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E-MTB: die 10 wichtigsten Fragen zu E-Mountainbikes

E-MTB: die 10 wichtigsten Fragen zu E-Mountainbikes

MountainBIKE beantwortet die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema E-Mountainbikes. Lesen Sie, was sie vor dem E-MTB-Kauf beachten sollten.

1. Was kostet ein E-MTB?

Das hängt erst einmal davon ab, ob Sie ein Fully oder ein Hardtail suchen.

Für den Einsatz in anspruchsvollem Gelände eignen sich Fullys. Diese absorbieren Schläge auch am Heck, was bei den schweren 20-Kilo-E-Bikes die Fahrperformance enorm verbessert. Ein Fully mit Mittelmotor kostet ab 2700 Euro, Hardtails sind knapp 1000 Euro günstiger. Preiswerter sind Bikes mit Heckmotor. Hier liegt der Einstiegspreis bei 1500 Euro. E-MTBs mit Frontmotor gibt es nicht.

Nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Das Fully XDuro FullCarbon Ultimate von Haibike kostet stolze 13 500 Euro. Wie der Test zeigt, sind schon um die 4000 Euro sehr gute E-Mountainbikes zu haben.

2. Wie funktioniert ein E-Mountainbike?

E-Bikes, auch Pedelecs genannt, sind Fahrräder, die mit einem Elektromotor, einer Steuerung sowie einem Akku ausgestattet sind. Die Steuerung ist so programmiert, dass der Motor nur unterstützt, wenn der Fahrer in die Pedale tritt. Hört er auf zu treten, stoppt die Unterstützung.

Es wird zwischen drei Antriebstypen unterschieden: Front-, Mittel- und Heckmotoren.

Generell gilt: Je nach Einsatzzweck hat jeder Antrieb seine Vor- und Nachteile. So erlauben nur Nabenmotoren (Heck und Front) eine Energie-Rückgewinnung (Rekuperation). Für Mountainbikes eignen sich aber dennoch Mittelmotoren besser, da nur diese Bauart durch den tiefen, zentralen Sitz des Motors ein ausgewogenes Handling ermöglicht. Diese Motoren können nicht an herkömmlichen Bikes nachgerüstet werden, weil der Rahmen darauf ausgelegt sein muss. Ein Front- oder Heckmotor lässt sich nachrüsten.

MountainBIKE empfiehlt, fürs Mountainbiken im Gelände einen Mittelmotor zu verwenden.

3. Wie schnell sind E-Mountainbikes?

Es gibt zwei Kategorien von E-Bikes. Zum einen Bikes, die bis zu 25 km/h unterstützen, und Bikes, die erst bei 45 km/h die Motorunterstützung abschalten.

Nur Modelle mit maximal 25 km/h sind fürs Fahren abseits von Straßen, sprich im Gelände, auf Feld- und Waldwegenn erlaubt.

45 km/h schnelle E-Bikes dürfen nur auf den öffentlichen Straßen fahren, sind versicherungs-/kennzeichenpflichtig und dürfen nur mit einen Mofa-Führerschein, Helm, Rückspiegel etc. gefahren werden. Für Mountainbiker kommen diese Bikes deshalb nicht in Frage.

4. Welche technischen Daten sind wichtig?

In diesem Test finden Sie drei unterschiedliche Mittelmotoren, deren Leistungsmerkmale in der Tabelle auf Seite 2 (Motordaten und Reichweiten der getesteten Bikes) des zugehörigen Artikels aufgelistet sind.

Alle Motoren, die bis 25 km/h unterstützen, bieten eine Nennleistung von 250 Watt. E-Bikes, die bis 45 km/h unterstützen, bieten mehr Leistung, teilweise bis zu 500 Watt. Wie viel Watt Leistung der Motor zusteuert, hängt davon ab, wie viel der Fahrer bereit oder in der Lage ist, selbst zu leisten. Je nach Unterstützungsmodus und Hersteller gibt der Motor zwischen 50 und 400 Prozent dazu.

Das heißt: Wenn Sie 75 Watt treten, gibt der Bosch-Motor bei höchster Stufe 206 Watt hinzu. Das Ganze bei einem maximalen Drehmoment von 60 Nm. Allerdings frisst dies extrem viel Akkustrom, die Restreichweite sinkt rapide. Beim Akku sollten Sie auf die Angabe Wattstunde (W/h) achten. Sie sagt, wie viel Kapazität der Akku speichern und zur Verfügung stellen kann.

