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Race-MTB: 15 Carbon-Hardtails im Test Hard-Attack

Feuer frei für die schnellsten Bikes der Welt! MB jagte 15 Rennfeilen über den Weltcup-Kurs von Offenburg.

Wolfsdrop, Dual Speed, Snake Pit – Namen wie Punkrock für Cross-Country-Fans, denn es sind die Schlüsselstellen der berühmtesten Strecke im Weltcup: Offenburg. Schauplatz des schwersten Rennens der CC-Welt und Schauplatz dieses MB-Tests mit der elektrisierenden Frage: Wer baut das schnellste Bike der Welt?

Und eines sei vorweg versprochen: Die getesteten Carbon-Hardtails sind nicht minder spektakulär als die mit Tentakelarm-artigen Wurzelfeldern, Anliegern, Drops und quasi vertikalen Steilabfahrten gespickte Strecke im Schwarzwald. Mehr noch: Erstmals seit das Scott Scale vor einem halben Jahrzehnt die Leichtbauwelt revolutionierte, scharren hier Bikes mit den Stollen, die für echte Aha-Erlebnisse sorgen. Hardtails, die keine acht Kilo mehr wiegen, die bis zur letzten Schraube auf den Renneinsatz gedrillt sind und dabei – das ist die eigentliche Überraschung – erstaunlichen Komfort bieten!

15 Vollgastiere bestellte MB in den Test, jagte sie zunächst über die selektive MB-Teststrecke, dann zusammen mit Marathon-Star Stefan Sahm über den Offenburg-Kurs, ehe die Carbon-Kunstwerke den Stressgang durch das MB-Labor antraten. Dabei gleich zehn backfrische Neulinge – das oft totgesagte Hardtail lebt!

Keine Frage, Preise von 5000 bis 8000(!) Euro sind ein Schlag ins Portmonnaie. Dennoch griff MB für diesen Test in die Vollen: Nur so ist das Attribut „schnellste Bikes der Welt“ würdig zu vergeben, nur so lässt sich dieser voller Innovationen steckende Hardtail-Jahrgang erfassen. Außerdem: Biken ist Emotion! Und wer kommt beim Anblick dieser Traumbikes nicht ins Schwärmen? Zudem finden Sie in der Mediashow preisbewusste Modellvarianten – oft mit identischem oder nur marginal schwererem Carbonframe, aber günstigeren Parts.

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Die Race-Hardtails im Test:

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MB 1209 Focus Raven Extreme
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MB 1209 Fuji SLM LTD
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MB 1209 Giant XTC Advanced SL 0
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MB 1209 KTM Myroon Prestige
Hardtail-Tests
MB 1209 Lapierre Pro Race 900
Hardtail-Tests
MB 1209 Scott Scale Limited
Hardtail-Tests
MB 1209 Specialized S-Works Stumpjumper HT 29er
Hardtail-Tests
MB 1209 Stevens Scope Team XX
Hardtail-Tests
MB 1209 Storck Rebelion 1.0
Hardtail-Tests
MB 1209 Trek Elite 9.9 SSL
Hardtail-Tests

Rekord: Hardtails unter 8 Kilo

15 Carbon-Racer im Test - plus 15 preiswerte Alternativen

MB 1209 Cannondale Flash Team
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Im Schnitt wiegen die 15 Carbon-Boliden 8,57 kg – 610 g weniger als beim Vorjahrestest! Mit den Newcomern Cannondale Flash und Merida
0.Nine knacken zwei Bikes gar die 8-Kilo-Grenze – wobei sich das Flash seine sensationellen 7,52 kg mit kaum alltagstauglicher Bereifung erschleicht. Übrigens: Ein Tour-de-France-Renner darf laut Reglement nicht weniger als 6,8 kg wiegen ...

Die Gründe für diesen Magerwahn sind vielschichtig, die Kohlefaser-Kreationen der Hersteller dabei „nur“ die Basis: Auch wenn das Flash mit 957 g Rahmengewicht eine weitere Bestmarke setzt, der Rest pendelt sich zwischen (ausgezeichneten) 1000 und 1100 g ein. Richtig abgekocht wurde dafür bei den Parts, speziell Srams neue 2x10-Topgruppe XX, die an gleich zwölf Testbikes schaltet und waltet, sorgt für eine deutliche ­Diät.

Zudem sind immer mehr Bauteile aus Carbon gefertigt: Gabelkrone, Felgen, Kurbeln etc. Cannondale-Entwickler Peter Denk: „Mit den Rahmengewichten nähern wir uns immer mehr dem physikalisch Möglichen. Mir tut es fast schon weh, wie viel Zeit wir mit 1 Prozent Gewichtsersparnis verbringen, nur um dann Komponenten ans Bike zu schrauben, die wir sofort um 10 Prozent leichter machen könnten.“

Cannondale und Specialized quetschen mit Systemintegration einige Gramm heraus, etwa mit den hauseigenen Kurbeln. So wiegt die S-Works-Kurbel mit XX-Blättern 650 g – circa 100 g weniger als die „Original“-XX.

Auch abseits der Grammfeilscherei zeigen die neuen Rahmenkunstwerke ein erquickliches Potpourri technischer Raffinesse: konisches Steuerrohr, integrierte Steuersatz- und Tretlager, Bremsaufnahmen aus Carbon nach Postmount-Standard, Carbon-Ausfallenden und, und, und – alles mit dem Ziel der Gewichtsreduktion und des Steifigkeitsgewinns.

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Carbon: Komplexe Handwerkskunst

15 Carbon-Racer im Test - plus 15 preiswerte Alternativen

MB 1209 Cannondale Flash Team
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Indes setzen immer mehr Hersteller (Cannondale, Merida, Simplon, Specia­lized) auf komplexe Mischprozedere aus Monocoque-, Tube-to-Tube- und Muffenbauweise, um für den jeweiligen Bereich das optimale Verfahren anzuwenden. Dennoch: Pauschal lässt sich nicht sagen, welche Bauweise die beste ist.

Zumal die Art und Bündelung der Carbon-Fäden, die verwendeten Harze, die je nach Kräfteverlauf angeordnete Faserrichtung oder die Nachbearbeitung genauso elementar sind – erst eine oft mittels Datarecording-Messfahrten und Computer-Simulationen optimierte Abstimmung von Rahmenform, Herstellungsverfahren und Layup (Laminierung) führt zum Erfolg.

Ein Erfolg, der durch die Messung von Tretlager- und Lenkkopfsteifigkeit objektivierbar ist. Denn der leichteste Rahmen nutzt nichts, wenn er sich beim Antritt verwindet wie Spaghetti im Dampfgarer. Erneut setzt das Flash in der Summe eine erstaunliche Bestmarke, die bis dato nicht mal ein Alurahmen erreichte. Logische Folge ist ein SGI-Wert (Quotient aus Steifigkeit und Gewicht), der mit 364 Punkten den bisherigen Primus Simplon Razorblade um gut 100 Punkte distanziert. Bei aller Euphorie bleibt zu hoffen, dass die zuletzt zur Ruhe gekommene Spirale aus „immer leichter, immer steifer“ nicht aufs Neue überstrapaziert wird.

Auch abseits solcher Rekorde weisen die Kandidaten durchweg gute bis sehr gute Werte auf. Nur Lapierre (Tretlager und Lenkkopf) und KTM (Lenkkopf) fielen im Labor wie in der Praxis als „zu weich“ auf.

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