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Einsteiger-Hardtails 2020 Chris Pauls
Einsteiger-Hardtails 2020
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Einsteiger-Hardtails 2020
Einsteiger-Hardtails 2020 17 Bilder

Günstige Bikes für MTB-Einsteiger in der Übersicht

Die besten Hardtails um 1000 Euro

Auf diesen 17 Hardtails ab 850 Euro sitzen Einsteiger goldrichtig + Welches ist das beste Hardtail-Mountainbike in der Einsteigerklasse um 1000 Euro? Acht Hersteller legten die Karten auf den Tisch.

Hinweis für MTB-Einsteiger: Hier haben wir für Sie jede Menge Tipps für Ihren Einstieg auf dem Mountainbike zusammengestellt

Kurze Übersicht

Die besten Hardtails um 1000 Euro 2020

Biken boomt! Während der Corona-Krise und durch ihre Folgen wie Kurz- oder Nullarbeit haben viele Menschen die Natur neu für sich entdeckt – und etliche haben sich dabei vom einzig guten Virus infizieren lassen, dem Mountainbike- Virus. Klar, es ist ja auch das beste Sportgerät der Welt, oder nicht?

Und ebenso klar ist, dass sich nun viele nach einem neuen MTB sehnen. Die Wahl wird dabei oft auf ein eher preiswertes Bike um 1000 Euro bzw. bis maximal 1500 Euro fallen. Ein gut funktionierendes Fullsuspension-Bike ("Fully") mit Vollfederung ist für diesen Preis unrealistisch, selbst auf dem Gebrauchtmarkt. Stattdessen bieten sich Hardtails mit Frontfederung an, die in dieser Klasse bereits erstaunlich viel Fahrgenuss bieten, dazu wartungsarm und robust sind.

Wir haben Ihnen 17 Modelle von 850 bis 1499 Euro ausgesucht, die wir für empfehlenswert halten. Und das nicht nur für Einsteiger, denn auch erfahrene Biker finden hier ein attraktives Sportgerät.

Zudem zeigen wir Ihnen, wo Sie am besten kaufen oder worauf Sie etwa bei Federgabel und Schaltung achten sollten.

Canyon Grand Canyon AL 6.0

Einsteiger-Hardtails 2020
Chris Pauls
  • Preis: 999 Euro
  • Gewicht: 13,4 kg
  • Größen: XS, S (je in 27,5"), M, L, XL (alle in 29")
  • Federgabel: SR Suntour XCR, 100 mm
  • Schaltung: 1 x 12 Gänge, 32 : 10–51 Zähne, Shimano-XT-Schaltwerk, -SLX-Hebel und -Kassette, -M610-Kurbel
  • Bremse: Shimano MT400, 180/180 mm

Canyons frisch renoviertes Erfolgs-Hardtail verspricht mit moderner Geometrie eine dicke Portion Extra-Spaß. So sorgt der flache 68°-Lenkwinkel für maxi male Laufruhe, die kurzen Kettenstreben bringen Drehfreude. Apropos: In den Größen M–XL rollt das Versender-Bike auf 29"-Rädern, in XS und S auf agilen 27,5ern. Die Ausstattung etwa mit toller Shimano-1 x 12-Schaltung geht für den Preis voll in Ordnung, der Rahmen ist Canyon- typisch top verarbeitet und wartet mit sehr viel Liebe zum Detail auf.

Bulls Copperhead 3S 29

Einsteiger-Hardtails 2020
Bulls
  • Preis: 1499 Euro
  • Gewicht: 11,8 kg
  • Größen: 41, 46, 51, 56, 61 cm (alle 29")
  • Federgabel: Fox 32 Rhythm Remote, 100 mm
  • Schaltung: 1 x 12 Gänge, 32 : 10–51 Zähne, Shimano-XT-Schaltwerk, -Hebel und -Kurbel, -SLX-Kassette
  • Bremse: Magura MT4, 180/180 mm

Wow! Viel mehr Bike fürs Geld dürfte es beim Fachhändler kaum geben. Der "Kupferkopf" kommt nicht nur mit solidem Alu-Rahmen, sondern auch mit edlem, fast gruppenreinem Shimano-XT-Antrieb. Auch die Fox-Rhythm-Gabel ist in dieser Preisklasse über alle Zweifel erhaben. Super ist zudem das Gesamtgewicht von unter 12 Kilo. Die Geometrie schneidert Bulls recht klassisch, mit kompaktem vorderem Rahmendreieck und eher flachem Sitzwinkel.

Cube Reaction Race

  • Preis: 1299 Euro
  • Gewicht: 12,7 kg Größen 15" (27,5"), 17", 19", 21", 23" (alle 29")
  • Federgabel: Rock Shox Judy Silver Remote, 100 mm
  • Schaltung: 1 x 12 Gänge, 32 : 10–50 Zähne, Sram- GX-Eagle-Schaltwerk, -Hebel und -Kassette, Sram-Stylo-Kurbel
  • Bremse: Shimano Deore, 180/160 mm

Highlight am über Jahre hinweg bewährten Reaction Race ist nicht nur die knallige Lackierung sondern auch die hochwertige Ausstattung. Eine (fast) komplette Sram-GX-EagleGruppe ist in dieser Preisklasse der Hit, dazu macht die Judy-Gabel einen prima Job. Die Geometrie des Alu-Bikes fällt ziemlich kompakt aus, der Lenkwinkel steht mit 69° aber ausreichend flach.

Focus Whistler 3.9

Einsteiger-Hardtails 2020
Focus
  • Preis: 999 Euro
  • Gewicht: 13,7 kg
  • Größen: XS, S (27,5"), M, L, XL (29")
  • Federgabel: Rock Shox Recon RL, 100 mm
  • Schaltung: 1 x 12 Gänge, 32 : 10–51 Zähne, Shimano-SLX-Schaltwerk -Hebel und -Kassette, MT610-Kurbel
  • Bremse: Shimano MT200, 180/160 mm

Mit seinen eleganten "Skinwall"-Reifen macht das Whistler schon optisch richtig was her. Klasse ist auch die fast komplette, brandneue Shimano-SLX-Schaltung mit 1 x 12 Gängen. Obacht: Focus verbaut eine (schwere) Stahlfedergabel, deren Federhärte an das Fahrergewicht abgestimmt sein muss. "Klassischer Schnitt" mit kurzer Front und langem Heck, der Lenkwinkel steht bei 69° bzw 70° – je nach Laufradgröße.

Centurion Backfire Pro 800

MB Centurion Backfire 900.29
Benjamin Hahn
Centurion Backfire 900.29 (29 Zoll)
  • Preis: 1399 Euro
  • Gewicht: 12,6 kg
  • Größen: XS, S, M, L, XL (alle in 29")
  • Federgabel: Manitou Machete Comp Remote, 100 mm
  • Schaltung: 2 x 11 Gänge, 34/24 : 11–42 Zähne, Shimano-XT-Schaltwerk und- Kurbel, -SLX-Hebel und -Umwerfer, Sram-Kassette
  • Bremse: Shimano MT201/MT200, 180/180 mm

Das Backfire gehört zu den großen Hardtail-Legenden aus deutschem Lande. Die Geometrie ist klassisch, der Lenkwinkel steht aber nicht zu steil bei 69° – gut so. Um den Alu-Rahmen herum gibt es solide Parts wie einen Shimano-Antriebsmix aus XT und SLX und mit großer Bandbreite dank 2 x 11 Gängen. Lediglich die Bremse könnte auch für diese Preisklasse besser sein.

Rockrider XC 100

Einsteiger-Hardtails 2020
Rockrider
  • Preis: 999 Euro
  • Gewicht: 13,5 kg
  • Größen: S, M, L, XL (alle in 27,5 Plus)
  • Federgabel: Manitou Markhor Air Remote, 100 mm
  • Schaltung: 1 x 12 Gänge, 34: 11–50 Zähne, Sram-NX-Eagle-Schaltwerk, -Hebel, -Kurbel und -Kassette
  • Bremse: Sram Level T, 180/160 mm

Das robuste Aluminium-Hardtail des Sportartikelgiganten Decathlon kommt auf breitem Fuß daher: Es steht und rollt auf sogenannten 27,5-Plus-Reifen, die extrabreit (2,8") ausfallen. Das macht das Handling zwar eine Spur träger, dafür steigen Fahrkomfort und -sicherheit, da die Breitreifen wie eine Mini-Federung arbeiten. Der Rest der Ausstattung ist dem Preis angemessen.

