MB Fully vs Hardtail Teaserbild Daniel Geiger
MB Conway Q-MF 700 Kinematik mit virtuellem Drehpunkt
MB Conway Q-MR 800
MB Conway Q-MR 800 Schaltzüge
MB Corratec Air Tech Glacier Limited 32 Bilder

MTB-Familienduell: 16 Bikes im direkten Vergleich

Fully vs. Hardtail: Welches ist das bessere Bike?

Fully oder Hardtail? MountainBIKE stellt die ewig junge Frage im Direktvergleich. Acht Hersteller treten an zum Familienduell!

Folterstuhl oder Schaukelpferd? Harter Bock oder lahmer Gaul? Hardtail oder Fully? Seit rund 15 Jahren bewegt Biker diese Frage. Und pendelt wie in den einleitenden, übertreibenden Worten oft zwischen Groteske und Glaubenskrieg.

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Klar, aus der Komfortzone des „Eigen-Bike-Besitzers“ lässt sich lauschig über Stärken und Schwächen der Systeme philosophieren. Doch was, wenn die Kaufentscheidung wirklich naht? Und wenn der Euro nicht ganz so locker-flockig im Portemonnaie sitzt, um die Filetstücke aus dem Herstellerprogramm zu picken?

MountainBIKE-Umfrage: Fully oder Hardtail - welchen Bike-Typ bevorzugen Sie? Hier abstimmen!

Hardtails und Fullys im Familienduell

MB betrachtet die „älteste Frage der Bike-Welt“ mit diesem Test daher bewusst aus der Warte des Käufers in spe, lud 16 Bikes von acht Fachhandelsmarken zum Familienduell – je ein Fully, je ein Hardtail! Die Eingangsvoraussetzungen: Beide Familienmitglieder müssen den Kategorien Marathon/Tour (100 bis 120 mm Federweg) entsprechen, und zwischen Hardtail und Fully dürfen maximal 300 Euro Preisdifferenz liegen.

Dabei steckte MB die Preisrahmen von 1500 bis 1700 Euro bei den Hardtails und von 1650 bis 1900 Euro bei den vollgefederten Pendants. So stellten sich dem Test wohlbekannte, mit vielen Auszeichnungen dekorierte Bestseller wie das Cube AMS ebenso wie frische Stars der Eurobike 2009, etwa das Ghost AMR.

Das Testprozedere passte die MB-Redaktion der speziellen Ausgangslage an. Jeder der vier erfahrenen Testfahrer lenkte die jeweiligen „Geschwister“ im direkten Duell hintereinander über die selektive MB-Teststrecke – die Hardtails mussten kleinere Drops und verblockte Passagen ebenso bewältigen wie die Fullys längere Asphalt- und Schotteranstiege.

Um eine faire Abschlussnote zu erhalten, vergab die Testcrew ihre Punkte „interdisziplinär“, getrennt nach Fullys und Hardtails. Dennoch wurde der Tester am Ende jedes Familienduells mit der Kernfrage konfrontiert: „Fully oder Hardtail, welches der beiden Bikes würdest du dir jetzt kaufen?“ Mit erstaunlichen Ergebnissen!

Grundsätzlich sind die Vorteile der jeweiligen Gattung selbst für Religionsfanatiker unumstößlich. Ein Hardtail wird bei vergleichbarer Preisklasse stets leichter, besser ausgestattet, steifer, wartungsarmer und im Kraftfluss direkter sein als sein vollgefedertes Gegenüber. Dafür trumpft das Fully durch die längere Bodenkontaktzeit des Hinterrads mit Komfort und überlegener Fahrdynamik auf.

Im Downhill schont der gefederte Hinterbau die Haltemuskulatur des Bikers und erhöht die Fahrsicherheit. Das Plus an Traktion spart aber auch bergauf(!) Kraft, da das Hinterrad seltener durchdreht und Bike wie Fahrer beim Überfahren jedes noch so kleinen Hindernisses eine geringere Hubarbeit zu verrichten haben.

