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Mountainbikes im Test: 12 Enduros um 5.000 Euro (Modelljahr 2015)

Test: 12 Enduro-Bikes um 5.000 Euro

MountainBIKE hat zwölf Top-Enduros für 5000 Euro getestet. Enduros erleben eine neue Beliebtheitswelle – weil sie vielseitiger, leichter und besser denn je sind: vom Zweitrad fürs Grobe zu Everybody's Darling.

MountainBIKE hat 12 27,5-Zoll-Enduros getestet. Die Preisklasse des Enduro-Tests: um 5000 Euro. Erst ab diesem Niveau spielen die Enduros ihre neuen Stärken voll aus, kranken nicht an (alten) Schwächen wie etwa zu viel Gewicht.

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Zwölf MTB-Hersteller folgten der Einladung zum Enduro-Test, darunter elf Marken aus dem Fachhandel. Radon macht dank Direktvertrieb den „Advocatus Diaboli“ und heizt der teureren Konkurrenz mit dem Radon Slide Carbon 27,5 9.0 für 3599 Euro ein.

Warum ein Enduro-Test? Einfache Frage, klare Antwort: Enduro ist spannend wie nie! Waren diese Dampfhämmer einst Mountainbikes für Spezialisten, die sich mehr schlecht als recht verkauften, ist inzwischen die ganze MTB-Kategorie ins Rampenlicht getreten.

Das liegt am Trend Enduro generell, Rennserie um Rennserie schießt über den verblockten Boden, viele ehemaligen Downhill-Stars wetteifern inzwischen lieber im Enduro-Segment. Und die Szene fiebert mit, Enduro ist in, Enduro ist hip.

Für den Mountainbike-Käufer viel wichtiger: Moderne Enduros sind – auch dank der Anleihen aus dem Rennsport – bergauf effizient geworden, ohne ihre brachiale Potenz bergab verloren zu haben. Heißt: Die 160-mm-Fullys sind vom reinen Bergabrad zum Allrounder mutiert und deshalb für die breite Masse interessant.

Waren sie früher eher Spielzeug für MTB-Fans mit Wohnsitz nah an den Alpen, greifen heute immer mehr „Mittelgebirgler“ zum Enduro, spulen dank wippfreier Hinterbauten und fairer Gewichte leichtfüßig Höhenmeter um Höhenmeter ab. Billig ist der Spaß aber nicht.

Die Parts an den getesteten Enduro-MTBs

Daher stellen sich viele die Frage: Welches Enduro-Mountainbike soll ich mir kaufen? Für einen stolzen Preis erwartet der Kunde zu Recht Spitzenleistungen. Auf der Waage nähern sich die Enduros diesem Ideal an. Im Schnitt wiegen sie 13,3 Kilo und damit weniger als die 3000-Euro-Klasse der All-Mountains.

Das Cube Stereo 160 Super HPC Action Team, leichtestes MTB-Modell im Test, könnte mit rund 12 Kilo gar in einem Tourenfully-Test mithalten. Das liegt vor allem an dem mit Abstand asketischsten Rahmen, der dennoch ordentliche Steifigkeitswerte erreicht.

Dem gegenüber steht das GT Sanction Pro mit über 14 Kilo als schwerstes Testrad, der Alu-Rahmen besticht aber durch beste Lenkkopfsteifigkeit. Die können das Norco Range C 7.2 (Carbon) und das Orbea Rallon X-Team (Alu) nicht vorweisen, beide verfehlen im MountainBIKE-Labor den grünen Bereich knapp.

Das Specialized Enduro Expert Carbon 650B unterschreitet den von MountainBIKE als eventuell kritisch eingestuften Wert von 60 Nm/° sogar deutlich. In der Praxis jedoch beanstandete keiner der Tester die geringe Steifigkeit. Wohingegen sich zwei Kilo Gewichtsunterschied auf der Strecke stark bemerkbar machten.

