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Kaufberatung: Alles über Downhill-Mountainbikes

Downhill-Mountainbikes: Fakten, Beratung, Trends Alles über den MTB-Downhill-Sport und DH-Equipment

Meterhoch durch die Luft und mit Speed über lange Sprünge fliegen. Jumps, Gaps, Drops; Whips, Style und mehr. Wovon wir sprechen? Von Downhill natürlich! Aber für wen sind Downhill-Bikes eigentlich gedacht, wo kann man damit fahren und welche Bikes gibt es aktuell? Das klären wir hier.

Downhill-Mountainbikes: Übersicht

Wenn man seinen Freunden erzählt, dass man Mountainbike fährt, dann ist Downhill oft das erste woran diese denken. Man kennt solche Bikes aus waghalsigen Videos und von atemberaubenden Action-Bildern. Wie der Name schon sagt, lassen sich Downhill-Bikes generell als die abfahrtslastigste Gattung der Mountainbikes einordnen. Gedacht sind die Räder für schwierige Strecken mit Drops, großen Sprüngen, verblockten Steinfeldern und ruppigen Wurzelteppichen. Damit das Rad bei hohen Geschwindigkeiten und in Steilstücken sicher liegt, ist es mit einem flachen Lenkwinkel und viel Laufruhe gesegnet. Gepaart wird das Ganze mit potentem Fahrwerk und grober Bereifung.

Demo 29 in Action
Specialized

Für wen ist ein Downhill-Bike ideal?

Wer Downhill fährt, muss definitiv ein Adrenalin-Junkie sein. Herausforderungen, Challenges und Überwindung gehören zum täglich Brot. Doch jeder hat mal klein angefangen und so ist es auch beim Downhill. Sie müssen natürlich nicht beim ersten oder zweiten Mal über den größten Drop in 50 Kilometer Umkreis fahren. Wie sagt man so schön: Noch kein Meister ist vom Himmel gefallen. Daher ist es wichtig herauszufinden, ob Ihnen der Sport gefällt und zusagt.

Eines lässt sich jedoch vorwegnehmen: sofern sie im Bikepark unterwegs sind, ist eine fehlende Ausdauer anders als in den meisten anderen MTB-Disziplinen kein Nachteil und wird vom Lift ausgeglichen. Vor allem die Oberkörper- und Haltemuskulatur wird beansprucht und benötigt. Ausdauer und Kraft wird also doch belohnt! Im Vordergrund stehen allerdings Fahrtechnik, Mut und Überwindung. Aber natürlich auch das richtige Material.

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Wo kann man Downhill fahren?

Zu den beliebtesten deutschen Strecken zählen die bekannten Bikeparks, die sich unter anderem in Winterberg, Willingen (beides Sauerland) oder am Geißkopf (Bayern) befinden. Sehr beliebt sind auch die Bikeparks in den Alpen, wie zum Beispiel in Schladming, Serfaus, Saalbach-Hinterglemm oder im Brandnertal. Ebenso gibt es offene Trailparks (auch in Winterberg) oder Vereinsstrecken, wie zum Beispiel in Freiburg im Breisgau oder in Stuttgart. Sogenannte Flowtrails, die technisch insgesamt etwas einfacher und damit auch für den Rookie zu befahren sind, halten ebenfalls immer mehr Einzug. Solche Strecken befinden sich beispielsweise in Stromberg oder in Ottweiler im Saarland.

Doch auch auf ruppigen lokalen Strecken lässt sich ein Downhill-Bike artgerecht ausführen. Doch das Mehrgewicht sollte unbedingt bedacht werden: Wer zum "Trailhead", also dem Start der Strecke, pedalieren muss, sollte sich die Anschaffung eines Downhill-Bikes gut überlegen. Ebenso gehören Schotterwege sowie leichte und mittelschwere Singletrails nicht zum Einsatzzweck eines Downhill-Bikes, die ordentlich gefordert und gescheucht werden wollen.

Auch im nahen Ausland gibt es Downhill-Strecken en masse. Hierzu zählt vorallem Tschechien, Belgien oder Polen sowie der gesamte Alpenraum mit Österreich, der Schweiz sowie natürlich Italien. Fast überall wo es steil ist und Berge gibt, findet sich auch ein Bikepark. Als absolutes Downhill-Paradies lässt sich unter anderem das kanadische Whistler in British Columbia bezeichnen, wo auch einige der besten Fahrer der Welt regelmäßig trainieren.

Und wie sieht es mit Wettkämpfen aus? Für die Profis gibt es neben Downhill-World-Cup-Rennen und Weltmeisterschaften des Radsport-Weltverbands UCI auch Freeride-Events wie das Red Bull Joyride oder die Red Bull Rampage, die als Einladungsrennen durchgeführt werden. Die Kurse sind technisch extrem anspruchsvoll und für den Normalo ist es kaum vorstellbar, auch nur einen Teil dieser Strecken zu fahren.