Radon Cragger 7.0

Einsteiger-Hardtails 2020
Radon
  • Preis: 1199 Euro
  • Gewicht: 13,6 kg
  • Größen: XS, S, M, L, XL (alle in 29") Federgabel Rock Shox 35 Gold RL, 130 mm
  • Schaltung: 1 x 12 Gänge, 32 : 11–50 Zähne, Sram-NX-Eagle-Schaltwerk, -Hebel und -Kassette, Sram-X1-Kurbel
  • Bremse: Magura MT Thirty Custom, 180/180 mm

Trail ahoi! Das Cragger richtet sich an bereits etwas erfahrenere Biker, die sich dann auf satte 130 mm Frontfederweg, eine Vario-Stütze, brillante Maxxis-Minion-Reifen und eine progressive, lange Geometrie freuen dürfen. So steht der Lenkwinkel bei vergleichsweise ultraflachen 65°. Die Parts sind gemessen am Preis erste Sahne und machen das Versender-Bike zum "No Brainer" für alle echten Geländerocker.

Specialized Rockhopper Expert

Einsteiger-Hardtails 2020
Specialized
  • Preis: 1199 Euro
  • Gewicht: k. A.
  • Größen: XS, S, M, L, XL (alle in 29")
  • Federgabel: Rock Shox Judy Air, 80–100 mm (je nach Rahmengröße)
  • Schaltung: 1 x 12 Gänge, 34/24 : 11–50 Zähne, Sram-NX-Eagle-Schaltwerk, -Hebel, -Kurbel und -Kassette
  • Bremse: Shimano MT200, 180/160 mm

Mit dem Rockhopper führt Specialized ein Bike mit Geschichte. Schon Ende der 80er Jahre wurden damit die Trails unsicher gemacht. Die brandneue Auflage bietet eine elegante Silhouette und eine moderne Geometrie mit angenehm flachem 68,5°-Lenkwinkel sowie langem Reach (=Reichweite im Stehen) für maximalen Trail-Genuss. Solide Ausstattung.

Corratec X-Vert 29 Race

Einsteiger-Hardtails 2020
Corratec
  • Preis: 1200 Euro
  • Gewicht: 12,9 kg
  • Größen: 39, 44, 49, 54 cm (alle 29")
  • Federgabel: Rock Shox 30 Silver TK, 100 mm
  • Schaltung: 1 x 12 Gänge, 32 : 10–51 Zähne, Shimano-XT-Schaltwerk, -SLX-Hebel, -Kurbel und -Kassette
  • Bremse: Shimano MT200, 180/160 mm

Sportlich-schick kommt das X-Vert der bayerischen Traditionsmarke Corratec daher. Dazu gibt es eine ausgewogene Geometrie mit 69°- Lenkwinkel und moderaten Reach- Werten. In Sachen Ausstattung sticht vor allem der extrem gut funktionierende Mix aus Shimanos SLX- und XT-Parts mit 1 x 12 Gängen hervor. Federgabel und Bremse könnten einen Tick besser sein, gehen für den Preis aber in Ordnung.

Drössiger Ride Hardtrail 2

Einsteiger-Hardtails 2020
Droessinger
  • Preis: 1299 Euro
  • Gewicht: k. A.
  • Größen: XS, S (27,5"), M (27,5" oder 29"), L, XL (29")
  • Federgabel: Rock Shox Recon RL, 120 mm Schaltung 2 x 11 Gänge, 34/24 : 11– 42 Zähne, Shimano-XT-Schaltwerk, -SLX-Hebel, -Kurbel, -Umwerfer und Kassette
  • Bremse: Magura MT4, 180/160 mm

Der Name Hardtrail (mit "r") verrät es: Mit dem Drössiger darf es zünftig durchs Gelände gehen. Schließlich liegen an der Front 120 mm Hub an, auch die moderne, moderat-lange Geo verspricht Fahrspaß. Die Parts mit 2 x 11-Shimano-Schaltungsmix aus SLX und XT gefallen ebenso. Cool: Das Bike lässt sich individuell konfigurieren, etwa in 20 Rahmenfarben.

Stevens Devil’s Trail

Einsteiger-Hardtails 2020
Stevens
  • Preis: 1199 Euro
  • Gewicht: 13,2 kg
  • Größen: 16" (27,5"), 18", 20", 22", 24" (alle in 29")
  • Federgabel: Rock Shox Recon RL Remote, 100 mm
  • Schaltung: 2 x 11 Gänge, 36/26 : 11–42 Zähne, Shimano-SLX-Schaltwerk, -Hebel, -Umwerfer und -Kassette, Shimano-MT610-Kurbel
  • Bremse: Shimano MT400, 180/160 mm

Eine Hardtail-Übersicht ohne die Hamburger Marke Stevens? Nicht denkbar, schließlich bauen die Hanseaten seit Jahrzehnten stets sportlich- schnittige Bikes für Einsteiger bis zum Marathon- Profi. Das Alu-Hardtail Devil’s Trail passt mit seiner traditionellen Geometrie bestens ins Bild, auch der breitbandige Shimano-Antrieb (2 x 11 Gänge) dürfte Fans der Langstrecke gefallen. Sehr gute Federgabel.

Ghost Nirwana Tour Univ.

Einsteiger-Hardtails 2020
Ghost
  • Preis: 1299 Euro
  • Gewicht: 14,2 kg
  • Größen: XS, S (27,5"), M, L, XL (29")
  • Federgabel: Rock Shox Recon RL, 80 mm (XS) bzw. 120 mm (S–XL)
  • Schaltung: 1 x 12 Gänge, 34 : 11–50 Zähne, Sram-GX-Eagle-Schaltwerk, -SX-Eagle-Hebel, -Kurbel und -Kassette
  • Bremse: Sram Level T, 180/180 mm

Ab ins Nirwana? Naja, mit dem gleichnamigen Ghost-Hardtail ist wohl eher Action angesagt. Dafür sprechen die 120-mm-Federgabel (ab Größe S) und die stark profilierten WTB-Reifen, vor allem aber die eher abfahrtsbetonte Geometrie mit flachem 67,5°-Lenkwinkel und üppigem Reach (=Reichweite im Stehen). Das etwas hohe Gewicht lässt sich sicher gut verschmerzen.

Conway MS 929

Einsteiger-Hardtails 2020
Conway
  • Preis: 850 Euro
  • Gewicht: 13,5 kg
  • Größen: XS, S, M, L, XL (alle in 29")
  • Federgabel: Rock Shox XC30 TK Remote, 100 mm
  • Schaltung: 1 x 12 Gänge, 32 : 11–50 Zähne, Sram-NXEagle-Schaltwerk, -Hebel, -Kurbel und -Kassette
  • Bremse: Shimano MT200, 180/160 mm

Mit exakt 849,99 Euro ist das Conway der Preiskracher in dieser Kaufberatung. Und dafür bietet es einiges: etwa todschicke "Skinwall"-Reifen oder eine komplette Sram-NX-Eagle-Antriebsgruppe mit 1 x 12-Schaltung. Die Rock-Shox-Federgabel steht für Qualität, kommt aber mit Stahlfeder – Sie sollten also die Härte der Feder vorab checken. Eher "alte Schule", aber einsteigerfreundlich zeigt sich die Geometrie mit langer Heckpartie und kurzer, relativ steiler Front (70°-Lenkwinkel).

Rose Count Solo 2

Einsteiger-Hardtails 2020
Rose
  • Preis: 1099 Euro
  • Gewicht: 12,9 kg
  • Größen: XS, S (27,5"), M, L, XL (29")
  • Federgabel: Rock Shox Recon RL Remote, 100 mm
  • Schaltung: 2 x 11 Gänge, 36/26 : 11– 42 Zähne, Shimano-XT-Schaltwerk, -Hebel, – Kurbel und -Umwerfer, Shimano-SLX-Kassette
  • Bremse: Shimano MT500 , 180/160 mm

Lust auf einen Marathon? Dann ist das Count Solo 2 von Versenderpionier Rose eine seriöses Sportgerät dafür. Die Geo ist sportlich-modern, Rahmen und Parts fallen nicht zu schwer aus – und der breitbandige 2 x 11-Shimano-XT/SLX-Antrieb sorgt für den nötigen Schwung am Hinterrad. In drei schicken Rahmenfarben erhältlich, die kleinen Größen kommen in 27,5", ab Größe M in 29".

