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MB 0312 All-Mountain-29er im Test Daniel Geiger
MB Cube AMS 29 Race
MB Cube AMS 29 Race - Steck­achssys­tem
MB GT Sensor 9R Pro
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MB Kona Satori 15 Bilder

MountainBIKE-Test: Sieben All-Mountain-29er von 2.500 bis 3.000 Euro

Sieben All-Mountain-29er im MountainBIKE-Test

Twentyniner auf All-Mountain-Kurs: Was können die Großen besser als ein 26"-MTB? MounatinBIKE prüfte erstmalig sieben All-Mountain-Twentyniner mit 120 bis 140 mm Federweg.

Selbst für die meisten MountainBIKE-Tes­ter waren All-Mountain-29er bis zum Testbeginn Neuland. Umso gespannter und neugieriger erwartete das Test-Team das Eintreffen der sieben 29er-Fullys mit Federwegen von 120 bis 140 mm.

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Die US-Trendsetter GT, Trek und Specialized setzen schon länger auf langhubige 29er. Ein alter Hase im Geschäft ist beispielsweise das Rumblefish, das schon unter dem Markennamen Gary Fisher im Hause Trek geführt wurde. Neu im 29er-All-Mountain-Segment sind die Vancouver-Marken Kona und Norco sowie die deutschen Hersteller ­Cube und Rotwild. Das günstigste Bike im Test ist das Cube AMS 120 29 ­Race für 2499 Euro, während Trek mit 2999 Euro das obere Preislimit setzt.

Wie in dieser Preisklasse zu erwarten, sind alle Bikes mit soliden Alu-Rahmen ausgestattet. Das leichteste Chassis bietet Specialized mit glatt drei Kilo. Cube stattet den 3300 g schweren AMS-Rahmen nobel aus und entscheidet das Gesamtgewichts-Ranking mit nur 12,8 Kilo für sich. Das schwerste Bike stellt Trek mit 13,8 kg. GT gönnt seinem Schützling eine komplette Shimano-XT-Schaltung. Cube setzt mit der Sram X0 noch eins drauf.

Das Gros des Testfelds verbaut einen soliden Mix aus Sram X9/X7 oder Shimano SLX/XT. Fünf Hersteller spendieren ihren Bikes eine Fox-Gabel mit 120 bis 130 mm Hub. Nur Kona und Norco sind mit der Rock Shox Revelation am Start – das Norco Shinobi sogar mit langhubigen 140 mm Federweg.

Aktuelle 26-Zoll-All-Mountains bieten üblicherweise 140 bis 150 mm Federweg und überzeugen durch einen breiten Einsatzbereich – von spaßigen Trailrides über ausgedehnte Mittelgebirgstouren bis hin zur Alpenüberquerung ist alles drin.

Können 29er-All-Mountains mithalten?

29er-All-Mountains weisen lediglich 120 bis 130 mm Federweg am Heck auf. Dafür setzen die „Großen“ auf den flachen Überrollwinkel der 29“-Laufräder und wollen somit den fehlenden Hub am Heck kompensieren. Die größte Schwierigkeit der Bike-Konstrukteure ist derzeit, dass die großen Laufräder mehr Platz beim Einfedern brauchen.

Die Kettenstrebenlänge wächst mit dem Federweg, was das Kurvenverhalten träger macht. So besitzt ein 26-Zoll-Stumpjumper beispielsweise eine Kettenstrebenlänge von 420 mm, das 29-Zoll-Pendant ganze 453 mm. Der Unterschied von über drei Zentimetern ist spürbar: Das 29er fährt weniger agil durch Kurven, ist insgesamt träger.

Für Freerider wie MountainBIKE-Tes­ter Thomas „Prof“ Schmitt käme ein 29er-AM daher nicht in Frage: „Ich brauche ein agiles, kurzes Bike. Dann kann ich das Gelände zum Springen und Spielen voll ausnutzen.“ Jedoch stellt sich nach einiger Zeit ein Gewöhnungseffekt ein, selbst enge Serpentinen werden dann fahrbar. Zudem bringen längere Kettenstreben auch Vorteile: In steilen Anstiegen bleibt ein 29er spurtreu und generiert zudem enorme Traktion.

