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Exklusiv: Das neue Scott Genius im ersten Fahrtest

Geniestreich

Scott schickt sein komplett überarbeitetes Genius zur neuen Saison mit 150 mm Federweg auf die Trails. MB hat das Marathonfully als erstes Magazin getestet.

Zum Video: MountainBIKE-Chefredakteur Jens Vögele im Interview mit Scott-Manager Reto Aeschbacher zum neuen Genius

Echt? 150 Millimeter? Ein Freerider schaut ungläubig aus seinem Vollvisierhelm heraus und mustert unsere Bikes kritisch. Auf der Downhill-Strecke herab vom Gurten – Berns Hausberg – hält er sich mit schwerem Gerät, fettem Federweg und Protektoren für perfekt ausgerüstet und ist sichtlich erstaunt darüber, dass auch wir unseren Spaß haben – mit einem Cross-Country-Bike.

Viel Federweg, noch mehr Vortrieb und dabei verdammt leicht – das sind die drei wesentlichen Eigenschaften des nagelneuen Scott Genius, das zur kommenden Saison in Serie auf den Markt kommt. MountainBIKE bekam das spektakuläre Fully jetzt schon zu sehen und nutzte die Gelegenheit zu einem ausgiebigen Praxischeck – mit Downhill-Einlage am Gurten hoch über Bern.

Doch Scott hat dem Genius nicht nur mehr Federweg spendiert, sondern auch die Geometrie überarbeitet. Und: Das neue Genius hat im Gegensatz zum Vorgängermodell den Horst-Link verloren und kommt somit als Mehrgelenker auf den Markt. Grund: In den USA wird dieser patentrechtlich keine Probleme bereiten.

„Unser Ziel war es, das leichteste Marathonfully der Welt zu entwickeln“, sagt Ingenieur Benoit Grelier (siehe Interview auf der folgenden Seite). Heraus kam dabei ein bis auf Wippe und Tretlagerbereich komplett aus Carbon konstruierter Rahmen, der in Größe M nach Angaben von Scott 1840 Gramm wiegen wird.

Hinzu kommen 410 Gramm für den komplett neu entwickelten Pull-Shock, der mit zwei Positivkammern und einer Negativkammer die Anmutung eines Spaceshuttles hat. Der in Zusammenarbeit mit DT Swiss enwickelte OTS-Dämpfer (Oil Transfer System) lässt sich über zwei Ventile und zwei Zugstufenregler einstellen. In Kombination mit einer 150-mm-Talas-Federgabel, die Fox 2009 exklusiv für Scott baut, ergibt sich ein äußerst harmonisches Fahrwerk, das immense Reserven für technisch anspruchsvolle Passagen bieten soll.

Aber das Genius will nicht nur schnell bergab fahren, sondern auch bergauf punkten. Nicht zuletzt deshalb, weil Legende Thomas Frischknecht, der 2003 mit dem ersten Genius in Lugano Marathon-Weltmeister wurde, maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war.

Wie bisher lässt sich der Hinterbau mittels Lenkerhebel in drei Modi einstellen: ganz offen im Full Mode, deutlich progressiver im Traction Mode mit 95 Millimetern Federweg und schließlich ganz blockiert. Im Traction ­Mode klettert das Genius wie eine Gämse.

Perfekt: Der straffe Hinterbau schluckt keine Energie, die vom Piloten aufs Pedal gebracht wird, dafür aber Schläge vom Untergrund und schafft somit einen klasse Kompromiss aus tollem Vortrieb und voller Traktion. Auch das Gesamtgewicht, das beim Topmodell um die 10,5 Kilo liegen soll, trägt einen erheblichen Teil zur Kletterfreudigkeit des Genius bei.

Scotts Geniestreich wird in sechs Versio­nen und als Ladymodell erhältlich sein. In den vollen Carbon-Genuss kommen die Fahrer der Modelle Limited, 10 und 20. Das Genius 30 ist mit Carbon-Hauptrahmen und Alu-Schwinge ausgestattet, das Genius 40 und 50 komplett mit Alurahmen. Wie viel die Bikes kosten und ab wann genau sie erhältlich sind, steht derzeit noch nicht fest. Nur, dass sie bestimmt zu den Highlights der neuen Saison gehören werden.