Fuji Tahoe

Einsteiger-Hardtails 2020
Fuji
  • Preis: 1399 Euro
  • Gewicht: k. A.
  • Größen: S, M, L, XL, XXL (alle in 29")
  • Federgabel: Rock Shox Recon TK, 100 mm
  • Schaltung: 1 x 12 Gänge, 32 : 11–50 Zähne, SramNX-Schaltwerk, -Hebel, -Kurbel und -Kassette
  • Bremse: TRP Slate X2, 180/160 mm

Im schnittigen Silber strahlt das Aluminium-Hardtail der US-Marke Fuji, das sich generell mit breiten Maxxis-Schlappen (29 x 2,35") und kreuzstabilen WTB-Laufrädern auf der sehr robusten Seite zeigt. Dazu passt die ausgewogene Geometrie ebenso wie der komplette Sram-NX-Eagle- Antriebsstrang mit 1 x 12-Schaltung.

KTM Ultra Evo

Einsteiger-Hardtails 2020
KTM
  • Preis: 1399 Euro
  • Gewicht: 14,2 kg
  • Größen: XS, S, M, L (alle in 29")
  • Federgabel: Rock Shox Recon RL Remote, 130 mm
  • Schaltung: 1 x 12 Gänge, 32 : 11–50 Zähne, Shimano-SLX-Schaltwerk, -Hebel und -Kassette, -MT610-Kurbel
  • Bremse: Shimano MT400, 180/160 mm

Auch die Österreicher schlagen in die Kerbe "Trail-Hardtail". Mit 130-mm-Gabel, sehr flachem 66°- Lenkwinkel sowie Vario-Sattelstütze ist das Ultra Evo für alle Abenteuer abseits von Asphalt- und Schotterwegen bestens gerüstet. Prima Schaltung. In Summe etwas schwer.

Merida Big Nine SLX-Edition

Einsteiger-Hardtails 2020
Merida
  • Preis: 1199 Euro
  • Gewicht: 11,9 kg
  • Größen: S, M, L, XL, XXL (alle in 29")
  • Federgabel: Manitou Markhor Comp Remote, 100 mm
  • Schaltung: 1 x 12 Gänge, 32 : 10–51 Zähne, Shimano- SLX-Schaltwerk, -Hebel, -Kurbel und Kassette
  • Bremse: Shimano MT400, 180/160 mm

Keine 12 Kilo Gewicht (laut Hersteller) für keine 1200 Euro – das ist mal eine Ansage! Und dass für den Preis auch noch eine komplette, brandneue Shimano-SLX-Schaltung mit 1 x 12 Gängen am Aluminium-Hardtail funkelt, ist mindestens genauso beachtenswert. Die Geometrie zeigt sich eher klassisch-kompakt, was aber gerade Einsteigern durchaus zupasskommen dürfte.

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Alles was Einsteiger wissen sollten

An wen richten sich Hardtails um 1000 Euro?

An jeden bzw. an jede, die für eine halbwegs überschaubare Euro-Summe ein seriöses Bergrad wünschen. Das sind natürlich Einsteiger, die unseren wundervollen Sport gerade für sich entdecken. Das sind aber auch alle, die ein solides, wartungsarmes, nicht zu schweres, "ehrliches" MTB suchen. Auch viele durchaus ambitionierte Marathon-Biker wählen ein preiswertes Hardtail als Zweitrad für Schmuddeltage.

Motto: Warum das sündteure Fully-Fahrwerk über Gebühr bei Schnee und Matsch strapazieren, wenn so ein Hardtail eher noch mehr Trainingseffekt bringt? Selbst Alpencrosser wie der legendäre Achim Zahn alias Serac Joe schwören auf vergleichsweise simple Hardtails. Was nicht dran ist, geht nun mal nicht kaputt. Und bei einem Alpencross gilt safety first: Da wird lieber geschoben oder getragen, als jeden Trail-Meter auf Biegen und (Knochen-)Brechen zu fahren.

Ist so ein preiswertes Hardtail überhaupt ein echtes Mountainbike?

Sagen wir es so: Die Chance, mit einem Hardtail für unter 1500 Euro olympisches Gold im Cross-Country zu ergattern, ist unter null. Die Wahrscheinlichkeit, mit so einem Radl Spaß abseits asphaltierter Wege zu haben, ist hingegen hoch! Die von uns ausgesuchten Bikes sind weit von Highend entfernt, aber sie genügen den Mindestanforderungen, die wir an ein MTB stellen. Sie sind robust, aber nicht arg übergewichtig. Sie haben keine edlen, aber funktionale Parts auf Stand der aktuellen Technik. Sie haben solide Rahmen, auf denen sich buchstäblich aufbauen lässt. Und sie stellen im Gelände, also auf leichten bis durchaus anspruchsvollen Pfaden, kein Sicherheitsrisiko dar. Ganz anders übrigens als die – Pardon – Böcke, mit denen viele MTB-Veteranen unter uns in den 90er Jahren das Biken gelernt haben: mit kleinen, viel zu schmalen Reifen, mit viel zu steil-kurzer Geometrie und kurios tiefer Front, mit Starrgabel und mit grausigen Felgenbremsen. Von den umgebauten Beach-Cruiser- Stahlklumpen, auf denen Gary Fisher & Co. unseren Sport erfanden, ganz zu schweigen.

Kaufe ich besser neu oder gebraucht? Online oder im Fachhandel?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten. Grundsätzlich wird Ihnen der Online-Händler à la Canyon, Radon oder Rose zum selben Preis "mehr Bike" bieten. Gerade bei so knallharten Preispunkten wie 999 oder 1499 Euro. Warum? Weil, "der Versender" die Händler-Margen einspart. Zudem erlaubt es der direkte Vertriebsweg, auch streng zu rechnen. Die Bikes werden in eng kalkulierten Stückzahlen produziert, um nicht zu viel Lagerkapazität zu binden. Das alles spart Geld, was Canyon & Co. an den Endverbraucher durchreichen. Dafür findet die Beratung aber nur virtuell, also per Mail, Chat oder am Telefon statt. Auch die – speziell für Einsteiger wichtige – Probefahrt ist, wenn, nur am Firmensitz oder bei wenigen Flagship- Stores möglich.

Im (online) stark wachsenden MTB-Gebrauchtmarkt lassen sich Schnäppchen machen. Aber, so wie in quasi jedem Bereich, ob Elektronik oder Kfz, bedarf es Erfahrung, um seriöse von unseriösen Angeboten zu unterscheiden. Auch Mountainbiker sind nicht alles Engel … Kurzum: Das Risiko eines Fehlkaufs ist hier am größten, die Chance auf Ersparnis aber natürlich ebenso. Wer auf Nummer sicher gehen will, ist bei einem top ausgestatteten und motivierten Fachhändler am besten aufgehoben.

Welche Federgabel macht den meisten Sinn?

Natürlich stecken in Hardtails für unter 1500 Euro keine Highend-Gabeln. Die meisten hier verbauten Forken kommen mit eher einfachen Dämpfungskartuschen, die in der Regel wenig Verstellmöglichkeiten bieten. Auch auf teure Beschichtungen der Standrohre und Dichtungen von SKF & Co. muss man verzichten. On Trail äußert sich dies durch ein etwas(!) schlechteres Ansprechverhalten, dennoch machen diese Forken einen seriösen Job. Achten Sie aber auf eine Luftfederung; Stahlfedergabeln sind schwerer und lassen sich weniger gut ans Fahrergewicht anpassen. Viele Gabeln in dieser Übersicht besitzen eine Lenkerfernbedienung ("Remote"), über die sich der Federweg der Gabel sperren lässt. Ein unserer Meinung nach nicht zwingendes Feature. Apropos Federweg: Fast alle Bikes bieten an der Front 100 mm Hub, einige aber auch bergabfreudigere 120–130 mm.

Lohnt es sich, ein preiswertes Hardtail Schritt für Schritt "zu pimpen"?

