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Fox Live Valve Dämpfung - ist das die Fahrwerkstechnik der Zukunft?

Live Valve nennt Fox ein neues elektronisches Fahrwerk, das sich dank Sensorik blitzschnell auf den Untergrund anpasst.

Fox Live Valve kommt 2019

Jetzt kommt das elektronische Fahrwerk! Unabhängig vom E-Bike-Boom hat Fox das vollautomatische Fahrwerk Live Valve entwickelt. Wir haben das System bereits an drei Bikes getestet – und erklären, wie das Prinzip funktioniert.

Klick, klack – das Fahrwerk ist plötzlich spürbar weicher. Wie von Geisterhand wechselt das neue Fox-Live-Valve-Fahrwerk den Modus am Dämpfer. Doch der Reihe nach: Der kalifornische Suspension-Spezialist Fox zeigt nun das erste vollautomatische Fahrwerk mit integriertem Elektromagnetventil. Elektronisches Fahrwerk? Das gab es doch schon! Ja, 2012 stellten Lapierre und Haibike das „e:i-Shock“-System vor, bei dem ein Stellmotor an Stelle des Druckstufen Verstellhebels am Dämpfer saß. Das Problem: zu langsam! Das von Fox entwickelte Miniatur-Elektromagnetventil sitzt hingegen in der Dämpfung und greift direkt in den Ölfluss ein. So soll das Ventil in drei Hundertstelsekunden auf Schläge reagieren. Hundertmal schneller als ein Wimpernschlag! Die dazugehörige Peripherie mit Sensoren, Prozessor und Akku darf natürlich nicht fehlen. An Gabel und Heck nehmen zwei Sensoren Schläge wahr. Im Controller, der im Rahmendreieck sitzt, registriert ein 3D-Sensor, ob sich das Bike bergauf, in der Ebene, im Downhill oder gar in der Luft befndet. Anhand all dieser Informationen entscheidet ein Algorithmus, bei welcher Schlagintensität das Fahrwerk öffnet und wie lange es geöffnet bleibt.

Fox Live Valve Dämpfung - ist das die Fahrwerkstechnik der Zukunft?

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Ian Collins 1/12 Fox Live Valve Der Fox-Live-Valve-Dämpfer ist mit zwei Piggy Bags versehen. In eimem sitzt das Elektromagnetventil, im anderen die Dämpfung.
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Live Valve erkennt Fahrsituation

Im Downhill reagiert das Live Valve zum Beispiel sensibler und bleibt deutlich länger offen, während es im Uphill träger agiert und länger zu bleibt. Und bei „Airtime“ öffnet das Ventil für die Landung. Dem Fahrer soll also die Federung geboten werden, die er im Moment benötigt. Er muss lediglich das System vor der Fahrt einschalten und eine von fünf Intensitätsstufen auswählen. Wie lange der Akku hält? Fox-Entwicklungsleiter Everet Ericksen erklärt, dass das Ventil nur Strom zieht, wenn es öffnet oder schließt. So soll der Akku 16 bis 20 Stunden durchhalten. Schaltet das System dann doch ab, ist die Federung aktiv, also geöffnet.

Erster Test: Fox Live Valve

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Unser Redakteur Chris Pauls testete Live Valve bereits am Racefully Giant Anthem, am Tourenfully Scott Spark und am All-Mountain Scott Genius. Tadellos funktionierte das System an allen drei Bikes. Die bis zu 480 Ventil-Aktivitäten pro Stunde bemerkt man kaum. Nur ein leises Klicken ist vernehmbar. Ob die Dämpfung offen oder geschlossen ist, ist hingegen anhand des Komforts bergab oder der Pedaleffizienz bergauf spürbar. Am ohnehin effizienten Giant fällt auf: Je geringer der Federweg, desto weniger kann Live Valve seine Stärken ausspielen.

An den Scott-Bikes entfällt der eigentlich ikonische „Twinloc“-Hebel zur Fahrwerksverstellung – das übernimmt die Elektronik. Das 150-mm-Heck am Genius profitiert am meisten. Kommt ein Schlag bergauf, öffnet das Fahrwerk, aber nur so kurz, dass man im Nu wieder stabil im Federweg sitzt und effizient pedalieren kann. Im Downhill war das System gefühlt nicht existent, die Fahrwerke konnten ihr volles Potenzial entfalten. An einem Scott Genius soll das Live Valve nur 144 g mehr wiegen und einen Aufpreis von ca. 2000 Euro kosten. Als Nachrüstsatz werden wohl 3500 Euro fällig.

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