5. Wie hoch ist die Reichweite von E-MTBs?

Zwar lassen sich E-Bikes auch pedalieren, wenn der Akku leer ist, weite Strecken sind aber aufgrund des hohen Gewichts sehr mühsam zu fahren. Deshalb sollte die Reichweite möglichst hoch sein. Sie wird von zahllosen Faktoren beeinflusst.

An erster Stelle steht die Wahl der Unterstützungsstufe. Stellt man den Motor auf „Turbo“ (Bosch), ist der Verbrauch am höchsten, auf „Eco“ am niedrigsten. Zudem sind Faktoren wie Körpergewicht, Rollwiderstand der Reifen, Untergrund, Gegenwind sowie Geländeart und Anfahrhäufigkeit mitentscheidend. Bei Kälte verringert sich ebenfalls die Kapazität. Auch die Trittfrequenz spielt eine Rolle, durch wirbelnde Beine können Sie den Verbrauch minimieren. Hinzu kommt, wie effektiv der Motor vom Hersteller abgestimmt wurde.

Die Reichweite kann also gut zwischen 25 km bis über 100 km variieren. Hilfreich ist es, wenn das Display anzeigt, wie die Reichweite bei aktuellem Verbrauch ist. Mehr Infos über die Reichweiten von E-Bikes finden Sie hier

6. Wie viele Ladezyklen verträgt der Akku?

Die meisten Akkus an hochpreisigen E-Bikes sind hochwertige Lithium-Ionen-Stromspeicher.

Was diesen Akkus schadet: wenn sie entladen gelagert werden und eine sogenannte Tiefentladung droht. Beim regelmäßigen Gebrauch müssen Sie sich darüber aber keine Sorgen machen.

Auch der Memory-Effekt, der eintritt, wenn der Akku vor dem Aufladen nicht immer vollständig entladen wurde, spielt bei diesen Akkus keine Rolle. Sie sollten den Akku aber möglichst alle paar Monate einmal vollständig entladen.

Trotz der Robustheit verkraftet jeder Akku nur eine bestimmte Anzahl an Ladezyklen. Die Hersteller geben eine Garantie auf 500 bis 1000 Ladezyklen. Danach verringert sich die Kapazität, der Akku liefert weniger Strom, kann aber weiterhin benutzt werden. Ein neuer Akku kostet zwischen 600 und 900 Euro.

7. Hält E-Biken fit?

Wer nur kurz und dazu permanent mit voller Unterstützung unterwegs ist, bei dem lässt der Trainingseffekt zu wünschen übrig. Profis nutzen E-Bikes, indem sie in ihrem optimalen Pulsbereich trainieren. Mit dem Bosch-Nyon-Computer lässt sich das Training mit Puls und Kalorienverbrauch überwachen.

8. Kann man E-Bikes tunen?

Internethändler verkaufen Tuningkits, mit deren Hilfe ein 25-km/h-Bike angeblich erst bei 70 km/h die Unterstützung abbricht.

Ein getuntes E-Bike ist nicht mehr für den Verkehr zugelassen, zudem erlischt die Garantie. Auch die Bike-Komponenten sind nicht für eine solche Belastung ausgelegt und erleiden deshalb frühzeitig Defekte.

9. Kann ich ein normales MTB mit einem Motor versehen?

Es lassen sich nur Front- und Heckmotoren nachrüsten. Für den MTB-Einsatz empfiehlt sich ein Heckmotor. Der Akku findet im Rahmendreieck an Stelle des Flaschenhalters Platz. Ein wertiger Motor kostet um die 1500 Euro. Aber: Rechtlich werden Sie zum Radhersteller mit allen gesetzlichen Pflichten.

10. Benötige ich spezielle Anbauteile fürs E-Bike?

Die Hersteller müssen aktuell keine speziellen Parts verbauen. Die Praxis zeigt aber, dass aufgrund des Mehrgewichts vor allem standfeste Disc-Stopper mit großen Scheiben an E-MTBs zur Sicherheit ebenso wie stabile Laufräder und eine verwindungssteife Federgabel beitragen. Leichtbau hat hier grundsätzlich nichts zu suchen.

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