Ja und nein. Grundsätzlich gibt es ein paar Parts, die man an fast jedem Bike überdenken sollte. So steigert eine größere Bremsscheibe die Bremskraft und -standfestigkeit enorm – und kostet nur ein paar Euro. Ein neues, hochwertiges Reifenpaar vermag gar die Performance des ganzen Bikes um eine Stufe zu steigern, schließlich stellt das Schwarze Gold den Kontakt zwischen Bike und Boden her. Verursachen Griffe oder Sattel beim Biken Schmerzen, kann hier ein Griff zu (teuren) ergonomischen Parts pures Glück bedeuten. Und wer einmal am Trailbiken Spaß gefunden hat, sollte über den Kauf einer Vario-Sattelstütze (ab circa 150 Euro) nachdenken, durch die sich vom Lenker aus der Sattel absenken und anheben lässt. Andererseits macht es wenig Sinn, ein 1000-Euro-Hardtail mit Carbon-Laufrädern, einer Shimano-XTR-Schaltgruppe oder einer Fox-Factory-Federgabel aufzurüsten, da hier der Wert der genannten Parts teils weit über dem Gesamtwert des Bikes liegen würde.

In der Regel gilt: Erst mal fahren! Dann die entscheidenden Parts (siehe oben) optimieren. Erst danach lohnt es sich, die Performance zu steigern. Aber auch das mit Sinn und Verstand: So funktionieren etwa die preiswerten Fox-Gabeln der Rhythm-Serie richtig gut, kosten aber nur einen Bruchteil der Highend-Varianten. Die Unterschiede fahren nur Cracks heraus!

Worauf muss ich bei der Schaltung achten?

Die Qualität der Schaltungen von Shimano und Sram ist heute so gut, dass selbst relativ preiswerte Gruppen wie Shimano Deore oder Sram NX völlig problemlos die Gänge wechseln – sofern sie korrekt eingestellt sind. Viele der hier vorgestellten Bikes haben aber noch edlere Parts aus Shimanos SLX- oder XT-Gruppen an Bord. Funktionale Unterschiede sind hier aber meist nur am Schalthebel zu spüren. Ob Sie in dieser Preisklasse zu einer Schaltung mit 1 x 12 Gängen oder einer mit 2 x 11 greifen, ist ein Stück weit Geschmackssache. Eine Schaltung mit 2-fach-Kurbel und Umwerfer bietet Ihnen eine größere Bandbreite, was viele Einsteiger, aber auch Kilometerfresser schätzen. 1 x 12-Schaltungen sind dafür simpler in der Bedienung, leichter, wartungsarmer und verschleißfester.

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+++Rückblick 2013 +++ Rückblick 2013 +++ Rückblick 2013

Einsteiger-Hardtail-Test aus Heft 06/2013

26 gegen 29 Zoll: 16 Hardtail-MTBs um 1.000 Euro im Test (Modelljahr 2013)

MB Bulls Copperhead 3
MB Bulls Copperhead 3 MB Bulls Copperhead 3 - Detail MB Bulls Copperhead Supreme 29 MB Bulls Copperhead Supreme 29 - Detail 32 Bilder

Frische Luft durchströmt die Lunge, Steinchen wirbeln auf, Wolken streifen schroffe Gipfel, sanfte Hügel ruhen in der Ferne – Biken lässt den Alltag vergessen und tankt die Seelenakkus auf. Und Biken ist relativ voraussetzungsfrei: Sie müssen kein Vermögen investieren. Alles, was Sie brauchen, ist ein geländetaugliches Bike. Wichtig dabei: ein gesunder Mix aus Leichtigkeit und Funktionalität – dieser sollte Ihnen rund 1000 Euro wert sein.

Egal ob Sie MTB-Novize, Alltags-Pendler, Tourenfan oder Marathon-Rookie sind oder gar eine Alternative zum Rennrad suchen: Sie sollten vor dem Kauf genau überlegen, was Ihnen wichtig ist. Denn in der 1000-Euro-Klasse tummeln sich nicht nur Hardtails mit 26-Zoll-Laufrädern, sondern auch Bikes mit 29-Zoll-Bereifung. Die Bikes mit den rund drei Zoll größeren Laufrädern (ca. 7,5 cm) versuchen seit einigen Jahren, das bewährte 26"-Hardtail vom Markt zu verdrängen.

Im Rennsport ist ihnen der Siegeszug dank besserer Rollqualitäten und sicherem Bergabverhalten bereits geglückt. Doch dienen gerade diese Vorzüge nicht allen Bikertypen? Für MB ein guter Grund, Bikes beider Laufradgrößen der beliebten Einsteiger-Preisklasse von 900 bis 1100 Euro zum Duell zu laden. Acht namhafte Hersteller – darunter Versender wie Radon und Canyon sowie Traditionsmarken wie GT und Centurion – schickten jeweils ein 26er- und ein vergleichbares 29er-Hardtail zum Test.

MountainBIKE wollte aber nicht nur wissen, welche Laufradgröße die Kaufklasse dominiert, sondern auch herausfinden, bei welchem Hersteller sie besser das 26er- oder das 29er-Bike kaufen.

Basiswissen: 26er versus 29er

Ist das klassische 26"-Hardtail noch zeitgemäß? Dazu zuerst ein paar Fakten, die die Testgruppen charakterisieren. Die 26er-Hardtails sorgen mit kleineren Laufrädern für geringes Gewicht und bieten somit eine bessere Beschleunigung, was dem Biker beim Pedalieren Kraft spart. Zudem ist der Radstand aufgrund der kleinen Räder kompakter, wodurch sich ein wendigeres Handling einstellt.

Wendiger kann aber auch heißen, dass es nervös wirkt – was vor allem Einsteiger verunsichern kann. Die "Big Wheels" bedingen einen längeren Radstand und sorgen somit für mehr Laufruhe, aber auch ein trägeres Kurvenverhalten. Zudem rollen die großen Laufräder spürbar sicherer über Kanten und Wurzeln.

Und: Der Fahrer sitzt auf einem 29er integrierter im Rad, da das Tretlager unterhalb der Radachse liegt. Der große Nachteil sind hohe Laufradgewichte, die für eine schlechtere Beschleunigung sorgen. Zudem verwinden sich die großen Räder etwas mehr als die kleinen, steiferen 26"-Laufräder.

Ein Blick ins Labor verrät, ob die kleineren Bikes in puncto Gewicht tatsächlich die Nase vorn haben. Die Unterschiede zwischen den Laufrädern liegen im Schnitt bei rund 400 g – zu Gunsten der 26er. Große Ausnahme: Die Räder des Canyon-29er wiegen inkl. Reifen, Disc und Kassette nur 4200 g, und sind somit leichter als viele Wheels der 26"-­Bikes. Die leichtesten Laufräder bietet das 26er-Radon (4116 g). Deutlich zu schwer, mit über fünf Kilo, sind indes die Räder der beiden Conways.

Auch die Rahmen mussten sich dem Laborvergleich stellen. In Sachen Steifigkeits- und Komfort-messung liegen diese mittlerweile auf ähnlichem Niveau (siehe Kästen). Die ausschließlich aus Aluminium bestehenden Rahmen trennen auch bei den Gewichten im Schnitt nur noch zarte 50 g. Die Rahmengewichte insgesamt unterscheiden sich um üppige 400 Gramm. Bei den Gesamtgewichten reichen die Unterschiede sogar von leichten 11,1 Kilo (Canyon 26 Zoll) bis hin zu übergewichtigen 13,7 Kilo am Centurion-29er.

Mitverantwortlich fürs Gewicht sind unter anderem die Anbauteile. Hier präsentieren sich die 26er durchweg mit wertigen Komponenten und bieten insgesamt eine etwas bessere Ausstattung als die 29"-Hardtails – oder sind obendrein günstiger – siehe GT, Giant, Centurion und Canyon. Der Grund: Die Hersteller ordern (noch) zu geringe Stückzahlen der 29"-Bikes.

Deshalb verlangen die Zulieferfirmen mehr für Bauteile wie Rahmen, Laufräder und Gabeln. Bulls etwa investiert die Einsparung umgehend in eine komplette Shimano-XT-Gruppe an seinem 26-Zöller, am 29-Zoll-Copperhead gibt‘s einen weniger wertigen SLX/XT-Mix. Wie so oft punkten die Versenderfirmen bei der Ausstattung: Canyon spendiert seinem 29er leichte Mavic-Wheels, solide Shimano/Sram-Parts und eine edle Rock-Shox-Reba-Gabel mit Steckachse – die für mehr Steifigkeit sorgen soll.