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MTB

Ziemlich unterschiedlich präsentieren sich die getesteten Enduro-Mountainbikes in puncto Ausstattung. Bei einer Sram-X1-Schaltung oder Shimano-SLX-Parts an einem 5000-Euro-Rad bekommt kein Kunde feuchte Hände: Cannondale Jekyll Carbon 2, Norco Range C 7.2, Scott Genius LT 710, Specialized Enduro Expert Carbon 650B und Trek Slash 9 27,5 sind die Bikes im Test, die zumindest in Teilen solch wenig glamouröse Specs zeigen.

Immerhin: Alle fünf bieten sinnvolle, zum Einsatzzweck passende Parts – bis auf die Enduro-untauglichen Laufräder/Reifen am Cannondale Jekyll Carbon 2. Die Edelsten? Das Müsing Petrol 7 und das Cube Stereo 160 Super HPC Action Team brillieren mit kompletter Sram-XX1- bzw. Shimano-XTR-Schaltung. Allgemein setzen sich 1 x 11-Antriebe im Enduro-Bereich durch, nur die folgenden, teils „tourigen“ Bikes, setzen auf zwei Kettenblätter: Radon Slide Carbon 27,5 9.0, Scott Genius LT 710 und Cannondale Jekyll Carbon 2.

Entscheidend bei „only by eleven“ ist die Wahl des Kettenblatts. Am Cube Stereo 160 Super HPC Action Team und dem Specialized Enduro Expert Carbon 650B rotiert ein rennsportlich-dickes 34er-Blatt – für den Hobby-Fahrer zu groß, maximal 32 Zähne sollte es haben.

Vorne lang, hinten kurz: die Geometrien der Enduros

Nur was rechtfertigt angesichts der teils mauen Parts die hohen Preise? Antwort: die Entwicklung der Rahmen und Kinematiken sowie die verbauten Federelemente – Dinge, die in der Praxis den Unterschied machen!

So setzt sich der Geometrie-Trend zu flachem Lenkwinkel und langem Reach durch. Das bringt maximale Laufruhe, der Fahrer steht sicher „integriert“ im Rad. Kurze Kettenstreben sorgen hingegen für Drehfreude und Agilität. Teilweise extrem steile Sitzwinkel rücken den Fahrer nach vorne, machen absenkbare Gabeln meist überflüssig und garantieren eine optimale Trittposition. Merke: „Vokuhila“ (vorne kurz, hinten lang) ist nicht nur als Haarschnitt out!

Gepaart mit passenden Federelementen, werden Enduro-Mountainbikes so zu fantastischen Gefährten im Groben. „Passend“ interpretieren die Hersteller aber teils unterschiedlich. Während am Conway WME 1027 Carbon etwa ein massiver Vivid-Air-Dämpfer werkelt, ist am Cube Stereo 160 Super HPC Action Team ein etwas schmalbrüstiger Fox Float ohne Ausgleichsbehälter verbaut. Unterschiede, die sich in der Bergab-Potenz, aber auch im Gewicht niederschlagen.

160 mm Federweg vorne wie hinten scheinen für den Großteil der MTB-Hersteller optimal, aber auch 170 mm ist nicht zu viel des Guten. Marin legt sein Enduro etwas straffer aus, am Marin Attack Trail C-XT9 federn hinten nur 150 mm.

Mehr Einigkeit herrscht an der Front: Die wuchtige, eher profiorientierte Fox-36-Gabel teilt sich das Testfeld mit der zigfach ausgezeichneten Rock Shox Pike auf. Exoten im Test sind die (diesmal ungewöhnlich „knauserige“) Lefty-Einarmgabel im Cannondale Jekyll Carbon 2 und die edle Bos Deville im Orbea Rallon X-Team.

Im MountainBIKE-Praxistest erwiesen sich die Enduro-MTBs als echte „Mehr-Weg-Bikes“, glänzten alle in ihrer Paradedisziplin dem Downhill – gefielen zumeist aber auch im Uphill. Den Testsieg holt sich das Radon Slide Carbon 27,5 9.0 trotz des günstigsten Preises als perfekter Allrounder, gefolgt vom superleichten Cube Stereo 160 Super HPC Action Team.