Hardtail: günstiger, bessere Parts

So weit die Charakteristik, doch wessen Stärken überwiegen in dieser Family Affair? Beim Preis punktet das Hardtail, ist im Vergleich exakt 150 Euro günstiger als das Fully, nur Conway und Focus liegen gleichauf. Eine jedoch eher geringe Differenz, die den Hardtails bei sechs Duellen die bessere Ausstattung ermöglicht.

Bei Cube und Fuji fallen die Parts qualitativ vergleichbar, im Falle der Federelemente sogar „pro Fully“ aus. Die Gründe: Bei den Fujis ist der Preisunterschied mit 300 Euro am deutlichsten, beim Cube-Hardtail birgt der einzige Carbon-Rahmen im Test hohe Entwicklungs- und Herstellungskosten.

Per se ist die Bestückung der Hardtails quasi um eine Stufe besser: Markieren bei den Fullys Antriebsparts aus Shimanos SLX-Gruppe den Klassenstandard, blitzt bei den frontgefederten Bikes zumeist das berühmte XT-Logo auf. Je noch einen Schlag drauf setzt Corratec, verbaut am Fully durchgehend XT, am Hardtail gar die sündteure XTR!

Ausstattungsvorteile fürs Hardtail

In der Praxis relativiert sich die Gruppendynamik: So liegt die SLX in puncto Schaltqualität nur einen Hauch hinter der gro­ßen XT – für die meisten Biker kaum spürbar. Selbst die Gewichtsunterschiede sind erstaunlich gering: Zwar bringen die Hardtails im Schnitt 1,46 kg weniger auf die Waage – davon fallen aber nur 120 g auf die Parts ab, das Gros macht mit 1340 g die Rahmendifferenz aus! Focus gelingt gar das „Kunststück“, das Hardtail schwerer zu bestücken als das gleich ­teure(!) Fully, alleine die Laufräder wiegen rund 400 g mehr.

Entsprechend gering fällt der Gewichtsunterschied zwischen den Bikes aus Cloppenburg aus: 12,66 kg beim Fully gegenüber 11,77 kg beim Hardtail. Die meisten Gramm bringen Conway, Ghost und Stevens zwischen die Kontrahenten: Jeweils über 1800 Gramm trennen Fully und Hardtail.

Zwischenfazit: Hardtails sind zumeist günstiger und besser ausgestattet, dabei stets leichter: Die „Messrunde“ geht wenig überraschend ans Hardtail – wenn auch teils knapper als erwartet.

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Diese Produkte haben wir getestet:

MB Conway Q-MF 700
Fully-Tests
MB Conway Q-MR 800
Hardtail-Tests
MB Corratec Air Tech Glacier Limited
Fully-Tests
MB Corratec X-Vert S 0.1 Limited
Hardtail-Tests
MB Cube AMS Pro RX
Fully-Tests
MB Cube Reaction GTC Pro
Hardtail-Tests
MB Focus Super Bud Pro
Fully-Tests
MB Focus Black Forest Pro
Hardtail-Tests
MB Fuji Outland Pro
Fully-Tests
MB Fuji Mt. Fuji Pro
Hardtail-Tests
MB Ghost AMR 5700
Fully-Tests
MB Ghost HTX Actinum 7500
Hardtail-Tests
MB Steppenwolf Taiga FS 120 Pro
Fully-Tests
MB Steppenwolf Taiga Race
Hardtail-Tests
MB Stevens Fluent SLX
Fully-Tests
MB Stevens Manic
Hardtail-Tests

Das leisten die Testbikes in der Praxis

Fully vs. Hardtail - 16 Bikes im Test

MB Conway Q-MF 700
MB Conway Q-MF 700 MB Conway Q-MF 700 Kinematik mit virtuellem Drehpunkt MB Conway Q-MR 800 MB Conway Q-MR 800 Schaltzüge 32 Bilder

Entgegen im Downhill: Stets zeigt das Fully dem Hardtail-Verwandten das Hinterrad. Aber – und das ist die Überraschung – bei rund der Hälfte der Familienduelle ist der Fully-Benefit selbst im harschen Gelände ernüchternd gering!