Die traditionellen Marken Centurion, Conway und GT bieten in der 1000-Euro-Liga eher schwere Parts wie zum Beispiel gruppenlose Kurbelgarnituren mit Octalink-Innenlager. Etwas ernüchternd: Bis auf Centurion setzt kein Hersteller an den 29ern auf 180er-Bremsscheiben. Schade, denn der größere Hebel der Räder bringt ein hohes Drehmoment auf die Bremse.

Kritikpunkt Reifen: Der oft verbaute, preisgünstige Rapid Rob von Schwalbe und die schwach profilierten Maxxis-Reifen (GT) sorgen für wenig Grip. Positiv: Die insgesamt sehr hochwertig ausgestatteten Bikes von Radon, Canyon und Bulls (nur 26er) setzten auf griffige "Evo"-Reifen von Schwalbe.

MB Heft 0512 - Inhalt - Das 29er-Duell des Jahres
Sonstiges

Die Duellanten im großen Praxisvergleich

Die Trails am Gardasee dienten als Schauplatz der Duelle. Die spannende Frage: Können die 26er ihren Vorsprung aus dem Labor verteidigen? Auf einer für Hardtails prädestinierten Teststrecke fuhren vier Tester die "ungleichen Brüder" im direkten Vergleich hintereinander.

Anschließend musste sich jeder entscheiden: 29 oder 26 Zoll? Beim Handling zeigten alle 26er den spürbar verspielteren Charakter, während die 29er etwas behäbiger in den Kurventanz gingen, den Fahrer dafür aber sicherer gen Tal chauffierten. In der Gegenrichtung dann ein anderes Bild: Die 26er nutzen ihre Leichtfüßigkeit und beförderten die Piloten in der Regel etwas schneller zum Gipfel. Nur leichte 29er wie von Canyon und Radon konnten Schritt halten.

Und wie sieht die Sache in der Summe aus? Das lässt sich nicht pauschal beantworten, denn die Unterschiede zwischen der Herstellern fallen einfach zu groß aus. Selbst bei den Duellen von Bikes derselben Marke ergibt sich kein einheitliches Bild. Umso wichtiger wird der Blick in die Testbriefe auf den folgenden Seiten.

Wer hier Gewichte, Ausstattung und Fahreigenschaften miteinander vergleicht, seine Prioritäten zwischen den Eckpunkten Wendigkeit und Laufruhe setzt und das Ganze in ein Preis-Leistungs-Verhältnis bringt, findet garantiert das richtige Bike. Wer sich diese Arbeit ersparen will, vertraut ganz einfach den MountainBIKE-Siegeln "Kauftipp" und "Testsieger".

Die Mountainbikes im Test:

MB Bulls Copperhead 3
Hardtail-Tests
MB Bulls Copperhead Supreme 29
Hardtail-Tests
MB Canyon Yellowstone AL 29 6.9
Hardtail-Tests
MB Carver Pure 910
Hardtail-Tests
MB Centurion Backfire 900
Hardtail-Tests
MB Centurion Backfire 900.29
Hardtail-Tests
MB Conway MS 800
Hardtail-Tests
MB Conway MS 729
Hardtail-Tests
MB Giant Talon 1
Hardtail-Tests
MB Giant Talon 29er 1
Hardtail-Tests
MB GT Avalanche 1.0
Hardtail-Tests
MB GT Karakoram 1.0
Hardtail-Tests
MB Radon ZR Race 6.0 Sram
Hardtail-Tests
MB Radon ZR Race 29er 6.0 Shimano
Hardtail-Tests

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Im Duell: Bulls Copperhead 3 (26") vs. Bulls Copperhead Supreme 29 (29")

Da wundert es nicht, dass die ZEG-Marke ein enormes Angebot an Hardtails im Programm hat. Das Copperhead kam 2007 erstmals auf den Markt und konnte im Vorjahr den Kauftipp im 1000-Euro-Hardtail-Test ergattern. Aber kann es die neue hauseigene Konkurrenz, das Copperhead Supreme 29, übertrumpfen? Schließlich setzen auch Platt & Co. nur noch auf 29 Zoll.

Auf geht‘s zur ersten Etappe, ins MountainBIKE-Labor. Bei der Rahmensteifigkeit weisen beide Bikes äußerst solide Wert auf. Die Wiegetrittsteifigkeit am 29er fällt einen Tick weicher aus – was in der Praxis nicht auffällt. Auch in puncto Rahmengewicht liegt das 26er vorne. Das Supreme liegt jedoch auf gutem 29"-Klasseniveau und wirkt mit Features wie dem Pressfit-Innenlager sogar einen Tick moderner.

Der Blick auf die Ausstattung indes dämpft die 29"-Euphorie: Hier punktet das 26er mit Shimano-XT-Parts, leichten Laufrädern und der hochwertigen Gabel Rock Shox Reba, während im 29er eine schwere Suntour-Gabel steckt – sowie extrem schwere Laufräder mit günstigen Schwalbe-Reifen. Das macht sich vor allem im Gesamtgewicht bemerkbar: Zum selben Preis fällt das 26"-Hardtail fast zwei Kilo leichter aus.

Und auf dem Trail? Ausbalanciert und kompakt nimmt der Fahrer auf dem 26"-Copperhead Platz, das Cockpit liefert mit geschwungenem Riserbar Ergonomie und Komfort. Ganz anders das 29er, auf dem der Fahrer eher sportlich gestreckt, fast frontlastig Platz nimmt. Auch der kerzengerade Lenker sorgt für Racefeeling.

Doch das täuscht: Am Berg erschweren über 13 Kilo Gewicht und die trägen Laufräder das Vorankommen spürbar, das deutlich leichtere und agilere 26er flitzt auf und davon. Auf kurvigen Strecken zwirbelt das "kleine" Bulls agil, fast nervös um Ecken, das trägere 29er punktet eher mit enormer Kurvenstabilität. Bergab liefern sich beide ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

MB Bulls Copperhead 3
Benjamin Hahn
Bulls Copperhead 3 (26 Zoll)
MB Bulls Copperhead Supreme 29
Benjamin Hahn
Bulls Copperhead Supreme 29 (29 Zoll)

Das Twentyniner bietet hohe Laufruhe dank großer Laufräder und langem Radstand, das 26er dafür die griffigeren Reifen und vor allem eine sehr feinfühlige Gabel – und gewinnt so das Duell und holt im Gesamtvergleich erneut den Kauftipp.

Fazit:

Während die Rennfahrer aus dem Bulls-Team überwiegend auf 29er setzen, sollten Bulls-Kunden, die um 1000 Euro investieren möchten, das 26"-Copperhead bevorzugen. Dieses wiegt fast zwei Kilo weniger als das 29er und bietet die durchdachtere und hochwertigere Ausstattung.

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Im Duell: Canyon Grand Canyon AL 6.0 (26") vs. Canyon Yellowstone AL 29 6.9 (29")

So auch die beiden Duellanten Yellow­stone und Grand Canyon, die einen hochwertigen Parts-Mix bieten und zudem schon im Labor Siege in Serie feiern: leichtester Rahmen bei 26 wie 29 Zoll, leichtestes Komplett-Bike 26 wie 29 Zoll, leichtester Laufradsatz 29 Zoll. Dazu schmückt sich das Grand Canyon mit den höchsten Steifigkeitswerten im Test – beste Voraussetzungen fürs Gelände!

Der Startschuss fällt – beide Bikes preschen voran, als existiere keine Massenträgheit, keine Schwerkraft. Und: Bei nahezu identischen Laufradgewichten fällt der Vortriebswille erstaunlich ähnlich aus. Dennoch beschleunigt das 26er aus Kurven heraus einen Tick schneller, was am kleinen Radumfang und dem Gewichtsvorteil von 300 Gramm liegt.

Zudem setzt das 11,1 Kilo leichte Grand Canyon auf eine geduckte, sportliche Sitzposition, die viel Druck auf der Front ermöglicht – ein heißer Tipp für weniger betuchte Hobbyracer! Das Yellowstone offeriert mit höherer Front mehr Sitzkomfort, woran vor allem Alltags-Radler, aber auch Trail-Fans Gefallen finden. Für Wiegetritt-Attacken bieten beide Bikes einen praktischen Lockout-Hebel am Lenker. Im Trend: die Zweifach-Kurbel am 29er, deren Übersetzung völlig ausreicht.

