MB 0711 29er-Bikes Test Teaserbild Manfred Stromberg
MB Cannondale Flash Hi-Mod 29er 1
MB Niner Air 9 Carbon Team XX
MB Scott Scale 29 RC
MB Specialized S-Works  Stumpjumper 29er 6 Bilder

Sechs Twentyniner-Bikes aus Carbon im Test

Im Test: Sechs schnelle 29er-Hardtails der Oberklasse

Die neue Formel eins: Twentyniner-Bikes erobern zurzeit die MTB-Rennpisten. MountainBIKE gab auf sechs heißen Boliden Vollgas.

Steigen Sie ein, schnallen Sie sich an, es wirbeln die Riesenräder mit Feuerwerksgarantie!

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Wer Twentyniner je für kurios bereifte Trekkingbikes hielt, der wird – versprochen – nach der Lektüre dieses Tests umdenken.

Kurzum: Was diese sechs Highend-Hardtails mit 29“-Laufrädern auf die Rennpis­te zaubern, straft alle Kritiker und Nörgler an dieser immer noch jungen Geländerad-Gattung Lügen.

Dabei kommt der Test zur rechten Zeit, denn immer mehr Weltcup-Profis schlossen sich zu dieser Saison der „großen Revolution“ an. Bei Langstrecken- und Etappenrennen sind 29er aus dem Starterfeld nicht wegzudiskutieren.

Mehr noch: Bei der diesjährigen Auflage des legendären Cape-Epic-Rennens belagerten 29er-Teams das komplette Podium – mit den Siegern Burry Stander und Christoph Sauser (Specialized) als Speerspitze. Merida-Star Ralph Näf: „Bei den schnellen, mit Schlägen übersäten Epic-Etappen ist ein Twentyniner jetzt Pflicht, ein 29“-Fully das Optimum.“

Kein Wunder, dass die großen Weltcup-Teams inzwischen zumindest ein 29er-Hardtail im Stall führen – und im MB-Test mit den Race-Replikas von Cannondale Flash, Scott ­Scale, Specialized Stumpjumper und Trek Superfly antreten.

Die ebenfalls auf dem Epic-Podium strahlenden „Big Bikes“ von Bulls und Merida standen zum Testzeitpunkt noch nicht serienreif auf Stollen, dafür zieren die Kultmarken Breezer und Niner das exquisite Feld. Exklusiv ist auch der Preis der sechs Langstreckenraketen: Zwischen 4500 und 6500 Euro werden fällig.

Dafür gibt‘s Hightech satt: den Original-Carbon-Rahmen der Profis sowie edle Parts auf Basis von Shimano XTR oder Sram XX/X0. Den zusätzlichen Entwicklungsaufwand der Twentyniner lassen sich die Hersteller übrigens nicht vergolden, die Preise liegen auf 26“-Highend-Niveau. Es gibt also quasi drei Zoll für lau ...

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MB-0710-Vergleich_29_26_bikevergleich (jpg)
MTB

Die sechs 29er-Hardtails in diesem Test:

MB Breezer Cloud 9 LTD
Hardtail-Tests
MB Cannondale Flash Hi-Mod 29er 1
Hardtail-Tests
MB Niner Air 9 Carbon Team XX
Hardtail-Tests
MB Scott Scale 29 RC
Hardtail-Tests
MB Specialized S-Works  Stumpjumper 29er
Hardtail-Tests
MB Trek GF Superfly Elite
Hardtail-Tests

Vor- und Nachteile der 29er-Bikes

Und der weltweit einzigartige MountainBIKE-Konzeptvergleich mit aufwendigem Datarecording belegte eindeutig: 29“-Räder überrollen Hindernisse durch den flacheren Aufprallwinkel leichter, sind fahrstabiler.

Sie halten, einmal beschleunigt, dank höherer Schwungmasse und des geringeren Rollwiderstands länger das Tempo. Und Sie generieren mehr Komfort und Traktion auf Wurzelteppichen und Steinfeldern.

