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8,5-kg-Fliegengewicht: Das neue Merida 0.Nine

Merida Light

Das neue Carbon-Hardtail 0.Nine katapultiert die Taiwanesen in die Liga der Superleichten. Geht mit der Rennfeile ein Siegerbike an den Start?

Eigentlich sind sie ja auf dem Rückzug. Doch nun soll ausgerechnet ein Hardtail die große Technikrevolution einläuten? Hersteller Merida ist sich da absolut sicher: ja. Das brandneue 0.Nine soll mit schlagkräftigen Argumenten auch den hartnäckigsten Hardtail-Skeptikern den Wind aus den Segeln nehmen.

Was letztes Jahr mit dem Racefully 96 begann, setzt Merida dieses Jahr konsequent fort: extremer Leichtbau für speedhungrige Racer. Das 0.9 folgt dem Carbon FLX nach und besticht mit einer ellenlangen Liste an technischen Features und Raffinessen. Der Rahmen soll in der leichtesten Variante gerade mal 930 Gramm auf die Waage bringen. Auch 30 Prozent mehr Steifigkeit im Tretlager als beim Vorgänger verspricht Merida.

Spezielle Fertigungstechnik optimiert Gewicht und Steifigkeit

Wie das geht? Die Fertigungstechnik, die bereits beim vollgefederten Bruder 69 zum Einsatz kommt, macht‘s möglich. Die Mischung aus Muffen-, Tube-to-Tube- und Monocoque-Bauweise soll den besten Mix aus Gewicht und Steifigkeit bringen. Der Einsatz spezieller Hochmodul-Fasern aus Carbon soll ebenfalls die Steifigkeit erhöhen und nahezu verlustfreien Vortrieb garantieren. Der Einsatz spezieller Hilfsmittel, etwa Datarecording und Computersimulationen, ermöglicht weitere Optimierung im Detail.

Eine aufwendige Thermoanalyse mit spezieller Software soll sicherstellen, dass die PM-Discaufnahme aus Vollcarbon keinen vorschnellen Hitzetod stirbt. Diese erlaubt die Verwendung einer 160-Millimeter-Bremsscheibe am Hinterbau ohne zusätzlichen Adapter. Die linke Sitzstrebe fällt deutlich voluminöser aus als die rechte, um das einseitige Torsionsmoment der Scheibenbremse besser abzufangen und somit die Rahmenverwindung zu reduzieren. Ein Innenlager nach BB30-Standard erhöht zwar das Nettogewicht des Rahmens im Vergleich zu ebenfalls angebotener BSA-Variante, bringt aber mit Kurbel in der Summe weniger auf die Waage und soll zudem die Steifigkeit deutlich erhöhen.

Magerkur durch Parts-Tuning

Getreu dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist" entwickelte Merida eine zehn Gramm leichte Sattelklemmung. Die Direktbefestigung des Umwerfers mit zwei Schrauben spart Gewicht und vermeidet Schäden am dünnen Sitzrohr. Die zusätzliche Abflachung des Sitzrohrs erlaubt zudem die Montage von Srams neuer Zweifachkurbel aus der XX-Gruppe. Raffinierte Details, die sich unterm Strich deutlich aufs Gewicht auswirken. Und zwar im positiven Sinne, denn gerade mal 8,5 Kilo soll das Komplettbike auf die Waage bringen - ein Traum für Grammfeilscher und Racer.

Zur aktuellen Frage der Woche: Wie schwer darf ein Mountainbike Ihrer Meinung maximal sein?

Neben minimalem Gewicht und maximaler Steifigkeit stand bei der Entwicklung auch der Komfort im Blickpunkt. Resultat: Speziell abgeflachte Sitzstreben sowie eine Carbon-Sattelstütze mit 27,2 Millimeter Durchmesser und 15 Millimeter Versatz sollen dem Hardtail fast den Komfort eines Fullys verleihen. Ein Eindruck, den MB-Redakteur Jochen Haar bei der Produktpräsentation bereits am eigenen Leibe zu spüren bekam. "Das 0.Nine lässt einen Großteil der Vibrationen und Schläge geradezu verebben", sagt Haar. "Dennoch merkt man bei jedem Tritt, dass das Bike nur eine Richtung kennt: vorwärts, und zwar schnell."

Fazit:

Das 0.9, sprich "oh, nein", müsste eigentlich "oh, ja" heißen. Denn ein Hardtail mit solch einer geballten Ladung an technischen Features gab es bisher noch nie – Formel eins auf zwei Rädern.

Tests und Kaufberatungen zu aktuellen Hardtails

MB Race-Hardtails Teaserbild
Hardtail-Tests

Merida-Entwicklungsleiter Jürgen Falke im Interview: "Ziel: unter acht Kilo."

MB: So kurz nach Einführung des 96 folgt mit 0.9 das nächste superleichte Racebike. Warum?

Jürgen Falke: Wir wollten zeigen, dass unser 96 keine Eintagsfliege ist und unsere Leichtbau-Kompetenz bestätigen. Zudem wird auf 70 Prozent der Rennstrecken immer noch Hardtail gefahren. Mit dem 0.9 sparen die Racer gegenüber dem 96 noch mal knapp ein Kilo, und der äußerst komfortable Hinterbau stellt auch eingefleischte Fully-Fahrer vor die Wahl.

Im 0.9 steckt viel neue Technik. Taucht diese in Zukunft auch an anderen Bikes auf?

Falke: Ja! Die neuen Technologien werden sukzessive auf andere Modelle übertragen. Im ersten Schritt greift die Erweiterung in der 120-mm-Klasse. Anschließend fließt unser Carbon-Know-how in die Modellreihe Trans-Mission ein.

Das Komplettbike wiegt schlanke 8,5 Kilo. Wird das Gewicht noch weiter sinken?

Falke: Was den Rahmen betrifft, denken wir, dass mit 930 Gramm eine Grenze erreicht ist, die sich in den nächsten vier bis fünf Jahre nicht ändert. Das Gewicht am Komplettbike lässt sich durch spezielles Parts-Tuning immer verringern. Wir streben in naher Zukunft in der High-End-Version ein Gesamtgewicht von unter acht Kilo an. Aber: nur mit hochwertigen Serienparts und ohne Mogelpackungen wie etwa superschlanken Reifen.

MB Jürgen Falke Entwicklungsleiter Merida
Jürgen Falke, Entwicklungsleiter bei Merida.

Das neue Merida 0.9 im Bild

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