Die Bergetappe ist geschafft, das leichtfüßigere Grand Canyon verbucht knapp den Sieg, sticht als erstes in den Trail. Angriffslustig zieht es von Turn zu Turn, zeigt einen verspielten, lebendigen Charakter. Aber auch das Yellow­stone gefällt auf kurvigen, flowigen Strecken, ist dank der wunderbar ausgewogenen, zentral inte­grierten Sitzposition stets perfekt beherrschbar und ausbalanciert.

Im groben Gelände rockt sich das 29er dann in die Führung: Mit sicherem Handling meistert es selbst schwierige Passagen problemlos. Das Grand Canyon muss hier etwas Gas rausnehmen, die frontlastigere Position verlangt eine erfahrenere Hand am Lenker.

MB Canyon Grand Canyon AL 6.0
Benjamin Hahn
Canyon Grand Canyon AL 6.0 (26 Zoll)
MB Canyon Yellowstone AL 29 6.9
Benjamin Hahn
Canyon Yellowstone AL 29 6.9 (29 Zoll)

Beide Bikes bieten eine für den Preis erstklassige, größtenteils vergleichbar wertige Ausstattung – das Twentyniner kostet dafür aber 100 Euro mehr. Eine Investition, die sich aus Sicht der MB-Tester lohnt: 3:1 für das Yellowstone.

Fazit:

Super ausgestattet und super leicht – die beiden Canyon-Hardtails bieten gewohnt viel fürs Geld. Bergauf flitzt das Grand Canyon (26") im Stile eines Race-Hardtails davon. Dafür überzeugt das Yellowstone (29") mit gefälligerem, zudem fehlerverzeihendem Handling, ohne dabei je träge zu wirken.

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Im Duell: Carver Pure 150 (26") vs. Carver Pure 910 (29")

Der Mitbegründer und ehemalige Ingenieur der Kultmarke Votec konstruiert heute für Carver mit deutschlandweitem Vertrieb über die Fachhandelskette Fahrrad-XXL.

Schon auf den ersten Blick wird Liebe zum Detail ersichtlich. Ob innenverlegte Züge, konifizierte Steuerrohre oder Postmount-Bremsaufnahme – die Alu-Rahmen beider Bikes sind State-of-the-Art. Auch bei den Parts fällt die Verwandtschaft auf: Shimano-Antriebs-Mix, Manitou-Federgabel und Schwalbe-Reifen finden sich hüben wir drüben, allerdings am 26" oftmals eine Stufe höherwertig – etwa mit Shimano-SLX- statt -Deore-Kurbel.

Beide besitzen indes ein komfortables Cockpit, das beim ersten Aufsitzen ein wohliges Gefühl vermittelt. Die Sitzposition des Twentyniner-Pure ist dabei dank höherer Front einen Hauch Komfort-orientierter, das 26er gibt sich noch sportlicher, die tiefe Front sorgt für eine perfekte Uphill-Position.

Apropos: Dank jeweils steiler Sitzwinkel von 74° tritt der Fahrer bei den Carver-Brüdern effizient von oben ins Pedal, hoher Vor- und "Auftrieb" ist garantiert. Welches Bike dabei schneller gen Gipfel stürmt, ist kaum zu unterscheiden. Ein Grund hierfür: Die Laufradgewichte des Pure-Duos liegen auf demselben Level.

Auch bei kurviger Fahrt bleibt das homogene Bild (fast) bestehen. Das 26er wedelt zwar spürbar agiler und verspielter über den Trail – wird aber dennoch nicht nervös. Und trotz der großen Laufräder steuert auch das 29er-Pure mit Pfiff durch Kurven, bietet mit kompaktem Radstand und kurzen Kettenstreben ein 26er-ähnlich wendiges Handling.

MB Carver Pure 150
Benjamin Hahn
Carver Pure 150 (26 Zoll)
MB Carver Pure 910
Benjamin Hahn
Carver Pure 910 (29 Zoll)

Dazu gefallen beide Manitou-Gabeln mit feinfühligem Ansprechverhalten. Testerkritik gab‘s dafür an den Bremsen. Zum einen könnten beide Pure – vor allem das 29er – auch am Heck eine 180er-Scheibe vertragen, zum anderen sind die Hayes-Stopper nicht überzeugend. Hier verbauen die anderen Hersteller Bremsen mit mehr Biss. Im MountainBIKE-Labor bewies das Duo erneut, dass es aus einer Feder stammt: Gewichte, Komfort- und Steifigkeitswerte liegen auf vergleichbarem, zumeist sehr gutem Niveau.

Fazit:

Carver bietet ein Duo mit überraschend ähnlichen Eigenschaften. So darf der Biker guten Gewissens entscheiden, ob er das 400 g leichtere, etwas agilere 26er bevorzugt – oder das 29er, das bergab eine Nuance mehr Spurtreue und somit Sicherheit bietet. Im MB-Ranking ging der Kampf unentschieden aus.

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Im Duell: Centurion Backfire 900 (26") vs. Centurion Backfire 900.29 (29")

Seither hat sich viel verändert, die Technik der Bikes ist schier nicht wiederzuerkennen: voluminöse Alu-Rahmen, die via Öldruckverfahren organische Formen annehmen, massive Federgabeln, brachiale Scheibenbremsen – und eine neue Laufradgröße, die damals so nur am Rennrad rotierte ...

Zum MB-Duell entsandte Centurion den Klassiker Backfire. Und nicht nur optisch wirken die Bikes wie Zwillinge, auch auf dem Prüfstand erzielen sie ähnliche Werte. Das 26"-Backfire glänzt dabei mit der höchsten Wiegetrittsteifigkeit im Test, aber auch das 29er liegt auf hohem Level.

Ein Blick auf die Gewichte verrät, warum: Mit fast zwei Kilo fällt der 26"-Rahmen kreuzstabil aus und markiert im 26er-Gewichtsvergleich das Schlusslicht, der 29"-Rahmen überschreitet gar die Zwei-Kilo-Schwelle. Immerhin: Die im Labor ermittelten Komfortwerte überzeugen.

Das ist auch in der Praxis spürbar. Zudem bieten die "Twins" mit sportlicher, aber nicht zu gestreckter Sitzposition einen hohen Wohlfühlfaktor. Schon auf den ersten Uphill-Metern macht sich aber ein wenig Ernüchterung breit. Die soliden Rahmen und der vergleichsweise weniger wertige Parts-Mix mit schweren Federgabeln, das schraubt das Gesamtgewicht in die Höhe, hemmt den Vorwärtsdrang.

Das 29"-Backfire schleppt mit 13,7 Kilo (schwerstes Bike im Test) spürbar zu viel Gewicht den Berg hinauf, zudem vereitelt die Laufrad-Reifen-Kombi mit über fünf Kilo nahezu jede Sprintattacke. Das 26er ist da einen Tick spritziger, hebt aber an steilen Anstiegen die recht hohe Front gerne mal vom Boden ab.

MB Centurion Backfire 900
Benjamin Hahn
Centurion Backfire 900 (26 Zoll)
MB Centurion Backfire 900.29
Benjamin Hahn
Centurion Backfire 900.29 (29 Zoll)

Auf dem Trail herrscht dann wieder Einigkeit: Das 26er huscht flink um Kurven, wirkt mit kurzem Radstand fast schon nervös. Zwar agiert das 29er etwas unaufgeregter, steuert aber dennoch sehr direkt über die 71° steile Front.

Bei rasanter Fahrt sorgt am "großen" Centurion der breite Lenker (680 mm) dennoch für genug Kontrolle, während die Lenkstange am 26er mit 630 mm zu schmal ausfällt. Prima: Die schweren, aber steifen Suntour-Gabeln liefern hohe Spurtreue und schlucken selbst grobe Brocken weg.

Fazit:

Die nahezu identisch aufgebauten, robusten Centurions kämpfen mit Übergewicht. Trotz stolzer 13,7 Kilo würden die MB-Tester das Backfire 29 wählen – dem gutmütigen Fahrverhalten sei Dank. Für Radler, die schwieriges Terrain meiden, ist das immerhin spürbar leichtere 26er aber der bessere Kauf.

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Im Duell: Conway MS 800 (26") vs. Conway MS 729 (29")

Mittlerweile reicht die Produktpalette vom Downhiller mit Elektroantrieb bis zur Carbon-Rennfeile. Zum großen Duell schickten die Nordlichter das 26"-Hardtail MS 800 und das 29"-Bike MS 729.