Die 29er-Anklageliste indes umfasst drei Hauptpunkte: zu schwer, zu weich, zu behäbig. Nachteile, die sich nicht wegdiskutieren und auch in Zukunft nicht „wegbauen“ lassen.

Ein 26er wird per physikalische Gesetzmäßigkeit stets leichter, steifer, wendiger sein. Aber die Schere zwischen 26 und 29 Zoll wird enger – wie die folgenden Ergebnisse des MB-Labortests beweisen.

Durchschnittlich belasten die sechs Carbon-Rahmen Waage und Biker mit 1135 g. Das sind nur schlappe 35 g mehr als die Highend-26-Zöller (MB 12/10) – so viel wie zwei Scheiben Knäckebrot ... Mit gertenschlanken 940 g hätte das Scale 29 gar Rang zwei der 26er-Hitliste erreicht!

Bei den Gesamtgewichten ist die Differenz größer: Gabel, Laufräder und Reifen tragen „dick“ auf, führen im Schnitt zu 9,6 Kilo. Nur das bis zur hinterletzten Schraube gewichtsoptimierte Specialized knackt die Neun-Kilo-Grenze klar.

In puncto Steifigkeiten erreichen Flash & Co. zwar nicht ganz die Werte ihrer kleinen Brüder, sie liegen aber, gemessen an 26“-Maßstäben, im sehr guten und damit absolut fahrsicheren Bereich.

Dennoch: Beim intensiven Praxistest im Vinschgau und im Schwarzwald fühlten sich fast alle Kandidaten weicher, nachgiebiger an als ein 26er-Hardtail. Ursache: die geringeren Steifigkeiten der „langen“ Gabeln und vor allem die schlechtere Seitensteifigkeit der Laufräder.

Keine Angst, auf keinem der Testbikes reiten Sie wie auf einer weich gekochten Nudel. Aber Steckachsen, 34-mm-Gabel-Standrohre oder optimierte 29“-Sys­temlaufräder könnten noch brachliegendes Potenzial in Zukunft offenlegen.

Des Steifigkeitsfanatikers Leid, des Komfortsuchenden Freud: 29er sind die Fullys unter den Hardtails. Für erstaunliche Wellness im Sattel bürgt der Laufraddurchmesser: 29-Zöller tauchen weniger tief in Unebenheiten ab, mildern so Lastspitzen.

Zudem implantierten die Hersteller ihre neuen, zukunftsweisenden Komforttechnologien auch in die 29“-Hardtails. So sorgt ein gezielt vertikal flexendes hinteres Rahmendreieck wie am Cannondale ebenso für „Federweg“ am Heck wie eine nachgiebige, dünne Carbon-Sattelstütze (Cannondale, Specialized, Trek).

Übrigens: Von diesem Wohlfühlprogramm profitieren alle. Der weniger Trainierte, der nach der Abfahrt nicht mühsam seine Bandscheiben sortieren muss, ebenso wie der Profi, dessen Highend-Muskelfasern für den entscheidenden Schlussspurt geschont werden. Lediglich das knallharte Niner bläst zur Zahnplomben-Polka – Hardtail-Nostalgiker werden‘s wohl dafür lieben.

Sechs ultraschnelle 29er-Bikes aus Carbon im Test

MB Breezer Cloud 9 LTD
MB Breezer Cloud 9 LTD MB Cannondale Flash Hi-Mod 29er 1 MB Niner Air 9 Carbon Team XX MB Scott Scale 29 RC 6 Bilder

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Twentyniner: lahm und unbeweglich?

Für 26“ gilt diese Kurzformel: steiler Lenkwinkel plus kurze Kettenstreben gleich höhere Agilität.

Für 29“ theoretisch auch, doch bauliche „Hindernisse“ wie Umwerfer und Reifenfreiheit erzwingen, dass das Mindestmaß der Kettenstreben aktuell um 435 mm (26“-Hardtail: unter 420 mm) liegt.

