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Darauf sollten Sie beim Bike-Kauf achten - Kriterien für gute Radhändler

So finden Sie den richtigen Radhändler

So viele Radhändler es gibt, so unterschiedlich ist auch deren Service-Qualität. MountainBIKE hat die wichtigsten Qualitätsmerkmale für gute Händler zusammengefasst - und gibt außerdem Tipps beim Einkauf im Versandhandel.

Für den Kauf eines neuen hochwertigen Rades gibt es zwei Möglichkeiten: entweder den Gang ins Fachgeschäft oder den Einkauf im Internet bzw. Katalog. Um Ihnen für den Einkauf mehr Sicherheit zu geben und Sie vor unliebsamen Missgeschicken beim Radkauf zu schützen, haben wir die wichtigsten Merkmale eines kundenfreundlichen Fahrradgeschäftes zusammengefasst.

Zunächst zeigt Ihnen MountainBIKE, woran Sie bereits auf den ersten Blick erkennen, ob ein Geschäft ordentlichen Service bietet. Auf der nächsten Seite geben wir Ihnen Tipps fürs Verkaufsgespräch und die Probefahrt. Außerdem finden Sie auch wichtige Zusatzleistungen, die der serviceorientierte Händler bietet. Locken Sie günstige Versenderpreise? Dann sagen wir Ihnen hier, worauf’s beim Einkauf im Internet bzw. Katalog ankommt.

Abschließend verdeutlicht eine kurze, fiktive Geschichte, wie ein Fahrradkauf beim Händler nicht ablaufen sollte. Aber keine Panik: wenn Sie die zuvor genannten Hinweise im Hinterkopf behalten, werden Sie das in der Geschichte beschriebene "Fachgeschäft" garantiert meiden.

MB Kaufberatung Teaserbild
Sonstiges
AL Specialized Rumor Damen-MTB in Action
Sonstiges

Erste Infos aus dem Internet oder von Bekannten einholen

Kaum ein Unternehmen verzichtet heutzutage auf einen Internetauftritt. Das trifft auch auf die allermeisten Fahrradläden zu. Ein Besuch der Webpräsenz lohnt sich, um einen ersten Eindruck von dem Geschäft zu erhalten. Sie haben radelnde Bekannte? Nichts besser als das! Fragen Sie in Ihrem Umfeld nach Erfahrungen mit Geschäften in der Umgebung.

Darauf sollten Sie zu Beginn des Ladenbesuchs achten:

  • Erkundigen Sie sich vorab: Öffnungszeiten und verfügbares Angebot sind von Händler zu Händler sehr verschieden. Hat das Geschäft nur zur Sommersaison geöffnet, nehmen Sie lieber Abstand – ein dauerhafter Service ist so nicht möglich.
  • Gekennzeichnete Qualität: einige Geschäfte weisen mit Aufklebern an der Tür auf ihre Mitgliedschaft in Verbänden hin. Das weckt Vertrauen.
  • Sauber und ordentlich: ein aufgeräumtes Ladengeschäft sollte selbstverständlich sein. Können Sie einen Blick in die Werkstatt werfen, sollte auch hier Ordnung herrschen. Kein engagierter Schrauber verteilt sein Werkzeug quer über den Boden.

Keine Must-haves, aber komfortable Extras:

  • Kundenwartezone - wenn's etwas länger dauert
  • EDV-gestützte Reparaturverwaltung und Annahme
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VSF All-Ride
Siegel stehen für Qualität und wecken Vertrauen.