Doch auch für den ambitionierten Hobby-Downhiller gibt es natürlich das ein oder andere spannende Rennen. In Deutschland ist unter anderem iXS Downhill Cup allseits bekannt und sehr beliebt. Darüber hinaus gibt es auch für die Nachwuchs-Racer einen sogenannten Rookies-Cup. Regionale Veranstaltungen auf Vereinsstrecken gibt es natürlich auch in der Downhill-Szene.

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Harookz

Diese Komponenten zeichnen ein Downhill-Bike aus

1. Rahmen & Geometrie

  • Aluminium- oder Carbon-Rahmen
  • Extrem flacher Lenkwinkel (um 63°)
  • Tiefer Schwerpunkt für gutes Handling
  • Unterschiedliche Hinterbausysteme

2. Fahrwerk

  • Doppelbrückengabel an der Front
  • Meist 200mm Federweg oder mehr
  • Gängige Gabel-Modelle: Marzocchi Bomber, Rock Shox Boxxer oder Fox 40

3. Schaltung

  • 1x7 Schaltungen mit geringer Bandbreite, bzw. Bergab-Übersetzung
  • Oftmals integrierte Kettenführung
  • Gängige Modelle: Shimano Saint M820 oder SRAM XO1 DH
Canyon

4. Bremsen

  • Hydraulische Scheibenbremsen
  • Bissige und aggressive Vierkolben-Modelle
  • Meist 203mm Bremsscheiben vorne wie hinten, teils auch größer

5. Laufräder

  • Material: Aluminium oder Carbon
  • Breite meist 30-35mm
  • Stabille und haltbare Bauart

6. Reifen

  • Grobstolliges Profil
  • Reifenbreite ca. 2,4"
  • U.a. Maxxis Minion DHR oder Schwalbe Magic Mary
  • Fast ausschließlich im Tubeless Setup
Tubeless-Flüssigkeiten-Test
Laufrad & Reifen

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Was kostet ein DH-Bike, was ist beim Kauf zu beachten?

Wie in eigentlich allen Bike-Kategorien ist es auch beim Downhill-Rad so, dass es nicht immer das teuerste und beste Material sein muss, um beim Fahren Spaß zu haben. Der Einstieg in die Klasse der Downhill-Bikes gelingt bei Neurädern ab rund 2000 bis 2500 Euro, ausgestattet mit Aluminium-Rahmen sowie einfachen aber soliden Teilen. Ein ordentliches Mittelklasserad kostet beim Versender um die 4000 Euro, im Fachhandel legt man hier ohne Probleme schon 5000 bis 6000 Euro oder mehr auf den Tisch.

Mittelklasse ist dann aber nicht die Performance, denn die hängt vor allem von der Einstellung deines künftigen Bikes ab. Beim Downhill-Bike liegt das größte Tuning-Potential neben Cockpit, Laufrädern und Reifen vor allem im Fahrwerk- und Setup. Hier lohnt es sich, viel Zeit in die richtige Abstimmung zu investieren, damit auch alle Reserven des immensen Fahrwerks ausgenutzt werden können.

Für die, die es noch exotischer mögen, gibt es natürlich auch High-End-Bikes, die gut und gerne 8000 Euro und mehr kosten. Hier ist neben Bling-Bling und cooler Optik vor allem eine reichhaltige Ausstattung Verkaufsargument: Carbon-Rahmen, Factory-Fahrwerk, geringes Gewicht & mehr sind hier an der Tagesordnung! Was man am Ende des Tages an Komponenten wirklich essentiell benötigt, lässt sich diskutieren. Für Anfänger ist sicherlich ein solides Alu-Bike mit guten Parts der perfekte Kompromiss.

Die zuvor aufgeführten Aspekte sind Merkmale klassischer Downhill-Bikes. Das Wort wird im Kontext aber gerne auch mal für andere Bikes verwendet, die weniger abfahrtslastig sind. Wer einen richtigen DH-Boliden sucht, sollte diese Merkmale beachten und beim Kauf überprüfen.

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Umfrage: Downhill

Umfrage

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Die neuen Downhill-Bikes für 2021

Canyon Sender CFR & AL

Canyon
Canyon Sender AL 5 2021

Für 2021 hat Canyon sein allseits beliebtes Sender in neuen Varianten auf den Markt gebracht: zusätzlich zu den CF und CF SLX Modellen gibt es das Downhill-Rad aus Koblenz nun auch in der Highend CFR (Canyon Factory Racing) Variante sowie in einer AL-Version mit stabilem und günstigem Aluminium-Rahmen. Alle Infos zum AL-Sender gibt es hier:

News

Das Sender CFR kommt neben dem neuen Carbon-Layup auch mit überarbeiteter Anlenkung für einen geringeren Wartungsaufwand. Ein tiefer Schwerpunkt soll für ein besseres Handling sorgen. Der jetzt noch leichtere Vollcarbon-Rahmen kommt in den Größen S und M als Mullet-Build. In den Rahmengrößen L und XL gibt es das Sender CFR nur als komplettes 29"-Modell. Das Sender CFR FMD kommt mit Fox Fahrwerk und Shimano Schaltung für 4699 Euro. Das Modell Sender CFR ist mit Rock Shox Fahrwerkskomponenten und SRAM Schaltung ausgestattet und schlägt mit 5799 Euro zu Buche.