Breezer, Niner und Specialized erreichen diesen Wert und wurden von den MB-Racern als spürbar agil(er) eingestuft. Die extrem steilen 71,5°-Lenkwinkel an Breezer und Specialized indes wirken übertrieben: Auf Kosten durchaus bewundernswerter Wendigkeit verzocken beide einen Teil der 29“-typischen Laufruhe.

Zudem reagieren sie auf zu starken Lenk­einschlag mit unorthodoxem Übersteuern, das Vorderrad kippt dann förmlich in die Kurve. Einen Sonderweg bestreitet Gary Fisher (Trek) und kreuzt einen flachen 69,5°-Lenkwinkel mit einer Spezialgabel mit kürzerem Nachlauf. Ergebnis ist ein ungemein „rundes“ Handling, das Superfly gleitet wie an der Schnur gezogen über den Trail, bleibt aber agil.

Auch Cannondale und Scott glückt eine wunderbare Melange aus Spurtreue und Wuseligkeit, mit Topnoten der MB-Tester als Lohn. Zusammen mit starken Rahmenwerten und 29er-spezifischer Ausstattung (breiter, flacher Lenker etc.) gebührt beiden die Traumnote „überragend“.

Nicht minder breitbandig noch gutmütiger im Handling: Das relativ günstige Trek erringt den MB-Kauftipp. Niner und Specialized fehlt diese Vielseitigkeit, dafür ist die Ausrichtung auf die Rennstrecke intensivst! Das Breezer ist ein feines Bike, kleine Schwächen kosten knapp das „sehr gut“.

Sechs ultraschnelle 29er-Bikes aus Carbon im Test

MB Breezer Cloud 9 LTD
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Gewichte und Steifigkeiten der Test-Bikes

Sechs ultraschnelle 29er-Bikes aus Carbon im Test

MB Breezer Cloud 9 LTD
MB Breezer Cloud 9 LTD MB Cannondale Flash Hi-Mod 29er 1 MB Niner Air 9 Carbon Team XX MB Scott Scale 29 RC 6 Bilder

Gewichte:

Sofern Steckachse und Remote-Lockout bei der Gabel vorhanden sind, wiegt MountainBIKE diese mit.

Das Laufradgewicht ist die Summe aus dem Laufradsatz mit gegebenenfalls Schnellspannern, Felgenband, Schlauch, Reifen, Kassette, Bremsscheibe und Schrauben.

MB 0711 29er-Hardtails - Gewichte im Vergleich

Labortest - Tretlager- und Lenkkopfsteifigkeit:

Auf EFBe-Prüfständen misst MB die Steifigkeiten der Bikes. Die Tretlagersteifigkeit zeigt, wie sich der Rahmen im Antritt verwindet, die Lenk-kopfsteifigkeit beeinflusst die Spurstabilität.

Alle Testkandidaten liegen auf einem, an 26“-Maßstäben gemessenen, sehr hohen Niveau. In der Praxis vermitteln aber vor allem die größeren, weicheren Laufräder einen weniger steifen Eindruck.

MB 0711 29er-Hardtails - Tretlagersteifigkeit
MB 0711 29er-Hardtails - Lenkkopfsteifigkeit

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MTB

Fazit: 29er-Bikes sind nicht mehr aufzuhalten

Der Test zeigt: In puncto Rahmengewicht und -steifigkeiten erreichen die Twentyniner schon jetzt 26“-Niveau, bei Gesamtgewicht und Laufradsteifigkeit noch nicht.

Dafür verwöhnen sie Amateur wie Profi mit zumeist sagenhafter Laufruhe, enormer Traktion sowie bestechendem Komfort – und bleiben dabei scharf genug für den Rennsieg!

Sechs ultraschnelle 29er-Bikes aus Carbon im Test

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MB Breezer Cloud 9 LTD MB Cannondale Flash Hi-Mod 29er 1 MB Niner Air 9 Carbon Team XX MB Scott Scale 29 RC 6 Bilder

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