Dabei reicht das Ursachengeflecht zunächst von weniger laufruhigen Geome­trien (Corratec, Fuji) über kraftlose Bremsen (Conway, Fuji) bis hin zu einer Vielzahl zu schmaler Lenker. Wirklich ausschlaggebend aber sind die Hinterbauten – mal mit (zu) preiswerten Federelementen bestückt, mal mit enttäuschend agierenden Kinematiken. So „schwächeln“ Focus und Fuji mit kaum vorhandener Sensibilität und Schluckfreude; auch das Conway leidet unter seinem günstigen Dämpfer, spielt so das in vorherigen Tests bewiesene Potenzial nicht voll aus.

Immerhin: Alle drei Hinterbauten agieren bergauf fast völlig frei von Antriebseinflüssen – Komfort und Traktion bleiben aber den Hardtails ähnlich auf der Strecke. Anders „gelagert“ ist der Fall beim Corratec: Dessen eigenständige Kinematik spricht lebhaft an, zieht sich bergauf aber zusehends in den Federweg und verschlechtert so Sitzposition und Klettereigenschaften.

Preisfrage: Fullys erst ab 2000 Euro?

Also bewahrheitet sich die gern verbreitete „Weisheit“, dass ein sehr gutes Fully mindestens 2000 Euro kosten muss? Nein, wie die modernen 120-mm-Fahrwerke von Ghost, Steppenwolf und Stevens mit überragender Fahrdynamik beweisen: jederzeit voller Komfort, dabei bergab enorm fahrsicher dank am Trail klebender Räder und mit überraschenden Reserven selbst im schroffen, eher den All-Mountains vorbehaltenem Trail-Dschungel.

Und auch im Uphill überzeugen die Zweirad-Sänften: Zwar sind geringe(!) Antriebseinflüsse bei dermaßen feinfühligen Kinematiken nicht wegzudiskutieren – jedoch halten sich ­diese in absolut erträglichen Grenzen, zumal die Hinterbauten auch an Anstiegen nicht wegsacken, sondern die optimale Kletterposition beibehalten. Zusammen mit der immanenten Traktion kraxeln diese Fullys im technischen Gelände gar besser als ihre deutlich leichteren Hardtail-Geschwister, sparen merklich Kraft.

Cube indes beweist mit seiner rennsportlicher ausgelegten Kinematik, dass auch 100-mm-Fahrwerke zumindest im Marathon noch voll auf der Höhe der Zeit sind. Effizient und schluckfreudig agiert der Viergelenker – prima.

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Im Duell: Conway Q-MF 700 vs. Q-MR 800

Fully vs. Hardtail - 16 Bikes im Test

MB Conway Q-MF 700
MB Conway Q-MF 700 MB Conway Q-MF 700 Kinematik mit virtuellem Drehpunkt MB Conway Q-MR 800 MB Conway Q-MR 800 Schaltzüge 32 Bilder
MB Conway Q-MF 700
Benjamin Hahn
Conway Q-MF 700

Logo: Der Preis diktiert, dass die Fully-Ausstattung deutlich hinter der des Hardtails zurücksteht. Allerdings fallen die Parts des Q-MF auch im Fully-Vergleich ab. Ist die nicht hohlgeschmiedete Kurbel verzeihbar (zumal als Verschleißteil), stören die weniger knackigen Schaltvorgänge der Deore-Hebel, vor allem aber die für den ernsthaften Geländetrip zu schwache Günstig-Bremse. Tipp: Da das Q-MF im Schnitt 150 Euro weniger kostet als das restliche Fully-Testfeld, lohnt es, nachträglich in bessere Stopper – etwa Avid Elixir 5 oder Formula RX – zu investieren!