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Diese Produkte haben wir getestet:

Im Fokus: Der Dämpfer des neuen Genius

Das neue Scott Genius im ersten Fahrtest

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Full Mode:

MB Scott Genius - Full Mode
Johannes Decker

Beide Positivkammern des Dämpfers sind offen, das heißt, das Öl kann ungehindert von der großen Negativkammer beim Ausfedern in die Positivkammern fließen (Bild rechts). In der Praxis bedeutet das: Der Dämpfer (50 mm) nutzt den vollen Federweg des Hinterbaus von 150 mm aus (Übersetzungsverhältnis 3:1). Der Hinterbau präsentiert sich dabei als äußerst schluckfreudig und sensibel, ohne dabei aber allzu anfällig für Antriebseinflüsse zu sein.

Traction Mode:

MB Scott Genius - Traction Mode
Johannes Decker

Eine Positivkammer ist geschlossen, das Ölvolumen und der Ölfluss dadurch reduziert (Bild links). Im Traction ­Mode nutzt der Hinterbau nur noch 95 Millimeter Federweg und wird dabei deutlich progressiver. Zudem wird der Lenkwinkel um 0,7 Grad steiler, weil der Hinterbau im Traction Mode weniger einsackt (15 Prozent Sag im Vergleich zu 25 Prozent im Full Mode). Das macht sich in der Praxis mit spürbar agilerem Kletterverhalten bemerkbar. Ideal für Uphills und technisch anspruchslose Cross-Country-Passagen.

Lockout:

Beide Positivkammern sind geschlossen, es findet kein Ölfluss von der Negativ- in die Positivkammer statt. Der Hinterbau ist komplett blockiert. Dieser Modus ergibt allerdings allerhöchstens auf längeren Asphaltstrecken einen Sinn.

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Genius-Ingenieur Benoit Grelier: „Die Erwartungen an neue Bikes sind extrem gestiegen“

Das neue Scott Genius im ersten Fahrtest

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MB Scott Genius - Benoit Grelier
Genius-Ingenieur Benoit Grelier

MountainBIKE: Was war Ihr Ziel, als Sie angefangen haben, das Genius komplett zu überarbeiten?
Benoit Grelier: Wir wollten aus dem Genius ein noch vielseitigeres und noch leichteres Rad machen mit dem klaren Fokus, das leichteste Marathon-Fully der Welt zu bauen. Angesichts des großen Federwegs und des geringen Gewichts war das keine leichte Aufgabe. Weil mehr Federweg bedeutet, dass auch deutlich mehr Kräfte auf das Bike einwirken.

MountainBIKE: Trotzdem erscheinen zwei Jahre Entwicklungszeit relativ lange.
Benoit Grelier: Ja, aber es ist wichtig, dass am Ende ein ausgereiftes Bike herauskommt. Beim ersten Genius dachten sich alle: Wow, was für ein tolles Bike. Aber mittlerweile sind die Ansprüche gestiegen. Wenn wir etwas präsentieren, muss es passen – von Anfang an.

MountainBIKE: Das Genius steht schon immer in engem Zusammenhang mit Thomas Frischknecht. Wie war „Frischi“ in die Entwicklung involviert?
Benoit Grelier: Er hat den ganzen langen Prozess eng begleitet. Wir haben unzählige Besprechungen gemacht und sind immer wieder gemeinsam auf Probefahrt gegangen. Es gibt nur wenige Fahrer wie Frischi. Er verfügt über unendlich viel Erfahrung und ein unglaubliches Know-how. Und: Er kann genau sagen, was er fühlt.

MountainBIKE: Was waren die wichtigen Punkte, an denen Scott gefeilt hat.
Benoit Grelier: Wir haben den Rahmen nicht nur gewichtsoptimiert, sondern so viel aus dem Werkstoff Carbon rausgeholt, wie es möglich war, schließlich musste er unsere harten Testverfahren überstehen. Wir haben auch die Geometrie komplett überarbeitet und den Dämpfer völlig neu entwickelt.

MountainBIKE: Warum setzt Scott auf eine eigene Dämpfertechnologie?
Benoit Grelier: Weil wir Rahmen und Dämpfer als eine Einheit sehen. Nur so können wir den Charakter unserer Bikes genau beeinflussen; nur so können wir die Kräfte analysieren, die auf Hinterbau und Dämpfer wirken; nur so können wir sichergehen, dass Rahmen und Dämpfer wirklich zu 100 Prozent zusammenpassen

MountainBIKE: Und was ist Ihr neues Projekt nach der Genius-Geburt?
Benoit Grelier: Fahren, fahren, fahren! Im Ernst: Wir freuen uns über das Genius und genießen auch das Biken damit. Aber die Arbeit geht uns bestimmt nicht aus.

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