Auch bergab steigt das Vertrauen zum Rad durch die großen Laufräder. Rollt man eine Kante oder eine Böschung mit spitzem Ausrollwinkel hin­unter, fährt das große Vorderrad souverän „über“ die Kuhle und bringt ein Plus an Sicherheit. Über verblocktes Gelände rollen die Big Bikes wesentlich leichter und bringen somit mehr Sicherheit und in Folge mehr Fahrspaß – stellenweise kommt sogar Enduro-Feeling auf!

Leider liegen die Laufradgewichte noch nicht auf dem Stand der 26“-Pendants, wodurch die Beschleunigung träger ausfällt. Das Gesamtgewicht liegt durchschnittlich bei 13,25 Kilo, ein vergleichbar teures 26er-AM-Testfeld ebenfalls zwischen 12,5 und 14 Kilo – also auf ähnlichem Niveau.

MB Heft 0512 - Inhalt - Das 29er-Duell des Jahres
Sonstiges

Die Mountainbikes im Test:

MB Cube AMS 29 Race
Fully-Tests
MB GT Sensor 9R Pro
Fully-Tests
MB Kona Satori
Fully-Tests
MB Norco Shinobi 2
Fully-Tests
MB Rotwild R.C1 FS 29 Comp
Fully-Tests
MB Specialized Stumpjumper FSR Comp 29
Fully-Tests
MB Trek Rumblefish Elite
Fully-Tests

Steifigkeitswerte in der Kritik

Auf dem MountainBIKE-Prüfstand zeigte sich jedoch: Die Werte der sieben Kandidaten liegen zwar leicht hinter denen von 26“-All-Mountain-Fullys, müssen sich aber nicht verstecken. Nur das Kona schwächelt etwas – die Tester stuften den Wert von 58 Nm/° am Lenkkopf aber nicht als problematisch ein.

MountainBIKE ließ zudem alle Laufradsätze vermessen. Die Resultate der Steifigkeitsprüfung erreichen bis zu 80 Prozent eines vergleichbaren 26-Zoll-Werts und schneiden damit deutlich besser ab als die 29“-CC-Räder. Grund: Die All-Mounatin-Laufräder sind per se schwerer und stabiler aufgebaut. Lediglich die Bontrager-Laufräder im Trek fallen etwas ab.

Entscheidend für das Fahrverhalten ist die Geometrie. Hier zeigen sich kleine, aber feine Unterschiede. Bei fast allen Bikes sind die Kettenstreben über 450 mm lang (GT sogar 456 mm). Das bringt zwar Laufruhe, kostet aber auch Agilität. Nur Kona schafft es, den Hinterbau auf 440 mm zu drosseln. Die Belohnung folgt auf dem Trail: Wendig schießt der Kanadier um Kehren und lässt sich gutmütig aufs Hinterrad lupfen. Auch beim Lenkwinkel kocht Kona ein eigenes Süppchen: 68° verleihen dem Satori Downhill-Gene. Alle weiteren pendeln sich bei 68,5° bis 69,5° ein.

Etwas spezieller lösen Trek und ­Cube die Geometrie-Frage. Exklusiv stellt Fox für die „Big Player“ eine Gabel mit geringerem Nachlauf her. Diese Idee stammt von Gary Fisher (G2-Geometry) – die kürzere Gabelvorbiegung und somit ein längerer Nachlauf soll die Agilität steigern.

Zum Verständnis: Denken Sie an die Rolle eines Einkaufswagens, diese läuft stets der Lenkachse nach. Den Abstand, den die Rolle zur Lenkachse hat, nennt man Nachlauf. Verkürzt man nun den Abstand, folgt das Rad schneller der Lenkbewegung – es wird somit agiler.

Sieben All-Mountain-29er im Test

MB Cube AMS 29 Race
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Nie fuhren 120 mm so sicher!

Gleich neben der ruppigen DH-Strecke in Bad Wildbad jagten vier Tester die Bikes über Steilstufen, Singletrails, kernige Anstiege und enge Serpentinen. Neugierig bogen die Test-Piloten zu guter Letzt auf die steile Meisterschaftsstrecke ab und waren verblüfft: Erstaunlich sicher rollten die AM-Riesen über verblocktes Gelände und Steilstücke. Vor allem das wendige Kona und das langhubige Norco überzeugten. Mit 140-mm-Federgabel lassen sich dem Norco sogar Enduro-Eigenschaften zusprechen.