Wer mehr Wert auf pures Abfahrtsglück legt, ist mit dem recht preiswerten GT Sanction Pro bestens beraten. Folgende Enduro-MTBs sind jedoch auch in der Lage, im Sinkflug jedem Biker ein Lächeln ins Gesicht zu hämmern: Conway WME 1027 Carbon, Orbea Rallon X-Team, Norco Range C 7.2, Specialized Enduro Expert Carbon 650B und Trek Slash 9 27,5.

Noch mehr 2015er Enduro-Bikes im Test:

Neun Enduros zwischen 3.000 und 4.000 Euro im Test

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MB 1214 Cube Stereo 160 Super HPC Race 27.5 MB 1214 Felt Compulsion 10 MB 1214 Ghost Cagua 5 MB 1214 Giant Reign Advanced 1 9 Bilder

Diese Produkte haben wir getestet:

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Gewichte und Steifigkeiten der Test-Bikes

Gewichte: Rahmengewicht inkl. Federbein und – sofern vorhanden – Remote. Das Laufradgewicht umfasst den eigentlichen Laufradsatz plus Reifen, Discs, inkl. Schrauben, Kassette, ggf. Schnellspanner und Felgenband. Gabelgewicht inkl. Remote.

12 Enduro-MTBs um 5.000 Euro im Test

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MountainBIKE
MountainBIKE 0715 Enduros Gewichte

Lenkkopf: Eine hohe Lenkkopfsteifigkeit wirkt sich zumeist positiv auf die Präzision des Handlings und die Spurtreue aus. Werte unter 60 Nm/° sieht MountainBIKE als kritisch an. Das Norco Range C 7.2 sowie das Orbea Rallon X-Team unterschreiten diesen Wert, das Specialized Enduro Expert Carbon 650B verfehlt ihn klar.

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MountainBIKE
MountainBIKE 0715 Enduros Test Lenkkopfsteifigkeiten

Enduro-Test: Punktevergabe und Benotung

Schon immer lag dem MountainBIKE-Biketest eine komplexe und komplizierte Punkteberechnung zugrunde. Um Ihnen, liebe Leser, nun noch mehr Transparenz und Informationen zu bieten, gibt es die Punktetabelle ab sofort in jedem MountainBIKE-Biketest zum Nachlesen!

Zusätzlich hat die Redaktion die Bewertungskategorien reformiert und die Punktevergabe generell „angezogen“ – um der aktuellen Generation von Mountainbikes gerecht zu werden. In Summe maximal 250 Punkte vergibt MountainBIKE, aufgeteilt in zwölf Bereiche.

Ganz wichtig: Die jeweilige Gewichtung, wenn etwa für Downhill 20 oder aber 30 Punkte verteilt werden, ändert MountainBIKE von Test zu Test. Nur so lassen sich MTBs innerhalb unterschiedlicher Kategorien bewerten und vergleichen. So ist bei einem Marathon-Bike das Gewicht viel wichtiger als bei einem Enduro – Letzteres muss dafür vor allem bergab glänzen.

Gut die Hälfte der Bepunktung (Gewicht Bike, Gewicht Rahmen, Rahmensteifigkeit, Ausstattung, Verarbeitung/Sonstiges) resultiert direkt aus Laborergebnissen oder aus der Analyse der MountainBIKE-Techniker. Die anderen Punkte berechnen sich wiederum aus den (nicht abgebildeten) Einzelnoten der vier Bike-Tester aus dem Praxistest.
Dies gewährleistet einen optimalen Mix aus objektiven und subjektiven Urteilen.

12 Enduro-MTBs um 5.000 Euro im Test

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Punktevergabe und Benotung (für Großansicht auf die folgende Grafik klicken):

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MountainBIKE
MountainBIKE 0715 Enduros Benotung

Das Testprozedere beim Enduro-Test

Auswahl: Vor jedem Test sucht die Redaktion in langen Diskussionen die Testbikes aus. Kriterien sind unter anderem der Preis sowie der Einsatzbereich – Ziel ist stets ein homogenes, faires Testfeld. Die Bikes werden bei den Herstellern angefordert, müssen zwei Monate bei MountainBIKE bleiben, ehe sie retourniert werden.

