind sehr gute Mittelklasse, „XT“-Komponenten kratzen schon am High-End-Segment. Letztere sind am Radon Slide 27,5 8.0 sogar durchgehend verbaut! Bei den Mountainbike-Bremsen sollte es ebenfalls mindestens Shimano Deore sein. Erneut fallen das Rock Machine Blizzard 70 - 27 und das Steppenwolf Tycoon AM 50 durchs Raster, deren Billigbremsen an einem All-Mountain-MTB nicht akzeptabel sind.

Machen sich die unterschiedlichen Anbauteile in der Praxis bemerkbar? MountainBIKE testete auf einer definierten MTB-Strecke, die die erforderlichen Ansprüche an ein All-Mountain stellte. Vor allem in Extremsituationen (steiler Anstieg, Steinpassagen, kleinere Sprünge oder Drops) machten die MountainBIKE-Tester deutliche Unterschiede aus. Weniger etwa in der Schaltperformance, vielmehr erwiesen sich die Federelemente als „Achillesferse“ der Fullys.

Am Beispiel der Rock-Shox-Gabeln wird dies deutlich: Das preisgünstige Modell Sektor im Rock Machine Blizzard 70 - 27 und dem Silverback Slider 2 bietet zwar (gerade für Anfänger) ein feinfühliges, angenehmes Ansprechverhalten, eine Revelation-Gabel verfügt aber über wesentlich mehr Reserven in ruppigem Gelände. An die Leistung der Pike im Rose Granite Chief 1 kommen beide nicht heran – was zumindest für den All-Mountain-Neuling aber auch nicht zwingend ist.

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Riesige Qualitätsunterschiede bei den MTB-Modellen im Test

Solch ein weit gestreutes Testergebnis gab es bei MountainBIKE noch nie, die Spanne reicht vom „schwach“ bis zum „überragend“. Das Ergebnis kommt zum einen durch das neue, strengere Testprozedere von MountainBIKE zustande zustande, zum anderen durch die bewusst gewählte Preisschwelle.

Die Hersteller kalkulieren anscheinend sehr unterschiedlich, vor allem die MTB-Versender gehen an diese „Eckpreislage“ sehr aggressiv heran. Canyon (Canyon Spectral AL 6.0), Radon (Radon Slide 27,5 8.0) und Rose (Rose Granite Chief 1) bieten nicht nur sehr moderne Mountainbike-Rahmen, sie verbauen auch Federelemente und Antriebsparts, die teils gar in der 3000-Euro-Liga zu finden sind.

Der Lohn: Das spielerische Canyon Spectral AL 6.0 gewinnt den Test, das Radon Slide 27,5 8.0 und das Rose Granite Chief 1 erhalten ein "sehr gut", was bedeutet das sie für jede All-Mountain-Schandtat bereit sind. Als einzige Fachhandelsmarke kann Cube (locker!) mit seinem Cube Stereo 140 HPA 27,5 mithalten. Das Centurion No Pogo 800.27 und das Giant Trance 2 LTD bestehen den Check mit guten Noten, auch wenn es hier und da mangelt.

Gerade im Bezug auf das MTB-Fahrwerk lohnt der Blick auf die „großen Brüder“: So kostet das Centurion No Pogo 800.27 rund 500 Euro mehr, bietet aber viel bessere Federelemente. Beim Giant Trance 2 LTD ist der Sprung nach oben mit 1000 Euro leider groß. Beim Silverback Slider 2, dem Steppenwolf Tycoon AM 50 und dem Rock Machine Blizzard 70 - 27 sind die Abstriche etwa beim Fahrwerk zu erheblich für eine „gute“ Bewertung. Das Rock Machine Blizzard 70 - 27 ist zudem in Sachen Gewicht und Geometrie nicht zeitgemäß.

Diese Produkte haben wir getestet:

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Gewichte und Steifigkeiten der Test-Bikes

Gewichte: Rahmengewicht inklusive Federbein und – sofern vorhanden – Remote. Das Laufradgewicht umfasst den eigentlichen Laufradsatz plus Mantel, Schlauch, Discs inklusive Schrauben, Kassette, ggf. Schnellspanner und Felgenband. Gabelgewicht inklusive Remote.

9 All-Mountain-MTBs unter 2.000 Euro im Test

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MountainBIKE
MountainBIKE 0815 All-Mountains Gewichte

Lenkkopfsteifigkeiten: Eine hohe Lenkkopfsteifigkeit wirkt sich zumeist positiv auf die Präzision des Handlings und die Spurtreue aus. Werte unter 60 Nm/° sieht MountainBIKE als kritisch an. Alle Hersteller übertreffen diesen Wert, das Cube Stereo 140 HPA 27,5 besticht mit sehr hoher Steifigkeit.

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MountainBIKE 0815 All-Mountains Lenkkopfsteifigkeiten

All-Mountain-Test: Punktevergabe und Benotung

Schon immer lag dem MountainBIKE-Biketest eine komplexe und komplizierte Punkteberechnung zugrunde. Um Ihnen, liebe Leser, nun noch mehr Transparenz und Informationen zu bieten, gibt es die Punktetabelle ab sofort in jedem MountainBIKE-Biketest zum Nachlesen!

Zusätzlich hat die Redaktion die Bewertungskategorien reformiert und die Punktevergabe generell „angezogen“ – um der aktuellen Generation von Mountainbikes gerecht zu werden.

In Summe maximal 250 Punkte vergibt MountainBIKE, aufgeteilt in zwölf Bereiche.

