Dennis Stratmann
54 Bilder

Aktuelle Enduro-Mountainbikes getestet

Das sind die besten Enduros des Jahres

Nur Fliegen ist schöner? Wir haben die angesagtesten und edelsten Enduros der Saison getestet – und waren vom enormen Potenzial dieser Trail-Hämmer begeistert.

Alle getesteten Bikes in der Übersicht

Kompletten Artikel kaufen
Enduros für 2020 Die neusten Enduros im Mega-Test - aus MB Heft Januar 2020
Sie erhalten den kompletten Artikel (23 Seiten) als PDF

Bike / Link zum Testbericht Preis Gewicht Testergebnis
Canyon Strive CFR 9.0 6999 Euro 14,1 kg Sehr gut (891 Punkte)
Cube Stereo 170 SL 29 3999 Euro 14,7 kg Sehr gut (820 Punkte)
Focus SAM 9.9 4499 Euro 15,1 kg Gut (781 Punkte)
Kona Process 153 CR/DL 29 6599 Euro 14,9 kg Sehr gut (816 Punkte)
Liteville 301 MK 15 7880 Euro 13,5 kg Sehr gut (849 Punkte)
Merida One Sixty 7000 5499 Euro 14,5 kg Sehr gut (830 Punkte)
Mondraker Superfoxy R 6499 Euro 14,6 kg Sehr gut (881 Punkte)
Orbea Rallon M Team 6499 Euro 13,9 kg Überragend (905 Punkte)
Rocky Slayer C70 6500 Euro 15,8 kg Sehr gut (815 Punkte)
Santa Cruz Megatower 8699 Euro 14,3 kg Sehr gut (889 Punkte)
Scott Ransom 900 Tuned 7599 Euro 13,2 kg Überragend (924 Punkte)
Specialized Enduro Expert 6999 Euro 15,0 kg Sehr gut (864 Punkte)
Yeti SB 165 Turq-Series T1 8290 Euro 14,7 kg Sehr gut (885 Punkte)

Über den Enduro-Rennsport ist in den letzten Jahren viel geschrieben worden. Gefühlt wird es jetzt ruhiger um diese "Trendsportart". Von vielen gestarteten Rennserien haben sich nur wenige etabliert, die hochdotierten Profiteams sind geschrumpft, der Hype nimmt ab. Umso mehr ist es wieder an der Zeit, sich auf das Wesentliche in Sachen Enduro zu konzentrieren: nämlich auf den fast grenzenlosen Spaß am Trail Shreddern, auf das Lebensgefühl Enduro – und auf diese langhubigen, massiven, mit Technik vollgestopften Bikes an sich. Bei diesen hat sich für 2020, vor allem auf der anderen Seite des Atlantiks, einiges getan. Specialized, Santa Cruz und Rocky Mountain stellten erst kürzlich ihre Neuheiten vor. Auch einige europäische Hersteller gehen mit neuen Enduro-Kreationen ins kommende Jahr. Eines zeichnet sich dabei relativ klar ab: 29"-Laufräder/-Reifen und Federwege um 170 mm sind das neue Maß der Dinge, Enduros mit kleinen 27,5"-Rädern stellen in diesem Test nur noch Focus und Yeti. Neu ist auch unser 1000-Punkte-Test mit einer noch stärker ausdifferenzierten Bewertung. Zudem haben wir unsere Vorgaben etwas gelockert, um wirklich das beste Enduro des Jahres zu ermitteln. Die Wahl der Laufradgröße überließen wir etwa den Herstellern. Auch den Preisbereich haben wir relativ weit gestaltet, um möglichst alle Modelle am Markt abbilden zu können. Denn aktuell werden die US-Enduros eher teurer, während speziell deutsche Hersteller ihre Topmodelle sehr preiswert kalkulieren, wie die beiden Bikes von Focus und Cube zeigen.

Umfrage

Welches Endurobike ist Ihr Favorit?
2477 Mal abgestimmt
Canyon Strive
Cube Stereo 170
Focus SAM
Giant Bike
Giant Reign
Kona Process
Liteville 301
Mondraker Superfoxy
Merida One-Sixty
Orbea Rallon
Rocky Mountain Slayer
Santa Cruz Megatower
Scott Ransom
Specialized Enduro
Yeti SB 165

Quo vadis Enduro?