MB Conway Q-MR 800
Benjamin Hahn
Conway Q-MR 800

Merklich runder ist das Hardtail bestückt: Elixir-5-Bremse, Systemlaufräder, clever gewählter XT/SLX-Mix. Fein, das passt, markiert in Relation zur Hardtail-Konkurrenz dennoch nur das untere Mittelfeld. Trotzdem liegen 1,8 kg zwischen Hardtail und Fully – im Testvergleich ein hoher, ob des identischen Preises aber nachvollziehbarer Wert. Per se sind beide „normalgewichtig“, strampeln bergauf so locker im jeweiligen Vorderfeld mit. Zumal die Tretpositionen passen, die Beinkraft sauber von oben ins Pedal fließt. Allgemein lobten die MB-Tester die Geometrien der kompakt ausfallenden (kurzes Oberrohr in Relation zum Sitzrohr) Conways als „sehr handlich, äußerst agil, wunderbar wendig“.

Kritik ernteten beide Bikes hingegen für ihre zu schmalen, wenig ergonomischen Lenker. Speziell die „580-mm-Kerze“ am Hardtail erschwert die Kontrolle auf dem Trail enorm und verhindert ein „sehr gut“ in der Downhill-Wertung – die sich das Q-MR dank feiner Balance, starker Reba-Gabel sowie griffiger Bremse und Reifen verdient hätte.Dass der Fully-Vorsprung bergab dennoch wenig drastisch ausfällt, liegt an den eher günstigen Federelementen des Q-MF. Die Recon agiert spürbar straffer als ihre Reba-Schwester, der VPP-Hinterbau mit Ario-Federbein geht zwar aktiv mit groberen Bodenunebenheiten mit, lässt aber Sensibilität vermissen und fühlt sich nach weniger als 110 mm Federweg an. Dafür bleibt er bergauf äußerst effizient, verschenkt nahezu keine Pilotenkraft.

Fazit:

4:0 fürs Hardtail – so das eindeutige Votum der MB-Tester. Das Q-MR punktet als ausgewogenes, sportliches, dabei handliches Bike. Bergauf glänzt auch das Q-MF, Parts (Bremse!) und Fahrwerk kosten aber Punkte.

Zum Test: Conway Q-MF 700

Zum Test: Conway Q-MR 800

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Im Duell: Corratec Air Tech Glacier Limited vs. X-Vert S 0.1 Limited

Fully vs. Hardtail - 16 Bikes im Test

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MB Corratec Air Tech Glacier Limited
Benjamin Hahn
Corratec Air Tech Glacier Limited

Prima: Beide „Limited-Varianten“ sind laut Corratec eben nicht streng limitiert, sondern in ausreichender Stückzahl im Handel verfügbar. Und speziell die Hardtail-Parts sorgen für Glanz am Rahmen und in den Augen: lupenreiner(!) XTR-Antrieb, noble Elixir-CR-Bremse. Wow! In Summe bleibt das Gesamtgewicht mit 11,0 kg angenehm niedrig, nur das weniger ergonomische Zzyzx-Cockpit gefiel den Testern nicht.

Auch das Air Tech belastete die MB-Waage kaum: 12,2 kg sind nach dem Cube der zweitbeste Wert im Fully-Feld. Dabei ist die Ausstattung auf Shimano-XT-Basis für die Preisklasse tadellos, das breite Cockpit besser gelungen als beim Hardtail.

MB Corratec X-Vert S 0.1 Limited
Benjamin Hahn
Corratec X-Vert S 0.1 Limited

Ein Blick auf die Geometrie-Daten zeigt die Verwandtschaft der beiden poppig lackierten Bayern-Bikes. Corratec setzt auf vergleichsweise sehr steile Lenkwinkel um 71° und eine kompakt-aufrechte Sitzposition, die von allen Testern als „angenehm, zentral“ goutiert wurde. Entsprechend wuseln die Corratec-Geschwister ungemein agil, quirlig und schwungfreudig über den Trail, lieben flowige Pfade. Je schneller und schroffer der Downhill, desto mehr kommt allerdings bei beiden Bikes Nervosität auf: Die steilen Lenkwinkel und die somit fehlende Laufruhe mahnen trotz gewohnt präziser Reba-Forken zu technisch sauberer oder besonnener Fahrweise.

