mb-0617-specialized-enduro-elite-carbon-650b-daniel-geiger (jpg) Daniel Geiger

So sieht das optimale Enduro-Bikes aus

So sieht das optimale Enduro-Bikes aus

1. Rahmen und Fahrwerk

In der getesteten Preisklasse fahren die meisten Bikes mit leichten Carbon-Rahmen vor. Einzig Radon liefert beim Radon Swoop 170 10.0 HD ein steifes Alu-Gestell. Die Federwege liegen bei klassenüblichen 160 bis 170 mm, wobei Ghost beim Ghost Path Riot 8 UC am Heck nur 150 mm Hub einsetzt.

2. Radstand

Je länger er ist, desto laufruhiger/träger wird das Bike. Je kürzer, umso wendiger/nervöser. Das kürzeste Bike im Test (alle in Größe L) ist das sehr wendige Specialized Enduro Elite Carbon 650B mit 1204 mm, das spürbar längste das Radon Swoop 170 10.0 HD mit 1225 mm.

3. Kettenstrebenlänge

Kurze Streben um 430 mm verleihen dem Bike Drehfreude. Lange Streben um 445 mm machen es träger/laufruhiger – allerdings klettert das Bike auch besser, da die Front bei einem langen Heck später steigt. Einzig das Propain Tyee Carbon Race weist in diesem Test ein relativ langes Heck von 446 mm auf.

4. Sitzwinkel

Um ergonomisch sinnvoll von oben ins Pedal zu treten, sollte der Winkel mindestens 74–74,5°, an einem Enduro (viel Negativfederweg!) besser 75° betragen. Ein steiler Sitzwinkel verlagert zudem mehr Körpergewicht in Richtung Front – gut für sehr steile Uphills.

5. Lenkwinkel

Flache Lenkwinkel liegen im Trend, sie generieren hohe Laufruhe bei Highspeed – bei gemächlichem Tempo kann es aber kipplig werden. Ein steilerer Winkel bringt mehr Agilität, mitunter aber uch Nervosität. Die Lenkwinkel in diesem Testfeld stehen alle flach um 65,5°.

6. Oberrohr

Je länger das Oberrohr (und Vorbau), desto sportlich-gestreckter sitzt der Fahrer. Je kürzer, desto kompakter fällt die Sitzposition aus.

7. Reach

Der Reach (Abstand Tretlagermitte–Steuerrohr oben) bezeichnet die Reichweite im Stehen. Ein langer Reach „stellt“ den Fahrer besser ins Bike, macht das Rad tempofest. An Enduros hat sich ein (sehr) langer Reach durchgesetzt, ein extrem langer Reach (ab 460–465 mm bei Größe L) kann aber vor allem weniger versierte Biker überfordern. Das Rad wird schlicht zu unhandlich.

8. Cockpit

Eine modern-lange, flache Geometrie erzwingt einen kurzen Vorbau und einen breiten Lenker. Ideal finden wir an einem Enduro in Größe L: 40–50 mm Vorbaulänge, die Lenkerbreite sollte bei 780 mm oder höher liegen.

9. Laufrad/Reifen

Breite Felgen mit bis zu 30 mm Maulweite/Innenbreite liegen im Trend. Ebenso angesagt: fette Reifen von 2,35"–2,5" mit superbissigem Profil wie an Maxxis Minion und Highroller, Continental Baron oder Schwalbe Magic Mary.

10. Bremsen

Je größer die Scheibe, desto standfester und besser dosierbar sind die Bremsen. 200 mm vorne/180 mm hinten sind Pflicht für Enduros.

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