Überraschung: Anders als bei den sieben Konkurrenz-Marken im Test kostet das 29er weniger (20 Euro) als das 26er. Dafür zeigen sich aber auch im Aufbau Unterschiede. So werkelt am MS 800 eine Luftfedergabel, die exakt auf das Fahrergewicht abgestimmt werden kann.

Am 29er verrichtet eine zwar sensible, aber auch um 200 Gramm schwerere Stahlfedergabel von Rock Shox die Planierarbeit. In Sachen Schaltkomponenten und Laufräder liegen die Bikes jedoch auf ähnlichem Niveau.

Auch in der Praxis herrscht Harmonie: Sportlich, gar gestreckt nimmt der Fahrer auf den Conways Platz. Die langen 100-mm-Vorbauten und die schmalen 660-mm-Lenker vermitteln ein ­Race-Gefühl alter Schule. Doch schon am ersten Hügel verflüchtigt sich dies, die schweren Laufräder wirken wie ein Hemmschuh.

Kein Wunder, beide Rundlinge wiegen zusammen mit Reifen, Bremsscheiben & Co. über fünf Kilo – zu viel der rotierenden Masse! Im steilen Uphill muss der Conway-Jockey zudem das Körpergewicht bewusst nach vorne verlagern. Vor allem das MS 800 braucht aufgrund der sehr hohen Front viel Druck am Volant.

In der Abfahrtswertung erfreute dann ausgerechnet das 26er die MB-Tester mit überraschend sicherem, aber dennoch ausgewogenem, gar agilem Handling – das Twentyniner spurt durch den nochmals flacheren Lenkwinkel deutlich träger gen Tal.

Zudem sorgt die schwache Shimano-Bremse am MS 729 für nur dürftige Bremsleistung. Besser machen‘s die Tektro-Stopper am 26-Zöller, auch wenn der Druckpunkt ungewohnt spät einsetzt. Für Unbehagen sorgt jeweils der preiswerte Schwalbe-Pneu: Für grobes Gelände, aber auch für feuchte Bedingungen fehlt der Grip.

MB Conway MS 800
Benjamin Hahn
Conway MS 800 (26 Zoll)
MB Conway MS 729
Benjamin Hahn
Conway MS 729 (29 Zoll)

Gute Durchschnittskost förderte dafür das MB-Labor zutage: Die Rahmen liegen mit rund 1800 g im Mittelfeld und liefern ordentliche Steifigkeitswerte. Auf dem Komfortprüfstand liegt das 29"- leicht vor dem 26"-Conway.

Fazit:

Per se sind das MS 800 und das MS 729 zwei sportlich "geschnittene", klassische Touren-Hardtails – mit jeweils leider spürbar (zu) hohem Gewicht. In der Summe gewinnt so das um 400 Gamm leichtere 26er das Duell. Zumal es auch das ausgewogenere Handling sowie die bissigeren Bremsen bietet.

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Im Duell: Giant Talon 1 (26") vs. Giant Talon 29er 1 (29")

Darunter das Allround-Hardtail Talon. Dass das Giant-Pärchen die Machtverhältnisse in puncto Gewicht auf den Kopf stellt, dürfte am späteren Entwicklungszeitraum des 29ers liegen: Der 29"-Rahmen ist tatsächlich 100 Gramm leichter als der des 26er-Bikes.

Und: Beim Gesamtgewicht liegt das Twentyniner sogar 400 Gramm unter dem 26"-Talon! Dafür muss der Kunde aber auch 100 Euro mehr auf den Tisch blättern. Die Ausstattung fällt dennoch bei beiden Bikes mit Shimano-XT-Schaltwerk, Deore-Umwerfer und -Schalthebeln sowie Rock-Shox-Recon-Gabel vergleichbar aus.

Insgesamt könnte der Parts-Mix für den Preis jedoch leichter und hochwertiger sein, speziell die billigen Shimano-Stopper liegen unter Klassenniveau.

Auf dem Trail fehlt es dem Duo so ein wenig an Spritzigkeit. Immerhin: Das 29er kaschiert das (für ein 29er) leichte Übergewicht geschickt mit einer sportlichen, vorwärtsorientierten Sitzposition. Auf dem 26"-Talon "thront" der Fahrer aufgrund des kürzeren Vorbaus und des langen Steuerrohrs wesentlich komfortabler, was zum gemütlichen Cruisen, weniger zu sportlichen Ausfahrten einlädt.

Auch die Gewindeeinsätze für eine Gepäckträgermontage zeigen, dass der "kleine Bruder" mehr den Alltagsradler anspricht. In steilen Anstiegen bleibt die hohe Front dennoch artig am Boden, und auch das 29"-Talon zieht zielstrebig und vor allem äußerst traktionsstark voran. Prima: Im groben Gelände vermitteln beide Sicherheit. Das 26er sorgt mit ergonomisch-breitem Cockpit und der hohen Front für Übersicht, das 29er macht in bewährter Twentyniner-Manier kurzen Prozess mit Geröll und Wurzeln: anpeilen, rüberrollen, fertig.

Trotz der hohen Laufruhe agiert das "große" Talon im 29er-Vergleich ausreichend wendig – dem steilen Lenkwinkel sei Dank. Durch enge Kehren wuselt das Talon 1 jedoch wegen des kurzen 422-mm-Hecks spürbar flotter.

MB Giant Talon 1
Benjamin Hahn
Giant Talon 1 (26 Zoll)
MB Giant Talon 29er 1
Benjamin Hahn
Giant Talon 29er 1 (29 Zoll)

Beide Giants bieten gute Rahmen-Komfortwerte und eine zwar schwere, aber feinfühlige Gabel, die auf dem Niveau der teuren Forken im Test liegt.

Fazit:

Die beiden Giants könnten unterschiedlicher nicht sein. Das modernere, etwas teurere 29er ist überraschend das leichtere Rad und bietet den sportlicheren Charakter. Wer einen komfortablen Tourer sucht, findet hingegen beim 26er-Talon einen treuen Begleiter für den Mountainbike-Alltag. Unentschieden!

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Im Duell: GT Avalanche 1.0 (26") vs. GT Karakoram 1.0 (29")

Damals hüpfte Trial-Ass Hans Rey auf einem der gleichnamigen 90er-Jahre-Bikes umher und mimte die "Statue of Liberty". Als Hommage an die alten Zeiten darf man denn auch den stylischen Retro-Look der GT-Bikes verstehen.

Überhaupt wirken die beiden US-Schönheiten auf den ersten, flüchtigen Blick wie Klone: die gleiche Lackierung, dasselbe unverkennbare "Triple-Triangle"-Design am Hinterbau.

Das Datenblatt bringt aber die Wahrheit ans Licht, die Geometrien könnten unterschiedlicher kaum sein. Das Karakoram (29") kommt mit langem 622-mm- Oberrohr, langem Hinterbau und steilem Lenkwinkel. Am 26-Zoll-Avalanche sorgen das 595-mm-Oberrohr und der nur 415 mm kurze Hinterbau hingegen für eine äußerst kompakte Geo.

Die Ausstattung fällt hingegen nahezu identisch aus und geht für den Preis in Ordnung – immerhin ist das Avalanche das günstigste Rad im Test. Trotz der unterschiedlichen Geometrien richten sich beide GTs mehr an den Sportlichkeit, weniger an den Komfort suchenden Biker. Aufrechter sitzt dieser auf dem Karakoram, dessen Front wegen der 29"-Räder höher baut und so eine angenehme, ins Bike integrierte Sitzposition schafft.

Das Avalanche ist aufgrund des kurzen Oberrohrs und des eher langen Vorbaus (100 mm) frontlastiger, wirkt vom ersten Meter an "giftiger": Wuselig, fast aggressiv zischt es über den Test-Parcours. Trotz des recht langen Radstands zirkelt aber auch das 29"-GT agil um Kurven – dem steilen Lenkwinkel sei Dank.

Bergauf nutzt das rund 800 Gramm leichtere 26"-GT dann seine sportive Auslegung, zieht dem Karakoram mühelos davon und entscheidet, auch dank der leichteren Laufräder, jeden Gipfelsprint für sich. Etwas ärgerlich: GT verbaut Maxxis-Reifen mit geringer Profiltiefe, die in Sachen Traktion und Kurvenhalt schwächeln.