Zurückhaltung, die bergauf rasch vergessen ist! Dank jeweils niedrigem Gewicht und flotten Laufrad-Reifen-Kombis geht‘s flugs dem Gipfel entgegen, speziell das X-Vert gehört zu den spritzigsten Hardtail-Vertretern im Test. Spritzigkeit, die dem Racefully das Fahrwerk raubt. Dank veränderter Drehpunktlage „pumpt“ der eigenständige „2-Circle“-Hinterbau mit noblem Fox-Dämpfer zwar nicht mehr so deutlich wie im Vorjahr, unter starkem Kettenzug etwa im Wiegetritt oder an steilen Anstiegen zieht er sich jedoch immer noch weit in den Federweg. Zudem ist die Kinematik knifflig abzustimmen: Mit wenig Negativfederweg (Sag) auf mehr Antriebsneutralität getrimmt, agiert sie bergab unsensibel und gibt den (geringen) Federweg nur unwillig frei.

Fazit:

Alle vier MB-Tester würden sich für das gelungene Hardtail X-Vert entscheiden, das mit Spritzigkeit und genialem XTR-Antrieb überzeugt. Das leichte Fully Air Tech fällt durch Kinematikschwächen im Vergleich ab.

Zum Test: Corratec Air Tech Glacier Limited

Zum Test: Corratec X-Vert S 0.1 Limited

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Im Duell: Cube AMS Pro RX vs. Reaction GTC Pro

Fully vs. Hardtail - 16 Bikes im Test

MB Conway Q-MF 700
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MB Cube AMS Pro RX
Benjamin Hahn
Cube AMS Pro RX

Schließlich trifft mit dem AMS eines der bewährtesten und beliebtesten Fullys Europas auf eine der nicht nur preislich attraktivsten Neuheiten der letztjährigen Eurobike – das Carbon(!)-Reaction.

Und dieses zeigt gleich, wo der aktuelle Technologie-Hammer hängt: Pressfit-Innenlager, innen verlegte Schaltzüge, konisch geformtes Steuerrohr – und das alles verpackt in einem hochmodernen, optisch aufregenden Kohlefaserrahmen. Knapp 1300 g wiegt dieses Kunstwerk – kein Topwert für ein Carbon-HT, für diesen Preis und in diesem Test aber sensationell! Zumal man sich bei Cube auf gewissenhafte Prüfstandards verlassen kann und sich der Frame in der Praxis ausgesprochen steif und dabei spürbar komforta­bler als die Alu-Konkurrenz anfühlt.

Gegenüber diesem Hightech-Gebilde wirkt das AMS schon fast betagt, wenngleich auch der Alu-Rahmen schön verarbeitet, sehr leicht ist.

Einen Schuss mehr SLX statt XT, das Gesparte in tolle (Syntace-)Parts sowie standfeste Bremsen investieren – Cube kennt die Formel, die Bikes nicht effekthascherisch, sondern sinnvoll ausstatten. Dennoch erreichen sie Top-Gewichte: Rang 1 bei den Fullys, Rang 2 bei den HTs.

Dazu passt die jeweils angenehm sportliche, über dem Tretlager zentrierte Sitzposition: Bergauf knallen die Cubes Topzeiten auf den Trail! Das Reaction klettert dank tiefer Front spritzig, der AMS-Hinterbau offeriert viel Traktion, bleibt dabei aber stabil stehen, wippt nur im Wiegetritt leicht. An hochprozentigen Anstiegen verlangt die hohe AMS-Front (langes Steuerrohr) jedoch etwas mehr Körperreinsatz. Wie überhaupt die AMS-Geometrie eher hoch ausfällt, der Pilot so mehr auf als im Rad thront. Dennoch gibt sich das Fully jederzeit absolut fahrstabil, mit überraschend laufruhigem Handling. Wozu nebst 1A-Fox-Gabel auch der Hinterbau mit neuem Fox-Boost­valve-Dämpfer beiträgt: Der Viergelenker zeigt große Schluckfreude, fühlt sich im Vergleich zur 100-mm-Konkurrenz äußerst komfortabel an.