Ganz wichtig: Die jeweilige Gewichtung, wenn etwa für Downhill 20 oder aber 30 Punkte verteilt werden, ändert MountainBIKE von Test zu Test. Nur so lassen sich Mountainbikes innerhalb unterschiedlicher Kategorien bewerten und vergleichen. So ist bei einem Marathon-Bike das Gewicht naturgemäß viel wichtiger als bei einem Enduro – Letzteres muss dafür vor allem bergab glänzen.

Gut die Hälfte der Bepunktung (Gewicht Bike, Gewicht Rahmen, Rahmensteifigkeit, Ausstattung, Verarbeitung/Sonstiges) resultiert direkt aus Laborergebnissen oder aus der Analyse der MountainBIKE-Techniker. Die anderen Punkte berechnen sich wiederum aus den (nicht abgebildeten) Einzelnoten der vier Bike-Tester aus dem Praxistest.

Zusammen gewährleistet dies einen für den künftigen Käufer optimalen Mix aus sowohl objektiven wie auch subjektiven Testurteilen.

9 All-Mountain-MTBs unter 2.000 Euro im Test

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Die Benotung der Test-Bikes:

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MountainBIKE
(für Großansicht auf die Grafik klicken)

Das Testprozedere beim All-Mountain-Test

Auswahl: Vor jedem Test sucht die Redaktion in langen Diskussionen die Testbikes aus. Kriterien sind unter anderem der Preis sowie der Einsatzbereich – Ziel ist stets ein homogenes, faires Testfeld. Die Bikes werden bei den Herstellern angefordert, müssen zwei Monate bei MountainBIKE bleiben, ehe sie retourniert werden.

Praxistest: Jeder Biketest wird von einem Testleiter und drei weiteren erfahrenen Testfahrern/Redakteuren durchgeführt. Auf einem zur getesteten Kategorie passenden, selektiven und aussagekräftigen Rundkurs wird jedes Testrad von jedem Tester mindestens einmal gefahren.

Danach notieren die Fahrer ihre subjektiven Noten und Eindrücke in acht Bereichen. Nach Ende des Praxistests werden alle Testbikes gemeinsam besprochen und die jeweiligen Noten auf ungewöhnliche Abweichungen hin überprüft.

Labortest: Alle Bikes werden gewogen und danach in ihre Einzelteile zerlegt. Die Rahmen werden erneut gewogen und vermessen (alle Daten in den Geometrie-Skizzen sind von MountainBIKE ermittelt). Die Ausstattung wird notiert und mit den Herstellerangaben verglichen – „Schummler“ haben keine Chance.

Anschließend werden auf Prüfständen vom EFBE-Institut die Steifigkeiten der Bikes ermittelt – siehe Bild. Diese fließen wie die Gewichte und die Ausstattung in die Bewertung der Bikes ein.

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Benjamin Hahn
MountainBIKE-Laborleiter Haider Knall vermisst auf modernen Prüfständen des EFBE-Instituts.

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Zeigt den Charakter der Test-Bikes: der MountainBIKE-Profiler

Das Spinnennetz zeigt, wo die Stärken und Schwächen des Bikes in Relation zum Testumfeld liegen. Je größer der Ausschlag in eine der acht Richtungen, desto prägender der „Charakterzug“.

Ein Allrounder weist rundum eine große Fläche, ein Spezialist eine verschobene Grafik auf. Die jeweiligen Eigenschaften wie Up- oder Downhill sind meist gegensätzlich angeordnet. So sehen Sie auf einen Blick, welches Profil das Bike aufweist.

Die folgende Grafik zeigt ein eher abfahrtslastiges Bike mit potentem Fahrwerk – keinen wuseligen Sprinter.

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MountainBIKE
MountainBIKE 0815 All-Mountains Profiler

Und das versteckt sich hinter den Begriffen:

Uphill/Vortrieb: Passt die Traktion? Steigt die Front? Ist die Sitzposition im Steilen gut? Ein niedriges Gewicht steigert den Ausschlag im Profil ebenso wie die Rollfreudigkeit von Laufrädern/Reifen.

Downhill: Ein sicheres Handling ist das A und O, damit ein Bike bergab performt. Dazu fließen die Federung sowie einige Parts wie das Cockpit, die Reifen oder die Bremsen in das Downhill-Profil ein.

Ausstattung: ... umfasst sämtliche Parts am Bike wie Schaltung, Antrieb, Federelemente, Laufräder, Reifen oder Anbauteile à la Sattel, Griffe, Cockpit. Aber MountainBIKE bewertet auch vermeintliche Kleinigkeiten wie Schnellspanner & Co.

Rahmen/Fahrwerk: Ein top gemachter Rahmen, ein harmonisches Zusammenspiel der Federelemente und eine durchdachte Kinematik (beim Fully) bilden die Basis für das perfekte Bike.

Laufruhe: Hohe Spurtreue bringt Sicherheit bergab, kann unter Umständen aber ins Träge „kippen“, speziell wenn der MountainBIKE-Profiler einen geringen Ausschlag zeigt in Sachen ...

Wendigkeit: Je wendiger ein Bike, desto agiler, spielerischer lässt es sich handeln. Ein Ausschlag nur in diese Richtung (ohne viel Laufruhe) lässt jedoch auf Nervosität schließen.

Stabilität: Liegt der Fokus bei Rahmen und Parts weniger auf Leichtbau, sondern auf Solidität, steigt der Ausschlag der Grafik. Den Gegenpart bildet ...

Geringes Gewicht: Niedriges Rahmen-, Parts- und Gesamtgewicht lassen auf ein spritziges, leichtfüßiges, in Ebene und Uphill flottes Bike schließen.

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