Kaufgespräch: Alle wichtigen Punkte klären

Nachdem die Entscheidung für ein Radgeschäft gefallen und der erste Schritt in die Räumlichkeiten getan ist, kann die Beratung beginnen. Dabei sollten diese Punkte unbedingt angesprochen werden:

  • Racer, Tourer, All-Mountain- oder Enduro-Pilot - Welcher Typ bin ich? Ein guter Händler zeigt Ihnen nicht irgendein Rad. Er fragt Sie nach dem geplanten Einsatzzweck, um ein Fahrerprofil erstellen zu können.
  • Größe zeigen: um die passende Rahmengröße zu ermitteln, sind die Körpermaße entscheidend. Wichtig ist vor allem die Schrittlänge. Da die Geometrie je nach Hersteller unterschiedlich groß ausfällt, sollten Sie sich auf das gewünschte Modell setzen und nicht probeweise mit einem anderen Rad vorlieb nehmen. In sechs Schritten zur optimalen Sitzposition auf dem Bike
  • Probefahrt ist Pflicht: vereinbaren Sie mit dem Händler einen Termin, wann eine längere Ausfahrt möglich ist. Vorher muss der Fachmann das Rad auf Verkehrssicherheit überprüfen und auf Ihre Bedürfnisse einstellen. Nach der Fahrt ruhig nochmal darüber sprechen, ob das Bike zu Ihnen passt. Vielleicht sind Sie ja doch ein anderer Fahrertyp ...
  • Flexible Termingestaltung: sehr angenehm ist es, wenn für Reparaturen auch Termine außerhalb der Ladenöffnungszeiten gemacht werden können. Für Notfälle sind einige Händler auch abends oder samstags erreichbar.
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Erst bei einer ausgiebigen Probefahrt zeigt sich, ob das Rad wirklich zu Ihnen passt.

Exkurs: Rechtliche Fragen beim Radkauf

  • Unfall während Probefahrt: der ADFC rät: "Kunden sind nicht schadensersatzpflichtig, wenn die Beschädigung mit den typischen Gefahren einer Probefahrt im Zusammenhang steht und ihnen nur leichte Fahrlässigkeit vorgeworfen werden kann." Eine Haftung für Schäden ist stillschweigend ausgeschlossen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann mit dem Händler einen schriftlichen Haftungsverzicht vereinbaren.

Service: das sollte der Händler nach dem Kauf bieten

Mit der Übergabe von Geld und Ware darf der Kontakt zum Händler nicht abreißen. Kundenservice bedeutet für den Händler auch, sich nach dem Kauf um seinen Kunden zu kümmern. Viele Händler bieten eine kostenlose Erstinspektion an. An folgenden Punkten erkennen Sie einen guten Radhändler:

  • Sicherheitscheck: bevor das Rad den Laden verlässt, muss es einmal durchgecheckt werden. Wichtig ist vor allem: Schrauben nachziehen und Bremsen- sowie Schaltung einstellen.
  • Technische Einweisung: der Händler soll erklären, wie Schaltung und sonstige Komponenten richtig bedient werden. Durch sachgerechten Umgang wird vorzeitiger Verschleiß vermieden.
  • Teile-Tausch: nach ein paar Wochen stellt sich heraus, dass der Vorbau doch eine Nummer zu lang ist? Dann nichts wie zum Händler. Dieser wechselt unversehrte Vorbauten – oft kostenlos – gegen eine kürzere Variante desselben Modells aus.
  • Schraube locker? nicht beim serviceorientierten Fachgeschäft. Nach einigen hundert Kilometern müssen Schrauben nachgezogen und die Schaltung justiert werden.
  • Super-Service: auf die Pauschale von 50 bis 100 Euro für die Erstinspektion wird oft verzichtet. Werden Ersatzteile benötigt, muss das Material natürlich bezahlt werden.
  • Rabatt-Aktionen und Treuepunkte: einige Werkstätten bieten Rabattaktionen für Serviceleistungen an. Damit sollen auf der einen Seite Kunden langfristig an das Geschäft gebunden werden, andererseits erhält man so eine kostenlose Dienstleistung als Prämie. Aber warum zu einer anderen Werkstatt wechseln, wenn der Service stimmt ...
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www.pd-f.de / pressedienst-fahrrad
Kleinere Wartungsarbeiten werden nach dem Kauf vom Händler oftmals kostenlos durchgeführt.

Radkauf im Internet: nur für erfahrene Biker

Der Radkauf im Internet boomt, denn hier werden hochwertige Räder zu günstigen Preisen angeboten. Möglich ist dies durch den Wegfall des Zwischenhandels und den Absatz großer Mengen. Günstig und glücklich fahren allerdings nur erfahrene Biker und Bastler mit dem Versandhandel. Einsteiger finden ihr Glück dagegen im Laden um die Ecke.