Enduros waren von Beginn an Bikes, die auf maximale Bergab-Performance ausgelegt waren, die sich im Gegensatz zum Freeride- oder Downhill- Bike aber noch manierlich berghoch treten ließen. An dieser "Grundeinstellung" hat sich bis heute nichts geändert. Das Faszinierende jedoch: Beides ist besser geworden! Die Enduro-Bikes in diesem Test stehen im Talschuss kaum noch einem Downhiller nach, sind auch für Bikepark-Einsätze oder große Sprünge auf dem Hometrail voll geeignet. Kein Wunder, sind sie doch allesamt länger, "flacher", schwerer geworden als einst in der 26"-Epoche. Dennoch rollen sie flotter und klettern besser denn je. Paradox? Ja, aber erklärbar. Für die besseren Rolleigenschaften zeichnen vor allem die im Vergleich zu früher größeren Räder in 27,5" oder 29" verantwortlich, die aber auch das Handling beeinflussen: 29er sind tendenziell die laufruhigeren Bikes, während 27,5"-Bikes drehfreudig über die Trails flitzen. Eigentlich. Denn dank ihrer modernen Geometrien zeigen die 29"-Enduros nahezu keine Nachteile in Sachen Wendigkeit mehr. Oder anders gesagt: Die Vorteile überwiegen, sodass immer weniger Enduros überhaupt noch in 27,5" erhältlich sind. Eine Option ist der Mix aus 29" vorne und 27,5" hinten wie am Liteville. Die Idee dahinter: Das Vorderrad rollt dank großem Umfang locker über Hindernisse. Das kleinere Hinterrad rückt im steilen Gelände dem Gesäß aber nicht zu nahe. Vor allem für kleine Biker ein interessanter Ansatz.

Enduro-Geometrie

Dank der ausschließlich verbauten 1-fach-Antriebe, bei denen der platzraubende Umwerfer wegfällt, können heutige Enduros kurz am Heck konstruiert werden. 425 mm wie beim Kona sind beispielsweise extrem. Doch auf jeden Trend, folgt der Gegentrend: Specialized und Mondraker setzen an ihren neuen Enduros wieder auf lange Kettenstreben, die für mehr Traktion sorgen. Ein heutzutage für die Wahl des passenden Enduros wichtiges Kriterium ist die Länge von Reach und Stack – siehe Grafik unten. Die Bikes im Test sind übrigens in den Größen L und XL, da wir in der Testeinladung einen "Wunsch-Reach" von 480 mm angegeben haben. Generell entscheiden der Reach und der Stack über die Bergabposition des Bikers. Je länger der Reach, desto mehr Bike hat man "vor sich", desto stabiler fährt es in der Regel – speziell versierte Fahrer, die es gewohnt sind, ihr Körpergewicht aktiv auf die Front zu verlagern, lieben das. Dazu sollte zwingend ein kurzer Vorbau verbaut sein, damit das Lenkverhalten agil bleibt. Der Stack wiederum sagt aus, wie hoch das Bike an der Front baut. Die Lenkwinkel der Enduros pendeln sich inzwischen bei Werten um 65° ein. Dazu kombinieren die Hersteller kürzere Gabel-Offsets, die den Nachlauf perfekt angleichen. Beim Sitzwinkel sind 76° für ein Fully mit viel Federweg ein guter, pedaliereffizienter Wert. Das ist steiler als vor einigen Jahren und sorgt für verbesserte Klettereigenschaften.

Reach und Stack in der Übersicht

Redaktion

So viel Federweg braucht man

Qualität ist beim Federweg wichtiger als Quantität! Die Werte in diesem Test erstrecken sich von 150 mm am Canyon-Heck bis 180 mm an der Yeti- Front. Apropos: Am Heck wird oft weniger Hub eingesetzt, da aufgrund der Raderhebungskurve das Hinterrad beim Einfedern das Sitzrohr touchieren könnte. Bei den Federelementen dominiert Fox in diesem Test. Alle Bikes mit Fox-Fahrwerken fühlten sich sensibler an als die Modelle, die mit Rock Shox ausgestattet sind. Vor allem der Fox-X2-Float- Dämpfer überzeugt, aber auch das DPX2-Federbein funktioniert ausgezeichnet. Bei den Gabeln unterscheiden sich die Fox-36-Modelle durch die Grip2- und Fit4-Kartuschen. Grip2 ist komplexer in der Einstellbarkeit – dadurch aber besser auf unterschiedliche Fahrsituationen abstimmbar. Antriebsneutralität spielt bei Enduro-Fahrwerken ob der großen Hübe eine wichtige Rolle. Unter dem Strich arbeiten fast alle Heckfederungen im Test auf sehr gutem, fast wippfreiem Niveau. Wer lange Touren mit dem Enduro plant, sollte dennoch darauf achten, dass ein Plattformhebel am Dämpfer vorhanden ist, um das Heck ruhigzustellen. Ein besonders smartes Feature bieten die Enduros von Scott und Canyon, bei denen der Hinterbau bzw. die Geometrie vom Lenker aus für den Uphill verstellt werden kann.