Leider fehlen beiden Kanadiern die Federwegsreserven am Heck, in der All-Mountain-Kategorie dominieren sie dennoch die Abfahrtswertung. Bergauf punkten die frontlastigeren Bikes von GT und Rotwild. Das GT verlangt zwar mit 26er-Kettenblatt starkeBeine – wer die hat, fräst mit dem leichten, spurstabilen Bike jeden Stich hoch. Minimal träger agiert das Rotwild, schuld ist das hohe Gewicht.

Bergab brauchen beide Boliden aber eine erfahrene Hand. Cube, Specialized und Trek meistern den Spagat zwischen Bergauf-Performance und hohem Abfahrtsspaß mit Bravour. Agil und doch laufruhig schießen AMS 120 und Rumblefish gen Tal. Das lange „Stumpi“ liegt noch laufruhiger auf dem Trail, filtert selbst grobe Schläge sauber weg. Im Uphill zieht das leichtere Cube den beiden Amis davon und schnappt sich so den Testsieg.

Speziell diese drei Bikes sind eine mehr als ernstzunehmende Konkurrenz für die bewährten 26“-All-Mountain-Fullys. Dennoch: Wer Wert auf ein verspieltes All-Mountain-Handling sowie ein spritziges Fahrverhalten legt, ist mit einem 26-Zöller und 150 mm Federweg weiter besser beraten.

Die Steifigkeiten und Gewichte der Testbikes

Sieben All-Mountain-29er im Test

MB Cube AMS 29 Race
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Labortest

Auf EFBe-Prüfständen misst MountainBIKE die Steifigkeiten. Die Lenkkopfsteifigkeit beeinflusst die Spurstabilität. Der Wert zeigt, bei welcher Kraft sich der Rahmen um einen Millimeter verwindet. Vergleicht man die Messwerte mit 26“-Rahmen, liegen alle Rahmen (außer Kona) im „grünen“ Bereich. Die Laufradsteifigkeit nähern sich den Werten eines 26“-Laufradsatzes an. Dennoch ist dies die größte Schwachstelle.

MB 0312 Allmountain-29er - Steifigkeiten

Gewichte

Gabeln werden mit Achse, Laufräder mit Reifen, Discs, Kassette und ggf. Schnellspanner gewogen.

MB 0312 Allmountain-29er - Gewichte

Testablauf und Ergebnisse

Praxistest:
Vier erfahrene Testfahrer fuhren jedes Bike auf einer für All-Mountains optimalen Teststrecke in Bad Wildbad: Steile Auffahrten, Schotter-pisten und flowige Trails bis hin zu ­Serpentinen und ruppigen Downhills rangen den Bikes alles ab.

Praxisnoten:
Jeder Tester fuhr jedes ­Bike mindestens einmal, um es dann auf speziellen Bewertungsbögen zunächst isoliert, dann gemeinsam zu beurteilen.

Labortest:
Im Labor wurden die Bikes zerlegt, die Gewichte von Rahmen, Gabel und Laufrädern ermittelt sowie die Geometrien vermessen. Im Abschluss ermittelte MB die Lenkkopfsteifigkeit (auf EFBe-Prüfständen) und die Laufradsteifigkeiten. Diese Werte geben Aufschluss über Antritt- und Wiegetrittverhalten sowie das Lenkverhalten des Bikes.

Endnote:
Über einen Schlüssel aus rund 700 Einzelnoten ermittelte MB die Endnote. In den Testbriefen erfahren Sie, welches 29er-All-Mountain am besten zu Ihnen passt. Denn nicht jedes „sehr gute“ ­Bike ist für jeden Biker der ersehnte Traumpartner.

Sieben All-Mountain-29er im Test

MB Cube AMS 29 Race
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Name des Bikes/Link zum Testbericht Gewicht Preis Testurteil
Cube AMS 29 Race (Testsieger) 12,8 kg 2.499 Euro Überragend
GT Sensor 9R Pro 12,8 kg 2.699 Euro Sehr gut
Kona Satori 13,5 kg 2.999 Euro Sehr gut
Norco Shinobi 2 13,5 kg 2.699 Euro Sehr gut
Rotwild R.C1 FS 29 Comp 13,2 kg 2.699 Euro Sehr gut
Specialized Stumpjumper FSR Comp 29 (Kauftipp) 13,2 kg 2.599 Euro Sehr gut
Trek Rumblefish Elite 13,8 kg 2.999 Euro Sehr gut//
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