MB Cube Reaction GTC Pro
Benjamin Hahn
Cube Reaction GTC Pro

So bleibt dem Reaction im groben Gelände nur die Verfolgerrolle – ­diese füllt es dank perfekt zwischen Laufruhe und Wendigkeit tariertem Handling indes bestens aus, liegt für ein Race-Hardtail direkt „satt“.

Fazit:

Fraglos, das AMS ist toll und verdient den Fully-Kauftipp – dennoch würden drei der vier MB-Tester das Reaction wählen. Warum? Weil der Rahmen in diesem Test herausragt! Top: Beide bieten richtig viel fürs Geld.

Zum Test: Cube AMS Pro RX

Zum Test: Cube Reaction GTC Pro

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Im Duell: Focus Super Bud Pro vs. Black Forest Pro

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MB Focus Super Bud Pro
Benjamin Hahn
Focus Super Bud Pro

Dabei gönnten die Cloppenburger ihrem „Schwarzwälder“ ein umfassendes Facelift: Das Oberrohr setzt tiefer am Sitzrohr an, das Hardtail zeigt feine Details wie das konisch geformte Steuerrohr – das Rahmengewicht ist jedoch wie beim Vorgänger hoch. Zusammen mit den standesgemäßen, guten, aber wenig edlen Parts treibt dies das Gesamtgewicht auf 11,8 kg – der höchste Wert im internen Hardtail-Vergleich und nur 900 g leichter als das Fully-Geschwisterchen. Gerade die schweren Laufräder mit Schwalbe-Reifen in preisgünstiger Ausführung drücken merklich auf die Waage – und bergauf auf die Bremse.

Auch das Super Bud rollt auf den „Performance“-Nobbys, jedoch aufgezogen auf einem flotten DT-Swiss-Laufradsatz. Satte 410 g spart das gleich teure(!) Fully im Vergleich zum Hardtail alleine an der rotierenden Masse ein! Da fallen die eher weich schaltenden Deore-Hebel sowie die günstige Kurbel buchstäblich kaum ins Gewicht, das Super Bud pendelt sich mit 12,7 kg im Fully-Mittelfeld ein. Entsprechend flink prescht der „gute Freund“ voran, zumal die Tretposition trotz flachem Sitzwinkel ausreichend sportlich und der Hinterbau zur Gänze wippfrei ist.

Bei Trail-Uphills vermissten die Tester jedoch die obligatorische Hinterrad-Traktion, auch im Downhill fehlen im Fully-Vergleich zu den ähnlich sportlich arrangierten Cube oder Stevens Komfort und Sicherheit. Der Grund: Mit dem verbauten Manitou-Plattform-Federbein agiert die Kinematik nicht nur wie bekannt straff, sondern äußerst „digital“: zu oder auf (bei sehr groben Schlägen) – dazwischen findet der Viergelenker quasi kaum statt. Schade, denn die souveräne Gabel, das akkurate Handling und das gelungene, breite Cockpit versprechen mehr Trail-Potenz.

MB Focus Black Forest Pro
Benjamin Hahn
Focus Black Forest Pro

Fahrwerkssorgen, die das Black Forest naturgemäß nicht plagen. Hier planiert die edle Fox-Forke gewissenhaft den Weg, dem das Bike dank spurtreuer Geometrie („Länge läuft“) genügsam folgt. Nur die Bremse dürfte wie beim Fully bissiger sein. Bergauf schmecken Geometrie und Handling richtig nach Race, das besagte Übergewicht weniger.

Fazit:

Der unsensible Hinterbau kostet das Super Bud die Sympathien, die es sich beim Vortrieb einfährt. So votierten die MB-Tester 4:0 für das neue Black Forest – das zudem den „frischeren“, runderen Eindruck hinterließ.

Zum Test: Focus Super Bud Pro

Zum Test: Focus Black Forest Pro

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Im Duell: Fuji Outland Pro vs. Mt. Fuji Pro