Specialized Demo

Specialized
Specialized Demo Race 2021

Das neue Mullet-Bike (29" vorne, 27,5" hinten) vom Kulthersteller ist das Weltmeister-Bike von Loïc Bruni. Mit coolen Gadgets wie einstellbaren Ausfallenden liegt dem Demo Downhill-Racing in der DNA. Ein tieferes Tretlager sowie flacherer Lenkwinkel sorgen für noch mehr Kontrolle im Talschuss. Das Demo kommt in 2 Ausstattungsvarianten, die allesamt mit Rock Shox Fahrwerk ausgestattet sind. Die Version Demo Expert kostet 4799 Euro, das Demo Race wechselt für 7999 Euro den Besitzer. Für 2899 Euro bietet Specialized sein Demo Race Frameset an.

Mondraker Summum

Mondraker
Mondraker Summum R 2021

Der verbesserte Aluminium-Rahmen ist in 2021 als 27,5", 29" & Mullet Version erhältlich. Für ein gutes Ansprechverhalten in jedem Gelände sorgt der Zero Suspension System Hinterbau. Während es das 29"-Modell in den Rahmengrößen S, M, L und XL gibt, kommt die 27,5"-Variante ausschließlich in Größe S oder M. Insgesamt gibt es 3 Ausstattungsvarianten von 3799 bis 6999 Euro.

Cube TWO 15

Hersteller
Cube Two15 HPC SLT 29

Im Oktober 2020 hat Cube sein brandneues TWO15 vorgestellt. Wie seit Januar bekannt ist, wird nicht nur Max Hartenstern, sondern auch Downhill-Legende Danny Hart mit dem Bayreuther Action-Geschoss unterwegs sein. Eine ausführliche Vorstellung des neuen Boliden gibt es in unserer News:

News

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Weitere DH-Bikes im Überblick

Neben den Neuheiten für 2021 gibt es natürlich auch noch einige weitere interessante Downhill-Bikes, die beim Kauf in Erwägung gezogen werden sollten.

YT Tues

YT Industries
YT Tues Pro 2021

Hierzu zählt beispielsweise das YT Tues, welches vom Werksteam "YT Mob" über die Rennstrecke geprügelt wird. Es ist sowohl in 27,5" als auch in 29" erhältlich. In 27.5" gibt es 3 Modelle mit je 2 Farbvarianten von 2799 bis 4499 EUR. Beim 29"-Modell gibt es 2 Modelle für 4499 Euro und 5499 Euro. In Sachen Preis-Leistung ist das Tues wohl eines der interessantesten Bikes auf dem Markt.

Santa Cruz V10

Santa Cruz
Santa Cruz V11 X01 Carbon CC 2021

Ein Klassiker unter den Downhill-Bikes ist das Santa Cruz V10, welches in 27,5", 29" und als Mullet-Version erhältlich ist. Neben den drei Laufradvarianten gibt es lediglich zwei Ausstattungsvarianten, die preislich bei 6499 Euro bzw. 8499 Euro liegen. Das Rahmenset inkl. Fox DH2 Factory SLS Coil-Dämpfer kostet schlappe 3999 Euro.

Commencal Supreme DH / Furious

Commencal
Commencal Supreme DH 29 2021

Auch Commencal bietet im Gravity-Bereich zwei DH-Bikes an. Das Supreme DH, welches 2021 unter anderem das Racebike von Amaury Pierron und Myriam Nicole sein wird, kommt mit der Besonderheit einer Kettenumlenkung am Hinterbau. Für 2021 wird es 3 Modelle von 4599 Euro bis 5999 Euro geben. Zusätzlich zum Supreme DH gibt es das Furious, welches laut Commencal das ideale Bike für den Besuch im Bikepark ist. Die Preisrange geht von 3099 bis 4999 Euro. Neben einem Luftdämpfer ist beim Furious auch die Verwendung eines Stahldämpfers möglich.

Sonstige Bikes

Auch Trek (Session), Propain (Rage) und Norco (Aurum) haben aktuell Downhill-Bikes im Portfolio. Intense bietet mit dem M29 ein innovatives Downhill-Rad an, auf dem 2021 unter anderem Aaron Gwin sitzt.

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Demo 29 in Action
Specialized

Fazit: Downhill, ja oder nein!?

Bock auf ballern? Dann ist Downhill wohl genau das Richtige für dich! Es geht um Action, wilde Abfahrten, Spaß am Biken und waghalsige Manöver. Jeder, wie er kann und will. Verbunden mit schöner Natur, anspruchsvollen Trails, netten Leuten und einem geilen Bike, steht aber auch hier das gemeinsame Radfahren im Vordergrund. Klingt gut, finden wir!

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