MB GT Avalanche 1.0
Benjamin Hahn
GT Avalanche 1.0 (26 Zoll)
MB GT Karakoram 1.0
Benjamin Hahn
GT Karakoram 1.0 (29 Zoll)

Am Avalanche-Heck rotiert zudem nur ein schma­ler 1,95"-Pneu, der geringen Komfort bietet. Zudem liefert GT die beiden Rock-Shox-Stahlfedergabeln mit – für Größe L – zu weichen Federn aus. Im groben Geläuf fehlen dem "doppelten Flottchen" aus den USA so die Reserven.

Fazit:

Old School meets New School – GT vereint die Optik der 90er mit der Technik von heute. Das preiswerte Avalanche sorgt mit sportlicher Sitzposition und aggressivem Handling für ­Race-Feeling, während sich das Karakoram auf der Langstrecke wohlfühlt. Und das MB-Tester-Votum? Unentschieden.

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Im Duell: Radon ZR Race 6.0 Sram (26") vs. Radon ZR Race 29er 6.0 Shimano (29")

Obwohl sich der Verkauf hauptsächlich im Internet abspielt, bietet der Versender dem Kunden die Option, sein Bike fertig montiert bei einer der 100 Partner-Werkstätten abzuholen – Kostenpunkt 30 Euro.

Die Qual der Wahl hat der Radon-Kunde dennoch, bei den Testkandidaten sogar im vierfachen Sinne. So muss der Biker nicht nur zwischen 26 und 29 Zoll entscheiden, sondern auch zwischen Shimano- und Sram-Parts.

Dem Duell stellen sich das ZR Race mit Sram- und das ZR Race 29er mit Shimano-Komponenten. Innenverlegte Züge und Postmount-Bremsaufnahmen zeugen bei beiden Rahmen von Detailliebe. Überraschend: Im MB-Labor erwies sich das 29"-Chassis um ein paar Gramm leichter als sein 26"-Pendant.

In der Summe gewinnt der "kleine" Bruder aufgrund der etwas hochwertigeren Parts dennoch den Gewichtsvergleich mit rund einem Kilo Vorsprung – wobei sich beide Versender-Bikes im jeweiligen Gewichtsranking recht weit vorne platzieren. Auch bei den Steifigkeits- und Komfortwerten liegen sie auf hohem, fast identischem Niveau.

Das Duell kann beginnen: Während das 26er eine gute Mixtur aus sportiver und zugleich komfortabler Sitzposition bietet, sitzt der Pilot auf dem 29er etwas sportlich-gestreckter. Gründe sind das minimal längere Oberrohr und die nach hinten gekröpfte Sattelstütze.

Dennoch hat das 29er bergauf schlechtere Karten: Das "Kleine" ist eben spürbar leichter, die Mavic-System-Laufräder (geringstes Gewicht im Testvergleich) verführen zu Zwischensprints. Aber: Auch das 29"-Radon erobert zielstrebig jeden Gipfel.

MB Radon ZR Race 6.0 Sram
Benjamin Hahn
Radon ZR Race 6.0 Sram (26 Zoll)
MB Radon ZR Race 29er 6.0 Shimano
Benjamin Hahn
Radon ZR Race 29er 6.0 Shimano (29 Zoll)

Bergab wendet sich dann das Blatt: Mit stoischer (Lauf-)Ruhe und präzisem Handling bringt das ZR-Race-29er seinen Fahrer auch im anspruchsvolleren Gelände sicher ins Tal. Das 26er wirbelt quirliger durch den Trailslalom, agiert verspielter – ohne zu früh nervös zu werden. Nur der eher schmale 670-mm-Lenker ist wohl eher Geschmackssache.

Einigkeit herrscht dann wieder an der Federgabel-Front. Die hochwertig-teure, leichte Reba-Gabel von Rock Shox bearbeitet den Untergrund höchst zuverlässig und saugt selbst kleinste Kieselchen feinfühlig auf.

Fazit:

26er mit Sram-, 29er mit Shimano-Parts – oder umgekehrt? Bei Versender Radon ist der Kunde König. Schon die Entscheidung der richtigen Laufradgrößen fällt dabei schwer. Das 26er ist ein wunderbar leichtfüßiger Tourer, während das 29er mit hoher Downhill-Kunst drei von vier Tester-Herzen eroberte.

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Gewichte, Komfortwerte und Steifigkeiten der 16 Test-Bikes

Vor allem die Laufradgewichte sind entscheidend für hohen Fahrspaß bergauf. Hier liegen die 29er im Schnitt rund 400 g hinter den 26-Zoll-Bikes. Die Komfortwerte verraten, wie viel Sitzkomfort das einzelne Bike bietet.

Bis ins kleinste Detail prüfte MountainBIKE die 26"- und 29"-Rahmen im Labor. Welches Bike das verwindungsärmste Chassis bietet, zeigen die Tabellen der Lenkkopf- und Tretlagersteifigkeit weiter unten auf dieser Seite.

Gewichte

Rahmen- und Gabelgewicht gibt MountainBIKE inklusive Steckachse und Remote-Hebel an – sofern vorhanden. Das Laufradgewicht beinhaltet den eigentlichen Laufradsatz sowie Reifen, Schläuche, Discs inklusive Schrauben sowie ggf. Schnellspanner und Felgenband.

MB 0513 Hardtails - Gewichte im Vergleich

Komfort

Auf dem Prüfstand belastet ein 80-kg-Prüfgewicht Rahmen und Sattelstütze. Die Auslenkung in X- und Y-Achse wird in Millimeter erfasst und ergibt nach dem Satz des Pythagoras den angegebenen Wert: je höher, umso besser der theoretische Sitzkomfort.

MB 0513 Hardtails - Sitzkomfort

Steifigkeiten

Bis ins kleinste Detail prüfte MB die 26"- und 29"-Rahmen im Labor. Welches Bike das verwindungsärmste Chassis bietet, zeigen die Tabellen der Lenkkopf- und Tretlagersteifigkeit.

MB 0513 Hardtails - Lenkkopfsteifigkeit
MB 0513 Hardtails - Tretlagersteifigkeit

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So testet MOUNTAINBIKE die Einsteiger-Hardtails

Praxistest:
Vier Tester fuhren jedes der 16 Bikes auf der Teststrecke, die mit langen Schotter- und Asphaltanstiegen, kurvenreichen Trails und und teils ruppigen Abfahrten den Hardtails ­einiges abverlangte. Jeder Tester fuhr dabei die Zweirad-Geschwister im direkten Duell hintereinander.

Praxisnoten:
Nach jeder Test­runde notierten die Tester isoliert ihre Eindrücke zum Rad auf speziellen Bewertungsbögen. Um eine faire Abschlussnote zu erhalten, vergab die Testcrew ihre Punkte zunächst "interdiszi­plinär" getrennt nach 26"- und 29"-Hardtails und nach den obligatorischen MB-Standards. Abschließend musste jeder der vier Tester die Frage beantworten: "26er oder 29er, welches der Bikes kannst du empfehlen?"

Labortest:
Im MB-Labor wurden die Bikes zunächst gewogen, anschließend die Geometrie via Laser-Messtisch aufgenommen. Abschließend erfolgte auf EFBe-Prüfständen die Messung der Steifigkeiten (siehe "Aus dem MB-Labor"). Die Tretlagersteifigkeit zeigt, wie sich der Rahmen im Antritt verwindet, die Lenkkopfsteifigkeit beeinflusst vor allem die Spurstabilität.

Hardtail-Komfort:
Ein gezielter vertikaler Flex des hinteren Rahmendreiecks und der Sattelstütze schont die Haltemuskulatur des Bikers und verzögert die Ermüdung. MB misst den Hardtail-Komfort als Auslenkung am Sattel. Hierzu wurde ein Satteldummy in einer definierten Sitzhöhe auf der Original-Stütze montiert und mit 80 Kilo belastet. Je höher der Wert in mm, desto höher der Fahrkomfort im Sitzen.

Endnote:

Über einen komplexen Bewertungsschlüssel aus über 2500 Einzelnoten ermittelte MB die Endnote und mit dem punktbesten Bike den Testsieger. Die drei besten 1000-Euro-Hardtails der jeweiligen Laufradgröße hat MB besonders hervorgehoben.

26 gegen 29 Zoll: 16 Hardtail-MTBs um 1.000 Euro im Test (Modelljahr 2013)

MB Bulls Copperhead 3
MB Bulls Copperhead 3 MB Bulls Copperhead 3 - Detail MB Bulls Copperhead Supreme 29 MB Bulls Copperhead Supreme 29 - Detail 32 Bilder

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