Praxistest: Jeder Biketest wird von einem Testleiter und drei weiteren erfahrenen Testfahrern/Redakteuren durchgeführt. Auf einem zur getesteten Kategorie passenden, selektiven und aussagekräftigen Rundkurs wird jedes Testrad von jedem Tester mindestens einmal gefahren. Danach notieren die Fahrer ihre subjektiven Noten und Eindrücke in acht Bereichen.

Nach Ende des Praxistests werden alle Testbikes gemeinsam besprochen und die jeweiligen Noten auf ungewöhnliche Abweichungen hin überprüft.

Labortest: Alle Bikes werden gewogen und danach in ihre Einzelteile zerlegt. Die Rahmen werden erneut gewogen und vermessen (alle Daten in den Geometrie-Skizzen sind von MountainBIKE ermittelt). Die Ausstattung wird notiert und mit den Herstellerangaben verglichen – „Schummler“ haben keine Chance.

Anschließend werden auf Prüfständen vom EFBE-Institut die Steifigkeiten der Bikes ermittelt – siehe Bild. Diese fließen wie die Gewichte und die Ausstattung in die Bewertung der Bikes ein.

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Benjamin Hahn
MountainBIKE-Laborleiter Haider Knall vermisst auf modernen Prüfständen des EFBE-Instituts.

12 Enduro-MTBs um 5.000 Euro im Test

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Zeigt den Charakter der Test-Bikes: der MountainBIKE-Profiler

Das Spinnennetz zeigt, wo die Stärken und Schwächen des Bikes in Relation zum Testumfeld liegen. Je größer der Ausschlag in eine der acht Richtungen, desto prägender der „Charakterzug“.

Ein Allrounder weist rundum eine große Fläche, ein Spezialist eine verschobene Grafik auf. Die jeweiligen Eigenschaften wie Up- oder Downhill sind meist gegensätzlich angeordnet. So sehen Sie auf einen Blick, welches Profil das Bike aufweist.

Die Grafik unten zeigt ein eher abfahrtslastiges Bike mit potentem Fahrwerk – keinen wuseligen Sprinter

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MountainBIKE
MountainBIKE 0715 Enduros Test Profiler

Und das versteckt sich hinter den Begriffen:

Uphill/Vortrieb: Passt die Traktion? Steigt die Front? Ist die Sitzposition im Steilen gut? Ein niedriges Gewicht steigert den Ausschlag im Profil ebenso wie die Rollfreudigkeit von Laufrädern/Reifen.

Downhill: Ein sicheres Handling ist das A und O, damit ein Bike bergab performt. Dazu fließen die Federung sowie einige Parts wie das Cockpit, die Reifen oder die Bremsen in das Downhill-Profil ein.

Ausstattung: ... umfasst sämtliche Parts am Bike wie Schaltung, Antrieb, Federelemente, Laufräder, Reifen oder Anbauteile à la Sattel, Griffe, Cockpit. Aber MountainBIKE bewertet auch vermeintliche Kleinigkeiten wie Schnellspanner & Co.

Rahmen/Fahrwerk: Ein top gemachter Rahmen, ein harmonisches Zusammenspiel der Federelemente und eine durchdachte Kinematik (beim Fully) bilden die Basis für das perfekte Bike.

Laufruhe: Hohe Spurtreue bringt Sicherheit bergab, kann unter Umständen aber ins Träge „kippen“, speziell wenn der MountainBIKE-Profiler einen geringen Ausschlag zeigt in Sachen ...

Wendigkeit: Je wendiger ein Bike, desto agiler, spielerischer lässt es sich handeln. Ein Ausschlag nur in diese Richtung (ohne viel Laufruhe) lässt jedoch auf Nervosität schließen.

Stabilität: Liegt der Fokus bei Rahmen und Parts weniger auf Leichtbau, sondern auf Solidität, steigt der Ausschlag der Grafik. Den Gegenpart bildet ...

Geringes Gewicht: Niedriges Rahmen-, Parts- und Gesamtgewicht lassen auf ein spritziges, leichtfüßiges, in Ebene und Uphill flottes Bike schließen.

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