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Legenden-Bike als „Ballermaschine“

Specialized Stumjumper EVO (2021)

Die Legende lebt weiter! Für nicht wenige Mountainbiker ist das Specialized Stumpjumper der Inbegriff des Mountainbikes, das Ideal eines "Ride-all-day"-Bikes, der MTB-Allrounder schlechthin eben – und das seit den 80er-Jahren! Nun bringt die US-Firma Specialized endlich, nach rund drei Jahren, wieder eine Neuauflage des Stumpjumpers. Und das war auch höchste Zeit, die noch aktuelle Version wirkt vor allem in Sachen Geometrie nicht mehr so progressiv wie man es von Specialized gewöhnt ist.

Kurz und knapp: Specialized Stumpjumper EVO 2021

  • 160/150mm Hub (vorne/hinten)
  • Sechs Größen (S1-S6)
  • variable Geometrie
  • 29er-Laufräder, Heck auch mit 27,5 kompatibel
  • Preise ab 4499 Euro

Das neue Specialized Stumpjumper kommt aber zunächst "nur" in der abfahrtslastigen EVO-Version. Das EVO kündigen die Amis maximal blumig an. Grob aus dem Amerikanischen übersetzt: "Es ist dein Sitz im Auge des Hurrikans. Und das ist gut so, denn wenn die Scheiße auf dem Trail zu fliegen beginnt, wirst du Zen sein mitten im Chaos." Na, dann!

Die Zutaten zu dieser buddhistischen Bergradel-Lehre sind dann aber erst mal ganz seriöse Kost: 160 mm Federweg vorne, 150 mm hinten liegen am Stumpjumper EVO an, womit es sich zwischen Trailbike und Enduro einsortiert – oder anders gesagt als modernes All-Mountain 2.0, das sich laut Specialized für epischen Alpentouren genauso eignet wie für knackige Trailrides oder auch den Besuch im Bikepark. Die Laufradgröße ist per se trendgerecht 29 Zoll, aber das Stumpjumper EVO lässt sich heckwärts auch mit 27,5-Zoll-Rädern- bzw. -Reifen bestücken. Möglich machen dies unter anderem drehbare Inlays für den "Horst-Link", also das Kettenstrebe liegende, "letzte" der vier Hinterbaugelenke. Dadurch senkt oder hebt sich das Tretlager um 7 mm, was eben auch die Anpassung an kleinere Räder erlaubt.

Überhaupt gibt sich das neue Specialized Stumpjumper EVO nun maximal variabel. So kommt es nicht nur in sechs Größen von S1 bis S6 (dazu später mehr) sondern es lässt sich zusätzlich zur Tretlagerhöhe auch noch der Steuersatzwinkel anpassen. Dies ermöglichen exzentrische Steuersatzschalen, sodass der Winkel zwischen ultraflachen 63 Grad und moderaten 65,5 Grad einstellbar ist. Zusammen mit den sechs möglichen Bikegrößen und den beiden Tretlageroptionen ergibt das in der Geometrie-Tabelle 36(!) Spalten mit Stumpjumer-Evo-Geometrien. Der Aufbau mit Mixed-Bereifung noch nicht mitgerechnet.

Das brandneue Stumpjumper Evo im Detail: Specialized Stumpjumper Evo (2021)

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Für den Rider bedeutet dies, dass er sein Specialized Stumpjumper EVO optimal auf die jeweiligen Streckenbedürfnisse oder seinen Fahrstil anpassen kann. So er denn möchte. Die bereits erwähnte große Auswahl an Größen kommt dazu. So wachsen von Größe zu Größe Sitzrohr- und Steuerrohrlänge kaum, es ist vor allem das Oberrohr und damit der Reach, das/der stark variiert. Somit hat ein klassischer Größe-L-Fahrer (das entspricht bei Specialized S4), die Möglichkeit eben seine "klassische" Größe zu fahren, oder eben zum kürzeren S3-Bike zu greifen, für mehr Wendigkeit und Spielfreude. Oder zum S5 für maximalen Spaß bei Highspeed oder für Enduro-Renneinsätze. Kombiniert man die größere Größe dann noch mit dem tiefen Tretlager und dem flachsten Lenkwinkel ergibt dies die ultimative Ballermaschine.

In Sachen Federung hat sich am neuen Specialized Stumpjumper EVO auf den ersten Blick nicht viel getan. Wie gehabt setzt Specialized auf ein Viergelenker-System, auch der fürs Stumpi charakteristische, asymmetrische "Sidearm"-Design des Hinterbaus ist geblieben. Dennoch ist die Kinematik nun deutlich mehr an der des Specialized Enduro angelehnt, soll damit bei weiterhin hoher Feinfühligkeit insgesamt progressiver ausgelegt sein und so einem aggressiven Fahrstil besser zupasskommen. Apropos Sidearm: Dieser "Ein-Streben"-Aufbau spart wie gehabt Gewicht. So wiegt der S4-Rahmen in Carbon laut Hersteller nur 2750 Gramm inklusive Federbein, Achse, Kettenstrebenschutz, Sattelklemme und aller Verschraubungen – für den Federweg ein sehr starker Wert. Dennoch verspricht Specialized am neuen Stumpjumper EVO deutlich mehr Steifigkeit als beim (dafür kritisierten) Vorgänger – ohne dass sich das Bike zu hart fahren soll.

Ein Indiz für den Zuwachs an Steifigkeit ist das nun viel mächtiger Unterrohr, was sich in seiner Formensprache damit sogar ein wenig an das supererfolgreiche E-MTB Turbo Levo von Specialized anlehnt. Netter Nebeneffekt: Die "SWAT"-Box – eine Art Kofferraum im Unterrohr – ist nun um rund 15 Prozent größer geworden, um noch mehr Nützliches wie Schlauch, Tool oder Müsliriegel zu fassen. Was die Gesamtgewichte angeht, schweigt sich Specialized übrigens noch aus.

Die Modellvarianten hingegen sind bereits da: Es wird fünf Ausführungen des neuen Specialized Stumpjumper EVO geben, alle mit Voll-Carbon-Rahmen. Den preislichen Einstieg markiert das Stumpjumper EVO Comp für 4499 Euro mit Fox-Rhyhm/Performance-Fahrwerk und Shimano-SLX-Antrieb und -Bremsen. Weiter geht es mit dem Stumpjumper EVO Expert für 5499 Euro. Hier gibt es bereits Fox-Federelemente (36er-Gabel und DHX2-Dämpfer) der Performance-Elite-Klasse, dazu einen Schaltungsmix aus Sram GX und X01 Eagle sowie bissige Sram-Code-Bremsen. Das Modell Stumpjumper EVO LTD kostet 5699 Euro und bietet eine ähnliche Ausstattung, es kommt aber serienmäßig mit 27,5-Zoll-Hinterrad sowie mit Rock-Shox-Fahrwerk. Beim Stumpjumper EVO Pro für 7999 Euro gibt es dann Sram-X01-Eagle-Schaltung sowie Fox-Parts der edlen Factory-Klasse, aber auch bereits Carbon-Laufräder. Den sprichwörtlichen Vogel schießt das S-Works Stumpjumper EVO für flockige 10 499 Euro ab – natürlich mit elektrischer Funkschaltung und Funk-Vario-Stütze Sram/Rock Shox AXS sowie allerhand weiterer Edelteilchen.

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