Enduro Test 2020: Die besten Details der 2020er Enduros

13 Bilder

Auf die Parts kommt es an

In Sachen Schaltungen haben sich 1 x 12-Antrieben vollends durchgesetzt. Shimano und Sram trennt derzeit ein Zahn am größten Ritzel der Kassette. Shimano bietet 51, Sram 50. Der Unterschied ist marginal, aber am Berg durchaus spürbar. Generell funktionieren beide Systeme in den hier verbauten Güteklassen (Shimano XT oder XTR, Sram X01 Eagle) ausgezeichnet. Eine große Rolle spielen Reifen und Laufräder. Sie müssen perfekte Downhill-Performance zeigen, aber auch halbwegs gute Rolleigenschaften. Immer öfter greifen die Hersteller zu Carbon als Felgenmaterial, doch auch Alu-Laufräder können leicht ausfallen – wie die Newmen am Cube zeigen. Felgenbreiten von 30 mm bieten den breiten Reifen um 2,5" einen guten Sitz. Wenig Probleme machen derzeit die Bremsen: Es sind durchgehend stabile 4-Kolben-Anker verbaut, die vorne und oft sogar auch heckwärts auf 200-mm-Discs zugreifen.

54 Bilder

Nur wenige Leichtgewichte

Ein Wermutstropfen bleibt: Die Bikes sind trotz ihrer teils gesalzenen Preise mit wenigen Ausnahmen keine Leichtgewichte. Nur Liteville, Orbea und das sehr leichte Scott wiegen unter 14 Kilo; Focus, Rocky Mountain und Specialized hingegen über 15 Kilo. Das liegt an den großen Größen und den beschriebenen Parts – weniger an den teils eher leichten Carbon- oder Carbon-Alu-Rahmen. Aber ganz wichtig: Den extremen Spaß vermiesen die Pfunde dank der erwähnten generellen Vortriebs- und Uphill-Stärken der Enduros nicht im Geringsten. Jedes der 13 Enduros hat seinen Charakter sowie Stärken und (kleine) Schwächen. Besonders gut haben uns das Scott Ransom (Testsieger) sowie das Orbea Rallon gefallen. Aber auch Canyon, Mondraker, Santa Cruz, Specialized und Yeti konnten begeistern. Das Cube verdient sich dank seines sehr fairen Preises den MOUNTAINBIKE-Kauftipp.

Testergebnisse im Detail

Unser Biketest baut auf einem ganz neu entwickelten 1000-Punkte-Schema auf, das alle wichtigen Fahreigenschaften und Kategorien umfasst. Knapp ein Viertel der Gesamtnote steuern Laborerhebungen wie Gewicht, Verarbeitung und Ausstattung bei. Hauptsächlich ergibt sich die Note aus den Fahreigenschaften auf dem Trail – wie dem Handling, der Vortriebseffizienz, der Bergab-Performance oder dem Fahrwerk. Achtung: Bei der Benotung des Gewichts haben wir auch die Gewichte der rotierenden Masse (Laufräder, Reifen, Bremsscheiben etc.) mit einfließen lassen. Die Gewichtung der Kategorie passen wir an die Bike-Gattung an. Die Enduros im Test müssen zum Beispiel besonders gute Downhill- und Fahrwerkseigenschaften aufweisen. Bei maximal 1000 Punkten ist das Bike mit den meisten Zählern logischerweise Testsieger.

Alle Bikes im detaillierten Testbericht

Fully-Tests
Fully-Tests
Fully-Tests
Fully-Tests
Fully-Tests
Fully-Tests
Fully-Tests
Fully-Tests
Fully-Tests
Fully-Tests
Fully-Tests
Fully-Tests
Fully-Tests

______________

MB So Testet MOUNTAINBIKE Landingpage 2019 Teaser
MTB
Zur Startseite
Mehr zum Thema Enduro-Bikes
News
mb-2019-Canyon-Strive-MY2019-Finale-5-TEASER
News
Fully-Tests
Fully-Tests