Das sollten Sie beim Onlinekauf beachten:

  • Ausstattung: Räder vom Versender sind bekannt für eine hochwertige Ausstattung zum niedrigen Preis
  • Beratung: gibt’s online oder am Telefon. Meist kümmert sich geschultes Personal um den Kunden. Für fachlich fundierte Auskunft ist somit gesorgt.
  • Probefahrt: da das Rad per Mausklick gekauft wird, ist eine Probefahrt meist nicht möglich. Wenn doch, dann nur am Firmensitz des Versandhauses.
  • Rahmengröße ermitteln: eine Geometrietabelle auf der Webseite des Shops liefert alle wichtigen Eckdaten der Rahmengeometrie. Diese richtig zu interpretieren erfordert allerdings Erfahrung.
  • Service: Für Umtausch, Erstservice oder Reparatur muss das Rad verpackt und verschickt werden. Um Montage und finales Setup des Bikes muss sich der Kunde selbst kümmern.
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KFM / www.pixelio.de
Versenderräder kommen im Karton. Die Endmontage müssen Käufer selbst vornehmen. Einfach ist dies nur für erfahrene Biker.

Exkurs: Rechtliche Fragen beim Internetkauf

  • Rückgaberecht: generell gilt das im Fernabsatzrecht eingeräumte 14-tätige Rückgaberecht. Das Rad darf allerdings bei Rückgabe keinen Wertverlust (z.B. durch Beschädigungen) aufweisen.

Wer sein Versenderrad selbst warten möchte, benötigt das richtige Werkzeug:

Werkstatttips: dieses Werkzeug brauchen Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis

Negativ-Beispiel: So sollte Ihr Bikekauf nicht ablaufen

Ein Fahrradgeschäft, irgendwo in Deutschland: ein Kunde betritt den Laden und findet sich in einem Wust aus Rädern, Teilen und Bekleidung wieder. Hilfesuchend steht er vor dem Tresen, hinter dessen ölverschmierter Platte er den Hüter des Chaos erhofft. Stattdessen findet er gähnende Leere, nur etwas Werkzeug liegt verstreut auf dem Boden.

Wie ein gestrandeter Schiffbrüchiger versucht er mit Rufen auf sich aufmerksam zu machen: "Hallo, haben Sie geöffnet?" Minuten später huscht ein Schatten von der Werkstatt in Richtung Verkaufsraum. Wie aus dem Nichts steht er plötzlich hinter dem Tresen – der Verkäufer. Misstrauisch mustert er seinen Gegenüber, um schließlich die Frage aller Fragen zu stellen "Sie suchen ein neues Fahrrad?"

Diese Feststellung, beruhend auf jahrelanger Berufserfahrung, verleitet den verunsicherten Kunden zur einzig richtigen Antwort: "Ja, ich wollte mich mal erkundigen ...". Natürlich weiß der überaus aufmerksame Verkäufer in diesem Moment bereits, was der Interessent sagen will. Dieser hat seinen Satz noch nicht vollendet, da entgegnet der Händler: "Ihnen würde ich ganz klar zu einem vollgefederten Mountainbike raten. Die zusätzliche Federung bietet mehr Komfort und wenn sie das Modell aus unserem aktuellen Angebot nehmen, gehen sie farblich voll mit dem Trend."

Der Kunde – nun um ein gutes Stück weiser – nimmt das Angebot eines Probesitzens dankend an. Kurz darauf hockt er zwei Minuten lang auf dem Bike, um "das richtige Feeling zu bekommen", wie der Verkäufer betont. Die Entscheidung ist anschließend schnell getroffen, das rote Mountainbike mit dem hippen Aufkleber ist das passende Rad für wirklich alle Gelegenheiten. Mit neuem Bike verlässt der Kunde wenig später das Geschäft. Auf einen Rundumcheck hat er verzichtet - schließlich kostet der extra.

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